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Druckunterstützungs-Apps (PSA) für "Windows Ready Print": Alles so schön bunt hier!

von Ronny Budzinske

In Kürze startet "Windows Ready Print". Für Drucker wird damit der IPP-Klassentreiber priorisiert - das klappt mit den meisten aktuellen und vielen älteren Druckern. Die karge Optik und den spartanischen Funktionsumfang des Standardtreibers können Hersteller mit einer Druckunterstützungs-App (PSA) aufpeppen. Wir zeigen, wer vorbereitet ist.

Bereits seit Sommer 2023 steht fest, dass Microsoft die Ansteuerung von Druckern vereinheitlichen und damit auch sicherer machen möchte.

Zusammenfassung:

  • Ab Mitte Juli 2026 startet "Windows Ready Print"
  • IPP-Klassentreiber (basieren auf Mopria) werden dann zum Standard
  • Druckerhersteller können die Optik und den Funktionsumfang des Treibers mit einer "PSA" (App) anpassen
  • Für jedes Druckermodell kann die App anders aussehen oder sogar für einzelne Modelle (trotz Mopria) nicht vorgesehen sein
  • Auch ohne PSA lassen sich Basis- und auch einige Sonderfunktionen nutzen
  • Treiberpakete der Hersteller lassen sich weiterhin installieren und uneingeschränkt verwenden - solange man nicht den WPP-Modus aktiviert

An die Stelle von speziell abgestimmten Druckertreibern, die bis in die Tiefe auf die Möglichkeiten angepasst sind, tritt bei Windows zukünftig ein (!) Klassentreiber, der jeden Drucker ansteuern soll.

Ok, fast jeden - als Basis hat man den Mopria-Standard auserkoren, der schon seit vielen Jahren von den meisten Druckern breit unterstützt wird.

Ab Juli 2026 soll die (vorerst) finale Stufe gezündet werden: Steckt man dann einen neuen Drucker an oder verbindet diesen mit dem Netzwerk, verwendet Windows automatisch den standardisierten Klassentreiber und lässt somit den vom Hersteller hinterlegten Treiber links liegen. Für Drucker, die den Mopria-Standard nicht unterstützten, ändert sich dagegen zunächst gar nichts. Windows installiert dann weiterhin brav den angepassten Treiber und alles ist schick. Das klappt aber nur für ältere Geräte, für die Microsoft bereits einen Treiber gespeichert hat. Für neuere Geräte gilt bereits ein Aufnahmestopp.

Ungeachtet davon kann man weiterhin auch die Treiberpakete vom Hersteller verwenden - das muss dann jedoch manuell erfolgen. Die automatisch "aufgeholfenen" Basistreiber können nebenher installiert bleiben oder manuell entfernt werden.

Erst in einer späteren "Zündungsstufe" könnte sich das ändern. Es sei denn, man  aktiviert schon jetzt freiwillig den sogenannten "Windows Protected Print"-Modus (WPP) und beraubt sich damit selbst der Möglichkeiten von angepassten Treibern - im Namen oder im Gegenzug einer erhöhten Sicherheit. Gerade auf Firmenrechnern, die ohnehin nur simplen Zugriff auf den Bürodrucker benötigen, dürfte das schnell zum Standard werden - oder ist es oft sogar schon. Den "WPP" gibt es nämlich schon etwas länger.


Klassentreiber? Wie öde!?

Klassentreiber gibt es schon ziemlich lange. Ursprünglich ermöglichen sie die Nutzung von älteren oder sehr einfachen Druckern, für die der Originalhersteller keine angepassten Treiber mehr programmieren wollte. Nicht selten stammen diese unter Windows sogar von Microsoft selbst.

Wer so einen schon mal genutzt hat, weiß allerdings auch, dass der Funktionsumfang damit extrem eingeschränkt ist und viel mehr als das Papierformat und die Farbe nicht einstellbar sind. Zudem wird oftmals nur in einer vereinfachten Qualitätsstufe gedruckt.

Immerhin treffen diese Einschränkungen auf den IPP-Klassentreiber auf Basis von Mopria nur bedingt zu. Bereits mit dem Öffnen des Druckdialogs kommuniziert Windows mit dem Drucker und fragt ab, welche Funktionen unterstützt werden. Auf der Oberfläche oder in den erweiterten Menüs lassen sich dann immerhin auch Sonderfunktionen wie der Randlosdruck, der automatische Duplexdruck, der Papierschacht und sogar der vertrauliche Druck aktivieren - je nachdem, was der Drucker tatsächlich unterstützt.


Schick! Geht doch!

