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EU Parlament: Recht auf Reparatur und längerer Produkthaltbarkeit

von Ronny Budzinske

Das europäische Parlament hat ein "Recht auf Reparatur" beschlossen. Neben einer verbesserten Haltbarkeit und Reparierbarkeit geht es auch um eine bessere Kennzeichnung von Produkten in der EU. Gegen "geplante Obsoleszenz" soll vorgegangen werden.

Am Mittwoch, den 25. November 2020 hat das europäische Parlament ein "Recht auf Reparatur" von Produkten beschlossen (Abstimmungsergebnis). Dabei ist man den Vorschlägen der Ausschüsse für den Binnenmarkt sowie dem Verbraucherschutz gefolgt.

Befragungen haben gezeigt, dass 77 Prozent der EU-Bürger "ihre Geräte lieber reparieren als ersetzen würden". Dabei kann auch in die Erwägung gezogen werden, dass "Reparaturbetriebe eine Quelle lokaler Arbeitsplätze und spezifischen Know-hows in Europa sein könnten".

Grundsätzlich sind Verbraucher auch bereit, sich für eine solche Kreislaufwirtschaft einzusetzen und lieber mehr Geld in langlebige und reparierbare Produkte zu stecken. Als Haupthindernis wird jedoch eine "Informationsasymmetrie" genannt. So kann zwar der Hersteller selbst gut abschätzen, wie lang ein Produkte oder seine Bauteile halten werden, an den Endverbraucher werden diese Daten jedoch nur bedingt weitergegeben.

Kennzeichnungen zur Lebensdauer und Reparierbarkeit

Mit dem Beschluss fordert das Parlament die EU-Kommission auf, ein Konzept zu entwickeln. In erster Linie geht es darum, die Verbraucher in die Lage zu versetzen, sich selbst für haltbare Produkte entscheiden zu können.

Vorstellbar ist auch, die Produkte möglichst objektiv bezüglich der Reparierbarkeit zu bewerten, wie es beispielsweise durch private Unternehmen wie iFixit schon jetzt getan wird.

Auch das große Thema der "geplanten Obsoleszenz" soll angegangen werden. Dabei soll gegen Praktiken vorgegangen werden, bei der die Hersteller gezielt vorgehen, die Lebensdauer von Produkten gezielt zu verkürzen. Bei Druckern fallen einem hierbei fest installierte (technisch jedoch durchaus notwendigen) Resttintenschwämme ein, die eine Verwendung des Gerätes nach einer gewissen Zeit ohne weiteren Eingriff unmöglich machen.

Reaktion vom Branchenverband

Der "Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V." (Bitkom), der die Interessen vieler Hersteller vertritt, sieht das vorhaben Zwiegespalten.

In einer im März 2020 veröffentlichen Stellungnahme gibt man zu bedenken, dass die Lagerhaltung für "Ersatzteile für lange Jahre" zu unnötigen Müll führen kann. Nach einer selbst in Auftrag gegebenen Studie haben 56 Prozent der Verbraucher, die ein Defektes Smartphone hatten, dieses "reparieren lassen oder – wenn möglich – selbst repariert". Die Akzeptanz sinkt jedoch massiv, wenn dies zu aufwändig oder kostenintensiv ist.

Dazu sind besser reparierbare Produkte sperriger oder bieten weniger Funktionen. Zudem kann beispielsweise bei einem nicht fachmännisch (oder mit ungeeigneten Bauteilen) durchgeführter Akkutausch ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Die Meinung des Autors

Insbesondere bei Smartphone, Tablets oder auch Notebooks konnte man in der jüngsten Vergangenheit sehen, dass diese Geräte so stark gekapselt wurden, dass mittlerweile immer öfter sogar der Speicher fest verlötet ist und sich ein Akku nicht mehr ohne weiteres entnehmen lässt. Vielleicht ist es wieder an der Zeit, dass diese Geräte entweder dicker werden oder durch innovative Ideen ein schlankes Design und Reparierbarkeit bieten können. Viele Laserdrucker lassen sich traditionell gut warten. Ausnahmen sind zum Teil die Rollen von Originalzufuhren (ADF). Bei Tintendruckern setzen sich dagegen immer mehr vom Benutzer wechselbare Resttintenbehälter durch. Zumindest diese geplanten und vom Drucker auch gemeldeten Eingriffe können dann vom Benutzer selbst durchgeführt werden.

01.12.20 15:48 (letzte Änderung)

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