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(aktualisiert am 16. Juni 2017)

Test: Sechs Pigmenttinten-Multifunktionsgeräte fürs Büro 2017: Scannertreiber und OCR

Die Software zur Bedienung des Scannertreibers kann man jeweils via TWAIN aus einer Grafikanwendung (z.B. Adobe Photoshop) oder in aller Regel auch eigenständig aufrufen. Letzteres ist nötig, um Dokumente zu scannen oder durchsuchbare PDF-Dateien mit einer OCR-Software ("optische Zeichenerkennung") herzustellen.

Beim OCR-Scan können Programme eingelesene Originale automatisch analysieren und sämtliche Textstellen oder Zeichen erkennen. Somit ist es möglich, durchsuchbare PDF-Dateien zu schaffen, die eine vernünftige Archivierung von Dokumenten überhaupt erst möglich machen.

Dieser OCR-Vorgang ist ziemlich rechenintensiv und nur bei sehr teuren Geräten auch ohne einen Computer möglich. Bei allen Druckern aus diesem Test ist die OCR-Texterkennung ausschließlich softwareseitig umgesetzt. Die HP-Drucker können die OCR-Funktion mit identischen Einstellungen auch vom Drucker selbst aus nutzen, wenn der PC verbunden ist. Brother bietet eine Webapp-Funktion, die mit einem Server kommuniziert, der die Zeichenausleslung ausführt. Beim Canon und bei den Epsons geht dies ausschließlich über die Bedienung vom Computer.

Scansoftware und OCR
Canon Maxify MB5150HP Officejet Pro 8710HP Officejet Pro 8730
Scansoftware
(Windows 10)
ScanGear,
Scan IJ Utility (Startprogramm)
HP Scan
OCR direkt am Gerät/
durchsuchbare PDF
nicht möglichja, mit eingeschaltetem PC
(siehe nächste Seite)
OCR vom Computertxt, durchsuchbare PDF
(von IJ Scan Utility)
txt, rtf, durchsuchbare PDF
I.R.I.S. (im Scannertreiber integriert)
© Druckerchannel (DC)
Scansoftware und OCR
Brother MFC-J5730DWEpson Workforce Pro WF-3720DWFEpson Workforce Pro WF-4740DTWF
Scansoftware
(Windows 10)
ControlCenter 4Epson Scan 2 (mit OCR-Komponente)
Document Capture Pro (Scan2PC)
OCR direkt am Gerät/
durchsuchbare PDF
über die Cloud, ja, mit eingeschaltetem PC
(siehe nächste Seite)
ja, mit eingeschaltetem PC
(siehe nächste Seite)
OCR vom Computertxt, rtf, durchsuchbares PDFdurchsuchbares PDF
© Druckerchannel (DC)

OCR-Ausgabeformate

Neben einer schlichten Text-Interpretation vom gescannten Original bieten einige Programme das Scannen in eine Rich-Text- oder Word-Datei an. Dabei geben sie nicht nur erkannte Textblöcke aus, sondern platzieren auch Grafikelemente oder Fotos an die korrekte Stelle. In aller Regel funktioniert dies jedoch recht fehlerbehaftet und unpräzise.

Die beste Lösung ist eine durchsuchbare PDF-Datei. Dabei speichert das Programm das Original wie einen normalen Scan als Bild, und unterlegt es anschließend mit allen erkannten Textblöcken mit transparenter Schrift. Somit kann man in dieser Datei nach Textstellen suchen und diese auch zum kopieren markieren.


Brother MFC-J5730DW - Ordentlicher TWAIN-Treiber und "ControlCenter 4"

Der Brother-Scanner-Treiber ist sehr aufgeräumt und bietet alle wichtigen Funktionen in einer übersichtlichen Darstellung mit guter Erklärung. Dazu gibt es Schnellverweise für den Scan von Texten, Fotos oder für Scans für das Internet - wo man in der Regel geringere Auflösungen benötigt. Die Oberfläche ist jedoch nur aus einer Anwendung als TWAIN-Programm startfähig, und damit nur für die reine Bildausgabe verwendbar. Direkt können keine Dateien erzeugt werden.

Brother bietet zusätzlich eine Art Portalanwendung namens "Brother Utilities". Von dieser recht unübersichtlichen Schnittstelle lassen sich vordefinierte Aufgaben starten. Für Scans startet man hier das "Control Center" (aktuell in der Version Nr. 4). Erst von hier aus ist dann der Scan von PDF-Dokumenten möglich.

Control-Center 4

In dieser Anwendung sind die vier Schnelleinstellungen Bild, Text (OCR), E-Mail und Datei (Cloud) hinterlegt. Beim versenden via Email startet das Programm jedoch lediglich den lokalen Mailclient. Einen SMTP-Postausgangsserver kann man selbst nicht festlegen. [abstz] Auf dem letzten Register lassen sich neue Profile hinzufügen, außerdem lässt sich jeder einzelne Eintrag frei konfigurieren. Hierbei stehen alle Einstellungsmöglichkeiten des Scannertreibers zur Verfügung. Auf dem Touchscreen des Gerätes sind immer nur die ersten vier Einträge vertreten, möchte man an den PC scannen. Mehr dazu jedoch beim Thema Bedienung am Gerät.

