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HP Evocycle: Tonerkartuschen-Aufbereitung wird in Frankreich pilotiert

von Ronny Budzinske

HP startet in einem Werk von Canon in der Bretagne die Aufbereitung von originalen Tonerkartuschen. Zunächst nur für den französischen Markt. Gut ein Fünftel jeder Kartusche wird wiederverwendet, fast ein weiteres Viertel recycelt. Der japanische Wettbewerber Brother macht dies bereits seit 2007 für ganz Europa.

Unter "Renewed" pilotiert der weltweit größte Druckerhersteller HP in Deutschland die Aufbereitung von Tintenpatronen durch eine Anlage der Firma "PDR Recycling" im bayrischen Thurnau.

Für Tonerkartuschen startet ein Projekt analog dazu nun über die bisherige Toner-Recyclinganlage von Canon im bretonischen Liffré (nahe Rennes). Die Japaner bauen die meisten Drucker und Kartuschen im Auftrag von HP. Erst einige neuere Modelle stammen aus eigener Produktion durch den Zukauf von Samsung durch HP.

Die aufbereiteten Kartuschen werden als "EcoCycle" bezeichnet und sollen vorerst nur in den französischen Handel gelangen. Zunächst geht es ausschließlich um die Schwarztoner 26X und 59X mit integrierter Bildtrommel.

HP "EvoCycle": Vorstellungsvideo in französischer Sprache.

Aufbereitungsquote von 45 Prozent

HP gibt an, dass rund 75 Prozent der noch brauchbaren Teile (nach Gewicht) wiederverwendet werden können. Jedoch hat man zuvor in dieser Rechnung diejenigen Bestandteile der Kartusche "abgezogen", die HP als wesentlich für den Druckprozess ansieht und in jedem Fall erneuert werden müssen. Dazu gehört unter anderem die Bildtrommel, der Abstreifer, elektronische Bestandteile und auch die Laderolle.

Betrachtet man auch die grundsätzlich ausgetauschten Komponenten, will HP nach Gewicht rund 21 Prozent der Teile reinigen und direkt wiederverwenden und weitere 24 Prozent durch Recycling erneuern. Rund ein Viertel der "EvoCycle"-Patronen bestehen somit z. B. aus granularisierten Plastikbestandteilen, die im Folgeprozess erneut geformt werden. Nach dieser Methode werden auch rund 45 Prozent der Plastikbestandteile der neuen Inspire-Tintendrucker hergestellt. Generell will HP bis 2025 rund 30 Prozent recyceltes Kunststoff verwenden - für Drucker, Scanner und Patronen.

In der Anfangsphase werden zwei gängige Kartuschen für die Laserdrucker-Mittelklasse aufbereitet. Ob und wann weitere Kartuschen folgen, steht noch nicht fest. Ob das Angebot auch auf den deutschen Markt ausgeweitet wird, ist ebenfalls noch unklar. Die Recyclinganlage in der Bretagne ist derzeit Anlaufpunkt für die meisten gebrauchten Canon- und HP-Tonerkartuschen aus Europa und fester Bestandteil vom "Planet Partners"-Rücknahmeprogramm.

Drucker für "CF226XR" (HP Nr. 26X)

Drucker für "CF259XR" (HP Nr. 59X)

hp.com/evocycle (Stand 20.12.21 noch nicht freigeschaltet, derzeit nur auf französisch)

Brother bereitet derweil seit 2007 auf

Bereits seit fast 15 Jahren bereitet dagegen der japanische Mittbewerber "Brother" im großen Stil Tonerkartuschen für den europäischen Markt im slowakischen "Krupina" auf. Die Besonderheit dabei ist, dass die Kartuschen nicht speziell gekennzeichnet werden, sondern in den ganz normalen Markt gelangen und von "Neupatronen" nicht zu unterscheiden sind.

Genaue Zahlen über die Wiederverwertbarkeitsquote gibt es nicht, jedoch dürfte diese eher höher ausfallen. Im Gegensatz zu HP/Canon verwendet Brother in der Regel keine Kartuschen mit integrierter Bildtrommel und spart somit generell Ressourcen ein.

Die Anlage soll mittlerweile für Brother kostendeckend arbeiten und für die Japaner Kartuschen zu vergleichbaren Kosten aufbereiten, wie eine neue Kartusche bei der Produktion (z. B. in Vietnam) verursacht.


Aufbereitung durch Drittanbieter

Ein größerer Anteil am Aufbereitungsmarkt kommt derzeit von Drittanbietern, die sich im Verband "Etira" zusammengeschlossen haben. Firmen wie KMP oder Peach lassen (leere) Originalmaterialien ankaufen, reinigen, verschlissene Teile austauschen, um die dann neu befüllten Toner wieder in den Handel zu bringen. Das klappt mit vielen Tonerkartuschen, aber auch mit Tintenpatronen, besonders mit integriertem Druckkopf.

Schwierigkeiten gibt es dabei vor allem beim Zurücksetzen der verbauten Elektronik und somit bei der Tinten- und Tonerstandsanzeige. In Kooperation mit den Originalherstellern (Verband Eurovaprint) lässt man derzeit von der Europäischen Kommission eine "Freiwillige Vereinbarung" prüfen, die diesen Prozess erleichtern soll.

Ganz uneigennützig ist dies jedoch nicht. Zwar würde man den Markt für Aufbereiter frei geben, jedoch dürfte dies nur einen eher überschaubaren Anteil von Materialien von Drittanbietern ausmachen. Den Großteil der "Umsatzeinbußen" dürften Nachbauten ausmachen, die zum Teil auch patentrechtlich strittig sind.

22.12.21 18:05 (letzte Änderung)

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