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Test Epson Ecotank ET-4950: Druckkopf, Verbrauchsmaterialien und Folgekosten

von Ronny Budzinske

Der Ecotank ET-4950 verwendet das gängige 4-Farb-Tintensystem mit einem Pigmentschwarz und den drei Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb auf (wasserlöslicher) Dyebasis. Tinte wird eben nicht über Patronen, sondern über Tanks von der rechten Seite zugeführt. Der Druckkopf selbst wird von dort über ein Schlauchsystem gefüttert und basiert auf einem Precisioncore-Piezo-Druckchip mit insgesamt 800 Düsen.

Druckkopf

Diese verteilen sich auf 400 Düsen für Schwarz mit einer Druckbreite von 3,38 Zentimetern und einer nativen Auflösung von 300 dpi. Um mit den im Standardmodus erzielten 600 dpi zu drucken, bedarf es also stets zweier Druckzüge. Epson-Drucker mit zwei oder gar vier Chips sparen sich die Hälfte davon und sind dann entsprechend schneller. Für die drei Grundfarben gilt beim ET-4950 die gleiche Auflösung, aber lediglich eine Druckbreite von 1,1 cm. Es braucht also mindestens 27 Druckkopfbewegungen für den vollflächigen Farbdruck auf Normalpapier. So, genug der Technik.

Epson selbst hebt hervor, dass die zum Einsatz kommende Piezo-Drucktechnik ohne Hitze funktioniert ("Heatfree") und somit Strom spart. Gegenüber Laserdruckern ist das tatsächlich auch der Fall. Im Vergleich zu anderen Tintendruck-Technologien, wie dem thermischen Druck von HP oder Canon, ist das aber zu vernachlässigen. Theoretisch arbeitet so ein auf Piezo basierender Kopf aber weitgehend verschleißfrei.


Tintenflaschen der Serie 102

Trotz der, gegenüber den Vorgängermodellen, deutlich höheren Tintenreichweite verwendet Epson die gleichen Flaschen der Serie 102 mit entsprechend derselben Füllmenge. Zum Lieferumfang gehören zwei schwarze und je eine der farbigen Flaschen.

Im Nachkauf sollen die Farbflaschen (je 70 Milliliter Füllmenge) für jeweils rund 6.500 Seiten nach Epson-Messung und die schwarze mit ihren 127 Millilitern sogar für 8.500 Seiten mit dem Testdokument ISO/IEC 24712 reichen. Durch die notwendige einmalige Initialisierung bei der Drucker-Installation benötigt das Drucksystem Tinte, die sonst für rund 1.900 S/W oder jeweils etwa 1.000 Farbseiten reichen würde.

Die erste Befüllung dauert übrigens rund elf Minuten, während der im Installationsprozess praktischerweise die weitere Einrichtung vorgesehen ist. Die Flaschen selbst sind mit einem Schlüssel-Schloss-System kodiert und lassen sich nicht in die falschen Tanks reinkippen. Ebenfalls keine Sorge braucht man davor zu haben, dass etwas tropft. Dazu ist ein Ventil verbaut, welches Tinte erst fließen lässt, wenn die Flasche auf die (passende) Tankstutze gesteckt wird. Etwas nervig ist es allerdings, dass initial nicht der gesamte Flascheninhalt in den Tank passt. Selbst nach der Tintenzuleitung, und dem dann möglichen Nachkippen, bleibt etwas über. Die "angebrochenen" Flaschen müssen also zunächst noch etwas aufbewahrt werden.

Der Tintenstand selbst lässt sich im Idealfall an den Sichtfenstern am Tank ablesen. Aufgrund der verwendeten Dyetinten lassen sich die einzelnen Farben jedoch nicht ohne Weiteres erkennen - alle sehen ähnlich dunkelgrau aus. Ja, in den Marketingbildern ist das anders, Epson! Man sollte auch tunlichst darauf achten, dass man nie ohne Tinte druckt. Im Betrieb wird man daran glücklicherweise auch des Öfteren erinnert. Einen Sensor für den Tintenstand oder "das nahende Ende" gibt es beim Ecotank-System leider nicht. Das macht HP mit seiner "Smart Tank"-Serie klar besser.

