Canon Imageformula RS40 und Epson Fastfoto FF-680W: Flinke Fotoscanner im Vergleich
Anfang Juni hat Canon mit dem Imageformula RS40 seinen ersten Fotoscanner mit Stapeleinzug (ADF) für den Heimgebrauch vorgestellt. Dieses Marktsegment ist vergleichsweise klein und wird seit 2019 hauptsächlich vom Epson Fastfoto FF-680W besetzt. Auch wenn der Canon vom Alter her etwas frischer scheint, bietet das bereits Ende 2020 in den USA eingeführte Modell keine Wlan-Unterstützung. Die sonstigen Daten sind größtenteils vergleichbar.
Das Einsatzgebiet liegt neben dem Scan von Fotos problemlos auch beim Dokumentenscan. Der Unterschied zu "herkömmlichen" Modellen betrifft insbesondere die mitgelieferte Software.
Preisgestaltung und Basismodell Epson vs. Canon
Interessant ist die unterschiedliche Preisgestaltung der beiden Geräte. Der bereits etablierte Epson stammt vom technisch fast baugleichen ES-500WII ab und soll um die 610 Euro kosten. Der Straßenpreis hat sich jedoch bei um die 500 Euro*1 eingepegelt.
Während der Canon in den USA rund ein Drittel günstiger zu haben ist, als der Konkurrent von Epson, wird für Deutschland ein erstaunlich hoher Preis von rund 840 Euro vorgeschlagen. Bei breiter Verfügbarkeit kann man jedoch wohl erwarten, dass auch der Imageformula die 500-Euro-Marke*1 erreichen wird. Das von der Hardware her fast baugleiche Basismodell R40 (ohne S) ist dagegen massiv niedriger bepreist.
Für die Nutzung als "normalen" Dokumentenscanner sind auch die beiden Fotomodelle gut geeignet. Verbaut ist jeweils ein flinkes Scanwerk mit zwei Scanzeilen und Doppeleinzugserkennung mittels eines Ultraschall-Sensors. Im Fehlerfall kann man eine Wartungsklappe öffnen, den Papierstapel händisch neu ausrichten und dann per Knopfdruck den laufenden Auftrag fortsetzen.
Auch wenn die Unterschiede beim Scantempo in der Praxis nicht entscheidend sind, so fällt doch auf, dass der Epson mit 45 ppm oder 90 ipm im Duplexbetrieb deutlich flinker arbeitet, als der Canon mit seinen bis zu 30 ppm in Farbe oder dann 60 ipm Duplex bei einer Standardauflösung von 200 oder 300 dpi - mehr ist für Dokumente in der Regel auch kaum notwendig.
Beim kleinstmöglichen Format nehmen sich die Scanner nicht viel. Der Epson verträgt ab 50,8 x 50,8 mm kleine Originale, während der Canon mindestens 54 mm lange Vorlagen akzeptiert. Sämtliche Formate von Din A8 bis A4 können somit verarbeitet werden.
Lang, dünn oder dick
Einen speziellen Modus für (lange) Banner weisen beide Scanner auf. Canon macht dann nach gut drei Meter Schluss, während der Epson fast schon irrsinnig lange 6-Meter-Banner digitalisieren kann. Bei der möglichen Grammatur ist Canon etwas feinfühliger: Papier ab 27 g/m² oder eine Dicke von 0,04 Millimeter liest der RS40 als Standard ein. Epson hat seinen FF-680W erst ab 37 g/m² spezifiziert.
Etwas merkwürdig erscheint es, dass der Canon lediglich bis zu 209 g/m² schwere Papiere verarbeiten möchte. Die Dicke wird allerdings bis hoch zu 0,25 Millimeter angegeben, wodurch viele Fotopapiere oder auch Karteikarten abgedeckt werden. Der Scanner von Epson legt mit satten 413 g/m² (idR bei Karteikarten) oder 0,3 Millimeter dicke nochmals einen rauf.
Kapazität bei Normalpapier oder Fotos
Gemessen in Standard-Normalpapier lässt der Einzug des Canons lediglich 60 Originale in einem Stapel zu. Der Epson lässt hingegen bis zu 100 Blatt in einer Standardgrammatur von 80 g/m² zu.
Beim wesentlichen Einsatzzweck von Fotos wendet sich hingegen das Blatt. Je nach Dicke fasst der Imageformula bis zu 40 Fotos im Postkartenformat auf einmal - beim Epson ist spätestens nach 36 Blatt Schluss. Die Angabe gilt jeweils für quer eingelegte Fotos in den Standardformaten um 9x13, 10x15 oder 13x18 cm. Große Fotos in A4 sollen einzeln eingelegt werden.
