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News: Canon Imageprograf Pro-1000: Neuer A2-Fine-Art-Spezialist für den Schreibtisch

Canon stellt seinen ersten Kompakt-A2-Fotodrucker mit zwölf pigmentierten Tinten als Antwort zum SC-P800 von Epson vor. Als Besonderheit kann das Gerät verstopfte Düsen selbstständig erkennen und durch andere kompensieren.

Mit dem neuen Imageprograf Pro-1000 (offizielle Schreibweise imagePROGRAF PRO-1000) will Canon die Lücke zwischen seinen Profi-Fotodruckern im A3-Format, wie dem Pixma Pro-1, und den Großformat-Druckern mit Untergestell der Imageprograf iPF-Serie schließen. Das Gerät ist scheinbar die Antwort auf den erst im Sommer vorgestellten Epson Surecolor SC-P800 und dessen Vorgänger Stylus Pro 3880.

Beim Neuling handelt es sich um einen kompakten A2-Drucker, der kaum größer ausfällt als sein stattliches A3-Schwestermodell Pixma Pro-1. Mit einer Stellfläche von rund 72 x 43 cm benötigt das Gerät tatsächlich recht wenig Stellfläche und findet somit vergleichsweise leicht Platz auf dem Schreibtisch. Beim Gewicht hingegen fällt der Canon mit 32 kg ziemlich üppig aus, was jedoch einer soliden Konstruktion "geschuldet" sein soll. Der nochmal ein wenig kompaktere Epson SC-P800 ist dagegen mit 19 Kilogramm fast schon ein Leichtgewicht.

Tinte und Farbsatz

Wie bereits beim A3-Topmodell und auch in der iPF-Großformat-Serie setzt Canon auf ein System mit zwölf Tintenkartuschen inklusive einem "Chroma Optimizer", der für bessere Glanzeigenschaften und Farbtiefe auf Glossymedien sorgen soll. Neben den drei Grundfarben sind weiterhin hellere Töne von Cyan und Magenta sowie zwei Grautöne fest installiert. Dazu gibt es je ein Schwarz, das jeweils auf matten oder Hochglanz-Medien verwendet wird. Beide Kartuschen sind dabei gleichzeitig installiert und sofort druckbereit. Der Epson SC-P800 dagegen hat für Schwarz nur einen Düsenkanal - bei jedem Medienwechsel spült er Tinte durch, um den Kanal zu reinigen. Im Gegensatz zum Epson sind weiterhin die beiden Sonderfarben Rot und Blau mit dabei, was den Patronensatz von zwölf Kartuschen komplettiert. Die dritte, dunklere Graupatrone des Pro-1 wurde zugunsten von Blau ersetzt.

Die als Lucia bezeichnete Pigmenttinte hat Canon in der aktuellen Generation nochmals verbessert. So sollen Drucke auf Glanzpapier dank eines speziellen Silikonöls weniger empfindlich gegenüber Reibung und Kratzen sein. Zudem gibt es eine veränderte Rezeptur bei Fotoschwarz und Blautinte. Das ganze nennt sich Lucia Pro und wird wohl auch in kommenden, größeren Modellen mit Druckerständer zum Einsatz kommen.

Patronen und Füllmenge

Die Tinten werden zwar weiterhin über ein Schlauchsystem zum Druckkopf geführt, befinden sich jedoch nicht mehr an den Seiten, sondern in flacheren Kartuschen unter dem Druckwerk. Diese sind über eine mit einem roten Farbband gekennzeichnete Klappe zugänglich. Dafür muss jedoch offenbar die Papierausgabe zuvor eingeklappt werden. Die Füllmenge beträgt jeweils, wie beim Epson, 80 ml und entspricht auch den Patronen, die zum Lieferumfang gehören. Löblich ist die Verwendung eines vom Benutzer wechselbaren Resttintenbehälters, der Tinte von Reinigungen oder auch vom Randlos-Überdruck auffängt.