Für die Tintenflaschen ruft Epson einen empfohlenen Preis von rund 17,50 Euro für Schwarz und knapp unter elf Euro je Farbe auf. Im Set kann man mit einer Preisempfehlung von insgesamt 46,50 Euro rund vier Euro sparen - na prima!

materialinfo:FEHLER

Um den Drucker im Umfeld seiner Konkurrenten einordnen zu können, haben wir in der nachfolgenden Tabelle einige weitere Druckermodelle zum Vergleich gelistet. Allen gemeinsam sind folgende Eigenschaften:

  • Preis bis 400 Euro
  • Tintentank
  • Duplexdruck
  • Papierkassette
  • Multifunktion mit Flachbettscanner mit ADF (Simplex oder Duplex)

Im Drucker-Finder können schnell alle aktuell passenden Drucker mit diesen Voreinstellungen gefunden werden. Zusätzlich sind deutlich günstigere Patronendrucker mit vergleichbarer Ausstattung aufgeführt. Diese bieten entsprechend eine niedrigere Reichweite und deutlich höhere Folgekosten.

Dokumente und Methodik

Für die Ermittlung der Druckkosten verwendet Druckerchannel zum einen die genormten Angaben der Hersteller nach ISO/IEC 24711. Dabei wird ein gemischtes Grafik- und Text-Dokument auf Normalpapier gedruckt. Zum anderen misst das Druckerchannel-Testlabor die Folgekosten selbst: in optimaler Qualität (Einstellung hoch im Treiber), großflächig auf Fotopapier mit Rand.

Da es sich bei der ISO-Vorlage um ein gemischtes Farb- und Schwarzdokument handelt, haben wir die reinen Kosten der Schwarzpatrone extrahiert und zusätzlich dargestellt. Diese bleiben in den Farbkosten jedoch eingerechnet.

Für die Kalkulation nehmen wir in dieser Geräteklasse derzeit 50.000 ISO-Seiten oder 3.000 A4-Farbfotos als Grundlage. Der hier getestete Epson Ecotank ET-4950 ist in der Darstellung fett hervorgehoben. Weitere aktuelle Geräte zeigen wir im Vergleich an. Unter Umständen steht hier jedoch (noch) kein von Druckerchannel gemessener Wert für die Foto-Folgekosten zur Verfügung.

Druckkostenanalyse 06/2026*1
Seitenpreis mit
'ISO-Farbdokument'*2 (50.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument'*3 (50.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'DC-Farbfoto'*4 (3.000 Seiten)
    
Canon Pixma G3590
 
 
0,5 ct
 
 
0,2 ct
Epson Ecotank ET-4950
 
 
0,6 ct
 
 
0,1 ct
 
 
5,2 ct
HP Smart Tank 7305
 
 
0,6 ct
 
 
0,2 ct
 
 
4,8 ct
Brother DCP-T780DW
 
 
0,6 ct
 
 
0,2 ct
Canon Maxify GX4050
 
 
0,6 ct
 
 
0,2 ct
 
 
5,9 ct
Canon Maxify GX2050
 
 
1,2 ct
 
 
0,3 ct
 
 
7,5 ct
Canon Maxify MB2150 (Patronen, Pigmenttinten)
 
 
8,4 ct
 
 
2,5 ct
 
 
59,0 ct
Brother MFC-J4350DW (Patronen, Pigmenttinten)
 
 
9,3 ct
 
 
2,5 ct
Epson Workforce Pro WF-3820DWF (Patronen, Pigmenttinten)
 
 
13,8 ct
 
 
4,9 ct
HP Officejet Pro 8132e (Patronen, Pigmenttinten)
 
 
16,2 ct
 
 
5,8 ct
Brother DCP-J1460DW (Patronen)
 
 
16,7 ct
 
 
5,3 ct
 
 
1,45 €
Canon Pixma TS7750i (Patronen)
 
 
21,6 ct
 
 
10,0 ct
 
 
85,9 ct
Canon Pixma TS7550i (Patronen)
 
 
21,9 ct
 
 
10,3 ct
 
 
69,9 ct
Epson Workforce WF-2930DWF (Patronen)
 
 
24,5 ct
 
 
7,4 ct
HP Envy 6520e-Serie (Patronen)
 
29,6 ct
 
13,4 ct
 
2,83 €
© Druckerchannel

S/W- und Farbdruckkosten auf Normalpapier

Das Thema der Druckkosten auf Normalpapier kann man eigentlich ziemlich schnell abschließen. Alle Tankdrucker befinden sich hier auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Etwas teurer drucken in der Regel Pigmenttintendrucker, wie der günstige Canon Maxify GX2050, der dafür einen schöneren Druck auf Normalpapier bietet. In Kombination mit zudem anfallenden Fotodrucken ist man mit Dyetinten dagegen in der Regel besser aufgehoben.

