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Eurovaprint: Oki ist aus der "freiwilligen Vereinbarung" zur Ressourceneinsparung ausgestiegen

von Ronny Budzinske

Der japanische Druckerhersteller Oki ist laut "The Recycler" aus dem Drucker-Branchenverband "Eurovaprint" ausgestiegen. Es heißt, die selbst verpflichtenden Energieeinsparungen können derzeit nicht eingehalten werden.

Wie das britische Händlermagazin "The Recycler" berichtet, ist der Druckerhersteller Oki aus der freiwilligen Vereinbarung und dem europäischen Drucker-Branchenverband Eurovaprint ausgestiegen.


Ziel der Vereinbarung ("Voluntary Agreement") ist es, durch selbst gewählte Maßnahmen zur Einsparung von Ressourcen bei der Herstellung, dem Betrieb und der Wiederverwertung, einer Regulierung durch die Europäische Kommission zuvorzukommen. In gut zwei Wochen soll die Vereinbarung finalisiert und an die ENER ("Generaldirektion Energie der Europäischen Kommission") überreicht werden.


Energy Star v3

Im aktuellen Entwurf vom Oktober 2020 verpflichten sich die Mitglieder dazu, ab 2021 Schrittweise den Energiebedarf im Betrieb (OM) sowie den typischen Energiebedarf (TEC) an die Grenzwerte vom Energy Star v3 anzupassen.

So gilt seit 2021, dass 60 Prozent der in Verkehr gebrachten Druckerflotte jedes Herstellers den TEC-Grenzwert einzuhalten haben. Der maximale Energiebedarf im Betrieb darf dagegen von höchstens 15 Prozent der Drucker überschritten werden.

Oki schafft es nicht, den Grenzwert einzuhalten

Dem Vernehmen nach begründet Oki den Ausstieg damit, dass man die für 2021 gesteckten Ziele mit der derzeitigen Druckerflotte nicht erreichen kann.


Ohnehin ist der Strombedarf von LED/Laser-Druckern weitaus höher, als bei Tintendruckern. Rein Tintendruckerhersteller oder Anbieter mit einem "gemischten" Sortiment haben es deutlich einfacher, den durchschnittlichen Flottenverbrauch niedrig zu halten.

Zwar bietet Oki unter anderem auch Nadeldrucker an, jedoch dürfte dies nach Stückzahlen nur einen vergleichsweise geringen Anteil an den Gesamtverkäufen der Japaner ausmachen.

Beim "Energy Star" gibt es eine Liste mit Druckern, die die Spezifikationen einhalten. Bei Oki sind dies viele Nadeldrucker und z.B. auch der neue Oki-C650-Farb-LED-Drucker.

Seitens "Eurovaprint" wurde von Oki ein Bericht zur Einhaltung der Selbstverpflichtungen für den Zeitraum des vergangenen Jahres 2020 angefordert.

Mitglieder Eurovaprint (Alphabetisch, Stand Januar 2021)

  • Brother
  • Canon
  • Epson
  • HP
  • Konica Minolta
  • Kyocera
  • Lexmark
  • Sharp
  • Toshiba
  • Xerox

Weitere Unterzeichner (Wiederaufbereiter) der Vereinbarung

  • Armor Group
  • Clover Imaging Group
  • KMP AG
  • 3T Supplies AG (Peach)

Ricoh, Panasonic oder Pantum sind auch nicht dabei

Unter den "größeren" Hersteller fehlt neben Oki auch der japanische Mitbewerber Ricoh. Kleinere Hersteller wie Panasonic, Pantum oder Avision sind ebenso keine Mitglieder. Der vergleichsweise geringe Marktanteil von Oki dürfte eine eventuelle Vereinbarung jedoch kaum ins Wanken bringen. Die Marktabdeckung der Mitgliedsunternehmen dürfte weiterhin bei etwa 80 Prozent liegen.

25.03.21 10:02 (letzte Änderung)

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