Für die meisten grundlegenden Funktionen ist also vorgesorgt. Aber es gibt auch Drucker, die darüber hinaus mehr bieten. Und überhaupt hat jeder Hersteller eine andere Philosophie, wie so eine Treiberoberfläche auszusehen hat.

Und genau an dieser Stelle kommen - Achtung, langes Wort voraus! - "Druckunterstützungsanwendungen" ("Print Support App"(s), abgekürzt PSA) ins Spiel. Diese sind vom Hersteller programmiert und können in der "Windows Update"-Datenbank hinterlegt werden - einschließlich Zertifizierung von Microsoft. Bei der Installation des IPP-Klassentreibers lädt Windows diese dann nach und ersetzt den eher kargen Standard-Druckdialog durch die angepasste Oberfläche.

Ein großer Vorteil ist, dass diese Apps auf der UWP-Plattform basieren und somit nicht nur auf Intel- oder AMD-Systemen, sondern auch auf der ARM-Architektur (z.B. mit Snapdragon) lauffähig sind.

In einer PSA haben die Hersteller weitgehend freie Hand bei der Gestaltung und eben auch bei der Bereitstellung des Funktionsumfangs.

Das reicht von der Speicherung von Profilen bis hin zur Nutzung von Finisher-Optionen, die so umfangreich bei weitem nicht innerhalb der Mopria-Spezifikation als Standard abgedeckt werden können. Über Metadaten, die eben die PSA "anstoßen" kann, können diese aber auch zum Drucker übermittelt werden.

Alle wollen eine, (fast) alle haben eine!

Mittlerweile haben so gut wie alle Druckerhersteller eine solche App entwickelt und die Zuordnung bei "Windows Update" hinterlegen lassen. Nicht davon abgedeckt werden einige Spezialdrucker, denen das Mopria-Protokoll auch mit Erweiterung nicht ausreicht. Dazu zählen in erster Linie Fotodrucker für professionelle Anwender und viele Großformatdrucker. Zumeist verstehen diese zwar den Mopria-Standard, jedoch beinhaltet dieser kein feingranulares Farbmanagement oder die Ansteuerung von einzelnen Düsen zur Optimierung der Rasterung - auch "Halftoning" genannt.

Das Hauptproblem besteht darin, dass der IPP-Klassentreiber immer bereits ein fertiges Rasterbild oder ein PDF erstellt und dieses direkt zum Drucker schickt. Farbprofile sind dann nur noch sehr stark eingeschränkt und alles andere als zuverlässig anwendbar.

Für die meisten Büro- oder Allrounddrucker ist das alles kein Problem. Gedruckt wird dann immer mit den Farben und Tinten, die der Druckerhersteller für die Vorlage für geeignet hält.

Wichtig zu wissen ist auch, dass jeder Hersteller für unterschiedliche Geräteklassen mehrere Apps gestalten kann. Des Weiteren ist es auch möglich, dass für ausgewählte Druckermodelle keine App zugeordnet ist. Eine manuelle Zuweisung seitens des Benutzers ist nicht möglich.

Ein Überblick

Zunächst wollten wir uns die Druckunterstützungsanwendungen von den vier großen Druckerherstellern genauer ansehen. Während sich HP beim Thema PSA erneut als Vorreiter präsentiert, sieht die Sache beim mittlerweile weltweit größten Hersteller von Tintendruckern, Epson, mau aus. Auf Anfrage teilte man uns mit, dass diese erst "langfristig" geplant ist. In einem separaten Artikel haben wir die Auswirkungen auf diese Entscheidung ausführlich dargestellt. Spoiler: Kurzfristig ist das für die meisten Nutzer nicht dramatisch.


Brother Print Support App

Für seine brandneuen Drucker setzt Brother schon vor dem offiziellen Start von "Windows Ready Print" mit seiner "Print Support App" auf den neuen Standard. Der klassische Treiber wird nicht mehr automatisch installiert, jedoch für den manuellen Download noch immer angeboten. Zum Vorschein kommt bereits jetzt eine (zum herkömmlichen Treiber) funktional ähnlich umgesetzte Version in frischer Optik.

Im Gegensatz zum Microsoft-Klassentreiber ist die Darstellung bei Brother-Druckern deutlich übersichtlicher und bietet auch die korrekte Benennung der eigenen Papiersorten. Dazu lassen sich benutzerdefinierte Papiergrößen anlegen und Broschüren drucken.

Der größte Vorteil aus Nutzersicht dürfte sein, dass sich sämtliche vorgenommene Einstellungen auch als ein Profil zusammenfassen und abspeichern lassen. Standardmäßig hat Brother bereits einige solcher Bündel vordefiniert. Diese führen direkt zum "Fotodruck", zum "Sparmodus" oder zum "Graustufendruck". Eigene Profile lassen sich mit einem eigenen Namen und einem auswählbaren Symbol erstellen, modifizieren und auch wieder löschen.


