Canon Imageformula DR-C350 und DR-C340: Solide Dokumentenscanner-Kompaktklasse
Mit einer stetig voranschreitenden Digitalisierung steigt die Nachfrage nach Dokumentenscannern stark an. Insbesondere im professionellen Einsatz wurden in letzter Zeit wurden von vielen Anbietern Arbeitsplatzlösungen vorgestellt, die leistungsfähige Spezifikationen bei zugleich niedrigem Platzbedarf bieten.
Zu nennen sind hier Modelle wie der HP Scanjet Pro 4200 s1, der Epson DS-C490 oder der Platzhirsch fi-800R von Ricoh. Allesamt punkten diese mit einer besonders platzsparenden Originalausgabe, die nach oben oder hinten gelenkt wird. Ganz so kompakt klappt das bei den nun vorgestellten Canons nicht - dafür gibt es eine deutlich höhere Ladekapazität. Die leistungsfähigen Ultrakompakt-Versionen bleiben bei Canon weiterhin der flache Imageformula DR-M140II mit seinem Fronteinzug oder der "Hochstapler" DR-C225II.
Canon Imageformula DR-C350 und DR-C340
Auch wenn das grundlegende Design des neuen Imageformula DR-C350 (Eigenschreibweise von Canon "imageFORMULA") den eines herkömmlichen Dokumentenscanners entspricht, so ist dieser mit einer Breite von 28,3 cm und einer Tiefe und Höhe im zusammengeschobenen Zustand (mit abgesteckter Papiereingabe) von jeweils rund 22 Zentimetern erstaunlich kompakt. Das vollständige Einklappen bei Nichtbenutzung ist leider nicht vorgesehen - das würde dann auch vor Staub schützen.
Weniger klein fällt die üppige Preisempfehlung von 740 Euro mit Steuern und Abgaben aus. Der tatsächliche Marktpreis dürfte dagegen schnell weitaus niedriger ausfallen. Das 50-ppm-Modell ergänzt übrigens das bestehende Portfolio und damit auch den DR-C240 nach "oben".
Deutlich günstiger ist dagegen der technisch weitgehend identische, aber nicht ganz so schnelle Imageformula DR-C340, der sich von den Leistungsdaten her für rund 600 Euro oberhalb des DR-C230 platzieren wird.
Die Mechanik samt Spezifikationen fürs Papier beider Modelle ist dagegen identisch. Canon gibt eine maximale Einlesegeschwindigkeit von 50 ppm in Simplex und entsprechend 100 ipm im Duplex-Betrieb dank zweiter Scanzeile beim DR-C350 an. Diese Werte gelten für den Farbscan jedoch nur bis 200 dpi. Bei der gängigen Standardauflösung von 300 dpi in Farbe sind dagegen "nur" 40 ppm oder 80 ipm möglich. Das sind zugleich die durchgehenden Spezifikationen des auch im S/W-Scan langsameren DR-C340. Aus seinen 40 ppm in Simplex werden dann 80 ipm in Duplex.
Beim Scan in höherer Auflösung (bis zu 600 dpi) reduziert sich das Einlesetempo nochmals deutlich - das ist herstellerübergreifend jedoch auch üblich. Genauere Angaben macht Canon dazu jedoch nicht.
Recht ungewöhnlich und positiv hervorzuheben ist der großzügig gestaltete ADF, der bis zu 100 Blatt Normalpapier fassen kann. Bei vielen besonders kompakten Scannern ist aufgrund der Bauweise bereits bei teilweise nur 20 Originalen Schluss.
Zur Verhinderung von Fehl- oder Doppeleinzügen ist ein System mit gegenläufigen Rollen verbaut. Sollte es dennoch zu einem Fehler kommen, erkennt dies der integrierte Ultraschallsensor und stoppt den laufenden Auftrag für eine händische Konfliktlösung. Ist die Ursache (z.B. zusammengetackerte Originale) behoben, kann mit der DFR-Taste (Doppeleinzugsfreigabe) sofort weitergemacht werden.
