1. DC
  2. Tests & Artikel
  3. News
  4. Windows Legacy Treiber v3/v4

Windows Legacy Treiber v3/v4: Windows-Update nimmt keine neuen Druckertreiber mehr auf

von Ronny Budzinske

Microsoft hat die nächste Stufe beim Schwenk auf Mopria/IPP gezündet. Neue Hersteller-Druckertreiber können nicht mehr auf Windows-Update hinterlegt werden. Vorerst gibt es jedoch kaum Auswirkungen. Erst ab Juli 2026 wird Mopria bevorzugt. Treiber aus Installationspaketen direkt vom Hersteller sollen darüber hinaus auch möglich bleiben.

Anzeige

Bei der Integration von Druckern unter Windows wird sich in nächster Zeit einiges ändern. Dass etwas passieren wird, steht schon seit über zwei Jahren fest. Auf Drängen von Microsoft sollen Treiber der Druckerhersteller ein Ende finden und durch einen einheitlichen IPP-Klassentreiber ersetzt werden. Dabei geht es wohlgemerkt in erster Linie um die Ansteuerung des Druckers selbst - weniger um die Bedienoberfläche. nive

Betroffen sind Windows 11 und Server 2025. Bei allen älteren Betriebssystem-Versionen gibt es keine Änderungen. Für Windows 10 ist ohnehin seit Oktober vergangenen Jahres die offizielle Unterstützung entfallen, Windows Server 2022 folgt bereits im Oktober 2026. Von der Nutzung dieser oder noch älterer Betriebssysteme ist, ohne zusätzlichen Servicevertrag mit Microsoft, dringend abzuraten.

Mopria als Grundlage

Als Standard hat sich Microsoft für das "Internet Printing Protokoll" (IPP) nach den Spezifikationen von Mopria festgelegt. Die herstellerübergreifende Allianz wurde 2013 durch Anbieter von Druckern und auch durch Microsoft ins Leben gerufen. Im Februar 2026 hat sich zudem auch Google angeschlossen. Den ersten Einsatzzweck fand der offene Standard bei der Nutzung auf Android-Telefonen als Alternative zu "Service Plugins", also den angepassten Druckertreibern der Hersteller.


Ähnlich wie beim älteren (aber proprietären) Airprint für Apple-Systeme tauschen Drucker und Endgerät über das IPP-Protokoll lediglich Metadaten aus und legen darüber den Funktionsumfang fest. Auch die Übertragung der eigentlichen Druckdaten ist definiert, sodass keine speziellen Treiber mehr benötigt werden. Alles läuft vereinheitlicht ab, wie vorher festgelegt.

Die überwiegende Mehrheit aller Geräte-Installationen dürfte mit Mopria keine Kompatibilitätsprobleme haben. Der Drucker-Finder listet derzeit über 1.400 Drucker und Multifunktionsgeräte auf, die sich damit verstehen. Zumeist fehlen reine USB-Drucker, die keine zusätzliche Netzwerkfunktion bieten.

Grundsätzlich lässt sich Mopria auch über USB nutzen, wenn das Protokoll unterstützt wird. Mehr dazu weiter unten in diesem Artikel.

Schikane oder sinnvoll?

Der Hintergrund für den Schwenk hin zu IPP/Mopria ist erstmal nachvollziehbar. Es geht um eine einheitliche Benutzererfahrung und in erster Linie um die Sicherheit. Insbesondere ältere Treiber nach dem v3-Standard (gibt es seit Windows 2000 oder XP) graben sich recht tief ins System ein. Selbst bei recht modernen v4-Treibern (konzipiert für Windows 8) gibt es immer wieder Sicherheitslücken, die im Problemfall von den Druckerherstellern behoben werden müssen. Das geschieht nicht immer zeitnah und bedarf nicht selten auch eines Benutzereingriffs.

Für Mopria bedarf es lediglich eines Treibers für alle kompatiblen Drucker und Multifunktionssysteme. Entsprechend muss auch nur dieser auf den neuesten Stand gebracht werden. Dieser enthält zunächst nur eine sehr rudimentäre Bedienoberfläche, die grundsätzlich für alle Drucker identisch ist. An dieser Stelle muss also zunächst keine Rücksicht auf die Hersteller genommen werden. Das beschleunigt Aktualisierungen noch weiter.

Druckunterstützungs-App (PSA)

Ohne weiteres Zutun ist der Mopria-Druckertreiber von Microsoft ziemlich nüchtern, ohne Pepp und mit nur wenig Möglichkeiten ausgestattet. Viel mehr als die Grundfunktionen, also beispielsweise die Zufuhrauswahl, den Farbmodus, die Qualität und die Qualitätsstufe gibt es nicht viel zum Schalten und Walten.

