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HP SecuReuse: Chip-Reset für Originalpatronen soll ermöglicht werden

von Ronny Budzinske

HP steht offenbar vor einem Strategiewechsel und will zukünftig mit Dritten kooperieren, die originale Tintenpatronen und Tonerkartuschen aufbereiten. Zwar war dies bereits bisher möglich, jedoch immer nur ohne Anzeige vom Verbrauchsstand. Nun will HP ausgewählten Anbietern (derzeit Altkin, KMP und Peach) eine Möglichkeit zur regulären Rücksetzung der Zählerstände ermöglichen. Diese sind dann auch mit HP+ nutzbar.

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Wie bereits im April angekündigt, hat HP nun tatsächlich auf der Konferenz "The Recycler Live 2024" eine Lösung zum Zurücksetzen von (unmodifizierten) HP-Originalchips vorgestellt. Wie das britische Onlinemagazin "The Recycler" berichtet, wird der amerikanische Druckerhersteller ab Ende 2025 oder spätestens Anfang 2026 eine Lösung für ausgewählte europäische Aufbereiter anbieten. Zu den ersten Partnern werden ALTKIN (ehemals Armor, Frankreich), KMP (Deutschland) und Peach/3T (Schweiz) gehören.

Auf der Konferenz in Brüssel hat der Vizepräsident für Verbrauchsmaterialien für Konsumenten, Eduardo Macias, die Lösung mit dem Namen "SecuReuse" angekündigt. Diese soll eine Weiterentwicklung bei den Bemühungen des Druckerkonzerns beim Thema Kreislaufwirtschaft darstellen. Bislang bereitet HP lediglich einige wenige Tonerkartuschen im Evocycle-Programm auf. Die Aufbereitung von Tintenpatronen (HP Renew) wurde in der Vergangenheit zwar pilotiert, mittlerweile aber eingestellt.

Der Großteil der über das "Planet Partners"-Programm eingesammelten Tintenpatronen und Tonerkartuschen wird dagegen aktuell auseinandergenommen und recycelt. Das ist zwar in den meisten Fällen eine bessere Lösung als die thermische Verwertung in Müllverbrennungsanlagen, jedoch ist die erneute Nutzung der bessere Weg. Idealerweise vermeidet man jedoch vorab Patronen mit geringer Reichweite, die zudem oftmals elektronische Bauteile enthalten. Die Lösung auf mittelfristige Sicht sollten daher eher Tintentank- oder Lasertankdrucker sein - beide hat HP bereits in kleinem Rahmen im Sortiment.

Chip-Reset

HP ist bislang als der Anbieter in aller Munde, der die strengsten Vorgaben bei der Verwendung von Drittanbieter-Verbrauchsmaterialien innehat. Regulär erlaubt der amerikanische Druckerriese ausschließlich Kartuschen mit einem originalen HP-Chip, den es aktuell und wohl auch zukünftig nicht zu kaufen gibt. Als Lösung kann man eine leere Originalpatrone zwar durchaus wiederverwenden, jedoch dann nicht mehr mit einem angezeigten Tinten- oder Tonerstand.

Schon jetzt haben einige Aufbereiter diese Lösung mit "leerem" Chip im Sortiment. Aus Kundensicht sind diese Kartuschen allerdings nicht sonderlich komfortabel, weil sämtliche Statusmeldungen fehlen und man auch keinen Hinweis bekommt, dass die Tinte oder das Tonerpulver jetzt oder in Kürze aufgebraucht ist.

Lösungen mit einem Nachbau-Chip funktionieren bestenfalls zeitweise und werden durch Firmwareupdates mit der HP-eigenen Funktion "Dynamische Sicherheit" wirksam ausgeschaltet. Das Gleiche gilt auch für Rücksetzlösungen von chinesischen Anbietern mit Lizenzgebühren, die es auch jetzt schon durchaus gibt. Nutzt man seinen Drucker mit dem umstrittenen "HP+"-Programm, ist die Nutzung von Kartuschen ohne Originalchip schier unmöglich, da dies online überwacht wird. Die nun mit HP-Hilfsmitteln zurückgesetzten Patronen sollen sich auch im Rahmen von "HP+" nutzen lassen - neben "Instant Ink" wird es somit eine zweite Möglichkeit geben, die Folgekosten zu reduzieren.

Zuverlässiger Reset

HP betont, dass aufbereitete und über diesen "offiziellen Weg" zurückgesetzte Kartuschen zuverlässig erkannt werden sollen und nicht durch Firmwareupdates beeinträchtigt werden. Es wird lediglich ein initialer Hinweis erscheinen, dass es sich um eine durch Dritte aufbereitete Kartusche ohne Originaltinte handelt.

Die Möglichkeit zum Chip-Reset soll frühestens in anderthalb Jahren funktionieren. Auf Anfrage geht Peach jedoch davon aus, dass eine Lösung bereits zu einem früheren Zeitpunkt zur Verfügung stehen wird.

Dem Bericht vom "The Recycler" zufolge wird es für Aufbereiter offenbar auch die Möglichkeit geben, kleine A-Patronen in größere XL-Patronen zu "verwandeln" - in der Regel ist im Patronenkörper Platz genug. Nach aktuellen Stand nicht Bestandteil der Vereinbarung ist das Zurücksetzen von Vertrags- oder Abo-Patronen, z.B. im Rahmen von "Instant Ink" - offiziell müssen diese vom Kunden nach der Nutzung auch zu HP zurückgesendet werden. Ob es tatsächlich durchhaltbar ist, dass Aufbereiter eingesammelte Abo-Patronen an andere Quellen oder zum Recycling weitergeben müssen, ist mehr als fraglich.

In einem ersten Gespräch zeigt sich Alfred Wirch, CEO von Peach, äußerst zufrieden mit der Lösung. Ursprünglich sollte eine vergleichbare Verfahrensweise bereits vor Jahren im Rahmen der "Freiwilligen Vereinbarungen" mit einem Großteil der Druckerindustrie in Europa umgesetzt sein. Durch die Ablehnung der EU und die nunmehr eingeleitete Regulierung war das Papier jedoch obsolet geworden. Es ist davon auszugehen, dass sich diesbezüglich in der nächsten Zeit etwas tun wird.

Die SecuReuse-Lösung ist ein bedeutender Meilenstein für Druckerhersteller, Wiederaufbereiter und Endverbraucher gleichermaßen. Gemeinsam mit HP leisten wir einen wichtigen Beitrag zu einer Kreislaufwirtschaft, in der Ressourcen und Energie effizient eingesetzt werden.Alfred Wirch, CEO von Peach.

Die nun vorgestellte Lösung soll zunächst nur für die drei genannten europäischen Aufbereiter gelten. Vorstellbar ist, dass HP damit einer noch strengeren Regulierung zuvorkommen möchte, an der die EU aktuell arbeitet.

Dieser Artikel wurde ohne generative KI erstellt.
16.05.24 08:25 (letzte Änderung)

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