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News: Epson Ecotank L355 und L555: Nachfüllbare Epson-Drucker ab Oktober in Deutschland

Epson bietet nun auch in Westeuropa Drucker mit kontinuierlicher Tintenzufuhr über externe Behälter an (CISS). Günstige Tintenpreise von rund zehn Euro für Originaltinte mit bis zu 6.500 Seiten Reichweite stehen hohe Anschaffungskosten für die einfach ausgestatteten Geräte gegenüber.

Bis zu 4.000 Seiten in Schwarz und 6.500 Seiten je Farbe bei einem Kartuschenpreis von jeweils lediglich rund zehn Euro: Das verspricht Epson demnächst mit zwei Tintendrucker einer neu geschaffenen Druckerserie. Sowohl der Ecotank L355 als auch der L555 sollen genau das bieten. Der Clou: Die Farbtanks befinden sich sind außerhalb des Gerätes und lassen sich ohne großen Aufwand mittels Tinte aus Flaschen befüllen. Solche Drucker mit kontinuierlicher Zuführungen (CISS, "Continuous Ink Supply System") sind in Deutschland bis dato nur von Drittanbietern umgebaut oder durch Bausätze erhältlich.

Zwar sind Vorgängermodelle schon seit gut vier Jahren dem DC-Forum bekannt, jedoch waren diese vor allem in Ländern mit vergleichsweise geringem Haushaltseinkommen, wie in Südostasien oder Südamerika, und damit oft hoher Nachfüllquote vorbehalten. Originalhersteller haben in diesen Regionen große Probleme, mit Verbrauchsmaterialien Geld zu verdienen. Epson geht hier einen, auf den ersten Blick, recht riskanten und unkonventionellen Weg: Hochpreisige Drucker (ab 300 Euro) mit einfacher Ausstattung, die sich mit günstiger Originaltinte befüllen lassen.

Befüllung

In den zehn Euro teuren Fläschchen sind 70 Milliliter Epson-Farbstofftinte enthalten. Es gibt keinen Chip, jedoch einen Sicherheits-Code, der auf jede Flasche aufgedruckt ist. Dieser ist jedoch für die vorgestellten Drucker nicht relevant. Folglich gibt es keinerlei Sicherung gegen die Verwendung fremder Tinte.

Wann der richtige Zeitpunkt für eine Neubefüllung ist, muss der Benutzer selbst feststellen. Die außen angebrachten Tintentanks sind dazu durchscheinend und lassen den ungefähren Tintenstand erkennen. Der Drucker selbst hat keine Sensoren zur Erkennung eines leeren Tintenbehälters und wird auch ohne Flüssigkeit weiterdrucken.

Konzeptdrucker EC-O1 (2008)

Bereits 2008 stellte Epson ein ähnliches Konzept mit dem Epson EC-O1 vor. Dabei war der recycelbare und 350 Euro teure Drucker jedoch mit fest verbauten und nicht wechselbaren 8.000-Seiten-Tintentanks ausgestattet. Für neue Tinte musste der Drucker eingeschickt werden und wurde wieder aufbereitet. Das Konzept hatte jedoch keinen Erfolg und wurde vor wenigen Jahren endgültig eingemottet.

Nachdem die L-Serie bereits seit dem Frühjahr 2013 in Osteuropa samt dem nahe gelegenen Polen und Tschechien eingeführt wurde, haben immer mehr Drucker den Weg nach Deutschland gefunden. Zeitgleich hat Epson offenbar einen Testlauf in Irland gestartet, der wohl so erfolgreich ausgefallen ist, dass die Japaner das System nun auch im restlichen (West-) Europa unter der Marke "Ecotank" anbieten werden.

Die Drucker

Abgesehen von einem seitlich angebrachten Kasten für die Tinte kommen einem die beiden "Neulinge" recht bekannt vor. Hinter dem Ecotank L355 steckt der einfache Expression Home XP-205 während der L555 mit Fax und ADF seine Basis mit dem Workforce WF-2530WF teilt. Somit wird dem Druckerkundigen klar, dass es sich um einfache Geräte handelt, die in ihrer konventionellen Version im Handel für unter 100 Euro zu haben sind.

