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TEC-Wert und Energy-Star-Label für Laserdrucker im DC-Check: Energiebedarf - vergleichen fast unmöglich

Seit den letzten Jahren achten Endverbraucher und Entscheider im geschäftlichen Umfeld verstärkt auf dem Energiebedarf. Mit dem TEC-Wert von "Energy Star" gibt es einen Lösungsansatz für Drucker. Druckerchannel hat sich diesen Standard genauer angesehen und schätzt dessen Nutzen in der Praxis ein.

Um den Energiebedarf von Laserdruckern anzugeben, haben Druckerhersteller oft nur Werte im Bereitschaftsmodus (Standby) und im Energiesparmodus (Sleep) angegeben.


Um einen vergleichbaren Standard zu schaffen, hat die Organisation Energy Star mit dem "TEC-Wert" ein einheitliches Verfahren zur Bestimmung des Strombedarfs von Bürodruckern vorgestellt. Die Ergebnisse führen zu dem begehrten "Energy-Star-Label".

Typischer Stromverbrauch: TEC-Wert

Das Verfahren zur Messung des Stromverbrauchs (TEC - "typical energy consumption" / "typischer Energiebedarf") von Druckern (Laser, LED, Festtinte), Kopierern und Fax-Geräten wurde im Juli 2005 festgesetzt. In der Zielsetzung soll eine Aussage über den typischen Stromverbrauch eines Druckers im normalen Arbeitsalltag getroffen werden.

Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Bürogerät permanent angeschaltet ist und in bestimmten Intervallen mit Druckaufträgen mit einer definierten Menge von Seiten angesprochen wird. Die Idee ist dabei, dass der gesamte Zyklus von Aufwärmen der Fixiereinheit, Drucken, in Bereitschaft gehen und Schlafmodus durchlaufen werden soll, um einen möglichst realistischen Arbeitsalltag zu simluieren.

Der Norm nach ist der Drucker an fünf Tagen je Woche mit Drucken beschäftigt. Die verbleibenden beiden Tage (soll dem Wochenende entsprechen) verbleibt das Gerät im Energiesparmodus, ohne sich komplett abzuschalten.

Da ein Hochleistungs-Arbeitsgruppendrucker deutlich mehr Drucke anfertigen wird als ein einfacher Arbeitsplatzdrucker, hat man die Drucker in verschiedene Klassen angeteilt. Diese sind direkt abhängig von der Seitenleistung (ipm-Wert*1) beim einfarbigen Simplexdruck. Im Klartext: Einem 30-ppm-Drucker wird ein höheres Druckvolumen je Woche abverlangt als einem 20-ppm-Gerät.

Erster Knackpunkt der Norm

Es lassen sich zwar (theoretisch) verschiedene Drucker mit exakt derselben Druckgeschwindigkeit vergleichen, weist ein weiteres Gerät für den Vergleich auch nur um 1 ppm ab, ist ein Vergleich nicht mehr möglich.

Die nachfolgende Tabelle verdeutlicht, dass sich Drucker aus den unterschiedlichen Geschwindigkeitsklassen nicht mehr vergleichen lassen, weil die vorgegebenen Aufträge und Seiten je Woche je nach Drucktempo stark voneinander abweichen.

Druckvolumen nach TEC in Abhängigkeit vom maximalen Drucktempo
Aufträge
je Woche
Seiten
je Woche
Steigerung des
Gesamtvolumens
............
14 ipm70490
16 ipm8064031%
18 ipm9081027%
20 ipm1001.00023%
22 ipm1101.21021%
24 ipm1201.44019%
26 ipm1301.69017%
28 ipm1401.96016%
30 ipm1502.25015%
32 ipm1602.56014%
34 ipm1602.88013%
36 ipm1603.20011%
38 ipm1603.52010%
40 ipm1604.00014%
............
© Druckerchannel (DC)

Insbesondere im Bereich bis einschließlich der 32-ipm-Geräte sind die Unterschiede der Testbedingungen von Druckern unterschiedlicher Seitenleistung enorm. So gehen (in diesem Beispiel bei je einem Unterschied von 2 ppm) neben einem höheren Druckvolumen je Arbeitswoche zudem auch zehn Druckaufträge pro Woche mehr in die Berechnung ein.

Wer sich einen Drucker zulegen will, wird sich nicht auf exakt eine Geschwindigkeitsklasse fixieren - ob der Drucker 28, 30 oder 32 ppm druckt, ist relativ egal.

Wer ist sparsamer?

