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HP Instant Ink vs. Epson Readyprint Flex (1): Tintenabos für Wenigdrucker müssen nichts kosten

von Ronny Budzinske

Wer nicht viel druckt und wenig Geld für einen Drucker ausgeben möchte, hat normalerweise mit hohen Folgekosten für besonders kleine Farbkartuschen zu kämpfen. Tinten-Abos, die es von HP und von Epson gibt, können beides kombinieren und bieten verlässliche Seitenpreise. Zeit für einen Vergleich.

HP hat es mit dem ersten Tintenabo vor gut 5 Jahren vorgemacht: Statt für Tintenpatronen bezahlt man bei "Instant Ink" ausschließlich für die gedruckten Seiten, nicht für die dafür verbrauchte Tinte. Lange Zeit blieb der Drucker-Marktführer HP im Markt alleine mit diesem Abo-Modell. Mittlerweile hat HP mehr als 5 Millionen Kunden. Nun hat Epson, die bereits knapp zuvor das Konzept des Tintentankdruckers (Ecotank) propagiert haben, mit "ReadyPrint Flex" nachgezogen.

Tintenabos

Buchbar sind monatliche Pakete ab 15 Seiten zu fixen Preisen. Wer temporär etwas mehr druckt, zahlt etwas drauf. Dabei ist es egal, wie viel Tinte auf der Seite landet, also ob nur eine Textseite oder vollflächige Fotos gedruckt werden - der Preis je gedruckter Seite ist immer derselbe. Gleiches gilt für Kopien oder ausgedruckte Faxe. Gemein haben beide Abos, dass der Kunde den Drucker selbst kaufen muss.

Wer im Schnitt nicht mehr als 50 Seiten monatlich druckt, kommt im Abo nach drei Jahren Nutzung auf Kosten von rund 100 Euro. Bei einfachen Druckern fallen im Vergleich schnell die 2- bis 3fachen Kosten an. Nicht einberechnet ist dann jedoch der zusätzliche Verbrauch an Tinte beim Reinigen oder deutlich höhere Kosten beim Druck von Fotos.

Markant günstiger sind Tintentankdrucker, die kosten aber im Einstand oft das Fünffache eines "normalen" Druckers mit Patronen. Wem auch der S/W-Druck reicht, der kann auch mit einem kleinen Laserdrucker mit großem Startertoner zu moderaten Preisen drucken.

Alternative: Tintentankdrucker S/W-Laserdrucker

Vorgestellt: HP Instant Ink

HPs "Instant Ink" (Tinte sofort) wurde im März 2015 eingeführt und bietet seit jeher konstante Abo-Kosten - bisher ohne Preiserhöhungen. Das Angebot wurde zwischenzeitlich lediglich erweitert.

Regulär gibt es Pakete für monatlich 50 Seiten (3 Euro), 100 Seiten (5 Euro), 300 Seiten (10 Euro) oder üppigen 700 Seiten (20 Euro). Seit 2016 gibt es zudem ein kostenloses Abo für immerhin 15 Seiten jeden Monat.

Ein "Instant Ink"-Abo kann bei HP für fast alle aktuellen Deskjet-, Envy-, Officejet- oder Tango-Drucker abgeschlossen werden. Wichtig ist lediglich die Verbindung des Druckers über das Netzwerk mit dem Internet. Hierüber wird mit HP-Servern kommuniziert, die gezählten Seiten übertragen und bei ausgehender Tinte automatisch neue Kartuschen in den Versand geleitet. Wie oft das passiert, kann für den Kunden aus Sicht der Kosten egal sein - abrechnet wird ausschließlich nach dem gewählten Tarif und der Anzahl der gedruckten Seiten.

Wird mal aufgrund eines Urlaubs weniger oder gar nichts gedruckt, werden die in einem Monat nicht verwendeten Seiten auf dem Folgemonat übertragen. Somit kann dann nach einer vollständigen Abstinenz bis zur doppelten Seitenzahl gedruckt werden. Wer längere Zeit wenig druckt oder eine Pause einlegen möchte, kann das Abo mit monatlicher Frist kündigen oder in einen günstigeren Tarif wechseln. Eine Ausnahme ist hier nur der Gratistarif - mehr dazu weiter unten.

Wird mehr gedruckt als vereinbart, werden für jeweils angefangene zehn zusätzliche Seiten (15 beim 100-Seiten-Paket, 20 bei den größeren Paketen) ein Aufpreis von einem Euro fällig. Wer also nur eine Seite drüber ist, der zahlt für diese einen recht hohen Preis. Alternativ kann man sogar für den aktuellen Abrechnungszeitraum rückwirkend und damit sofort in einen "höheren" Tarif wechseln und somit niedrigere Kosten je gedruckter Seite erzielen.