Damit sich die Druckerhersteller optisch und funktional voneinander absetzen können, bietet Microsoft die Möglichkeit für "PSA "Print Support Apps" - also zu Deutsch Druckunterstützungs-Apps. Diese werden als "UWP"-Anwendung von den Herstellern mit eigenem Branding angepasst und können eine Oberfläche bieten, wie man diese von bisherigen "klassischen" Treibern her kennt.


Ein Beispiel ist die "Universal Print"-App für die meisten HP-Drucker der Einstiegs- bis Mittelklasse. Auch Canon hat für seine Bürolaser mit dem "Print Assistant" bereits eine Lösung vorgestellt. Die Applikationen werden bei der Treiberinstallation automatisch (aus dem Windows Store) installiert und stets auf dem neuesten Stand gehalten.

Der Vorteil der PSA-Apps besteht darin, dass diese unter Windows in einer isolierten "Sandbox" laufen und selbst im Fehlerfall keine Auswirkungen auf das gesamte System haben. Ähnlich wie bei einer App auf dem Smartphone oder Tablet.

Zumeist ist die Anwendung universell programmiert, sodass die gleiche Oberfläche für Drucker verschiedener Klassen identisch ist. Durch eine bidirektionale Verbindung wird zudem ermöglicht, dass im Papierauswahlfeld (falls umgesetzt) die im Drucker eingelegten Sorten und Formate vorab gezeigt werden können. Eine vergleichbare Funktion kennt man als Nutzer von Apples Airprint schon seit längerem. Das ist übrigens auch der Grund, warum man nach dem Einlegen von Papier vom Drucker jedes Mal Auskunft geben muss, was nun im Fach liegt. 

Ein Nachteil ist allerdings, dass sich die Treiber-Bedienoberfläche in der Regel erst und auch nur dann öffnet, wenn der Kontakt zum Drucker aufgenommen wurde. Eine Installation ohne vorhandenen und verbundenen Drucker ist ebenfalls nicht mehr möglich. Bei den proprietären Treibern der Hersteller konnte man auch vor dem Kauf sehen, worauf man sich da einlässt.

"Druckunterstützungs-App" (PSA) erklärt

Was ändert sich für mich als Anwender?

Der bereits seit längerem aufgestellte Zeitplan ist nun zur Stufe zwei übergegangen. Während bereits seit 2023 feststeht, dass Druckertreiber unter Windows zukünftig auf Mopria setzen werden, folgen jetzt, 2026, erste Taten.

Ab sofort ist es Herstellern nicht mehr möglich, Treiber für neue Drucker- oder Multifunktionssysteme auf Microsoft-Servern hochzuladen, damit diese automatisch über die "Windows Update"-Funktion verteilt werden. Für bestehende Drucker können durchaus im begründeten Fall (bis Ende 2026) noch Funktionsupdates, langfristig aber nur noch Sicherheitsupdates hinterlegt werden. 

Die Verteilung von bei Microsoft gespeicherten Treibern ändert sich nicht.

Fahrplan für Druckertreiber für Windows 11 und Server 2025 (aktualisiert)
neue
OEM-Treiber
(manuelle Installation)
neue
OEM-Treiber
(über Windows Update)
Aktualisierung für OEM-Treiber
(über Windows Update)
Sicherheits-updates von OEM-Treibern
(über Windows Update)
Priorität bei der Treiberinstallation
(über Windows Update)
bis 2023möglichmöglichmöglichmöglichOEM-Treiber, dann
Klassentreiber
seit 2024möglichmöglichmöglichmöglichOEM-Treiber, dann
IPP-Class (Mopria)
seit
01/2026
möglichnicht mehr möglichEinzelfallprüfungmöglichOEM-Treiber, dann
IPP-Class (Mopria)
ab 07/2026möglichnicht mehr möglichEinzelfallprüfungmöglichIPP-Class (Mopria+PSA), dann
OEM-Treiber
ab 07/2027möglichnicht mehr möglichnur wenn sicherheitsrelevantmöglichIPP-Class (Mopria+PSA), dann
OEM-Treiber
© Druckerchannel

Diese Regelung betrifft in der Praxis also "nur" diejenigen Drucker, die über Windows automatisch mit Treibern versorgt werden. Das gilt dann, wenn man seinen Drucker an einen Computer anstöpselt, oder dieser über das Netzwerk direkt erreichbar ist. Für neue Drucker, die jetzt auf den Markt kommen, kann Windows somit auch keinen vom Hersteller programmierten Treiber mehr finden. Es wird dann automatisch versucht, auf den Mopria-Treiber (und ggf. mit der passenden PSA-App) zurückzugreifen.

