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Abschaltung von Google Cloud Print: Alternativen für den Druck von Tablet und Smartphone ab 2021

von Ronny Budzinske

Der Dienst "Cloud Print" von Google wird eingestellt. Für die meisten Einsatzzwecke gibt es Alternativen. Das Drucken von Unterwegs wird - je nach Hersteller - schwierig. Druckerchannel zeigt Möglichkeiten für den Wechsel von Android über iOS, ChromeOS und Windows.


Fast alle aktuellen Drucker können es aber eher weniger Benutzer wissen, was es damit auf sich hat: "Google Cloud Print". Der Standard wird oft in einem Atemzug mit Apples Airprint genannt - macht aber doch etwas anderes. Fast 10 Jahre nach der Einführung wird der Dienst jedoch Ende 2020 eingestellt - so hat es Google bereits vor einem Jahr angekündigt.

Was ist (oder besser war) Google Cloud Print?

Mit dem proprietären Standard "Cloud Print" lassen sich Drucker an Google binden und damit Druckaufträge starten oder den Status des Druckers einsehen.

Ein registrierter Drucker sollte idealerweise stets über das Heimnetzwerk mit dem Internet verbunden sein und kann logischerweise nur in diesem Status Anfragen entgegen nehmen. Möglich ist dies dann von Google-Anwendungen (z.B. Google Docs oder Chrome), Android-Telefonen, mit einem universellen Windows-Treiber oder aber auch über Apps oder Implementationen von Drittanbietern.

Die Druckdaten werden dabei stets an Google gesendet. Erst von dort geht es dann zum Drucker. Ist dieser gerade nicht online, wird der Druckauftrag bei der nächsten Verbindung ausgedruckt. Selbst wenn Smartphone und Drucker nebeneinander stehen wird nicht über das lokale Netzwerk gedruckt.

Weitere Funktionen des Drucker, wie das Scannen, Kopieren oder Faxen sind über diesen Standard generell nicht möglich.

Alternativen: Möchte ich "lokal" oder "entfernt" drucken?

Wer seinen Drucker über Googles "Cloud Print" nutzt, der muss sich bis spätestens Ende 2020 umorientieren. Druckaufträge, die ab 2021 eingehen, werden nicht mehr verarbeitet.

In vielen Fällen sind durchzuführende Änderungen recht gering. Der Normalfall dürfte sein, dass man etwas zu einem lokalen Drucker schicken möchte. Dieser steht in der Regel nebenan oder neben einem und ist mit dem gleichen Netzwerk verbunden, wie der Computer, das Smartphone oder das Tablet.


Lokaler Druck von Telefonen oder Tablets mit Android (Google)

Seit der Android-Version 4.4 "KitKat" (Oktober 2013) gibt es eine native Druckfunktion für Netzwerkgeräte mit Wlan oder Ethernet. Diese funktioniert jedoch nur, wenn sich der Druckerhersteller an gewisse Standards hält und ein "Druckdienst Plugin" bereitstellt. Dieses muss man normalerweise aus dem "Play Store" herunterladen - teilweise geschieht dies bei einem neuen gefundenen Drucker auch automatisch. In den Einstellungen wird der Drucker dann im Netzwerk gesucht und fest hinzugefügt.

Einige wenige Hersteller bieten für ihre Drucker kein Plugin an. Auch in diesem Fall lässt sich jedoch die native Druckfunktion nutzen. Der Drucker muss dazu lediglich den offenen Standard Mopria unterstützen. Für diesen gibt es ein universelles Plugin zum download. Dieses funktioniert dann mit allen kompatiblen Druckern. Ebenso gab es ein Plugin für "Google Cloud Print" - das eben nur noch bis Ende 2020 funktioniert.

Der Zugriff erfolgt dann über den Menüpunkt "Drucken" aus unterstützen Android-Anwendungen (z.B. Google Mail oder Microsoft Word). Die zur Verfügung stehenden Einstellung stammen vom Hersteller und sind im Drucker hinterlegt.


