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Test: Büro-Multifunktionsgeräte der Mittelklasse: Die Testkandidaten im Überblick

Canon Maxify MB2050

Die Maxify-Serie sind Canons erstes Büro-Multifunktionsgeräte, die ausschließlich mit pigmentierter Tinte arbeiteten und damit auch auf Normalpapier wischfeste Ausdrucke erzeugen. Die Konkurrenz kann das schon seit Jahren, Canon hat die Maxify-Serie erst im vergangenen Herbst vorgestellt. In diesem Vergleich ist der günstigste Sprössling, der Maxify MB2050 vertreten.

Der wuchtige Maxify bietet für eine unverbindliche Preisempfehlung von 150 Euro eine ordentliche Ausstattung und angemessene Druckleistungen. Beim Drucktempo liegt er in vielen Disziplinen an der Spitze und leistet sich keine Ausreißer. Nur die häufigen Reinigungsvorgänge können die Nerven blank legen, wenn eilige Druckaufträge anstehen. Die Druckqualität ist beim Text und Grafikdruck gut. Wie auch die anderen Testkandidaten beherrscht der Canon nun den wischfesten Druck auf Normalpapier durch seine pigmentierte Tinte. Nicht zur Stärke des Office-Druckers zählt der Fotodruck, immerhin schlägt er sich in dieser Disziplin etwas besser als seine Konkurrenten. Allerdings ist er das einzige Gerät im Test, das keinen Randlosdruck unterstützt.

Punkte sammeln kann der Canon bei den Druckkosten. Sowohl beim ISO-Normdruck auf Normalpapier, wie auch beim Fotodruck geht er in diesem Vergleich am günstigsten zu Werke. Zwar ist der HP noch in Schlagdistanz, den Epson kann er jedoch deutlich deklassieren. Ärgerlich ist, dass man die Tintenpatronen nur aus dem Gerät entnehmen kann, wenn sie wirklich leer sind. Einen vorzeitigen Tintentausch lässt Canon nicht zu.

Bei der Ausstattung gibt es Kritikpunkte, die jedoch aufgrund des günstigen Preises noch zu verschmerzen sind. Zur Standardausstattung zählen USB- und Wlan-Schnittstelle, ein Fax samt ADF und eine USB-Host-Schnittstelle. Zusätzlich gibt es eine Duplexeinheit für den automatischen, beidseitigen Druck und eine ausreichend große Papierkassette für 250 Blatt. Das Display fällt mit 2,4 Zoll am kleinsten in diesem Vergleich aus und ist zudem nicht berührungssensitiv. Verzichten muss man auf eine kabelgebundene Ethernet-Schnittstelle, einen duplexfähigen Dokumenteneinzug (DADF) und weitere Papierzuführungen.

Das ist positiv aufgefallen:

  • Pigmenttinte für wischfeste Ausdrucke
  • ordentliches Arbeitstempo
  • Papierkassette für 250 Blatt Normalpapier
  • gute Text- und Grafikdruckqualität
  • automatischer Dokumenteneinzug mit 50 Blatt Kapazität
  • moderate Druckkosten
  • USB-Host-Schnittstelle

Das ist negativ aufgefallen:

  • automatische Dokumentenzufuhr nicht duplexfähig
  • mäßiger Fotodruck
  • nur leere Tintenpatronen lassen sich austauschen
  • Tintenpatronen können beim Entnehmen tropfen
  • Kein PDF-Druck vom USB-Stick möglich*1
  • kein kabelgebundenes Ethernet

Epson Workforce WF-2660DWF

Der Epson Workforce WF-2660DWF ist das kompakteste Multifunktionsgerät in diesem Vergleich und hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 160 Euro. Das Gerät orientiert sich beim Design und beim Bedienkonzept an seinem größeren Bruder, dem WF-3620DWF. Leider hat Epson nicht nur an Ausstattungsmerkmalen gespart, sondern setzt auch auf andere Tintenpatronen, die deutlich höhere Folgekosten nach sich ziehen.

