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Epson Readyink im Kurztest: Epsons Tintenbestellservice

Mit "Readyink" liefert Epson auf den ersten Blick einen Konkurrenten zu "HP Instant Ink". Im Gegensatz zum Modell von HP will Epson auch Händler mit ins Boot nehmen, die den Kunden direkt beliefern. Noch gibt es aber grobe Mängel.


Bereits Seit Anfang Oktober wirbt Epson mit einem neuen Tintenlieferservice namens ReadyInk. Scheinbar als Reaktion zu "HP Instant Ink", handelt es sich jedoch um einen grundverschieden Ansatz.

Während man bei HP ein Abonnement abschließt, das quasi garantierte Seitenpreise für gebuchte Druckkontingente unabhängig von der Anzahl der verbrauchten Patronen bietet, will Epson lediglich für einen unterbrechungsfreien Druck sorgen und dem Kunden möglichst mit neuer Tinte beliefern, bevor die alte Kartusche aufgebraucht ist. Damit ähnelt das System viel eher dem proprietären Dash Replenishment Service" (Replenishment, dt. für Nachschub) vom Internet-Giganten Amazon.

Grundsätzliches Kosteneinsparungen beim Tintenkauf sind mit "Readyink" also in erster Linie nicht vorgesehen. Für diese Zwecke bietet Epson jedoch auch die Ecotank-Serie mit Flaschentinten an, wo die Folgekosten zwar extrem niedrig sind, jedoch die Einstandskosten für den Drucker um ein vielfaches höher ausfallen. Epson bietet das System daher auch lediglich für die beiden verbleibenden Druckerserien Expression und Workforce an. Die professionellen Geräte im hellgrauen Gehäuse, ab dem WF-5620DWF sind ebenfalls ausgeschlossen.

Funktionsweise

In einem kurzen Video erklärt Epson die Funktionsweise von "ReadyInk" und möchte vor allem hervorheben, dass man nur für die verbrauchte Tinte zahlt und kein Abonnement abschließt. Klingt auf den ersten Blick gut, im Gegensatz zur HP-Lösung dürfte man jedoch (vor allem bei starkem Tintenauftrag) mit höheren Folgekosten rechnen müssen.

ReadyInk: Die Funktionsweise (Herstellervideo).

Aktuell nur über den Epson-eigenen Tintenshop

Die eigene Beschreibung als "Ein unkomplizierter Bestellservice Ihres Fachhändlers ..." führt ein wenig in die Irre. Stand heute kann man den Dienst ausschließlich von der Epson-Webseite buchen. Alle Patronenpreise entsprechen damit der unverbindlichen Preisempfehlung und sind damit in vielen Fällen rund 10 bis 30 Prozent teurer als möglich.

Zukünftig geplant ist eine Kooperation mit Händlern, die den Dienst möglichst beim Druckerkauf anbieten und den Kunden durch Tintenbelieferung stärker binden sollen. Bei HP bleibt der Handel nach Vertragsabschluss im Grunde komplett außen vor.


Zusatzprogram für Mac oder Windows nötig

Durch Angabe der Druckerseriennummer (steht auf der Rückseite des Druckers), wird das Geräte für den Dienst grundsätzlich freigeschaltet. Ist ein Drucker nicht kompatibel, dann ist schon vor Eingabe von persönlichen Daten Schluss.

Grundsätzlich kann man dann nach Angabe von Lieferadresse und Kreditkarteninformationen sofort loslegen, wenn man denn nicht von einer E-Mail darauf hingewiesen wird, das zusätzliche Dienstprogramm "Epson ReadyInk Agent" zu installieren. Von der E-Mail ist das Programm direkt verlinkt und installiert sich selbstständig, ohne dabei anzugeben, welche Daten nun tatsächlich an Epson übermittelt werden. Weiterhin ist ein stets aktueller Druckertreiber (von Epson) nötig. Dieses Programm ist das Bindeglied zwischen Tintenstand, der vom "Epson Statusmonitor" geliefert wird und dem ReadyInk-Dienst.

Wer seinen Drucker ausschließlich über Linux oder sogar komplett ohne PC vom Bedienpanel selbst oder einem Android oder iOS-Gerät nutzt, bleibt vollkommen außen vor. Erst wenn der Computer eingeschaltet und mit dem Internet verbunden ist, kann der aktuellen Stand übertragen werden.

Bei HP Instant-Ink kommuniziert der Drucker selbst direkt mit dem Internet, was die Sache erheblich vereinfacht und komfortabler gestaltet. Immerhin soll dies auch bei den erst kürzlich vorgestellten Expression-Premium- und Photo-Modellen XP-6000 und XP-8500 sowie zukünftigen Geräten der Fall sein. Für die große Basis an bisherigen Druckern ist jedoch der Umweg über das Hilfprogram nötig.