OCR: Nur aus dem Control-Center

Das Control Center enthält bereits als Standard ein Profil für die Erstellung einer durchsuchbaren PDF-Datei. Auf Knopfdruck erzeugt die Software hier vollautomatisch ein Dokument. Die Profile sind anpassbar, und es besteht auch die Möglichkeit, weitere Profile zu erstellen.


Canon Maxify MB5150 - "ScanGear" und "IJ Utility"

Wie auch schon der Druckertreiber liefert Canon mit "ScanGear" einen gute Scannerschnittstelle, die besonders beim Generieren von Fotos aus einer TWAIN-kompatiblen Anwendung gefällt. Das Programm ist neben einem "Basismodus" in einfacher, verständlicher Sprache auch mit einem "Erweiterten Modus" mit sämtlichen Einstellmöglichkeiten versehen.

Die Funktionsweise ist traditionell gestaltet und bedarf in der Regel eines Vorschauscans, an dem man dann alle Einstellungen und Zuschneidemöglichkeiten sofort sehen und anwenden kann.


Scan-IJ-Utility als Startanwendung

Außerhalb einer Grafikanwendungen lässt sich "ScanGear" nicht direkt starten. Für jegliche Interaktion muss man das Startprogramm "Scan IJ Utility" aufrufen. Hier begrüßt den Nutzer ein kleines Fenster und sieben fixe Schaltflächen. Eine von ihnen ist das bekannte ScanGear-Programm. Standardmäßig legt die Applikation dortige Scans dann im Dokumentenordner als Jpeg-Dateien ab. Eine spontane Anpassung während des Scanvorgangs ist hier leider nicht möglich.

Anpassungen

Wer lieber PDF-Dateien (auch mehrseitige) als Ausgabeformat erhalten möchte, muss dies im Hauptmenü einmalig für ScanGear einstellen. Gleiches gilt für die anderen Schnellverknüpfungen wie "Dokument", "Foto", "OCR" und so weiter. Abgesehen von ScanGear führen alle Buttons zu einem unmittelbaren Scanstart mit den hinterlegten Einstellungen. Nachträgliche Anpassungen sind dann nicht mehr möglich.

OCR-Scan / Durchsuchbare PDF-Dateien

Auf dem ersten Blick liefert Canon nur einen äußerst rudimentären Funktionsumfang beim Thema OCR. Generell ist die Texterkennung nicht in "ScanGear" mit seinen vielen Einstellmöglichkeiten integriert. Vom Startprogramm aus hat Canon vielmehr einen OCR-Button vorgesehen, der jedoch lediglich einen sofortigen Scan beginnt und mit Rückgabe einer simplen und unformatierten Text-Datei endet - unbrauchbar.

Bei "OCR" ist ein anderes Ausgabeformat nicht vorgesehen, wodurch diese Lösung für den täglichen Gebrauch ziemlich unnütz ist. In den Einstellungen lässt sich jedoch eine abweichende OCR-Anwendung angeben. Statt der einfachen ".txt"-Ausgabe können Nutzer hiermit auch umfangreichere Operationen ausführen - solange man denn eine Software dafür installiert hat.

Bei Canon gibt es zwar des öfteren aktionsbedingt eine kostenlose Version von Iris OCR, jedoch gilt das derzeit laufende Angebot (Stand Februar 2017) explizit nicht für den MB5150.

Durchsuchbares PDF erst über Einstellungen

Erst bei einem tieferen Blick in die Einstellungen erkennt man, dass man dennoch ein durchsuchbares PDF anfertigen kann. Hierfür kann man die Profile im Hauptmenü anpassen, sodass das Programm ein gespeichertes PDF automatisch mit einem "Suchindex" versieht. Dies ist sowohl für den Button "Dokumente" als auch beim Knopfdruck auf "ScanGear" möglich. Das spontane Aus- und Anschalten ist somit jedoch leider nicht möglich, da das Programm immer die konfigurierte Voreinstellung nutzt.


Epson Workforce Pro WF-3720DWF und -WF-4740DTWF

Epson hat seinen Druckern einen komfortablen und übersichtlichen Scanner-Treiber namens Epson Scan (Version 2) spendiert, der alle wichtigen Funktionen mitbringt. Ein hilfreiches Detail sind die Auswahlrechtecke im Vorschauscan, die über mehrere Scanvorgänge erhalten bleiben. Heißt: Scannt man einmal den gleichen Bereich aus mehreren Dokumenten, muss man den Auswahlbereich nicht immer wieder aufs Neue ziehen.