Lokaler Druck von Telefonen oder Tablets mit iOS (Apple)

Nochmals einfacher sieht die Sache bei Apple iOS für iPhone Smartphones oder iPad Tablets aus. Die Druckfunktion namens "Airprint" kommt komplett ohne Treiber oder Plugin aus. Ein mit dem Netzwerk verbundener Drucker muss diesen Standard lediglich unterstützen. Welche Funktionen im Druckmenü dann gezeigt werden, bestimmt Apple aus den Daten, die im Drucker hinterlegt sind.

Der proprietäre Standard ist lizenzpflichtig, jedoch dennoch mit den meisten Druckern mit Wlan- oder Ethernet-Anschluss kompatibel.


Lokaler Druck von ChromeOS

Eine Besonderheit sind "Chromebook" Notebooks mit dem schlanken "ChromeOS"-Betriebssystem von Google. Trotz der Ähnlichkeit zu Android sind die "Druckdienst-Plugins" mit diesem System nicht kompatibel. Eine einfache Möglichkeit zu drucken war oder ist bis 2020 daher seit jeher das nun auslaufende "Cloud Print".

Es gibt jedoch auch hier eine native Druckfunktion, die jedoch von deutlich weniger Druckermodellen unterstützt wird. Aktuelle Modelle sollten damit kein Problem haben. Ein Anschluss ist in dem Fall stets lokal über USB oder im eingebundenen Netzwerk vorgesehen.

Einige kompatible Drucker listet Google auf seiner Support-Seite auf. Weitgehend sind nur die Modelle direkt kompatibel, die auch den offenen Mopria-Standard unterstützen. Die Liste ist jedoch bei weitem nicht deckungsgleich. Zukünftig sind auch kompatible Geräte im Druckerchannel Drucker-Finder einsehbar.

Für die Migration von "Cloud Print" zur ChromeOS-Druckfunktion bietet Google zudem Unterstützung an.

Lokaler Druck über eine App

Eine weitere Möglichkeit des lokalen Druckers ist die Verwendung einer App, die vom Hersteller bereitgestellt wird. Fast ausnahmslos jeder Druckerhersteller bietet eine an. Mit dieser lässt sich nicht nur die Druckfunktion, sondern oftmals auch der Scanner und zum teil das Fax des Multifunktionsdruckers nutzen.

Um von der App zu drucken, muss diese allerdings selbst geöffnet und ein Dokument ausgewählt werden. Alternativ kann man auch die Teilen-Funktion von einer anderen App nutzen, um diese aufzurufen. Somit ist jedoch kein nativer Druck aus beliebigen Anwendungen möglich.

Drucken von mobilen Geräten
Android Druckdienst-PluginChromeOSWeitere Dienste
MopriaMopria Print Service
Avision(nur Mopria)???
BrotherBrother Print Service Plugin???externe Lösung über Cortado
CanonCanon Print ServiceDruckerliste (US)PIXMA Cloud Link
EpsonEpson Print EnablerUnterstützte Drucker (US)E-Mail-Druck, Remote-Druckertreiber (Windows, Mac)
Epson Connect
HPHP Druckdienst-Plug-InUnterstützte Drucker (US)E-Mail-Druck (HP ePrint)
Konica MinoltaKonica Minolta Print Service???
KyoceraKYOCERA Print Service PluginUnterstützte Drucker (US)
LexmarkLexmark Print Service PluginUnterstützte Drucker (US)
OkiPrint PluginUnterstützte Drucker(Englisch)
Pantum(nur Mopria)???
Ricoh(nur Mopria)Unterstützte Drucker (Englisch)
SamsungSamsung Print Service Plugin
(von HP Inc.)
???
SharpSharp Print Service Plugin???
Toshiba(nur Mopria)???
XeroxXerox Print Service Plugin???
© Druckerchannel (DC)

Entfernter Druck von Untwerwegs

Kommen wir zur ersten Möglichkeit auch dann zu drucken, wenn der eigene Drucker nicht direkt neben mir steht. So lassen sich wichtige Dokumente schon unterwegs im Bus oder Fotos für die Daheimgebliebenen von der Urlaubsreise direkt drucken. Der Vorreiter ist hier HP mit seinem Dienst ePrint".