Beide Drucker kommen auf 9 ISO-Seiten je Minute (ipm) beim Textdruck und ebenfalls nicht gerade üppigen 4,5 ipm beim kombinierten Farbdruck auf Normalpapier. Papier lässt sich nur von oben zuführen. Eine Duplexeinheit oder ein Farbbildschirm für eine einfachere Bedienung gibt es nicht. Gegenüber dem XP-205 ist dies immerhin beim Tempo ein kleiner Fortschritt. Gestrichen hat Epson jedoch den Randlosdruck und die bisher eingesetzte Pigmenttinte (beim Expression Home nur Schwarz). Neben der obligatorischen USB-Anbindung gibt es immerhin eine Integration ins drahtlose Netzwerk (Wlan).

Mit 300 Euro beim L355 respektive rund 400 Euro für den L555 mit Fax wird fast der vierfache Preis wie beim vergleichbaren Gerät (mit normalen Tintentanks) fällig - dafür ist die Tinte trotz rund zehnfach höherer Reichweite sogar günstiger im Nachkauf.

Die Tinten und Folgekosten

Geliefert werden die CISS-Drucker mit vier vollen 70-Milliliter-Flaschen, die Epson so auch zum Nachkauf anbietet. In den Flaschen befindet sich billige Dye-Tinte - auch bei der Schwarztinte hat Epson auf Pigmenttinte verzichtet, obwohl Texte mit Dye-Tinte stark verschwommen erscheinen, weil sie in die Papierfasern verläuft. Die Tintenmenge soll für rund 4.000 Seiten Schwarz und 6.500 Seiten Farbe (Cyan, Magenta, Gelb gemittelt) reichen. Selbst aktuelle High-End-Bürodrucker von Epson, wie der WF-5620DWF erreichen dies (in Farbe) nicht. Erst der HP Officejet Pro X576dw mit Zeilendruckkopf oder die Workforce Pro WF-8000er-Serie (A3) hat mehr Ausdauer.

Die Folgekosten entstehen bei der Ecotank-Serie erst beim Nachkauf der Tintenbehälter, was nach ISO-Norm demnach erst nach mehr als 4.000 Seiten zutrifft. Selbst bei hohem Tintenschwund durch Reinigung oder Druckerwartung werden diese deutlich günstiger ausfallen als bei anderen gängigen Drucksystemen mit Originalverbrauchsmaterial.

Interessant zu wissen ist, wie lange der fest integrierte Resttintenfließ hält. Epson macht hierzu keine Angaben. Ein eigenständiger Wechsel, wie bei vielen Workforce-Modellen, lässt Epson nicht zu.

Druckkostenanalyse 09/2017*1
Seitenpreis mit
'ISO-Farbdokument'*2 (20.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument'*3 (20.000 Seiten)
   
Epson Ecotank L355 und L555
 
 
0,5 ct
 
 
0,2 ct
Epson B-510DN
 
 
3,7 ct
 
 
0,9 ct
Epson Workforce Pro WF-5620DWF
 
 
5,6 ct
 
 
1,3 ct
HP Officejet Pro X576dw
 
 
6,4 ct
 
 
1,2 ct
Epson Workforce WF-2530WF (L555)
 
 
15,6 ct
 
 
4,4 ct
Epson Expression Home XP-205 (L355)
 
16,0 ct
 
4,7 ct
Epson EC-O1 (inkl. Pfand)
© Druckerchannel (DC)

Meine Meinung

Das Konzept der L-Serie von Epson kam in Deutschland unerwartet. Es bedarf ohne Zweifel auch Mut, diese Mengen an Originaltinten zu einem geringen Preis anzubieten. Schließlich besteht auch die Gefahr, dass Benutzer von anderen Epson-Druckern anstatt Originaltinte in kleinen Kartuschen nun doch zur Nadel greifen und die günstige Flaschentinte zweckentfremden. Die hohe Füllmenge von 70 Milliliter dürfte den meisten Druckerbesitzern für lange Zeit reichen und somit nur wenig Umsatz für Epson generieren. Die Gewinne durch höhere Hardwarepreise würden dabei wegfallen.