Der Preis für eine Patrone liegt beim Canon, wie übrigens auch beim Epson, bei rund 56 Euro je Kartusche. Ein bestimmender Faktor bei den Unterhalskosten ist der "Chroma Optimizer", der die Materialkosten des Canon spürbar in die Höhe treibt. Vergleichbare Reichweiteangaben gibt es aufgrund fehlender Standardisierung derzeit nicht. Unser Test der Vorgängergeneration der vergleichbaren A3-Modelle Canon Pixma Pro-1 gegen den Epson Stylus Photo R3000 hat jedoch gezeigt, dass die tatsächliche Reichweite sehr unterschiedlich ausfallen kann. Unterschiedliche Verbräuche bei Wartung und Tintenauftrag sowie verschiedene Patronen zeichnen sich dafür verantwortlich.

Druckkopf und Erkennung verstopfter Düsen

Insbesondere gegenüber dem A3-Topmodell hat Canon den Druckkopf optimiert. Dieser weist nun mit 1.536 Düsen je Kanal eine um 50 Prozent höhere Anzahl Düsen auf. Der Epson kommt dagegen mit nur 180 Düsen je Farbe aus, was mit der unterschiedlichen Technologie erklärt werden kann. Für die Angabe eines Drucktempos ist derzeit kein Standard definiert. Canon gibt an, dass der Pro-1000 ein A2 Foto in rund 6 Minuten drucken kann. Epson verspricht dagegen 7 Minuten für einen vollflächigen Druck.

Neu ist auch die automatische Erkennung von verstopften Düsen und die Kompensation ausgefallener Elemente durch andere Düsen. Anders als bei Lösungen von verschiedenen HP oder Memjet-Druckern soll eine ausgefallene Düse vollständig kompensiert werden können. Dafür passt der Drucker offenbar den Zeilenvorschub an und eine andere Düsenreihe übernimmt den Ausfall. Dieser wird dann erst später durch Reinigung wieder fit gemacht, um eine Druckverzögerung zu vermeiden. Der konkurrierende Epson kann zwar ebenfalls ausgefallene Düsen erkennen, jedoch wird hier lediglich eine Kopfreinigung angestoßen, um das Problem zu beheben.

Integrierter Dichtemesser

Canon verbaut in seinem Gerät zusätzlich ein integriertes Spektrometer für eine Farbkalibrierung. Dieses dient jedoch nicht zur Erstellung von ICM Profilen für eine neutrale Wiedergabe, sondern soll lediglich Toleranzen bei der Produktion oder verändertes Druckverhalten durch Verschleiß ausgleichen.

Diese Funktion dient damit lediglich der Einstellung des vom Hersteller gewünschten Kalibrierungszustands, der dann als Grundlage für eine eigene Kalibrierung oder die Nutzung der im Treiber integrierten ICM-Profile dient.


Medien und Formate

Der Pro-1000 besitzt einen oberen Papiereinzug für Medien bis zu einer Grammatur von 300 g/m² oder einer Dicke von maximal 0,3 mm. Neben dem genormten Format A2 mit einer Fläche von 42,0 x 59,4 cm kann der Canon in der Breite auch bis zu 43,2 cm bedrucken - das entspricht einer maximalen Breite von 17 Zoll. Leider untersagt Canon längere Formate, wodurch bei 594 mm schon Schluss ist. Der Epson SC-P800 lässt unterdessen eine Höchstdrucklänge von über 3 Metern zu.

Für Spezialmedien gibt es zusätzlich einen Einzug für einzelne Blätter, die dann etwas weniger gebogen werden und bis zu 0,7 mm dick oder 400 g/m² schwer sein können. Einen weiteren, starren Einzug, wie es der Epson für bis zu 1,5 mm dicke Medien bietet, gibt es beim Canon nicht. Zudem ist für den Imageprograf kein Halter für Rollenpapier erhältlich, was jedoch aufgrund der Längenbegrenzung ohnehin nicht nötig ist.

Medien lassen sich nahezu stufenlos vom Postkartenformat bis hin zu A2 randlos bedrucken. Üblicherweise muss das Original dazu ein wenig aufgezogen werden. Canon empfiehlt einen Druckrand von 57 mm oben, 55 mm unten und jeweils 34 mm an den Seiten. Einzelne Fine-Art-Medien sollten idealerweise mit einem etwas größeren Abstand zum Medienende haben. Im normalen Betriebsmodus sind ohne Aufziehen jedoch auch Ränder bis zu 3 mm an jeder Seite möglich.