Canon Print Assistant

Canon bietet bereits seit dem Sommer 2025 den "Canon Print Assistant", der zunächst nur für i-Sensys-Laserdrucker vorgesehen war. Seit diesem Mai ist die PSA-Anwendung jedoch auch für die meisten Pixma- und Maxify-Tintendrucker freigeschaltet und bietet eben eine Oberfläche für viele Drucker des japanischen Herstellers.

Die Umsetzung von Canon kommt (zumindest bei Tintendruckern) mit lediglich einer Seite aus, die sich nach unten durchscrollen lässt. Dargestellt werden allerdings mehr oder weniger nur die Einstellungen, die auch der Klassentreiber bietet - das allerdings deutlich aufgeräumter und eben etwas hübscher.

Als zusätzliche Funktion gibt es die Einstellung "Seitenlayout", die den Druck von bis zu 16 Seiten verkleinert auf einem Blatt ermöglicht. Viel mehr ist allerdings derzeit noch nicht vorgesehen. Was in jedem Fall fehlt ist eine Möglichkeit für Druckprofile. Immerhin gibt es eine kleine Vorschau, die die Wirkung der gewählten Einstellungen optisch darstellt.


HP Print Support Application

Ähnlich wie Brother verwendet HP seine "Print Support Application" bereits seit geraumer Zeit als Standard für die meisten Tintendrucker. Wie bereits unser ausführlicher Test des Envy 6520e recht eindrucksvoll zeigt, bietet die HP-Umsetzung eine äußerst hübsche und zugleich übersichtliche Oberfläche.

Nicht nur werden die Basisfunktionen schick dargestellt, sondern sie werden auch durch weitere Komfortfunktionen erweitert. Dazu zählen der Broschürendruck, die Skalierung, ein einfaches Farbmanagement und eine Profilverwaltung, die HP unter der Bezeichnung "Voreinstellung" anbietet.

Vorgenommene Einstellungen werden ebenso dargestellt, wie eine vereinfachte Darstellung von deren Auswirkungen. Eine tatsächliche Druckvorschau gibt es allerdings nicht - was mit dem modernen Druckstandard jedoch auch nur schwer umsetzbar ist.

Weitere Druckerhersteller

Gegenüber dem bisherigen Treibermodell ist es mit "Windows Ready Print" kaum möglich, sich mit der Oberfläche vertraut zu machen, ohne einen passenden Drucker tatsächlich installiert zu haben. Die Darstellung basiert stets auf den Daten, die der (über USB oder das Netzwerk) verbundene Drucker zur Verfügung stellt.

Eine PSA-Anwendung lässt sich zwar theoretisch aus dem Windows-Store installieren, startet dann "bestenfalls" jedoch nur mit der Darstellung der Versionsnummer. Die eigentliche Bedienoberfläche bleibt verborgen und zeigt sich erst, wenn ein damit kompatibler Drucker antwortet - also vorhanden ist.

Die nachfolgenden Ansichten der Bedienoberfläche haben wir entsprechend von den Herstellern übernommen, die diese im Windows-Store darstellen. Neben Epson bietet nach aktuellem Stand auch Oki, Pantum und "Fujifilm Business Innovation" keine eigenen PSA-Anwendungen an. Diese dürften wohl allerdings kurz- bis mittelfristig nachgeliefert werden.

"Print Support Apps" (PSA) - Stand 2026/07
PSA für IPP-Klassentreiber
Druckerhersteller
HPHP Universal Print Application
(versteckt in der Store-Suche)
Epson(derzeit keine)
CanonCanon Print Assistant
BrotherBrother Print Support App
Xerox (und Lexmark)Xerox Print and Scan Experience
Lexmark(siehe Xerox)
RicohRICOH Print Support Application
Fujifilm Business Innovation(derzeit keine)
KyoceraKYOCERA Print Center
Oki(derzeit keine)
Pantum(derzeit keine)
SharpSharp Print Support App
(versteckt in der Store-Suche)
Konica Minioltabizhub Print Support App
Toshiba TecTOSHIBA Print Support Application
RISORISO Print Support App for Inkjet
Virtuelle Druckertreiber (Auswahl)
Uniflow (NT-Ware)uniFLOW Printer App
ezeep (Thinprint)(derzeit keine)
© Druckerchannel
Dieser Artikel wurde ohne generative KI erstellt.
30.06.26 13:27 (letzte Änderung)

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