Aber bei der Tinte liegt auch das Problem der L-Serie: Statt auf hochwertige "Durabrite" Pigmenttinte setzt Epson auf deutlich billigere Dye-Tinte (Farben und Schwarz). Und neben der Zuverlässigkeit sind es die oftmals nicht erreichten Eigenschaften der weitgehend schmier-, wisch- und markerfesten Tinte, die einen zur Originaltinte greifen lässt. Wenn dieser Pluspunkt wegfällt, ist es fraglich, ob man auf dieses System setzen möchte. Insbesondere auch deswegen, weil die vorgestellten Drucker nur eine unterdurchschnittliche Ausstattung samt Drucktempo bieten, was bei einem hohen Druckvolumen nochmals mehr ins Gewicht fällt. Das hohe Druckvolumen passt mit der kleinen Papierzuführung nicht so recht zusammen. Für geringe oder normale Druckaufkommen lohnt sich das System ohnehin nicht.

Ergo: Wer außerordentlich viel druckt, wird sich sein Büro-Tintendrucker ohnehin selbst auf ein CISS umrüsten und hochwertige Pigmenttinte verwenden. Mit einem WF-5620DWF als Grundlage erhält man zudem ein deutlich schnelleres Druckwerk samt vollem Funktionsumfang ohne Einschränkungen. Für den massenhaften Druck von Fotos auf Glanzpapier sind die eher etwas groß geratenen Drei-Pikoliter-Tintentropfen weniger das Problem als die Tatsache, dass man sich mit einem drei-Millimeter-Rand an allen Seiten begnügen muss. Randlose Fotos fallen bei den beiden Ecotanks also auch flach. Andererseits ist es verständlich, dass Epson an den Geräten selbst auf möglichst viele kostspielige Funktionen verzichtet hat, um überhaupt einen Gewinn zu erzielen - beim Nachkauf der Tinte ist hier nicht mehr viel zu holen.

Es bleibt ein interessantes Konzept, jedoch erscheinen mir die tatsächlichen Einsatzmöglichkeiten stark beschränkt. Es bleibt auch die Frage zu klären, ob man soviel Geld für ein derart einfaches Gerät in die Hand nehmen möchte. Selbst nach dem Zeitraum der verlängerten Garantie (nächster Abschnitt) wird für viele Druckerbenutzer der "break-even" (Gewinnschwelle) kaum erreichen sein.

Verfügbarkeit und Garantie

Beide Ecotank-Drucker sollen ab Oktober 2014 erhältlich sein. Der einfache L355 wird für rund 300 Euro erhältlich sein, während der L555 mit Fax und ADF nochmals 100 Euro teurer ausfallen wird. Die zwölfmonatige Garantie kann in der Anfangsphase nach Registrierung kostenlos auf insgesamt 24 Monate erweitert werden.

Während Epson in anderen Regionen bereits A3-Geräte, S/W-Geräte, reine Drucker und sogar Sechsfarb-Fotodrucker anbietet wird es hierzulande vorerst bei den beiden Modellen bleiben.

Update (25.09.2014)

Früheren Angaben zufolge sollte der L355 für rund 250 Euro (statt korrekterweise 300) und der L555 für 350 Euro (statt 400) erhältlich sein. Alle Preise im Artikel wurden angepasst.

*1
Diese Tabelle wird automatisch aktualisiert.

Preise

Alle Preise sind Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).

Kosten & Starterreichweite

In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.

*2
ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): A4-Farbdokument (fünfseitig) auf Normalpapier in Standardqualität.
*3
Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712 (nur SW)): Mit diesem fünfseitigen Dokument sind Tintendrucker und Farblaser getestet.
25.09.14 17:10 (letzte Änderung)
Technische Daten

37 Wertungen

 
1
Alle Angaben ohne Gewähr. Die gelisteten Angebote sind keine verbindlichen Werbeaussagen der Anbieter! Preise in Euro inkl. Mehrwertsteuer zzgl. Verpackungs- und Versandkosten. Bitte beachten Sie die Lieferbedingungen und Versandspesen bei Online-Bestellungen. Weiß hinterlegte Preise gelten für ein baugleiches Modell.
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