Gezählt wird generell jede bedruckte Seite - egal ob Text oder Foto, ob ein Punkt auf dem Papier oder eine A4-Tapete in Purpurblau. Zusätzlich bezahlt werden muss lediglich das Papier. Dazu zählt auch ein Düsentest oder eine automatische Kalibrierung. Auch Seiten mit Fehlern oder Düsenausfällen gehen somit logischerweise in die Berechnung mit ein. Eine anfallende Reinigung hat dagegen keine Auswirkung auf die Kosten. Doppelseitig bedruckte Blätter zählen entsprechend doppelt.

Spezielle Tintenpatronen

Für "Instant Ink" sind spezielle Patronen nötig. In der Regel verschickt HP einen neuen Satz nach Abschluss eines Abos. Diese enthalten in der Regel sogar etwas mehr Tinte als nachkaufbare "XL"-Kartuschen. Das Abo beginn erst, wenn die erste "Instant Ink"-Patrone eingesetzt wurde. Diese sind nur im registrierten Drucker verwendbar und nach Kündigung eines Abos automatisch unbrauchbar. Dann müssen wieder "reguläre" Patronen eingesetzt werden.

Neuerdings liefert HP mit einigen Druckern, z.B. bei der neuen Officejet-Serie "Instant Ink"-Ready Tintenpatronen aus. Diese sind schon ab Werk für das Abo verwendbar, sodass dieses nach Abschluss sofort beginnt. Das schont zwar die Umwelt, weil weniger Patronen verschickt werden müssen, somit zahlt man aber auch Abo-Kosten für die Patronen, die man mit dem Drucker gekauft hat. Es macht also Sinn, ein Abo erst knapp vor den aufgebrauchten Patronen abzuschließen.

Weiterer Nebeneffekt: ein oftmals angebotenes Gratis-Abo für zwei oder gar sechs Monate ist unter gewissen Umständen dann gar nicht "wirklich kostenlos", weil man diese Tinte ja ohnehin ohne weitere Kosten hätte verwenden können.

Gratistarif

Für alle, die besonders wenig drucken, ist der Gratis-Tarif eine interessante Sache. Die monatlichen Grundkosten belaufen sich tatsächlich auf Null Euro. Wer nicht mehr als 15 Seiten je Monat druckt, hat mit keinerlei Kosten zu rechnen, wird mal etwas mehr gedruckt, bleibt es bei den genannten Zusatzkosten von einem Euro je "angebrochener" zehn Seiten.

Die weiteren Bedingungen des Tarifs sind jedoch etwas abweichend: Zwar ist auch hier der Wechsel in ein "höherwertigeres" Paket möglich, jedoch anschließend kein Wechsel mehr in den Gratistarif zurück. Dies ist dann erst nach Kündigung von "Instant Ink" und einem später erneutem Abschluss des Abos möglich.

Ebenfalls abweichend ist, dass nicht "verbrauchte" Seiten nicht auf den nachfolgenden Monat übertragen werden können.

Im Kleingedruckten steht zudem, dass sich HP vorbehält, diesen Tarif binnen 60 Tagen nach Ankündigung einzustellen. Derzeit läuft dieser jedoch schon rund vier Jahre ohne Änderung der Konditionen.


Kompatible Drucker (Auswahl)

Erfreulich ist, dass sich das Abo für fast alle aktuellen Tintendrucker abschließen lässt. Ausgenommen sind lediglich die Pagewide-Modelle, Smart-Tanks, sämtliche A3-fähigen Drucker, die mobilen Drucker oder Drucker ohne Netzwerkfunktion. Die Skala reicht vom einfachen Deskjet 3750, bis zu den Fotodruckern der Envy Photo-Serie bis hin zum Officejet Pro 9020. Gegenüber dem Patronenkauf ist die Ersparnis bei einfachen Druckern (mit Druckkopfpatronen) fast immer gegeben. Wer fast nur einfache Dokumente druckt, kann mit einem hochwertigen Officejet auch beim Patonenkauf sparen und flexibler sein.

Der Drucker muss in jedem Fall selbst erworben werden und bekommt durch das Abo keine besondere Funktionsgarantie. Bei einem Ausfall des Druckers kann das Abo gekündigt werden oder aber auf einen anderen Drucker nahtlos übertragen werden. Das geht dann über die Hotline von HP.

