Avision AD136N: Günstiger Dokumentenscanner mit Flachbett
Dokumentenscanner sind im Büroalltag (und oftmals auch im privaten Umfeld) eine äußerst praktische Lösung. Für die meisten Aufgaben reicht ein A4-breiter Einzug vollkommen aus, um einen Dokumentenstapel flink zu digitalisieren. Kleinere oder auch vergleichsweise (bezüglich der Grammatur) "schwere" Originale sind in der Regel kein Problem. Kritisch wird es jedoch bei besonders empfindlichen oder sehr dicken Originalen bis hin zu kleinen Büchern.
Zwar gibt es auch Einzugsgeräte für solche speziellen Vorlagen, diese sind jedoch recht aufwändig in der Konstruktion und entsprechend hochpreisig. In diese Lücke springen einfachere Geräte mit einem untergebauten Flachbettmodul - fast so, wie man es von einem Multifunktionsdrucker her kennt. Am Markt sind solche Geräte allen voran mit dem Ricoh SP-1425, dem Epson Workforce DS-1730 oder dem HP Scanjet Pro 2600 f1 vertreten. Auch der taiwanesische Hersteller Avision ist mit dem Einstiegsmodell AD120 präsent.
Avision AD136N
Neu ins Sortiment von Avision kommt nun für rund 330 Euro das Netzwerkmodell AD136N, das funktional keinen direkten Vorgänger hat. Am ehesten wäre das wohl der kürzlich abgekündigte AD130, der in einer niedrigeren Qualitätsstufe zwar etwas flinker, dafür aber an anderen Stellen leistungsfähiger war. Der Neuling steht indessen in direkter Konkurrenz zum Epson Workforce DS-1760WN und auch HP Scanjet Pro 3600 f1.
Die Grundlage bildet ein A4-Flachbettscanner mit einem CIS-Sensor und einer optischen Auflösung von 1.200 dpi. Dazu kommt ein Duplex-ADF mit eigener Scanzeile, der in einem Tempo von bis zu 36 Originalen je Minute automatisch verarbeiten kann - im beidseitigen Modus entsprechend 72 ipm ohne Einbußen in Farbe bis 300 dpi. Wie üblich, gilt über den Einzug eine Begrenzung der Auflösung von 600 dpi - das reicht jedoch mehr als aus.
Der ADF ist vergleichsweise flach (in einer U-Form) konstruiert und kann bis zu 75 Originale mit "normaler" Grammatur (also 80 g/m²) fassen. Beim Einzug setzt Avision auf ein herkömmliches Trennpolster zur Papierseparation und nicht auf ein fortschrittlicheres Doppelrollensystem mit zusätzlichen Bremsrollen. Immerhin können eventuell Fehleinzüge mit Hilfe des integrierten Ultraschallsensors zuverlässig erkannt werden. Nach einer händischen Korrektur und einem Knopfdruck kann es dann weitergehen. Eine Funktion, die die neuen Epsons in der gleichen Klasse nicht bieten.
Formate und Grammaturen
In den Einzug passen Originale in allen gängigen Formaten zwischen DIN A6 und A4. Die Mindestgröße unterschreitet diese Formate mit 76,2 × 148 Millimetern sogar nochmal ein wenig. Einzelne Banner können im Modus für langes Papier auch bis knapp über sechs Meter eingelegt werden - dann gilt jedoch eine Obergrenze von 200 dpi. Die volle Auflösung kann der AD136N bei Längen bis zu 1,5 Meter fahren - die Dateigröße dürfte in dieser Kombination jedoch nicht unerheblich sein.
Nicht besonders vielfältig zeigt sich der Avision bei den möglichen Grammaturen. Zumindest über den ADF sind lediglich Originale zwischen 60 und 105 g/m² innerhalb der Spezifikationen. Wirklich problematisch dürfte das allerdings nicht sein, weil damit ein Großteil der üblichen Scanaufgaben abgedeckt wird. Schwerere oder besonders empfindliche Vorlagen gehören ohnehin nicht in den ADF, der diesbezüglich kaum Grenzen kennt. Flach aufliegende Reisepässe oder auch Bücher dürften trotz CIS-Sensor mit seiner geringen Tiefenschärfe locker digitalisiert werden können.
Wer eine Flachbett-Dokumentenscanner-Kombination mit mehr Möglichkeiten und höheren Leistungsdaten sucht, wird bei Avision mit dem AD3100F fündig. Das Gerät basiert auf einem herkömmlichen Dokumentenscanner mit einem darunter angesteckten Flachbettmodul.
Datenverarbeitung, Display und Treiber
Konzeptionell ist der AD136N in erster Linie als Arbeitsplatzscanner vorgesehen. Für den Anschluss gibt es einen USB-Port (3.2 Gen 1x1) sowie erstmals in der Klasse bei Avision auch einen Gigabit-Ethernet-Anschluss. WLAN ist weder verbaut noch als Option erhältlich. Andernorts wird auch eine Modellvariante als AD136WN mit Drahtlosfunktion vermarktet. Für den westeuropäischen Markt ist dieser derzeit allerdings nicht vorgesehen.
Eine autarke Datenausgabe gibt es lediglich hin zu einem ansteckbaren USB-Stick, dessen Anschluss sich rechts vom Bedienpanel "versteckt". Trotz Netzwerkfunktion und (Steuerungsmöglichkeit über ein) Display kann nicht direkt in die Cloud, zu E-Mail-Adressen oder in Netzwerklaufwerken gescannt werden.