Gemessene Farbdruckkosten auf Fotopapier

Etwas spannender sind dagegen die Reichweite und die daraus resultierenden Folgekosten beim Fotodruck. Dazu verwenden wir unsere A4-Fotovorlage und drucken diese in gehobener Qualität auf Glanzpapier wiederholt aus. Bei Tankdruckern wird dieser Test jedoch in etwas reduzierter und dann lediglich hochgerechneter Form durchgeführt. Tatsächlich haben wir nach 70 Seiten und 2 1/2 Stunden Stop gesagt.

Demnach kommen wir auf eine Reichweite von rund 486 Seiten mit der Gelb-Tinte, 494 Seiten mit einer Flasche der Magenta-Tinte und 673 mit der Cyan-Tintenflasche. Obwohl auf Glanzpapier regulär kein Pigmentschwarz verwendet wird, wäre ein voller Tank nach unserer Berechnung "bereits" nach rund 1.775 Seiten aufgebraucht.

Geht man von einem zu berechnenden Gesamtvolumen von 3.000 Fotoseiten aus,  dann ergibt das einen Seitenpreis von etwas mehr als 5 Cent für die Tinte an sich. Das Papier dürfte auch beim günstigen Einkauf deutlich teurer sein. Die Tintenkosten lassen sich dagegen durch den Kauf über den Preisvergleich nochmals um rund 20 Prozent reduzieren.


Resttintenbehälter

Nun stellt sich die Frage, was Epson mit der ganzen Tinte macht, die beim Fotodruck "nebenher" verbraucht wird und nicht auf dem Papier landet. Unter Umständen werden kleine Mengen davon tatsächlich auch doch irgendwie untergemischt. Der Großteil dürfte jedoch in einen Resttintenbehälter wandern, der bei allen regulären und manuellen Reinigungsvorgängen gesättigt wird.

Immerhin lässt sich dieser vom Benutzer selbst mit nur wenigen Handgriffen und für wenig Geld wechseln. Der T04D1 (so lautet die Bestellnummer) kostet offiziell lediglich 10 Euro und sollte für viele tausende Standard-Druckseiten halten - wenn man nicht zu viel reinigt.

Gegenüber dem Vorgängermodell bedarf es für den Wechsel immerhin jetzt keines Schraubendrehers mehr. Die nötige Abdeckung lässt sich einfach abschieben. Die Box lässt sich dann mit wenigen Handgriffen unkompliziert entnehmen und ersetzen.

Resttintenbehälter für den Randlosdruck

Beim exzessiven Randlosdrucken kann es übrigens passieren, dass das dafür benötigte Randlos-Überdruckkissen übersättigt ist. Wenn dies der Fall ist, muss der Ecotank zum Service oder kann nur noch mit Druckrand drucken. Beim absoluten Einstiegsdrucker ET-2810 hatten wir hierfür eine Nutzungsdauer von mindestens 4.000 Fotodrucken ermittelt - das muss man erstmal schaffen. Durch Reduzierung des Überdruckumfangs im Treiber lässt sich die Ausbeute übrigens noch vergrößern.

Der Piezo-Druckkopf ist derweil kein Verbrauchsmaterial und kann regulär nicht getauscht werden. Mit etwas Geschick und dem passenden (und kostspieligen) Ersatzteil ist dies aber durchaus möglich. Innerhalb der Garantie, die bei einer Registrierung 3 Jahre andauern kann, sollte man das aber eher unterlassen.

*1
Diese Tabelle wird automatisch aktualisiert.

Preise

Alle Preise sind Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).

Kosten & Starterreichweite

In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.

*2
ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): A4-Farbdokument (fünfseitig) auf Normalpapier in Standardqualität.
*3
Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712 (nur SW)): Mit diesem fünfseitigen Dokument sind Tintendrucker und Farblaser getestet.
*4
DC-Farbfoto (dc_fotoyield): A4-Farbfoto mit Rand auf Fotopapier (Glanz) in sinnvoller Auflösung und Qualität.
Dieser Artikel wurde ohne generative KI erstellt.
20.01.26 08:38 (letzte Änderung)
1Tintentanker mit viel Komfort und verbesserter Druckqualität
2Druckkopf, Verbrauchsmaterialien und Folgekosten
3Gehäuse und Papierzuführungen
4Anschlüsse, Scanner & ADF-Einzug
5Druckertreiber, Scannertreiber & Webserver
6Display, Bedienung & Funktionen am Gerät
7Smartphone-, Tablet- und Windows-App
8Scan- und Kopiertempo
9Scan- und Kopierqualität
10Text-, Grafik- und Fotodrucktempo
11Text- und Dokumentdruckqualität
12Marker- und Wischfestigkeit
13Grafik-Druckqualität
14Foto-Druckqualität
Technische Daten & Testergebnisse

25 Wertungen

 
1

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