Beim Drucktempo und auch der Druckqualität leistet sich der Epson keine gravierenden Schwächen. Die meisten Disziplinen absolviert er ohne große Auffälligkeiten. Wie auch die anderen Testkandidaten druckt das Gerät mit pigmentierter Tinte, was zu wischfesten Ergebnissen auf Normalpapier führt. Zu verschmerzen ist, dass dadurch der Fotodruck nur einfachen Ansprüchen genügt, dafür beherrscht der Workforce den randlosen Druck. Das größte Problem an Epson-Mittelklasse-AIO sind die Druckkosten. Während die Kosten beim S/W-Druck gerade noch so akzeptabel sind, zieht Epson einem das Geld beim Farbdruck regelrecht aus der Tasche. Das liegt vor allem an der mickrigen Reichweite der Farbpatronen (450 ISO-Seiten), was zu Fotodruckkosten von über einem Euro führt, während Canon beispielsweise bei unter 60 und HP unter 70 Cent bleiben.

Wie auch beim Canon sind ADF, Fax und Duplexer serienmäßig. Darüber hinaus bietet der Workforce USB, Lan und Wlan. Bei der Bedienung setzt Epson auf einen Mix aus Touchscreen und Hardware-Tasten. Das Display hat eine Diagonale von 2,7 Zoll, hat aber leider eine recht grobe Auflösung. Mit 150 Blatt fällt die Kapazität der Papierkassette am geringsten in diesem Vergleich aus. Verzichten muss man wie auch beim Canon auf einen DADF, zudem fehlt dem Epson die USB-Host-Schnittstelle. Während Epson bei den hochpreisigeren Workforce-Modellen einen wechselbaren Resttintenbehälter bietet, muss man beim kleinen WF-2660DWF darauf verzichten.

Das ist positiv aufgefallen:

  • Pigmenttinte für wischfeste Ausdrucke
  • ordentliches Arbeitstempo
  • gute Textdruckqualität
  • automatischer Dokumenteneinzug mit 30 Blatt Kapazität

Das ist negativ aufgefallen:

  • zu hohe Druckkosten
  • automatische Dokumentenzufuhr nicht duplexfähig
  • Papierkassette kann nur 150 Blatt aufnehmen
  • mäßiger Fotodruck
  • geringe Reichweite der Farbpatronen
  • keine USB-Host-Schnittstelle

HP Officejet Pro 6830

Der HP Officejet Pro 6830 ist mit einer Preisempfehlung von 170 Euro das teuerste Gerät im Testfeld ist. Dieses Modell rundet HPs Officejet-Serie nach unten ab und bietet eine ähnlich schlanke Bauform wie der Epson.

Auch bei HP hat man durch die pigmentierte Tinte keine Probleme mit verschmierten Ausdrucken auf Normalpapier. Die Druckqualität von Texten ist gut, beim Foto- und Grafikdruck liefert er ein befriedigendes Ergebnis. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist das Drucktempo gut. Insgesamt durchläuft er den Testparcours ohne große Patzer, muss sich aber öfters dem Maxify geschlagen geben. Das gilt auch für die Druckkosten. Zwar sind die Folgekosten im Rahmen, rund 15 Prozent mehr als beim Canon muss man dennoch hinlegen. Ebenso muss man auch beim HP hin und wieder etwas länger auf den Ausdruck warten, weil das Gerät vor dem Druckauftrag noch mit Wartungsarbeiten beschäftigt ist.

Beim Bedienkonzept kann der HP überzeugen. Als einziges Gerät verzichtet HP beim Officejet auf echte Tasten und zeigt bei Bedarf ein Tastenfeld auf dem 2,7 Zoll großen Touchscreen an. Durch die Menüs kann man genauso einfach wie beim Smartphone scrollen, weshalb die Bedienung einfach und intuitiv von der Hand geht.