Formate und Medien
Der Papiereinzug kommt mit unterschiedlichen Medien und Größen bei gleichzeitiger Bestückung klar. Das Format wird dabei automatisch erkannt und eventuelle Schräglagen sogar automatisch korrigiert. Es gilt jedoch eine Mindestgröße von 50,8 x 54,0 mm und ein Standard-Höchstformat von bis zu 215,9 x 355,6 mm. Abgedeckt sind somit alle Standardformate zwischen A8 und A4. Banner oder auch längere Kassenbons mit einer Länge von bis zu 609,6 cm können auch einzeln eingelegt werden.
Gegenüber den bisherigen DR-C-Modellen hat Canon bei den zulässigen Grammaturen stark nachgebessert. Statt bislang maximal 255 g/m² lassen sich bei der neuen Serie nun auch Originale mit einer Grammatur von bis zu 413 g/m² verarbeiten. Besonders dünne Originale ab 27 g/m² sollen ebenfalls kein Problem darstellen.
Weiterhin lassen sich auch Visitenkarten oder Plastikkarten direkt verarbeiten. Letzteres klappt bei einer einzelnen Zuführung sogar mit geprägten Karten.
Nicht selbstverständlich ist, dass beide Modelle zudem auch Passbücher mit einer Dicke von bis zu 4 mm direkt verarbeiten können. Aktuelle europäische Reisepässe mit 32 Seiten sollten kein Problem darstellen. Für dickere Bücher (z.B. die Reisepass-Version mit 48 Seiten) bedarf es dann jedoch einer Trägerfolie (Tasche), die dann auch bis zu einer Dicke von 6 Millimetern ermöglicht.
Schnittstellen, Treiber und Software
Sowohl beim DR-C350 als auch beim DR-C340 handelt es sich um reine Arbeitsplatzgeräte. Der Anschluss erfolgt über USB 3.2, wobei dieser auch mit den älteren USB-Versionen ab 2.0 abwärtskompatibel ist. Als Kabel sieht Canon USB-C vor. Über einen (nicht im Lieferumfang befindlichen) Adapter ist auch der Anschluss am althergebrachten USB-Type-A-Steckplatz möglich.
Eine drahtgebundene oder drahtlose Netzwerkverbindung ist nicht vorgesehen.
Bei der Stromversorgung setzt Canon jedoch ausschließlich auf ein externes Netzteil mit speziellem Anschluss. USB-C kann nicht als Stromquelle genutzt werden, selbst wenn die nötigen 16 Watt problemlos über diese Verbindung geliefert werden könnten. Immerhin schalten sich die Scanner auf Wunsch automatisch ab, wenn man das Datenkabel zieht.
Treiber bietet Canon offiziell nur für Windows an. Neben Twain und WIA wird zudem auch ISIS unterstützt. Über SANE dürfte man den Scanner grundsätzlich auch über Linux ansprechen können. In Europa sieht Canon dagegen keine Kompatibilität mit Mac OS vor. Der treiberlose Standard eSCL ist ebenfalls nicht implementiert. Der treiberlose Scan über Mopria oder Airscan ist demnach nicht möglich.
Zum Lieferumfang gehört die Software "CaptureOnTouch Pro", die lokal installiert wird. Zu dieser Dokumentenverwaltung gehört auch eine integrierte OCR-Komponente. Mit dem "DR "Scanner Management-Tool" ist zudem ein Tool zur zentralen Verwaltung von Imageforce-Geräten erhältlich. Das klappt sowohl mit rein lokal installierten als auch mit im Netzwerk verbundenen Dokumentenscannern.
Display und Bedienung
Das Bedienpanel der beiden Geräte unterscheidet sich nicht und ist äußerst einfach gestaltet. Auf der linken Seite findet man einen kleinen Hebel, der vom Einzelblattmodus in den Buchmodus wechselt. Dadurch werden die gegenläufigen Rollen und die Ultraschallfunktion automatisch deaktiviert.