Ab Juli 2026 wird Mopria bevorzugt

Ab Juli 2026 kehrt Microsoft zudem die Priorisierung um und versucht es als Erstes mit dem Mopria-Treiber und probiert es erst bei fehlender Kompatibilität mit einem vom Druckerhersteller hinterlegten Treiber. Wird auch dieser nicht gefunden, muss man sich selbst um eine Lösung kümmern. Aber auch das war schon bislang so und sollte eher die Ausnahme bleiben. Auch für viele Uralt-Drucker sind und bleiben (zunächst) einfache Treiber auf Abruf bereit.


Was ist mit meinem Spezialdrucker? Was ist mit USB?

Wie bereits erwähnt sind die meisten aktuellen und älteren Drucker der letzten Jahre mit Mopria kompatibel. Der Funktionsumfang einiger spezieller Drucker für professionelle Fotos oder auch für die Produktion lässt sich unter Umständen auch über das flexible Mopria-Protokoll nicht umsetzen. In diesem Fall lassen sich alternativ oder zusätzlich auch weiterhin speziell angepasste Treiber verwenden.

Die Begrifflichkeit "IPP" impliziert, dass es sich um ein reines Netzwerkprotokoll für den Anschluss über WLAN oder Ethernet handelt. Aber an dieser Stelle kann man Entwarnung geben: Auch im USB-Modus lässt sich der Standard über IPP-over-USB nutzen. Umgesetzt ist das aber zumeist nur bei den Druckern, die von Werk aus mit einer Netzwerkschnittstelle ausgestattet sind.


Ausnahmen

Da Mopria anfangs für den Druck von mobilen Endgeräten über WLAN konzipiert war, unterstützen reine USB-Drucker das Protokoll zumeist nicht. Leider gibt es aber auch 2026 immer wieder Ausnahmen von Druckern, die trotz Netzwerkfähigkeit kein Mopria verstehen. In erster Linie sind hier die Einstiegs-Ecotank-Modelle von Epson zu erwähnen. Sowohl der ET-1810, die ET-2810-Serie sowie dessen baugleichen Nachfolger der ET-2860-Serie unterstützen den Standard (warum auch immer) nicht. Bei der automatischen Installation über Windows gehen aber auch diese Drucker durch die bereits hinterlegten Epson-Treiber nicht leer aus. Dennoch hat Druckerchannel schon länger von den günstigsten Epson-Tankern abgeraten. Deren Mopria-fähigen Nachfolger stehen übrigens schon in den Startlöchern.

Weitere Ausnahmen sind bei einfachen Druckern, bei denen möglichst alles automatisch eingerichtet werden soll, eher selten. Zu nennen sind hier noch die 2022 vorgestellten Billig-Laser von Kyocera, die mittlerweile aber auch wieder vom Markt verschwunden sind.

Installationspakete der Hersteller bleiben möglich - auch mit v3-Treibern

Was in jedem Fall jetzt und in der Zukunft möglich bleiben soll (!), ist die Installation von Druckern über Treiberpakete, die die Hersteller selbst zur Verfügung stellen. Insbesondere für die meisten Tintendrucker dürfte das ohnehin der Standardfall sein. Geht man streng nach Anleitung vor, wird man "idealerweise" zunächst auf die Online-Einrichtung verlinkt. An dieser Stelle bekommt dann auch den oder die Treiber installiert, die der Hersteller für richtig hält. Das kann der IPP-Klassentreiber, aber auch ein "moderner" (eigener) v4-Treiber oder sogar ein vom Treibermodell eher betagter Typ-v3-Treiber sein. Microsoft stellt beides zunächst nicht ein.


Druckereinrichtung durch Herstellerpakete (Auswahl)

Über diesen Weg installierte Treiber erhalten dann jedoch unter Umständen zukünftig keine Sicherheitsaktualisierungen direkt vom Windows-System mehr. Die meisten Hersteller installieren jedoch zusätzlich ein Update-Programm, welches diese Aufgabe getaktet im Hintergrund erledigt.

Für professionelle auf Laser- oder LED- basierende Drucker oder auch Bürotintendrucker gilt das Gleiche. Manuell (z. B. durch den Administrator) können weiterhin PCL-, Postscript- oder andere Spezial- oder Universaltreiber installiert werden.

