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(aktual. am 22. April 2021)

HP renewed: Aufbereitete Originalpatronen von HP ab Mai

von Ronny Budzinske

HP hat seine Klimaziele für die kommenden beiden Dekaden veröffentlicht. Bis 2030 will man CO2-Neutral sein, bis 2040 vollkommen ohne Treibhausgase auskommen. Überraschend sollen nun auch Tintenpatronen aufbereitet und über Instant-Ink in den Umlauf gebracht werden.

Der amerikanische Druckerriese HP gibt sich gern als besonders umweltfreundlich. In der Tat hat man in der Vergangenheit recht viel Aufwand in die Verwendung von recycelten Materialien für die Produktion von Computern, Druckern und Verbrauchsmaterialien und auch deren Verpackungen gesteckt.

Im gerade erschienenen Klimabericht hat HP seine Ziele nochmals etwas weitergehend definiiert.

Ausgewählte Ziele (laut HP)

  • Netto-Null-Treibhausgasemissionen in der gesamten Wertschöpfungskette bis 2040, Reduzierung um 50% bis 2030
  • Erreichen von CO2-Neutralität und Nullabfall im HP-Betrieb bis 2025
  • Verwendung von 75% wiederverwendeten Materialien für Produkte und Verpackungen bis 2030

Recycling von Tintenpatronen

In Deutschland wird sogar eine Anlage für das Recycling von Tintenpatronen im Rahmen des "Planet Partners"-Programms betrieben. Für Teile des europäischen Marktes wird diese im Auftrag von der bayrischen Firma PDR betrieben. Druckerchannel hat sich den Prozess in 2019 nach Einladung von HP vor Ort angesehen.

Widersprüche

Sicher kann man auch einige Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Vorgehens haben. So werden bislang zwar fleißig Tintenkartuschen - oft mit integriertem Druckkopf - eingesammelt, dann aber "nur" auseinandergenommen und in ihre Bestandteile zerlegt. So werden aus Kunststoffteilen in weiteren Prozessen neue Gerätegehäuse gebaut. Bis 2030 möchte man so bis zu 75 Prozent wiederverwendete Materialien und entsprechend nur noch ein Viertel "neue" Rohstoffe verwenden.

Kleine Patronen vs. Tintenflaschen

Fraglich ist auch, dass HP (wie auch Brother, Canon und Epson) Tintenpatronen zum Teil mit winzigen Füllmengen ausliefert. So beinhaltet eine HP 304 Farbpatrone mit integriertem Druckkopf und recht voluminösem Gehäuse lediglich zwei Milliliter an nutzbarer Tinte - verteilt auf drei Kammern. Das dies auch anders geht, zeigen Tintentankdrucker, wie diese mit der Smart-Tank-Serie auch von HP im Angebot sind. Deutlich mehr Modelle bieten jedoch die japanischen Konkurrenten Epson (Ecotank) und Canon (Megatank). Tinte gibt es dann in einfachen Flaschen mit eine Füllmenge von rund 70 ml.

Drittanbietern den Markt abgrasen

Einen negativen Effekt hat das Einsammelprogramm auch für Drittanbieter. Insbesondere Kartuschen mit integriertem Druckkopf lassen sich patentrechtlich zumeist nicht nachbauen. Die Lösung ist dann: Originalkartuschen einsammeln, reinigen, neu befüllen und dann etwas günstiger auf den Markt bringen. Diese Vorgehensweise verspricht einen besseren ökologischen Fußabdruck.

Ein geringeres Angebot von "verbrauchten" Originalpatronen und zeitgleich günstige Patronen mit wenig Inhalt lassen dieses Geschäftsmodell unattraktiver werden. Zudem lässt sich der Tintenstand ohne Hilfsmittel oft nicht zurücksetzen - die eigentlich volle Patrone scheint dann als "leer". Verwendete Zusatzchips von Drittanbietern, die das korrigieren sollen, werden dagegen fortlaufend durch Updates der Firmware im Rahmen der "dynamischen Sicherheit" quasi ausgeschaltet. Diese Kartusche lassen sich dann ohne Firmware-Downgrade nicht mehr verwenden.