Ärgerlich ist, dass HP an der Erkennung von leeren Tintenpatronen gespart hat. Der Officejet ist offenbar nicht in der Lage, eine leere Tintenpatrone zu erkennen und überlässt die Entscheidung für den Austauschzeitpunkt dem Anwender. Das Gerät warnt zwar, dass die Tinte bald aufgebraucht ist, wann die Patrone jedoch wirklich leer ist, muss man selbst entscheiden. Das bedeutet entweder, dass man seine Patronen vorzeitig austauscht und bezahlte Tinte verschenkt oder dass man solange drucken muss, bis Streifen kommen. Gerade bei größeren Druckaufträgen und fast leeren Tintenpatronen muss man dann das Druckergebnis permanent überwachen.

Das ist positiv aufgefallen:

  • Pigmenttinte für wischfeste Ausdrucke
  • ordentliches Arbeitstempo
  • Papierkassette für 225 Blatt Normalpapier
  • gute Textdruckqualität
  • automatischer Dokumenteneinzug mit 35 Blatt Kapazität
  • USB-Host-Schnittstelle

Das ist negativ aufgefallen:

  • automatische Dokumentenzufuhr nicht duplexfähig
  • mäßiger Fotodruck
  • keine Meldung bei leeren Tintenpatronen
  • Kein PDF-Druck vom USB-Host
  • spiegelndes Bedienpanel

Größenvergleich

So gleich wie die Geräte bei den Ausstattungsmerkmalen sind, so unterschiedlich sind sie bei der Bauform. Während besonders Epson und auch HP versucht haben, möglichst kompakte Geräte zu bauen, war das für Canon weniger wichtig. Der wuchtige Maxify benötigt deutlich mehr Platz und ist deutlich schwerer als seine beiden Konkurrenten. Im untenstehenden Bild werden die Unterschiede deutlich.

In nachfolgender Tabelle hat Druckerchannel die Abmessungen und das Gewicht der Geräte im druckbereiten Zustand dargestellt. Das bedeutet die Papierablage ist vollständig ausgezogen und der ADF ist aufgeklappt (wie im Bild oben). Durch die größere Höhe und Breite wirkt der Canon deutlich bulliger als seine beiden Konkurrenten.

Vergleich der Abmessungen im druckbereiten Zustand (Werte gerundet)
BreiteTiefeHöheGewicht
Canon Maxify MB205046 cm62 cm30 cm11 kg
Epson Workforce WF-2660DWF43 cm57 cm23 cm7 kg
HP Officejet Pro 683046 cm59 cm22 cm8 kg
© Druckerchannel (DC)

Während Epson die Schnittstellen versenkt angebracht hat, sodass ein eingestecktes Strom- oder Netzwerkkabel bündig mit der Geräterückseite abschließt, erfordert dies bei Canon und HP zusätzlichen Platzbedarf in der Tiefe. Dieser ist in den oben aufgeführten Werten bereits berücksichtigt.

*1
Nur PDF-Dateien die vom Gerät selbst erzeugt wurden, können gedruckt werden.
05.05.15 09:00 (letzte Änderung)
1Drei einfache Büro-AIOs für unter 170 Euro
2Die Testkandidaten im Überblick
3Das Verbrauchsmaterial
4Die Druckkosten
5Display, Bedienung und Schnittstellen
6Das Papierhandling
7Installation, Druckertreiber und Netzwerkfunktionen
8Faxfunktionen
9Textdruck: Qualität und Tempo
10Grafikdruck: Qualität und Tempo
11Fotodruck: Qualität und Tempo
12Tintenqualität: Marker-, Wasser- und Bleeding-Test
13Kopieren: Handling, Qualität und Tempo
14Scanqualität und Schärfentiefe
15Der Strombedarf
Technische Daten & Testergebnisse

137 Wertungen

 
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