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Workshop: Bauanleitung Vakuum-Refiller für Canon- und HP-Patronen: Vakuum-Refiller für Canon und HP im Selbstbau

Mit etwas handwerklichem Geschick und ein paar günstigen Teilen aus dem Baumarkt kann man sich seinen eigenen Vakuum-Refiller bauen, mit dem auch Profis ihre Tintenpatronen schnell und sauber wiederbefüllen.

Druckerchannel-Leser "Nochwas" hat sich über die hohen Preise der professionellen Refill-Werkzeuge geärgert und kurzerhand ein eigenes Werkzeug gebastelt, das ebenfalls mit der Unterdruckmethode arbeitet und nur wenige Euro kostet.


Der große Vorteil dieser Befüll-Methode: Man braucht die leeren Patronen weder aufzubohren noch muss man sie anschließend wieder versiegeln. Stattdessen befinden sich die Patronen nach dem Befüllen mit Vakuum quasi wieder im Auslieferungszustand (abgesehen von der Fremdtinte und der fehlenden Füllstandskontrolle durch den Treiber). Das heißt, eine so befüllte Patrone kann nie versehentlich auslaufen und ist schneller und sauberer zu befüllen.

Mit dem selbst gebastelten Vakuum-Refiller lassen sich alle Canon-SingleInk-Patronen befüllen. Auch für die weit verbreiteten HP-Patronen Nr. 364 ist diese Anleitung geeignet. Ich selbst befülle damit seit zwei Jahren erfolgreich die Canon-Patronen CLI-521 und PGI-520. Ich habe damit bis jetzt nur gute Erfahrungen gemacht. Die Funktionsweise eines Vakuum-Refillers erklärt zum Beispiel dieser Artikel: Test: Refill-Werkzeug Fill Bill 2 und HpCaJig .

Diese Teile braucht man zum Nachbau

  • Zwei kleine Zwingen - eine für die Schwarzpatrone, eine für die vier Farbpatronen. Solche Zwingen gibt es ab etwa 3 Euro im Baumarkt.
  • Vier Standard 60-ml-Spritzen (ich benutze 4 Stück für 4 Farben, damit ich nicht nach jeder Farbe die Spritze reinigen muss).
  • Nachfülltinte.
  • Vier Nadeln (liegt den Nachfüllsets meist bei und passen auch auf die 60-ml-Standard-Spritzen).
  • Pro Patrone je eine Originalverschlusskappe (oranges Plastik) - wer die nicht mehr hat, findet sie auch als "Leergut" bei Ebay.
  • Zum Schließen der Luftkanäle der Patronen benötigt man noch ein Metallplättchen und dazu passend ein Stück Gummi, dass man mit Sekundenkleber für Gummi auf das Metallplättchen klebt. Den Gummi habe ich von einer Glockenheberdichtung eines WC-Spülkastens (Baumarkt oder Ebay), aber es gibt natürlich auch andere Alternativen. Wichtig: der Gummi sollte weich sein.
  • Eine Heißklebepistole.
  • Metallbohrer in der Stärke der Spritzen-Nadel.
  • Zusätzlich kann man sich noch einen Magneten sowie 2 Metall-Buchstützen besorgen, das hilft später beim Befüllen.

Die Bauanleitung

Nehmen Sie eine Zwinge und schrauben Sie diese ganz zu. Markieren Sie mit einem Filzstift, wo das runde Teil auf die gegenüberliegende Seite der Zwinge trifft. Nun bohrt man mit dem Metallbohrer ein Loch im Durchmesser der Spritzennadel durch das eine Ende der Zwinge ganz durch. Eventuelle Grate entfernen. Bohren Sie auch ein Loch durch die Mitte der orangen Originalverschlusskappe.

Stecken Sie die Nadel probeweise ganz durchs gebohrte Loch der Zwinge. Stecken Sie auch die orange Originalverschlusskappe über die Nadel. Markieren Sie mit einem Filzstift auf der Nadel den Punkt, wo die Nadel mit der Gummifläche der Originalverschlusskappe abschließt. Ziehen Sie die Nadel wieder heraus und trennen Sie die Nadel vorsichtig am markierten Punkt - das geht zum Beispiel mit einem Dremel. Die Nadel sollte nun bündig mit der Gummidichtung der Originalverschlusskappe abschließen, wenn sie bis zum Anschlag in der Zwinge steckt. Prüfen Sie die Durchgängigkeit der Nadel mit der Spritze und entfernen Sie Grate, die den Nadelquerschnitt sperren.