Im Gegensatz zu den aktuellen A3-Modellen lassen sich nun auch jegliche Art von Medien randlos bedrucken. Der Imageprograf Pro-1000 schafft das dank des Einzugs mit einem "Air Feeding System", das das Medium mit Hilfe von Luftströmen besser und flacher in Position bringen soll.

Bedienfeld und Konnektivität

Der Canon ist mit einem übersichtlichen Bedienfeld samt großen Abbruchknopf und einem 3 Zoll großen Bildschirm für die Menüführung ausgestattet. Verbindung nimmt das Gerät von einem Computer via USB, Ethernet oder Wlan entgegen. Pictbridge-fähige Kameras können lediglich über das Netzwerk direkt auf den Drucker zugreifen. Dies gilt ebenso für Android oder iOS kompatible Smartphones oder Tablets. Ob neben dem Apple-Standard Airprint auch das weiterreichende Google Cloudprint unterstützt wird, ist noch nicht klar.

A2 Fotodrucker für den Schreibtisch im Vergleich
Canon
Imageprograf Pro-1000
Epson
Surecolor SC-P800
Basisdaten
UVP (10/2015)rund 1.300 Eurorund 1.190 Euro
Erhältlich seit/ abFebruar 2016Juni 2015
Platzbedarf, Gewicht (gerundet)72 x 43 x 29 cm
32 kg
68 x 38 x 25 cm
19 kg
Tintensystem
MarkenbezeichnungLucia Pro
Pigmenttinte
UltraChrome HD mit Vivid Magenta
Pigmenttinte
Kartuschen, Farben gleichzeitig im Einsatz12 Patronen / 10 Farben9 Patronen / 8 Farben
Füllmenge80 ml je Kartusche
Tropfengröße4 Pikoliter3,5 Pikoliter (Variabel)
SchwarztintenMattschwarz, FotoschwarzMattschwarz, Fotoschwarz*1
StandardfarbenCyan, Magenta, Gelb
HellfarbenHellcyan, Hellmagenta
GrautöneGrau, Hellgrau
SonderfarbenRot, Blau
Weitere KartuschenChromaOptimizer für Glanzpapier
Vom Benutzer wechselbarer Wartungstank für Resttinteja
Medienverarbeitung
Druckformat (Auswahl)10x15, 13x18, A4, A3, A3+, A210x15, 13x18, A4, A3, A3+, A2, A2+
Maximale Breite43,2 cm (17", A2+)
Maximale Länge59,4 cm (A2)327,7 cm
Manuelle Zufuhrbis 500 g/m2 oder 0,7 mmbis 400 g/m2 oder 0,7 mm
Einzug für starre Medienja, bis 1,5 mm
Rollenpapierzufuhrgegen Aufpreis
3" Spindeldurchmesser
Sonderfunktionen
Automatische Erkennung verstopfter Düsenja, mit sofortiger Kompensation und späterer Kopfreinigungja, mit anschl. Kopfreinigung
© Druckerchannel (DC)

Kurzer Ausblick

Druckerchannel konnte sich das Gerät bereits Anfang der vergangenen Woche in Paris auf der Canon Expo ansehen. Zusätzlich zum hier vorgestellen A2-Modell im Desktop-Format wird Canon in Zukunft offenbar weitere Großformatgeräte auf den Markt bringen.

Verfügbarkeit und Garantie

Der neue Pro-1000 wird ab Februar 2016 für rund 1.300 Euro (inkl. MwSt) in den Handel kommen. Canon gewährt standardmäßig eine Garantie über 12 Monate mit Vor-Ort-Service, was für das 32 Kilogramm schwere Gerät auch dringend notwendig ist. Den Aufpreis gegenüber dem konkurrierenden Epson-Modell will Canon mit vollen Patronen im Lieferumfang ausgleichen. Epson packt hier statt 80 ml lediglich 64-ml-Patronen bei. Wie viel Tinte davon jeweils bei der Kalibrierung landet wird indes nicht angegeben.

*1
Der SC-P800 hat lediglich einen Druckkopf für Fotoschwarz und Mattschwarz. Beim Wechsel von Glanzmedien und matten Papieren muss die Zuleitung neu gefüllt werden, was bis zu 3 Minuten an Zeit und zudem zusätzliche Tinte benötigt.
26.10.15 13:34 (letzte Änderung)
Technische Daten

78 Wertungen

 
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