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(aktual. am 3. Februar 2020)

Epson ReadyPrint Go, Flex & Ecotank: Abo mit Seitenkontingenten - auch für Ecotank-Drucker

von Ronny Budzinske

Epson hat ein neues Abrechnungsmodell mit monatlichen Fixgebühren angekündigt, das mit HPs "Instant Ink" vergleichbar ist. Kurios erscheint, dass es auch für Tintentankdrucker konzipiert ist - die haben aber gar kein Problem mit hohen Folgekosten. Druckerchannel hat bei Epson nachgehakt.

Ziemlich überraschend hat Epson ein Abonnement für Tintenpatronen unter dem Namen "ReadyPrint" angekündigt. Los gehen soll es schon Anfang Februar in den Niederlanden und ab April 2020 in Deutschland und Westeuropa. Dabei geht es jedoch nicht um das bereits bekannte Modell "ReadyInk", bei dem Patronen (zum vollen Preis) verschickt werden, wenn der Drucker neue Tinte braucht. Vielmehr will man "Instant Ink" von HP angreifen. Das Prinzip ist einfach: Man kauft Seitenkontingente und zahlt dafür monatlich einen fixen Betrag. Der Füllstand des Druckers wird online übermittelt und bei Bedarf werden neue Patronen automatisch und rechtzeitig nach Hause geliefert. "Instant Ink" hat laut HP weltweit derzeit 5 Millionen Kunden. Kürzlich hat auch der chinesische Anbieter von Nachbaupatronen Ninestart mit "Instinkt" ein herstellerübergreifendes Modell vorgestellt.

In der offiziellen Meldung ist jedoch von Tintentankdruckern (heißen bei Epson "Ecotank") die Rede. Also eine Druckergattung, bei der der Druckerpreis sehr hoch ist (Faktor fünf), aber die Tinte dann rund 90 Prozent günstiger ist als man es von herkömmlichen Patronendruckern kennt.

Druckerchannel hat bei Epson nachgehakt: "ReadyPrint" wird ein Markendach für drei verschiedene Abrechnungsmodelle. Von Wenigdruckern "Flex", über Vieldrucker "Ecotank" sollen auch Kunden mit sporadischem Druckaufkommen ("Go") abgedeckt werden.


1 - "ReadyPrint Go" zur automatischen Patronenbestellung (ehemals "ReadyInk")

Bei der einfachsten Methode handelt es sich lediglich um ein automatisches Bestellsystem von Tintenpatronen oder auch Tintenflaschen. Dabei werden die Tintenstände der Drucker über das Internet übermittelt und noch vor dem erwarteten Ende eine neue Patrone geliefert.

Das kommt bekannt vor? Offenbar handelt es sich hierbei um "ReadyInk", das bereits seit 2017 existiert.

Als lohnenswert hat sich "ReadyInk" in unserem kleinen Test nicht herausgestellt. Die damaligen Kritikpunkte waren, dass lediglich Patronen in der Standardfüllmenge und zusätzlich auch keine Mehrfachpacks versandt werden. Dazu zahlt man stets den hohen Listenpreis. Über einen Preisvergleich lassen sich bei Verbrauchsmateralien in der Regel leicht 20 bis 30 Prozent sparen.


2 - "ReadyPrint Flex" - Abo-Modell für Wenigdrucker

Interessanter, aber auch nicht neu, ist die zweite Säule. Epson nennt diese "ReadyPrint Flex". Dabei handelt es sich um eine Abrechnungsmethode, die weitgehend der von HPs "Instant Ink" entspricht.


Die Voraussetzung dafür ist der Kauf eines (ausgewählten) Epson-Druckers. Für den Anfang sind die sämtliche Drucker, die mit der Serie 603-Tinte (Seestern-Symbol) kompatibel sind. Das sind allesamt recht einfache Modelle.