Nadel und Originalverschlusskappe kleben Sie nun mit einem Tropfen Alleskleber an der Zwinge fest (weniger ist mehr). Nach dem Trocknen des Allesklebers erfolgt die luftdichte Stabilisierung mit Heißkleber, den Sie in mehreren Schichten (warm in warm) aufgetragen. Dabei sollte man auch die Nadelbasis mit einhüllen, ohne die Kanüle zu verstopfen. Da später beim Befüllen das ganze relativ großen Kräften ausgesetzt ist, sollte man alles rundum mit Heißkleber stabilisieren. Ich habe bereits über 150 Mal damit nachgefüllt und alles hat bisher gut gehalten.

Nach dem Erkalten des Heißklebers kann man den ersten Test machen: Man nimmt eine leere Patrone und steckt sie in die Originalverschlusskappe. Danach zwingt man das Metallplättchen mit der Gummiseite auf die obere Lüftungsöffnung der Patrone leicht fest (nicht zu fest). Dadurch wird der Patronentank luftdicht.

Nun zieht man die benötigte Menge Tinte (siehe Tabelle unten) in die Spritze und setzt sie oben auf die Basis der Nadel. Wichtig: Drücken Sie die Tinte nicht in die Patrone! Ziehen Sie stattdessen am Stempel (Kolben) kräftig nach oben. Dabei entsteht in der Tintenpatrone ein Vakuum. Lassen Sie den Kolben los, saugt sich die Tintenpatrone mit der Tinte aus der Spritze voll.

Sollten Sie bei den Klebearbeiten nicht alles perfekt abgedichtet haben, kommt Luft ins System und Sie können kein ordentliches Vakuum in der Patrone herstellen. Das merken Sie, wenn Sie wenig Widerstand spüren, wenn Sie den Kolben nach oben ziehen. Auch bei mir war auf Anhieb nicht alles luftdicht. Den kompletten Füllvorgang kann man sich in folgendem Refill-Video ab Minute 2:20 ansehen:

Refill mit der Unterdruckmethode: Ab Minute 2:20 sieht man, wie sich die Tinte in die Patrone saugt.

Die Schwarzpatronen haben einen größeren Tintenauslass und lassen sich daher nicht in der Zwinge für die Farbpatronen befüllen. Dafür sollte man sich also eine eigene Zwinge bauen.

Die beiden Zwingen für meine Canon-Patronen halte ich mithilfe eines Magneten, der zwischen zwei Metallbuchstützen "klebt", flexibel fest, d.h. ich kann die Zwingen drehen, zum Reinigen schnell abnehmen und wieder anklicken, was sehr praktisch ist.

Video-Bauanleitung: Erklärt Schritt für Schritt, wie man sich den Vakuum-Refiller sebst baut.
Patronengewichte und -füllmengen
Patrone leerPatrone vollPatronen-
füllmenge
HP-Patronen
HP Nr. 364 Farbpatrone17 g23 g6 ml
HP Nr. 364 XL Farbpatrone17 g30 g13 ml
HP Nr. 364 Schwarzpatrone20 g32 g12 ml
HP Nr. 364 XL Schwarzpatrone20 g42 g22 ml
HP Nr. 920 XL Farbpatrone20 g28 g8 ml
HP Nr. 920 Schwarzpatrone20 g32 g12 ml
HP Nr. 920 XL Schwarzpatrone20 g42 g22 ml
Canon-Patronen
CLI-8 Farbpatrone15 g28 g13 ml
PGI-5 Schwarzpatrone20 g46 g26 ml
CLI-521 Farbpatrone12 g22 g10 ml
PGI-520 Schwarzpatrone19 g34 g15 ml
CLI-526 Farbpatrone12 g22 g10 ml
PGI-525 Schwarzpatrone19 g34 g15 ml
CLI-551 Farbpatrone15 g22 g7 ml
CLI-551 XL Farbpatrone14 g24 g10 ml
PGI-550 Schwarzpatrone20 g34 g14 ml
PGI-550 XL Schwarzpatrone?? g?? g22 ml
© Druckerchannel (DC)

Alternative mit Leimzwinge

Nach demselben Prinzip kann man auch eine Leimzwinge mit beweglichen Backen zu einem Vakuum-Refiller umbauen. Solche Leimzwingen kosten unter zwei Euro und sind in jedem Baumarkt zu finden. Wie oben bereits beschrieben, verwendet man auch hier eine Gummidichtung für WC-Spülkästen und schneidet die nötige Größe aus.

Die obere Zwingenbacke wird durchbohrt, um die Spritzennadel durchstecken zu können. Dabei bohrt man an der Metallachse der Zwingenbacke so vorbei, dass das Austrittsloch der Bohrung genau in der Mitte der Zwingenbacke liegt. Danach Nadel und Dichtungskappe mit Heißkleber luftdicht befestigen.

17.02.15 13:47 (letzte Änderung)

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