Vorgestellt: Epson ReadyPrint Flex

Erst im Frühsommer 2020 ist Epson mit einem ähnlichen Angebot auf den Markt gekommen. "ReadyPrint Flex" heißt bei den Japanern das Tintenabo (übersetzt "Druckbereit") mit Abrechnung nach gedruckten Seiten. Es gibt zudem die Variante "Go", bei der nur Tintenpatronen zu regulären Preisen geliefert werden, wenn diese aufgebracht werden oder die Version "Ecotank" mit höheren Monatskosten und teilweise unbegrenzter Seitenanzahl und einem zur Leihe gestelltem Drucker samt Aktivierungsgebühr.

Das "Flex"-Modell bietet Pakete mit monatlich 30 Seiten (2 Euro), 50 Seiten (3 Euro) oder 100 Seiten (5 Euro). Die Pakete lassen sich jeweils monatlich kündigen oder auch wechseln.

Auch hier ist es egal, ob randlose Fotos oder einfache Texte gedruckt werden. Der Preis je gedruckter Seite ist jeweils identisch. Reinigungen bei verstopften Düsen haben zwar an sich keine Auswirkung auf die Kosten, jedoch werden auch fehlerhafte Seiten oder ein Düsentest zur Prüfung ganz normal berechnet - das ist aber bei HP nicht anders.

Die weiteren Konditionen sind ein klein wenig besser als bei HP. So kann man bis zu zwei (statt einem) Monate Seiten ansparen und diese dann im dritten Monat zusätzlich verbrauchen. Druckt man dennoch mehr, als das gewählte Abo zulässt, kostet jede zusätzlich gedruckte Seite immer genau zehn Cent. Man kann alternativ auch in ein "höheres" Paket wechseln.

Ein Gratistarif gibt es nicht, dafür eben das 30-Seiten-Modell für zwei Euro monatlich - mit der Möglichkeit des Seitenübertrags.

Spezielle Tintenpatronen

Wie bei HP bekommt man nach Abschluss eines Abos spezielle "ReadyPrint"-Patronen zugeschickt, die sich nur um registrierten Drucker einsetzen lassen und als "Serie 603+" bezeichnet werden. Das Abo beginnt jedoch erst, sobald die erste dieser Patronen eingesetzt wurde. Man kann und sollte also zuerst die im Lieferumfang des Druckers befindlichen Kartuschen aufbrauchen und erst dann loslegen. Ein Mischbetrieb von "normalen" und "ReadyPrint"-Patronen ist zwar möglich, jedoch ist dabei das Abo regulär aktiv. Gleichsam (wie auch bei "Instant Ink") gilt, das ein Abo nicht durch die Herausnahme oder der Tausch der Patronen beendet wird, sondern ordentlich zum monatlichen Abrechnungsende gekündigt werden muss.

Den Bedingungen von Epson nach, behält sich der Druckerhersteller vor, den Druck zu unterbinden, wenn über das Internet nach mehr als 24 Stunden kein Kontakt zum Drucker aufgebaut werden kann.


kompatible Drucker (Stand August 2020)

Wie bei HP muss man sich selbst einen kompatiblen Drucker kaufen und diesen für das Abo registrieren. Zur Auswahl stehen jedoch aktuell nur sehr einfache Modelle, mit oder ohne ADF/Fax, die Patronen der Serie 603 verwenden. Allesamt recht gemächliche Drucker mit einem wischfestem Pigmentschwarz, Duplexdruck und drei Dyefarben für den Farbdruck.

Im regulären Nachkauf sind die Patronen für die gebotene Reichweite besonders teuer, so dass sich "ReadyPrint-Flex" aus Kostensicht ganz klar anbietet. Beim kleinsten Paket sind das 24 Euro pro Jahr (dann 360 Seiten) - dafür bekommt man gerade mal drei kleine Farbpatronen für 130 Seiten Reichweite.


Das Duell: Wer druckt günstiger?

Die zu erwartenden Folgekosten sind sich bei "Instant Ink" von HP oder "ReadyPrint Flex" von Epson recht ähnlich. In erster Linie kann man die Wahl anhand des Druckers festmachen, welchen man wünscht. Erstklassigen Fotodruck bieten weder die zur Wahl stehenden Modelle von Epson, noch die von HP an. Wer jedoch bereits eine geschlossene Papierkassette oder einen Duplex-ADF haben möchte, muss derzeit unweigerlich zu HP greifen.

Zwar sind die Folgekosten unabhängig vom verwendeten Drucker, jedoch ist ein Gerät mit mehr Komfort im täglichen Einsatz flexibler.

Für den Vergleich haben wir uns auf die Abo-Pakete bis zu 50 Seiten monatlich konzentriert. Das sind im Jahr immerhin 600 Seiten - das sollte ein großer Teil der Druckerkäufer in der Regel kaum übertreffen. Bei einem höheren Druckaufkommen ist man zudem mit einem Tintentankdrucker nicht selten günstiger.