Um einer Regulierung durch die europäische Kommission zuvor zu kommen, hat HP mit seinen Mitbewerbern und Anbietern zur Aufbereitung derzeit eine "Freiwillige Vereinbarung" eingereicht. Die Originalhersteller würden sich dann dazu verpflichten, das Aufbereiten von genutzten Tonern oder Tinten weniger zu behindern. Der Ausgang der Initiative ist noch offen. Die Kommision ist derzeit in der Entscheidungsfindung. Explizit geht es dabei aber nicht um Nachbauten oder gar Plagiate von Kartuschen.


Aufbereiten statt Wiederverwerten bei Brother

Dass es auch anders geht, zeigt der Wettbewerber Brother. Dieser lässt unter anderem im slowakischen "Krupina" aufgebrauchte Tonerkartuschen reinigen, verbrauchte Teile austauschen und dann wieder in den Verkehr bringen.

Druckerchannel hat sich die Instandsetzung im Jahr 2016 angesehen. Eine Kennzeichnung, ob man im Handel eine "neu" produzierte oder eine aufbereitete Kartusche erhält, gibt es nicht. Brother sieht diese als gleichwertig an - sehr löblich.

Den letzten Zahlen aus 2015 nach, wurden in Deutschland 2,6 Millionen Brother-Tonerkartuschen verkauft und in diesem Werk rund 450.000 Kartuschen aufbereitet - für den europäischen Markt.


Aufbereitung ab Mai auch bei HP

Fast schon unterschwellig hat HP im aktuellen Klimabericht angekündigt, bereits ab Mai 2021 aufbereitete Tintenpatronen anzubieten. Ein entsprechendes Pilotprojekt soll ausgerechnet in Deutschland starten.

Demnach soll es vorerst für Kunden des "Instant Ink"-Tintenabos eine Optionsmöglichkeit dazu geben. Nach einem aktiven Einverständnis (Opt-In) sollen anstatt neuer Kartuschen dann auch aufbereitete HP-Patronen den Weg zum Kunden finden. Qualitativ sollen diese der Erstbefüllung in Nichts nachstehen.

Für welche Druckermodelle das genau angeboten wird, ist noch unklar. Über eine spezielle Kennzeichnung gibt es ebenso wenig Informationen. Fraglich ist auch, ob alle Kunden von der Möglichkeit Gebrauch machen können und welchen Anteil diese Kartuschen ausmachen werden.

Bislang war HP stets der Meinung, dass der Prozess der Wiederverwertung der Einzelteile der bessere Weg ist. Insbesondere aufgrund des nicht klar definierten Zustands der eingesendeten Originalkartuschen ist dies auch nicht ganz unverständlich. Die empfindlichen Druckdüsen an einigen Kartuschen kommen in der Regel auch ohne Schutzfolie im Werk an. Generell ist unklar, ob so ein Druckkopf überhaupt noch funktionsfähig ist.

So ist es vorstellbar, dass beispielsweise zunächst nur unversehrte aber abgelaufene Tintenpatronen aufbereitet werden. Auch diese landen (neben einzelnen Einsendungen von Privatkunden) in der Recycling-Anlage.

Aktualisiert, 22. April 2021

Die Möglichkeit aufbereitete Kartuschen ("HP renewed") zu verwenden, wird voerst nur pilotiert. Dazu werden ausgewählte Kunden mit einem Officejet-Drucker explizit von HP eingeladen. Kurzfristig ist die Option nicht für Jedermann aktivierbar.

HP-Klimabericht 04/2021

Eurovaprint "Freiwillige Vereinbarung"

PDR Recyclinganlage für Tintenpatronen

Brother-Instandsetzung in Krupina

22.04.21 15:49 (letzte Änderung)

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