Epson Scan lässt sich aus TWAIN-kompatiblen Anwendungen (Photoshop o.Ä.) oder auch selbstständig starten. Während man aus einer Hostanwendung naturgemäß ausschließlich Bilddaten erzeugen kann, ist es beim Start als eigene Anwendung auch in der Lage PDF-Dokumente zu erstellen.


Zusatzsoftware: Document Capture Pro

Komplett unabhängig von Epson Scan läuft die zusätzliche Software "Document Capture Pro". In dieser lassen sich vordefinierte Aufgaben festlegen, die dann auf Knopfdruck einen festgelegten Scan durchführen und diesen dann auch automatisiert weiterverarbeiten können.

Die Möglichen Einstellungen beim Einlesen entsprechen dabei den Möglichkeiten aus "Epson Scan" und sind somit vielfältig.

Neben der Speicherung als Bilddatei oder auch als PDF in einem (Netzwerk-)Ordner ist zudem auch die Hinterlegung in der Cloud (derzeit Google Drive, Evernote, Onenote) und sogar das Versenden als E-Mail möglich. Dabei kann der Nutzer entweder einen SMTP-Server angeben, oder aber eine MAPI-kompatible Anwendung hinterlegen. Die Anwendung leitet den Scan dann an Outlook und Co. weiter.

OCR / durchsuchbare PDF

Die OCR-Funktionen in der Desktop-Anwendung "Epson Scan 2" sind einfach zu finden und als Zielort vordefiniert aufgelistet. Tiefergreifende Einstellungen oder eine abweichende OCR-Engine sind von hier aus jedoch nicht anwählbar, was allerdings herstellerübergreifend Standard ist.

Einfacher für wiederkehrende und identische Aufgaben ist jedoch ein eigenes Profil in der Dokumentenverwaltung "Document Capture Pro". Auf Knopfdruck ist ein durchsuchbares PDF-Dokument ohne lästiges Einstellen erstellbar. Auf alle Profile kann man anschließend auch vom Druckerdisplay selbst zugreifen, wenn beide Geräte im gleichen Netzwerk und angeschaltet sind. Mehr dazu auf der nächsten Seite beim Thema Bedienung am Gerät.


HP Officejet Pro 8710 und 8730

HP nennt seinen Scannertreiber "HP Scan", der bei beiden Geräten identisch ausfällt. Gegenüber der Canon-Lösung ist löblich, dass die Anwendung aus Adobe Photoshop (oder andere Grafikanwendungen) weitgehend der beim Aufruf als eigenständiges Programm entspricht.

Damit erweisen sich die Scannertreiber der Epson-Geräte als einige der besten im Test.

Optisch kann das Tool auf den ersten Blick überzeugen. Große Schrift und klare Erklärungstexte sind durchgehend angenehm für den Betrachter. Ungewöhnlich ist jedoch, dass HP keine "echte" Scanvorschau implementiert hat. Zwar gibt es hier die Option nach dem Scan einen "Viewer" zu starten, jedoch sind Einstellmöglichkeiten von dort aus weniger umfangreich. So kann man seine Vorlagen in diesem Schritt (wenn auch umständlich) exakt zuschneiden, jedoch nicht mehr in der Auflösung verändern. Auch andere Einstellmöglichkeiten fehlen im "Viewer".

OCR / durchsuchbare PDF

Löblich ist dagegen die Umsetzung beim Scannen von Dokumenten, einschließlich durchsuchbarer PDF-Dateien. Dazu muss man "HP Scan" außerhalb einer Grafikanwendung direkt vom Desktop starten. Die Schnellverknüpfungen (Text, Foto, ...) sind in diesem Modus "Scanziele". Alle anderen Einstellungen bleiben identisch.

Schon in der Hauptauswahl bietet HP die Option "als bearbeitbaren Text (OCR) speichern" an. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um die Möglichkeit eine ".txt"- oder ".rtf"-Datei zu generieren. Ein durchsuchbares PDF ist an dieser Stelle nicht möglich. Fündig wird man jedoch, wenn man PDF als Ausgabeformat wählt und dort dann als Dateityp "durchsuchbares PDF" wählt.

16.06.17 10:09 (letzte Änderung)
16-Drucker-Rennen
2Die Testkandidaten im Detail
3Verbrauchsmaterialien & Reichweite
4Druckkosten
5Papierhandling: Zuführungen, Kassetten & Duplexer
6Scanner und Dokumenteneinzug (ADF)
7Fax und Faxprotokoll
8Druckertreiber & Webserver
9Scannertreiber und OCR
10Display, Bedienung & Funktionen am Gerät
11Smartphone und Tablet-App
12Scan- und Kopiertempo
13Scan- und Kopierqualität
14Das Drucktempo: Text-, Grafik- und Fotodruck
15Marker- und Wischfestigkeit
16Die Druckqualität: Textdruck
17Die Druckqualität: Grafiken
18Die Druckqualität: Fotos
Technische Daten & Testergebnisse

97 Wertungen

 
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