HP-Gratispaket bis 45 Seiten im Monat unschlagbar

Wenn man von einem monatlich ausgewogenen Druckvolumen von höchstens 45 Seiten ausgeht, landet man erstaunlicherweise durchgehend mit dem Gratis-Abo von HP bei den niedrigsten Folgekosten. Druckt man weniger, wird die Ersparnis größer, druckt man mehr, zahlt man jedoch kurzzeitig drauf. Selbst bei 75 Seiten hat man gerade mal einen Euro mehr bezahlt, als mit dem sonst günstigstem Paket.

Epsons 30-Seiten-Paket für 30 bis 40 Seiten günstig

Das kleinste "ReadyPrint-Flex"-Abo von Epson kostet im Monat zwei Euro und hat ein Freikontingent von 30 Seiten. Bei 30 bis 40 Seiten kann es mit HPs Gratistarif mit ähnlich niedrigen Kosten konkurrieren. Wer mehr druckt, zahlt selbst bei hohem Druckvolumen höchstens 50 Cent mehr als bei HP. Der Vorteil ist jedoch, dass man ungenutzte Seiten auf bis zu zwei Monate übertragen kann und dann ein deutlich höheres Kontingent zur Verfügung hat - ohne Aufpreis.

50-Seiten-Pakete von Epson und HP

Die Pakete für monatlich drei Euro und 50 Seiten je Monat von Epson und HP sind preislich weitgehend gleichauf. Der Vorteil von Epson ist, dass ein Mehrverbrauch zehn Cent je Seite kostet, gegenüber einem Euro für zehn Seiten - der Preisvorteil liegt damit im "Extremfall" bei 90 Cent. Dazu kann man ein nicht erschöpftes Kontingent auch im übernächsten Monat verbrauchen - bei HP "nur" im nächsten.

Bei Epson sollte man mindestens 40 Seiten im Schnitt drucken, damit sich der Aufpreis (gegenüber dem 30er-Paket) bezahlt macht. Bei HP ist das Gratis-Modell in der Theorie bis 45 Seiten je Monat günstiger - bei Wegfall der Möglichkeit des Seitenübertrags.

Größere Pakete

Hier nicht näher betrachtet sind Pakete mit größeren Seitenkontingenten. Die nächste Stufe bei Epson oder HP beträgt monatlich 100 Seiten für dann rund fünf Euro. Dieses lohnt sich erst, wenn das durchschnittliche Druckaufkommen mehr als 75 Seiten beträgt - da sind immerhin 900 Seiten pro Jahr.

Abo-Kosten nach Anzahl der gedruckten Seiten (jeweils pro Monat)
HP Instant Ink
15-Seiten-Tarif
Epson Readyprint Flex
30-Seiten-Tarif
Epson Readyprint Flex
50-Seiten-Tarif
HP Instant Ink
50-Seiten-Tarif
Tarifinformationen (monatlich)
Grundgebührkostenlosrund 2 €rund 3 €rund 3 €
Enthaltene Druckseiten15 Seiten30 Seiten50 Seiten50 Seiten
Aufpreis für weitere Seiten1 € / 10 Seiten10 Ct / Seite1 € / 10 Seiten
Übertragen von ungenutzten Seitennicht möglichzwei Monate
(90 Seiten)
zwei Monate
(150 Seiten)
ein Monat
(100 Seiten)
Beispielrechnung (jeweils niedrigste Kosten sind fett markiert)
nach 5 Seitenkostenlos2,00 €3,00 €3,00 €
nach 10 Seitenkostenlos2,00 €3,00 €3,00 €
nach 15 Seitenkostenlos2,00 €3,00 €3,00 €
nach 20 Seiten1,00 €2,00 €3,00 €3,00 €
nach 25 Seiten1,00 €2,00 €3,00 €3,00 €
nach 30 Seiten2,00 €2,00 €3,00 €3,00 €
nach 35 Seiten2,00 €2,50 €3,00 €3,00 €
nach 40 Seiten3,00 €3,00 €3,00 €3,00 €
nach 45 Seiten3,00 €3,50 €3,00 €3,00 €
nach 50 Seiten4,00 €4,00 €3,00 €3,00 €
nach 55 Seiten4,00 €4,50 €3,50 €4,00 €
nach 60 Seiten5,00 €5,00 €4,00 €4,00 €
nach 65 Seiten5,00 €5,50 €4,50 €5,00 €
nach 75 Seiten6,00 €6,00 €5,00 €5,00 €
© Druckerchannel (DC)

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25.08.20 09:33 (letzte Änderung)

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