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HP Nachhaltigkeitsbericht 2022: Netto-Null-Emission beim CO₂ bis 2024 und höhere Recyclingquoten

von Ronny Budzinske

HP will bis 2040 CO₂-neutral werden und setzt weiterhin stark auf das Recycling von abgelebten Druckern und Computern, aber auch auf aufgebrauchte und zuvor oftmals hochverarbeitete, Tinten- und Tonerkartuschen. Im Rahmen der RE100-Initiative hat man sich bis 2025 zur ausschließlichen Verwendung von erneuerbaren Energien verpflichtet.

Bereits seit 2001 gibt der amerikanische Hersteller von Druckern und Computersystemen seinen jährlichen Nachhaltigkeitsbericht heraus. Gerade erst ist die Ausgabe für das abgeschlossene Jahr 2022 (in englischer Sprache) erschienen. HP fasst diesen gerne mit den schwungvollen Worten "Klimaschutz, Menschenrechte und digitale Gleichstellung" zusammen und setzt sich Ziele für die Umsetzung in den kommenden Jahren.

Klimaschutz

Aus Sicht von HP gehört der Klimaschutz zu den größten Aufgaben des Handelns für den Konzern überhaupt. Dazu gehört die Reduzierung der CO₂-Emissionen bis hin zu einer Netto-Null, der Kreislaufwirtschaft sowie der Aufforstung von Wäldern als Ausgleich für die produzierten Papiere und Kartonagen.

Je nach Thema setzt man sich ganz unterschiedliche Ziele und verwendet leider auch keine einheitlichen Referenzzeitpunkte, sodass teilweise der Eindruck entstehen kann, dass man sich immer das passende herauspickt.

Fahrplan CO₂-Reduzierung

Das größte Ziel ist die Reduzierung der CO₂-Emissionen bei der Produktion sowie der Nutzung von HP-Produkten über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 konnte man im vergangenen Jahr immerhin eine Reduzierung um 18 Prozent erreichen.

Bis 2030 möchte man die Emissionen halbiert haben, um in 2040 Netto bei einer Null zu landen. Die geschieht zum einen mit der Umstellung auf erneuerbare Energien, durch energieeffizientere Produkte und unter anderem auch durch (mehr) Wiederverwendung. Interessant ist in dem Zusammenhang jedoch auch der Fakt, dass HP wie kein anderer Hersteller dafür steht, dass Verbrauchsmaterialien von Drittanbietern "mit Ansage" ("Dynamische Sicherheit") gesperrt werden. Dazu zählen eben nicht nur dreiste Nachbauten, sondern auch tatsächlich ökologisch sinnvolle Rebuild-Kartuschen, die von Dritten aufbereitet werden.

Das Ziel, die Emissionen, auf die HP direkten Einfluss hat (Scope 1 und 2), bis 2025 um 65 Prozent zu reduzieren, hat man mit aktuell minus 61 Prozent schon weitgehend erreicht - als Referenzwert nimmt man dafür jedoch das Jahr 2015.

Beim Thema Ökostrom hat man sich bereits über die RE100-Initiative dazu verpflichtet, bis 2025 komplett auf erneuerbare Energien zurückzugreifen. Der aktuelle Stand über alle Produktionsstätten und Verwaltungseinheiten weltweit beträgt rund 55 Prozent.

Kreislaufwirtschaft

Als besonders stark in der Medienkommunikation hat sich HP das Thema der Kreislaufwirtschaft ausgesucht. Dabei wird mit immer höheren Recyclingquoten für neue HP-Drucker und auch deren Kartuschen geworben.

Bis zum Jahr 2030 sollen die Produkte des Unternehmens einschließlich deren Verpackungen zu 75 Prozent aus wiederverwendeten Materialien stammen. Aktuell beträgt die Quote rund 40 Prozent nach Gewicht - das ist in der Branche aktuell durchaus ein beachtlicher Wert.

Gesteigert werden soll dabei auch der Anteil von Materialien, die bei HP aus dem Recycling von Altgeräten und aufgebrauchten Kartuschen des eigenen Konzerns gewonnen wurden. Bis 2025 soll dies für rund 30 Prozent der verwendeten Materialien gelten - diesen Wert hat man derzeit bereits zur Hälfte erreicht - das waren in 2022 insgesamt rund 32.200 Tonnen.

Wie das genau funktioniert, das zeigen unter anderem auch Recyclinganlagen für aufgebrauchte oder überlagerte Tintenpatronen, wie sie beispielsweise im bayerischen Thurnau stehen. Bis Mitte 2022 wurden dort in einem Pilotprojekt auch Kartuschen für Officejet-Drucker aufbereitet.