Man kann oder muss wohl davon ausgehen, dass Microsoft auf lange Sicht zunächst die betagten v3-Treiber und später sicherlich auch angepasste v4-Druckertreiber unterbinden wird. Es gibt dafür aktuell jedoch weder einen Zeitplan noch eine Ankündigung. Im ersten Schritt wird man ohnehin abwarten müssen, bis alle Druckerhersteller angepasste PSA-Oberflächen anbieten. Vermutlich wird das bald ganz flink gehen.

Treibertyp unter Windows ermitteln

In der Windows-Druckerverwaltung (sollte bei Windows 11 Pro standardmäßig installiert sein) kann man prüfen, auf welchen Typ die installierten Druckertreiber laufen.

Um da hinzugelangen, drückt man zunächst WIN+R und startet von dort aus printmanagement.msc. Auf der linken Seite wählt man in der Baumstruktur Alle Drucker aus und bekommt den Treibertyp dann in der letzten Spalte angezeigt.

In diesem Beispiel basieren die installierten Epson-Drucker allesamt auf dem betagten v3-Treibermodell. Der IPP/Mopria-Klassentreiber von Microsoft basiert auf dem moderneren und schlankeren v4-Standard. Eine v5 wird wohl so schnell nicht kommen.

Dieser Artikel wurde ohne generative KI erstellt.
11.02.26 11:37 (letzte Änderung)

1 Wertungen

 
1

Offenlegung - Provisionslinks

Wir erhalten bei einer Vermittlung zum Kauf oder direkt beim Klick eine Provision vom Anbieter.

Alle Preise enthalten die derzeit gültige MwSt. und verstehen sich zzgl. Versandkosten. Der Preis sowie die Verfügbarkeit können sich mittlerweile geändert haben. Weiß hinterlegte Preise gelten für ein baugleiches Gerät. Alle Angaben ohne Gewähr.

Forum Aktuell
21:12
20:34
18:20
18:17
17:54
14:25
Artikel
11.02. Windows Legacy Treiber v3/v4: Windows-​Update nimmt keine neuen Druckertreiber mehr auf
10.02. Mutoh-​Übernahme: Brother will unbedingt ins Großformat
06.02. 90 Jahre Ricoh: Jubiläum des Spezialisten für Kameras und Büromaschinen
05.02. Single-​Use printer cartridge ban: Los Angeles will Einweg-​Fremdpatronen für Drucker verbieten
26.01. Druckerauslieferungen IDC Q3/2025: Epson übernimmt von HP die Marktführerschaft bei Tintendruckern
23.01. Epson L5390, L3360, L3350, L3310 und L1350: Zeigen sich hier die neuen Einstiegs-​Ecotanks?
20.01. Brother ADS-​4550W: Dokumentenscanner mit Verpackungs-​Update
16.01. Epson "ReadyPrint MAX" mit Ecotank ET-​4950U: Selbst kaufen oder besser im Vollservice-​Abo?
13.01. Epson Expression Photo XP-​980: Multifunktions-​Fotodrucker mit A3-​Bypass
08.01. HP für Microsoft 365 Copilot: Umfassende KI-​Erweiterung für professionelle HP-​Multifunktionsdrucker
06.01. Canon Imageformula DR-​C350 und DR-​C340: Solide Dokumentenscanner-​Kompaktklasse
05.01. HP Smart Tank Cashback 2026: 20, 30 oder 50 Euro zurück für den Kauf eines HP Smart Tank
Themen des Tages
Beliebte Drucker
Neu   Pantum BM4309ADW

S/W-Multifunktionsdrucker (Laser/LED)

ab 377,67 €1 Epson Ecotank ET-4950

Multifunktionsdrucker (Tinte)

ab 883,90 €1 Epson Ecotank ET-5850

Multifunktionsdrucker (Pigmenttinte)

ab 148,99 €1 Canon Maxify MB5150

Multifunktionsdrucker (Pigmenttinte)

ab 279,00 €1 Canon Maxify GX4050

Multifunktionsdrucker (Pigmenttinte)

ab 583,10 €1 Canon Maxify GX7050

Multifunktionsdrucker (Pigmenttinte)

ab 349,98 €1 Epson Ecotank ET-3950

Multifunktionsdrucker (Tinte)

ab 253,94 €1 Brother DCP-T780DW

Multifunktionsdrucker (Tinte)

ab 128,56 €1 Epson Expression Premium XP-7100

Multifunktionsdrucker (Tinte)

ab 359,99 €1 HP Color Laserjet Pro MFP 3302fdwg

Multifunktionsdrucker (Laser/LED)

Merkliste

×
Drucker vergleichen