Kompatible Drucker für "ReadyPrint Flex"

Für diese lässt sich dann ein Tintenabo auf Basis von zuvor definierten monatlichen Seiten abschließen. Abgerechnet wird generell pro gedruckter Seite. Werden neue Patronen benötigt, liefert Epson diese frei Haus ohne zusätzliche Kosten. Geschürt werden Pakete für 30 Seiten (2 Euro im Monat), 50 Seiten (3 Euro im Monat) oder 100 Seiten (5 Euro im Monat). Nutzt man diese vollständig aus, dann ergibt dies einen Seitenpreis von knapp fünf bis sieben Cent - egal, ob es sich um eine einfache Textseite oder um ein vollflächiges A4-Foto handelt. Zum Vergleich: die günstigen XP-Home-Drucker liegen nach ISO-Seite bei rund 20 Cent.

Die Preise gleichen weitgehend denen von HPs System, jedoch bieten die Amerikaner auch ein Gratis-Paket für bis zu 15 Seiten monatlich an. Zudem kann man auch Pakete für 300 oder sogar 700 Seiten buchen. Weiterer Unterschied: "Instant Ink" ist für fast alle HP-Tintendrucker verfügbar.

Weitere Modalitäten konnte Epson noch nicht bestätigen. Es ist davon auszugehen, dass das "Flex"-Modell monatlich kündbar ist, und für weitere Druckseiten ein Aufpreis berechnet wird. Grundvoraussetzung ist stehts ein Anschluss übers Netzwerk und eine Verbindung mit dem Internet. Dadurch gelangt Epson an persönliche Verbrauchsdaten seiner Kunden.

Wie auch bei "Instant Ink" von HP sind die Preise grundsätzlich fair, jedoch muss man den Herstellern vertrauen, wie sorgsam sie mit den Daten der Kunden umgehen. Dazu fällt das ganze mit der Auswahl der Drucker. Bei HP kann man vom kleinen Deskjet bis hin zum hochwertigen Officejet Pro 9022 wählen.

ReadyPrint Flex - für Patronendrucker (im Vergleich)
Epson "ReadyPrint Flex"
(ab April 2020)
HP "Instant Ink"
ModelleEinstiegsdrucker mit Serie 603-Tinte (Seestern-Symbol)fast alle Deskjet-, Envy-, Tango- und Officejet-Drucker
Paket 130 Seiten
(1,99 € je Monat)
15 Seiten
(Gratis, 1,00 € je weitere 10 Seiten)
Paket 250 Seiten
(2,99 € je Monat)
50 Seiten
(2,99 je Monat)
Paket 3100 Seiten
(4,99 € je Monat)
100 Seiten
(4,99 € je Monat)
Paket 4(siehe "ReadyPrint Ecotank")300 Seiten
(9,99 € je Monat)
Paket 5(siehe "ReadyPrint Ecotank")700 Seiten
(19,99 € je Monat)
© Druckerchannel (DC)

3 - "ReadyPrint Ecotank" - Abo-Modell mit Aktivierungsgebühr für Vieldrucker

Spannend wird es mit der dritten Säule von "ReadyPrint". Für Druckvolumen von 300 bis nach oben offen bietet Epson monatlich abgerechnete Pakete für seine Tintentankdrucker an. Der Unterschied zum "Flex"-Modell ist, dass dies nicht auf bereits gekaufte Ecotank-Drucker anwendbar ist.


Vielmehr stellt Epson ein Drucker während der Abo-Zeit zur Verfügung, für den eine einmalige "Aktivierungsgebühr" anfällt. Diese liegt in den Niederlanden bei 80 Euro für den kleinen ET-2750 Farb-Multifunktionsdrucker, 100 Euro für den S/W-Tintendrucker ET-M1170 und 130 Euro für das Fax-Farbmultifunktionsmodell ET-4750.