Entfernter Druck über eine Drucker-Email (Epson und HP)

Für quasi alle Drucker mit Netzwerkanschluss (Wlan oder Ethernet) bietet HP eine benutzerspezifische E-Mailadresse an. Diese Mail enthält einen kryptischen Empfänger (z.B. "78393koi12dc@hpeprint.com" oder lässt sich auch frei wählen und sollte nur denjenigen bekannt sein, der auf diesem Drucker drucken darf.

Wird eine einfache Email an diese Adresse von einem beliebigen E-Mail-Client geschickt, so wird diese über den HP-Server direkt an den Drucker weitergeleitet und ausgedruckt. Als Standard kann Jeder, der die Adresse kennt, drucken. Es lässt sich jedoch zudem eine Whitelist mit gültigen Absender hinterlegen.

Ebenso verhält es sich mit Anhängen in bestimmten Formaten von Dokumenten bis Fotos. Der Nachteil ist, dass man bei der Methode keinerlei Einfluss auf die Druckeinstellungen hat. Diese werden dann direkt vom Drucker übernommen. Fotos werden also idealerweise in hoher Qualität aus dem Fotofach (falls vorhanden) gedruckt und Dokumente in normaler Qualität in A4.

Einen quasi identischen Dienst bietet unter den großen Herstellern aktuell zudem noch Epson (Connect) für fast alle Netzwerkdrucker an. Die Funktionsweise dabei ist identisch.

Entfernter Druck über App oder Remote-Treiber

Weitere Lösungen direkt vom Hersteller für den entfernten Druck bieten derzeit unter anderem Canon, Epson und HP an.

Pixma Cloud Link (Canon)

So lassen sich über Canons "[exlink https://www.canon.de/support/consumer_products/pixma_wireless_printing_and_app_compatibility/#pixma {PIXMA Cloud Link}]" externe Cloudanbieter (z.B. Evernote, Google Drive oder Microsoft Onedrive) verknüpfen, über die dann nicht nur Scans abgelegt werden können, sondern auch Dokumente und Fotos gedruckt werden.

Gedruckt werden können dann als Standard jedoch nur Dateien, die bereits auf einem der kompatiblen Cloud-Dienste gespeichert sind. Die Druckdaten werden dann über die Canon-Cloud aufbereitet und an einen registrierten Drucker verschickt. Als Ausgangspunkt dient die Standard-Canon-App "Canon PRINT Inkjet/SELPHY".

Epson Connect

Etwas komfortabler und vielseitiger scheint die Lösung von Epson. Hat man dem Drucker über den Connect-Dienst eine E-Mail-Adresse zugeordnet, so kann man dieser in der iOS oder Android App einfach anstatt der Netzwerk-IP-Adresse hinterlegen und macht somit aus einer lokalen Anbindung eine Möglichkeit auch von jedem Ort der Welt zu drucken.

Als Besonderheit bietet Epson derzeit noch einen Remote Druckertreiber an. Dieser fungiert als Universaltreiber für Windows oder Mac OS und lässt sich einrichten, indem man lediglich die E-Maildresse des Druckers angibt. Drucken kann man dann über die ganz normale Funktion des Druckers - die möglichen Einstellungen werden mit dem Drucker "ausgehandelt".

HP Print Anywhere

Ähnlich der App-Lösung von Epson lassen sich die meisten internetfähigen Drucker von HP über die "Smart App" mit der Funktion "Print Anywhere" verbinden. Ein dort registrierter Drucker ermöglicht dann einen Druck von jedem Ort der Welt mit Internetzugang.

Zwar gibt es von HP keine Lösung über einen nativen Druckertreiber, jedoch ist die "HP Smart" App für Android, iOS, Mac OS und auch Windows 10 erhältlich. Zu druckende Dokumente oder Fotos müssen dieser also zuerst übergeben werden.

Externe Lösungen

Vor allem für den Einsatz im Geschäftsumfeld gibt es viele weitere Lösungen von externen Anbieter oder kostenpflichtig vom Originalhersteller.

So unterstützt Brother für einige Geräte eine Anbindung von Cortados ThinPrint zum Drucken von entfernten Orten.

Ähnliche Möglichkeiten hat man auch aus professionellen Dokument-Management-Umgebungen wie Canons UniFlow.

01.12.20 15:59 (letzte Änderung)

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