Auflösung und Scanfunktion
Beide Scanner verwenden jeweils zwei CIS-Sensoren mit einer optischen Auflösung von 600 dpi für jede Seite. Bei Fotos kann somit zudem die mit Informationen beschriebene Rückseite automatisch erfasst werden. In "einfacher" Auflösung bei Fotos mit 300 dpi (das entspricht im Standardformat in etwa 1,6 Megapixel) kann der Canon bis zu 40 Fotos je Minute einlesen. Der Epson ist mit rund 60 ppm zwar schneller, hat aber auch eine etwas geringere Kapazität. Bei "voller" (nativer) Auflösungsstufe mit 600 dpi benötigt der Epson rund drei Sekunden je Foto.
Gemein hat der Canon mit dem Epson, dass über die Software auch eine Auflösung von 1.200 dpi ausgewählt werden kann. Zumindest in horizontaler Richtung können die 600-dpi-Sensoren jedoch lediglich interpolieren - das erhöht die Dateigröße stark, sorgt aber nur im Rahmen für mehr Bildinformationen und im Zweifel für eher matschige Details.
Bildgröße beim Fotoscan | |||
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300 dpi (optisch) | 600 dpi (optisch) | 1.200 dpi (interpoliert) | |
9x13 cm | 1,6 MP | 6,5 MP | 26,1 MP |
10x15 cm | 1,6 MP | 8,4 MP | 33,5 MP |
13x18 cm | 3,3 MP | 13,1 MP | 52,2 MP |
Din A4 | 8,7 MP | 34,8 MP | 139,2 MP |
Copyright Druckerchannel.de |
Bedienung, Treiber und Software
Beide Scanner können nicht autark genutzt werden: das Speicherziel ist immer ein Computer (Mac oder Windows). Die Digitalisierung direkt in die Cloud, zu einer Netzwerkfreigabe oder zu einem USB-Stick ist nicht möglich.
Standardtreiber bietet sowohl Canon als auch Epson lediglich für Twain-Anwendungen. Von WIA, ISIS, Sane oder ICA (Mac) fehlt jede Spur. Wahnsinnig problematisch dürfte dies jedoch eher nicht sein, da die Zielgruppe ohnehin die eigene Fotoverwaltungs-Software nutzen möchte.
Canon "CaptureOnTouch" (Mac und Windows)
Bei Canon ist dies CaptureOnTouch für Windows und Mac. Es handelt sich mehr oder weniger um die Software, die man den Dokumentenscannern sonst auch beilegt. Diese wurde allerdings um eine Fotofunktion erweitert, mit der die Scans automatisch aufgehübscht werden können. Dazu zählt eine automatische "Restauration" von verblassten Fotos, die Farboptimierung, die Entfernung von "roten Augen" sowie das Nachschärfen.
Praktisch ist, dass verschiedene Scanprofile (z.B. Fotos, Dokumente, etc...) erstellt und nummeriert werden können. Über eine Jobauswahl-Taste mit Ziffernanzeige am Scanner selbst kann man vom RS40 selbst auswählen, welches Profil gestartet werden soll.
Epson "ScanSmart" und "FastFoto" (Mac und Windows)
Epson setzt auf zwei Softwarekomponenten. Zum einen kommt die Dokumenten-Software "ScanSmart" zum Einsatz, die man von den meisten Scannern und auch Multifunktionsgeräten des Herstellers kennt. Darüber lassen sich zwar auch Fotos einlesen, jedoch mit einem eingeschränkten Funktionsumfang.
Interessanter ist die speziell für dieses Gerät erstellte Software "FastFoto". Falls die vorhandene Automatik von Epson (wie beim Canon die Farbe, Schärfe) fehlschlägt oder falsche Farben erzeugt, kann man sich nach dem Scan auch für die unbearbeitete Version entscheiden. So lassen sich Fotos auf Wunsch auch optimieren und sogar in beiden Versionen abspeichern.
Funktionstasten
Den Ein/Aus-Schalter und jeweils eine Start- und Stopp-Taste haben die beiden Scanner gemein. Zum Standard gehört auch ein physischer Knopf zum Fortfahren nach einem Einlesefehler - Canon nennt diesen "DFR". Zusätzlich weist der Epson Tasten zur Wlan-Einrichtung und eine für einen langsam-Modus auf.