Die nachfolgende Tabelle zeigt TEC-Werte von Druckern um die 30 Seiten je Minute. Drucker mit unterschiedlichem Tempo, lassen sich in puncto Stromverbrauch nicht mehr miteinander vergleichen.

TEC-Werte von Druckern um die 30 ppm
TEC-Wert
in KW/h je Woche
Drucktempogetestetes
Druckvolumen je Woche
Samsung ML-2950NDR1,3 kWh28 ppm140 Aufträge/
1.960 Seiten
Samsung ML-3310ND1,9 kWh31 ppm155 Aufträge/
2.325 Seiten
Canon i-Sensys LBP6300dn2,0 kWh30 ppm150 Aufträge/
2.250 Seiten
Kyocera
FS-1120D
2,1 kWh30 ppm150 Aufträge/
2.250 Seiten
Xerox
Phaser 3250DN
2,2 kWh28 ppm140 Aufträge/
1.960 Seiten
Brother
HL-5340DL
2,4 kWh30 ppm150 Aufträge/
2.250 Seiten
© Druckerchannel (DC)

Anhand dieses Beispiels scheinen aktuelle Samsung-Drucker besonders günstig. Selbst beim schnelleren Samsung ML-3310DN mit sogar 31 ppm sieht die Sache klar aus: Obwohl das Gerät schneller ist als die Konkurrenzgeräte, fällt der TEC-Wert trotz damit verbundenen höheren Druckvolumen geringer aus.

Fraglich ist, ob diese Reihenfolge auch dann gilt, wenn deutlich weniger oder mehr gedruckt wird. Analog verhält es sich beim kleineren Samsung.

Noch kniffeliger wird es beim Xerox Phaser: Wäre das Gerät unter gleichen Bedingungen noch immer günstiger als der Brother? Eine diesbezügliche Aussage lässt sich anhand des gegebenen TEC-Werts nicht mit Sicherheit beantworten. Insbesondere gilt das für das Druckvolumen, für das der gewählte Drucker dann auch tatsächlich genutzt werden soll.

Zu hohe Druckvolumen

Das vom Energy Star gewählte Druckvolumen ist für die meisten Geräte viel zu hoch angesetzt. Am Beispiel von aktuell verfügbaren Druckern mit rund 20 ppm fällt auf, dass Tonerreichweiten von rund 2.000 üblich sind. Nach der Berechnungsgrundlage von Energy Star werden jedoch 1.000 Seiten je Woche bedruckt. Der Anwender müsste also alle zwei Wochen den Toner wechseln.

Selbst bei Druckern der 30-ppm-Klasse mit selten mehr als 8.000-Seiten-Tonervolumen wäre einmal monatlich ein neuer Toner zu wechseln. Bei schnelleren Geräten scheinen die "vorgeschlagenen" Druckvolumen tendenziell realistischer auszufallen.

Nun könnte man meinen, dass man zur Sicherheit lieber einen zu hohen als zu niedrigen Wert angeben möchte. Jedoch stellt sich die Frage, wie sich die Reihenfolge von TEC-Werten bei gleichschnellen Geräten ändert, wenn die Berechnungsgrundlage verändert wird. Genau diese Aussage ist nicht zu treffen. Man kann also nicht sicherstellen, dass der vermeintlich sparsamste Drucker beim tatsächlichen Druckvolumen noch immer an der Spitzenposition ist.

Der Effekt verstärkt sich mit immer schnelleren Druckern, die derzeit und zukünftig auf den Markt kommen. Ungeachtet davon waren selbst einfachste Drucker zu Zeiten der Normenfestlegung im Jahre 2005 mit 16 ppm nicht wesentlich langsamer als heute und wurden mit hohen Volumina getestet.

Energy-Star-Label

Aufgrund der komplexen Berechnungsgrundlage und der sehr beschränkten Vergleichsmöglichkeit von Verbrauchswerten verschiedener Drucker eignet sich TEC kaum für die privaten Endverbraucher. Das bestätigt auch die Deutsche Energie-Agentur (dena) in einer uns vorliegenden Mail: "...Der TEC-Wert ist als Vergleichsgröße nur für Verbraucher geeignet, die sich mit der Materie auseinander gesetzt haben und die Rahmenbedingungen kennen...". Vielmehr soll das Energy-Star-Label einen Hinweis darauf sein, dass ein Gerät nicht übermässig viel Strom verbraucht und damit sparsam mit der Ressource Strom umgeht.