Diese wurden ab Sommer 2021 für rund ein Jahr lang an unter dem Label "Renew" an ausgewählte "Instant Ink"-Abokunden geliefert. Aufbereitet wurden jedoch lediglich die 953-Patronen ohne einem integriertem Druckkopf, die in den Officejet-Druckern der 8700er-Serie zum Einsatz kommen. Warum das Projekt nicht fortgesetzt wurde, wird nicht im Detail erklärt. Vermutlich ist der Aufwand in Relation zu den Preisen dann doch zu groß.


Zusammen mit dem neuen "EvoCycle"-Programm in Frankreich zur Aufbereitung von Tonerkartuschen darf jedoch auch nicht unerwähnt bleiben, dass der weltweit größte Druckerhersteller noch immer weit überwiegend auf Tonerkartuschen mit integrierter Bildtrommel und für viele einfache Tintendrucker Patronen mit oftmals geringer Reichweite auf fest verklebten Einweg-Druckköpfe setzt. "Neue Ansätze" mit Tintentankdruckern oder auch Tonertankdruckern gibt es zwar, werden derzeit jedoch vorwiegend im unteren Preis- und Leistungsbereich eingesetzt. Als Beispiel sind die neuen Geräte um den Smart Tank 5105 oder HP Laserjet Tank MFP 2604dw (löblich) zu nennen.

Zwar macht HP beim Recycling selbst (nach unserer Einschätzung) durchaus eine gute Arbeit, jedoch hat man den Eindruck, dass bei weitem noch nicht alles zur Vermeidung von (späteren) Müll getan wird. Im Vergleich dazu sind japanische Mitbewerber in einigen Punkten weiter. So bereitet Brother derzeit so gut wie alle Tonerkartuschen auf und trennt generell das Farbpulver von der schwer zu recycelnden Bildtrommel. Kyocera setzt bei vielen Druckern auf extrem haltbare Bildtrommeln auf Keramikbasis, die damit deutlich seltener ausgetauscht werden müssen. Ebenfalls recht weit ist Epson, die mittlerweile deutlich mehr Tintentankdrucker der "Ecotank"-Serie verkaufen als herkömmliche Geräte mit Tintenpatronen. Die Ratio der nutzbaren Tinte im Vergleich zur Kartusche und der Verpackung ist bei diesem System deutlich besser - zumal weniger Arten von Plastik auch dann noch besser und einfacher zu recyceln sind.

Zurück zu HP: Während man sich bei den Verbrauchsmaterialien noch viel zu selten auf den Verzicht von elektronischen Bestandteilen bekennen möchte, sollen 75 Prozent der bisher verwendeten Einweg-Verpackungen auf Plastikbasis (z.B. Folien) ersetzt werden. Aktuell hat man eine Quote von 55 Prozent erreicht. Im Durchschnitt sind das jedoch noch immer rund 99 Gramm solcher Verpackungsbestandteile je Endprodukt. Immerhin setzt man vermehrt auf das recht innovative "molded fiber" zur Fixierung der Teile im Drucker- oder Computerkarton.

Bis zum Jahr 2025 will man zudem bei der eigenen Produktion komplett auf Deponieabfälle verzichten. Nach aktuellem Stand kann das Unternehmen rund 12 Prozent der Abfälle nicht weiter recyceln und muss diese noch einer Halde zuführen. In der Regel geht es dann anschließend in die "thermische" Verwertung - also Verbrennung.

Aufforstung

Bis 2030 möchte HP Fasern zur Produktion von Papier für Verbraucher oder bei der Nutzung für Kartonagen zur Verpackung ausschließlich aus nachhaltigen Quellen beziehen. Zusammen mit Partnerschaften (z.B. auch im Rahmen der FSC-Zertifizierung) will man entsprechend Wälder zum Ausgleich aufforsten und auch vermehrt auf Recyclingpapier setzen. In 2022 galt dies im Schnitt nur für rund 32 Prozent der benötigten Papiere und Kartonagen.

Wasser

Reduzieren will HP auch die Nutzung von Trinkwasser in der Produktion. Die eigene Zielsetzung sieht eine Einsparung von 35 Prozent in den zehn Jahren bis 2025 vor. Dieses Ziel hat man mit einer Einsparung von rund zwei Millionen Kubikmetern in 2022 bereits erreicht. Weiterhin will man sich besonders auf Hochrisiko-Produktionsstätten konzentrieren.

"Go Beyond": Nachhaltigkeit bei HP. Präsentation in englischer Sprache.
23.06.23 11:24 (letzte Änderung)

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