Eine Taste zur Auswahl des Scanprofils bietet lediglich Canon. Der Epson verwendet stets den über das ausgewählte Scanprogramm konfigurierten Programmablauf.
Anschlüsse
Etwas ärgerlich ist, dass Canon seinem "neuen" Scanner lediglich eine USB-2.0-Schnittstelle spendiert hat. Scannen über Wlan oder Ethernet ist nicht vorgesehen - so ganz zeitgemäß erscheint dies nicht mehr.
Der günstigere Epson verwendet dagegen USB mit dem flinkeren Standard 3.0 und eine zusätzliche Wlan-Schnittstelle zum Scannen über das Netzwerk. Unterstützt wird jedoch lediglich das recht "gut genutzte" 2,4-GHz-Band.
Löblich zu erwähnen ist, dass Canon den RS40 (wie fast alle Imageformula-Geräte) im Hochlohnland Japan produzieren lässt. Epson lässt den FF-680W dagegen (vermutlich günstiger) in Indonesien fertigen. Das ist jedoch kaum ein Indiz für eine andere Verarbeitungsqualität oder Haltbarkeit.
Auflicht-Fotoscanner mit Mehrfacheinzug | ||
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Canon Imageformula RS40 | Epson Fastfoto FF-680W | |
Preis | ca. 840 Euro ab 449 €*1 | ca. 610 Euro ab 501 €*1 |
Basismodell (vergleichbarer Büroscanner) | Imageformula R40 ab 399 €*1 | Workforce ES-500WII ab 345 €*1 |
Funktionen | Scan von Dokumenten und Fotos (nur Auflicht) | |
ADF-Kapazität Normalpapier | 60 Blatt | 100 Blatt |
ADF-Kapazität Fotopapier | bis zu 40 Blatt oder ein Blatt in A4 (Stapel bis 10 mm) | bis zu 36 Blatt oder ein Blatt in A4 (Stapel bis ca. 9 mm) |
ADF-Typ | Dual-Duplex (2 Scanzeilen) mit Ultraschall | |
Flachbettmodul | nein | |
Scanauflösung | 600 dpi (optisch) 1.200 dpi (interpoliert) | |
ADF-Tempo bei Dokumenten Simplex/Duplex | 30 ppm / 60 ipm | 45 ppm / 90 ipm |
ADF-Tempo bei Fotos Simplex, 10x15 cm, 300 dpi | 30 ppm (Kapazität bis zu 40 Blatt) | 60 ppm (Kapazität bis zu 36 Blatt) |
Ergonomie | ||
Tägliches Scanvolumen | 4.000 Seiten | 4.000 Seiten |
Display | 1-Digit-Anzeige für Fehlercode und Auftragsnummer | nein (nur Tasten) |
Taste für Auftragsauswahl | ja | nein |
Taste für Auftragsstopp | ja | ja |
Taste für Fortsetzung bei Fehleinzug | ja (leuchtet im Fehlerfall) | ja (leuchtet im Fehlerfall) |
Taste für langsamen Scan | — | ja |
Formatspezifikationen | ||
Mindestgröße | 50,8 x 54,0 mm | 50,8 x 50,8 mm |
Höchstgröße | 216,0 x 3.000,0 mm (Modus für lange Blätter) | 215,9 x 6.096,0 mm (Modus für lange Blätter) |
Grammatur | 27 bis 209 g/m² | 37 bis 413 g/m² |
Dicke für Fotopapier | 0,04 bis 0,25 mm | bis 0,30 mm |
(starre) Plastikkarten | ja (eine Karte) | |
Software/ Verbindung | ||
Treiber / Standard | Twain | |
Software | CaptureOnTouch nur Mac und Windows | Epson FastFoto, SmartScan nur Mac und Windows |
Cloud-Ziele | nein (nur über Software) | nein (nur über Software) |
E-Mail / SMB | nein (nur über Software) | nein (nur über Software) |
USB / USB-Host | USB 2.0 / nein | USB 3.0 / nein |
Netzwerk | nein | Wlan (2,4 GHz), Wifi-Direkt |
Sonstiges | ||
Garantie | 24 Monate | 12 Monate |
Herstellungsland | Japan | Indonesien |
Technische Daten | technische Daten | |
Copyright Druckerchannel.de |
Verfügbarkeit und Garantie
Der "Fastfoto"-Scanner ist bereits breit am Markt verfügbar und wird mit einer Garantie von nur zwölf Monaten von Epson abgesichert. Canon gewährt dagegen als Standard eine Garantie von zwei Jahren ab Kauf.
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