Neben dem Ein-/Aus-Schalter gibt es Tasten für den Start, den Abbruch und die Auswahl des Scanprogramms. Dieses wird mit einer Zahl auf dem kleinen LC-Display dargestellt. Gezeigt werden können auch Fehlerzustände mit Nummer und der Hinweis auf eine aktive USB-Verbindung. Die DRF-Taste dient der Scanfreigabe nach einem vom Scanner erkannten Fehleinzug.
| Canon Imageformula DR-C-Kompaktklasse (2026) | ||
|---|---|---|
Neu | Neu | |
| Preis inkl. MwSt. | ca. 740 Euro | ca. 600 Euro |
| Vorgänger | keiner (ergänzend zum DR-C240, 40 ppm) | keiner (ergänzend zum DR-C230, 30 ppm) |
| Verwendung | nur lokal (über USB-Anschluss) | |
| ADF-Kapazität | bis zu 100 Blatt | |
| Ausgabakapazität | 100 Blatt | |
| ADF-Typ | Dual-Duplex (2 Scanzeilen) | |
| ADF-Tempo Simplex / Duplex (bis 300 dpi in Farbe) | 50 ppm / 100 ipm (50 pm) | 40 ppm / 80 ipm (40 pm) |
| Ultraschallsensor | ja | |
| maximale optische Scanauflösung | 600 dpi | |
| Flachbett | Optional (separater USB-Scanner) FSU-102 bis A4, ca. 695 € | |
| Ergonomie | ||
| max. tägliches Scanvolumen | 5.000 bis 8.000 Seiten | 4.500 bis 7.000 Seiten |
| Display / Bedienpanel | einfaches LC-Display mit Preset-Anzeige und Statusinformationen | |
| Formatspezifikationen | ||
| Mindestgröße | 50,8 x 54,0 mm (z.B. ab Din A8) | |
| Höchstgröße | 215,9 x 355,6 mm (größer als Din A4) | |
| Einzelne Banner (gerader Einzug) | Länge bis 609,6 cm | |
| Grammatur | 27 bis 413 g/m² (0,04 bis 0,49 mm) | |
| Visitenkarten | 50 x 85 bis 55 x 91 mm (128 - 255 g/m² oder 0,15 - 0,3 mm) | |
| Plastikkarten | ja, ohne Prägung, max 1,4 mm (oder eine Karte mit Prägung) | |
| Reisepass (Buch) | Direkteinzug (bis zu 4 mm Dicke, bis 300 dpi) oder bis zu 6 mm mit Trägerfolie | |
| Software/ Verbindung | ||
| Windows-Treiber und Software | ISIS/ TWAIN/ WIA CaptureOnTouch Pro | |
| Mac-Treiber | - in der EU nicht vorgesehen | |
| autarker Scan | — | |
| Netzwerk | — | |
| USB / USB-Host | USB 3.2, Type C | |
| Verbrauchsmaterial / Optionen | Rollenset, Aufnahme- und Trennwalze, (60 Euro, 250.000 Seiten, 7550C001) Trägerfolien (50 €, 0697C001) Trägerfolien, für Pässe, (40 €, 0697C002) | |
| Garantie | 2 Jahre (gegen Aufpreis auch weitere Optionen, Gratispromo in Planung) | |
| Alle Daten | technische Daten | |
| © Druckerchannel | ||
Verschleißteile und Optionen
Als reguläres Verschleißteil bietet Canon (unter der Bestellnummer 7550C001) ein neues und recht langlebiges Rollenset (Aufnahme- und Trennwalze) an. Dieses ist für einen Wechsel nach rund 250.000 Seiten vorgesehen und kostet rund 60 Euro inklusive Steuern.
Originale Transportfolien bietet Canon für das A4-Format und eben für Pässe an. Beide kosten jeweils üppige 50 bzw. 40 Euro.
Flachbett-Option
Interessant dürfte für einige Anwendungen zudem das optionale Flachbettmodul sein, welches jedoch nicht direkt an den Dokumentenscanner angesteckt werden kann. Mit einem Preis von knapp 500 Euro ist der "FB-102" jedoch kein ganz günstiger Spaß. Der Anschluss erfolgt jedoch als eigenständiges Gerät am Computer.
Der Vorteil besteht darin, dass dadurch auf das Flachbett und den ADF über eine Software ("CaptureOnTouch") zugegriffen werden kann. Eine autarke Nutzung ist explizit nicht vorgesehen.
Garantie und Verfügbarkeit
Sowohl der DR-C350 als auch der DR-C340 kommen ab Mitte Januar 2026 in den Handel und sind mit einer zweijährigen Garantie abgesichert, die gegen Aufpreis auch um weitere Optionen verlängert werden kann.
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Canon Imageformula DR-C350: Robuster Kompaktscanner für den lokalen Anschluss. Bild: Canon