Derzeit nur Patronen in Standardgröße

Sobald der "Agent" installiert ist, sollte in Kürze auch auf dem ReadyInk-Portal der Tintenstand aller eingesetzter Patronen angezeigt werden. Dazu kommt eine einfache Möglichkeit zur Bestellung neuer Tinte.

Auffallend ist, dass es weder Multipacks mit mehreren Farben oder Doppelpacks zur Auswahl gibt. Vielleicht erst auf den zweiten Blick wird zudem ersichtlich, dass aktuell ausschließlich Patronen in Standardgröße Angeboten werden. Selbst wenn sich im Drucker XL-Patronen befinden (wie beim XP-760 in unserem Test), gaukelt einem Epson vor, dass die Standardpatronen eingesetzt sind, und würde auch nur diese nachbestellen.

Kostenmäßig macht dies einen Nachteil von über 20 Prozent - gerechnet auf die Kosten einer Seite. Dazu werden aufgrund der nur halb so hohen Reichweite deutlich öfter Patronen versendet, was unnötige (Versand-) Kosten und Interaktionen verursacht.


ReadyInk in Aktion

Trotz installiertem Zusatztool "ReadyInk Agent" meldet sich dieses quasi nie zu Wort. Man kann hier ausschließlich die ordnungsgemäße Funktionsweise überprüfen.

Sobald ein Drucker eine Patrone mit wenig Tinte enthält, wird unmittelbar eine "AutoOrder" ausgelöst. Hierbei wird im eigenen Warenkorb die bald leere Patrone gelegt, die eigentliche Bestellung dazu jedoch über eine Zeitverzögerung ausgeführt. Gleichzeitig erhält man eine E-Mail mit der Angabe, wann die Bestellung scharf gestellt wird, und welche Kosten berechnet werden. Im Epson-Store fallen hier bei einzelnen Patronen auch entsprechend oftmals (bei Kartuschen unter 25 Euro) vier Euro für den Versand an, was den Preis der (Standard-) Patrone verhältnismäßig stark ansteigen lässt.

Da das Hilfsprogramm installiert sein muss, ist es nicht verständlich, warum dieses nicht zeitgleich auf eine angehende Bestellung hinweist. Im Test landete die Bestellbestätigung im Spam-Ordner, was dann im Einzelfall auch zu unbeabsichtigten Bestellungen führen kann.

Direkt von der Mail gelangt man über einen Direktlink zum Warenkorb auf der ReadyInk-Webseite und kann dort die Patronenmenge selbstständig anpassen und auch den Liefertermin fast beliebig nach hinten schieben. Ebenfalls möglich ist die Stornierung der Bestellung, ohne dass weitere Kosten entstehen.

Dazu gilt, dass alle Patrone, die in dem Zeitraum bis zur endgültigen Bestellung ebenfalls den Status der bald-leeren Patrone erhält, zusätzlich in den Warenkorb gelegt werden und den Patronenversand um weitere zwölf Stunden nach hinten schieben. Es ist also immerhin nicht möglich, dass kurzfristig weitere Patronen mitbestellt wurden, die eigentlich gar nicht gewollt waren.

Druckerchannel-Fazit

Solange Epson lediglich die Standardpatronen für den Service anbietet, können wir "ReadyInk" nicht empfehlen. Ansonsten gilt, dass der (Vertrags) Händler die Konditionen selbst ausmachen und dem Kunden günstigere Konditionen anbieten kann. Das muss man im Einzelfall selbst prüfen. Wer hier kostenmäßig zufrieden ist, hat mit dem Dienst den Vorteil, dass er sich um den Patronenkauf nicht mehr kümmern muss.

Die Verwendung zusammen mit dem Epson-Store erscheint als eine teure Lösung, da fast alle Standardpatronen für die kompatiblen Drucker unterhalb der Versandkostenfreiheit liegen und somit viel zu hohe Seitenpreise erzielt werden.

Fraglich ist weiterhin, was der "ReadyInk Agent" im Hintergrund wirklich macht, und warum dieser nicht zusätzlich zur Email über eine angehende Bestellung informiert.

Wer allerdings deutlich an Tintenkosten sparen will, sollte sich viel eher die vorhanden Systeme mit Flaschentinte, wie eben Epsons Ecotank, Canons Pixma-G-Serie, Brothers-Inkbenefit-System mit günstigeren Tintenpatronen oder auch das Abo von HP Instant Ink mit festgelegten Seitenpreisen ansehen.

26.10.17 09:50 (letzte Änderung)

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