Der kleine Bildschirm auf der herausragenden Bedienblende kann bis zu fünf Scanziele auf einmal einblenden, die sich am Computer über die Software "Button Manager" definieren und anpassen lassen. Durch Scrollen sind auch weitere Ziele erreichbar. Die Bedienung erfolgt über Pfeiltasten. Möglich ist auch die Hinterlegung von mehreren Computern lokal per USB oder im gleichen Netzwerk, auf denen dazu jedoch die Avison-Software installiert und gestartet sein muss. Über diesen Weg kann man dann auch zu entfernten Zielen (z.B. Cloud, E-Mail, Netzwerk) und mit angewendeter OCR-Texterkennung scannen. Für den Verbindungsaufbau im Netzwerk hilft das Softwaretool "Virtual Scanner Link".
Kompatibel sind neben Windows-Rechnern (ab Windows 7) immerhin auch "macOS"- (ab 10.12 bis Sonoma) und Linux-Systeme (basierend auf Fedora, "openSUSE", Debian, Ubuntu). Zumindest für Windows gibt es sowohl TWAIN- als auch ISIS-Treiber, wodurch sich der Scanner auch in eigene Anwendungen integrieren lässt. Linux wird über die SANE- und "macOS" über die ICA-Schnittstelle bedient.
Zumindest für Windows gehören sowohl die einfache Avision-Dokumentenverwaltung "AVScan X" als auch eine abgespeckte Version von "Nuance PaperPort" (Version SE14) zum Lieferumfang.
Die Stromversorgung ist über ein externes Netzteil umgesetzt. USB 3 (Kabel mit Steckern Typ A und B) ist ausschließlich für die Datenverbindung vorgesehen. Mit diesem Standard lassen sich die bis (recht niedrigen) maximal 17 Watt im Betrieb ohnehin nicht realisieren. Im Karton befindet sich zudem ein passendes USB-Kabel.
| Avision AD136N- Dokumentenscanner | |
|---|---|
Neu
| |
| Preis inkl. MwSt. | ca. 330 Euro |
| Vorgänger | AD130 (der AD120 bleibt im Sortiment) |
| Verwendung | nur mit einem Computer (USB, Typ A/B oder Ethernet) |
| ADF | bis zu 75 Blatt (bei 80 g/m²) |
| ADF-Typ | Dual-Duplex (2 Scanzeilen, CIS) |
| ADF-Tempo Simplex / Duplex | 36 ppm / 72 ipm (in Farbe oder S/W bei 300 dpi) |
| Ultraschallsensor | ja |
| Gegenläufige Rollen | nein (Trennpolster) |
| maximale optische Scanauflösung | 600 dpi (1.200 dpi über das Flachbett) |
| Flachbett | integriert |
| Ergonomie | |
| max. tägliches Scanvolumen | bis zu 1.500 Seiten |
| Display / Bedienpanel | 4,5 cm Farbbildschirm (Navigation über Touchscreen) |
| Formatspezifikationen (Flachbett) | |
| Höchstgröße | 215,9 x 297,0 mm (bis A4 oder US-Letter) |
| Plastikkarten | ja, eine Karte bis zu 1,25 mm Dicke nach ISO7810 |
| Formatspezifikationen (ADF) | |
| Mindestgröße | 76,2 x 148,0 mm (z.B. ab Din A6) |
| Höchstgröße | 215,9 x 355,6 mm (US-Legal, deckt A4 ab) |
| Einzelne Banner | Länge bis ca. 6 Meter (bis 200 dpi) volle Auflösung (600 dpi) bis 1,5 Meter |
| Grammatur | 60 bis 105 g/m² |
| Plastikkarten | über das Flachbett möglich |
| Reisepass (Buch) | über das Flachbett möglich |
| Software/ Verbindung | |
| Windows-Treiber und Software | ISIS/ TWAIN/ WIA "Button Manager", PaperPort, AVScan |
| Mac-Treiber und Software | ICA "Button Manager", PaperPort, AVScan |
| Linux-Treiber | SANE |
| autarker Scan | nicht möglich |
| Netzwerk | Ethernet 10/100/1000 MBit (Gigabit-Ethernet) |
| USB / USB-Host | USB 3.2 Gen1x1 / ja (seitlich vom Bedienpanel) |
| Verbrauchsmaterial / Ersatzteile | Separationspad (30.000 Seiten), Aufnahmerolle (100.000 Seiten) |
| Garantie | 2 Jahre |
| Alle Daten | technische Daten |
| © Druckerchannel | |
Verschleißteile und Optionen
Die Einzugsrolle dürfte für 100.000 bis 200.000 Seiten ausgelegt sein und ist dann als Ersatzteil erhältlich. Das Trennpolster unterliegt prinzipbedingt einem stärkeren Verschleiß und ist für einen Tausch nach bereits 30.000 Seiten vorgesehen. Die Lebensdauer hängt auch von der regelmäßigen Pflege ab.
Garantie und Verfügbarkeit
Wie für die meisten Avision-Scanner gilt eine Garantie von 24 Monaten ab Kauf. Im Servicefall muss das Gerät zum Hersteller geschickt werden.
Scanner-Finder vom Druckerchannel
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