Problematisch ist jedoch, dass viele Hersteller dazu übergegangen sind, ihre Erfolge beim Stromverbrauch (in Form des TEC-Werts) direkt in den technischen Daten oder Werbeunterlagen mitzuteilen. Dazu gesellt sich in aller Regel auch das Energy-Star-Label, welches jeder Hersteller ohne Prüfung, jedoch nur bei Einhaltung von wenigen Kriterien, verwenden darf.

Obergrenzen für den Stromverbrauch

Neben der Duplexfähigkeit in Abhängigkeit vom Drucktempo gelten als weitere Beschränkung bei Seitendruckern sogenannte "TSV-Tabellen" (Typischer Stromverbrauch"). Je nachdem, ob es sich um ein Farb-, Monochrom- oder um ein Multifunktionsgerät handelt, gibt es unterschiedlich hohe Grenzen für den maximalen TEC-Verbrauch.

Dabei gilt vereinfacht ausgedrückt: Ein Multifunktionsdrucker darf mehr Strom verbrauchen als ein reiner Drucker. Auch Farbgeräte dürfen sich einen kräftigeren Schluck aus der Steckdose erlauben, als monochrom druckende Geräte. Desweiteren ist die Obergrenze auch direkt Abhängig vom Drucktempo, wodurch schnelleren Drucker ein höherer TEC-Wert zugesprochen wird.

Grundsätzlich ist dieser Ansatz zu begrüßen, jedoch sind die Kriterien für den maximalen Strombedarf so schwach, dass fast alle Drucker das Label bekommen.

TEC-Werte von Druckern und die Energy-Star-Obergrenze
Energy Star
Grenzwert
Beste Geräte
S/W-Drucker
21 ppm1,6 kWh0,7 kWh
40 ppm3,5 kWh2,0 kWh
Farb-Drucker
20 ppm4,8 kWh0,9 kWh
32 ppm6,0 kWh2,9 kWh
S/W-Multifunktionsdrucker
22 ppm2,6 kWh0,9 kWh
40 ppm8,0 kWh2,2 kWh
Farb-Multifunktionsdrucker
17 ppm5,2 kWh1,3 kWh
30 ppm7,5 kWh1,6 kWh
© Druckerchannel (DC)

Man sieht, dass energiesparende Geräte (nach TEC-Standard) je nach Geräteklassifizierung bis zu 80 Prozent weniger Strom benötigen, als sich Energy Star als Obergrenze gesetzt hat. Es ist also nicht auszuschließen, dass zwei mit dem Label ausgezeichnete Drucker derselben Geschwindigkeit untereinander einen bis zu 5fachen Stromverbrauch aufweisen. Von daher kann nicht die Rede davon sein, dass ein Energy-Star-Label aussagt, dass es sich um ein sparsames Gerät handelt.

Zusammenfassung

Der TEC-Wert lässt sich zum Vergleichen des Energiebedarfs kaum verwenden. Er besagt lediglich, wie hoch der zu erwartende Stromverbrauch eines Druckers bei dem von Energy Star festgelegten Druckintervallen und Volumen ist. Bei Geräten derselben Geschwindigkeitsklasse lässt sich dieser Wert zuverlässig vergleichen. Vorsicht ist geboten, wenn das Druckvolumen stark von der Vorgabe abweicht, was aufgrund der vorliegenden Zahlen relativ wahrscheinlich ist.

Das Ziel, einen typischen Stromverbrauch von Druckern zu ermitteln, wurde nach Auffassung von Druckerchannel verfehlt. Dazu tragen insbesondere die starken Berechnungsunterschiede zweiter Geräte ähnlicher Geschwindigkeitsklasse bei. Für denjenigen, der sich mit dem Thema näher beschäftigt, können die TEC-Werte allenfalls grobe Anhaltspunkte bei der Suche nach einem sparsamen Drucker in puncto Strombedarf sein.

Selbst der Nutzen des Energy-Star-Labels hält sich unserer Auffassung nach stark in Grenzen. Man kann zwar behaupten, dass Drucker, die die geforderten Bedingungen erfüllen, keine übermäßige Stromschlucker sind, jedoch handelt es sich keinesfalls um besonders sparsame Geräte. Aus vielen Beispielen lässt sich erkennen, dass ausgezeichnete Drucker untereinander einen bis zu fünffach unterschiedlichen Stromverbrauch aufweisen.

*1
ipm=Images per Minute, also Seiten pro Minute
10.05.12 09:13 (letzte Änderung)

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1
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