Die monatlichen Gebühren liegen bei 7 Euro für 300 S/W-Drucken bis hin zu rund 15 Euro für ein unbegrenztes Druckaufkommen. Auch hier gilt, dass neue Tintenflaschen mit Übermittlung des Füllstands automatisch von Epson verschickt werden. Dazu gewährt Epson in der Laufzeit eine Garantie, die alle (nicht vom Benutzer verursachten) Schäden am Drucker abdeckt. Es soll keine Mindestvertragslaufzeit geben, jedoch fällt bei jedem neuen Abo die Aktivierungsgebühr an.

Alle weiteren Modalitäten für den hiesigen Markt werden wohl erst zum Start im April zur Verfügung stehen. Bei den drei ausgewählten Ecotank-Drucker handelt es sich um leichte Abwandlungen, die man am "U" nach der Modellnummer erkennt.

ReadyPrint für Vieldrucker - ab April 2020
S/W-DruckerFarb-Multifunktion
ModelleEcotank ET-M1170UEcotank ET-2750U / ET-4750U
Einmalige Aktivierungsgebühr99,99 €79,99 € / 129,99 €
Monatliche Paketpreise
300 Seiten je Monat6,99 € je Monat7,99 € je Monat
500 Seiten je Monat8,99 € je Monat9,99 € je Monat
Unbegrenztes Drucken10,99 € je Monat14,99 € je Monat
© Druckerchannel (DC)

Lohnt sich das überhaupt?

Vor allem beim letzten Modell "ReadyPrint Ecotank" stellt sich die Frage, ob sich das überhaupt lohnt. Schon beim "kleinsten" 300-Seiten-Paket für das Farbmodell fallen jährlich rund 95 Euro an. Zusammen mit der Aktivierungsgebühr entspricht der Gesamtpreis nach zwei Jahren dann dem, was man sonst für den Drucker (einschließlich der Starter-Tinten) zahlt. Während man anschließend lediglich in langen Abständen die günstigen Tintenflaschen kaufen muss, tickt die Uhr beim Abo-Modell mit mindestens 8 Euro monatlich weiter.

Die Farbdrucker sind zudem nicht außergewöhnlich leistungsfähig und der "Ecotank-Vorteil" entfällt im Grunde, weil die Kosten für die Folgetinte nicht mehr relevant sind. Deutlich interessanter wäre die Rechnung mit einem Workforce Pro WF-C5710, der mit Tintenbeuteln die gleiche Reichweite bietet, aber Leistungs- und Ausstattungseitig deutlich hochwertiger ist.

Einigermaßen flink ist von der derzeitigen Auswahl nur das S/W-Modell. Bei unbegrenztem Volumen landet man hier bei rund 130 Euro im Jahr. Epson selbst empfiehlt für den ET-M1170 ein Aufkommen von bis zu 1.500 Seiten je Monat - das wären dann im Idealfall 0,7 Cent je gedruckte Seite - zuzüglich Papier und der einmaligen Gebühr.

Dazu bietet Epson ohnehin für alle Ecotank-Drucker eine kostenlose Erweiterung der Garantie auf 3 Jahren. Wer in den ersten zwei Jahren ohne Tintenkosten drucken möchte, kann sich (einmalig 40 Euro) für das Programm "Unbegrenztes Drucken" entscheiden.

Interessant kann das Modell jedoch für Vieldrucker sein, die von den hohen Einstandspreisen eines Tintentankdruckers abgeschreckt sind, und mit der einmaligen "Aktivierungsgebühr" lediglich die Summe zahlen müssen, die für einen herkömmlichen Drucker mit ähnlicher Leistung ohnehin anfallen würden. Epson holt sich sein Geld dann über die monatlichen Gebühren "zurück". Durch die großen Tintentanks müssen zudem vergleichsweise selten Tinten verschickt werden - das schont die Umwelt.

Aktualisiert am 1.2.2020, 23:00 Uhr

Mittlerweile sind die "Aktivierungsgebühren" für alle drei Modelle bekannt.

Aktualisiert am 3.2.2020, 9:00 Uhr

Die Modelle für das "Flex"-Modell stehen nun fest.

04.02.20 21:41 (letzte Änderung)

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