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Memjet C6010 und C6030 MFP: Memjet nimmt's selbst in die Hand

von Florian Ermer

Gut zwei Jahre war es ruhig um die Memjet-Technik geworden. Nun tritt Memjet selbst als Hersteller auf und bringt einen Drucker und ein Multifunktionsgerät in den Markt. Doch an konkurrenzfähiger Ausstattung hapert es weiter.

Seit dem vor über zwei Jahren mit dem Lomond Evojet Office der erste Tintendrucker mit Memjet-Technologie in den Markt gekommen ist, hat sich wenig getan. Auch vom lange versprochenen Nachfolger und dem Multifunktionsgerät war bislang keine Spur. Nun sind die Geräte verfügbar, allerdings nicht mehr von Lomond. Memjet tritt nun selbst als Hersteller auf. Den Vertrieb hierzulande übernimmt weiterhin der Distributor Compatech.

Der Drucker heißt nun Memjet C6010, kostet etwa 775 Euro und bietet weiterhin das rasend schnelle Drucktempo von 60 Farb- und S/W-Seiten.

Wer allerdings auf große Neuerungen hofft, wird beim Blick auf die technischen Daten enttäuscht. Gänzlich fehlt, wie auch schon beim Evojet Office, eine Duplexeinheit und die Papierkassette ist mit 250 Blatt für dieses Drucktempo viel zu knapp bemessen - sie lässt sich nicht erweitern. Aufgestockt hat Memjet bei der manuellen Zufuhr, die nun immerhin 20 Blatt verarbeiten kann. In Sachen Schnittstellen stehen dem GDI-Gerät USB und kabelgebundenes Ethernet zur Verfügung.

Neu ist die Multifunktionsvariante, die auf den Namen C6030 MFP hört und zirka 940 Euro kosten soll. Auf Basis des reinen Druckers ist dieses Modell um die Kopierfunktion erweitert und mit einem ADF für bis zu 50 Seiten ausgestattet. Eine Version mit duplexfähigem ADF oder Fax gibt es derzeit jedoch nicht.

Verbrauchsmaterialien und Druckkosten

Besonders über die Druckkosten möchte Memjet punkten und setzt auf hochvolumige Kartuschen mit einer ISO-Reichweite von 6.700 Seiten (Farbe) und 7.500 Seiten (Schwarz). Von den Daten her sind dies exakt dieselben Reichweiten, die auch schon für den Evojet Office galten. Durch eine leichte Preisanpassung fallen die Druckkosten der beiden Memjets leicht günstiger aus.

Die Druckkosten bleiben damit konkurrenzlos günstig, doch die Bürogeräte von HP, Epson und Brother brauchen sich nicht zu verstecken, da sie in der Anschaffung meist um ein vielfaches günstiger sind.

Der direkte Konkurrent der Memjet-Geräte ist die HP-Officejet-Pro-X-Serie (X576dw), die ebenfalls einen seitenbreiten Druckkopf hat und damit ähnlich schnell druckt. Die HP-X-Serie druckt zwar teurer, ist indes deutlich besser ausgestattet.

Druckkostenanalyse 07/2020*1
Seitenpreis mit
'ISO-Farbdokument'*2 (100.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument'*3 (100.000 Seiten)
   
Memjet C6010 / C6030 MFP
 
 
3,6 ct
 
 
1,2 ct
Lomond Evojet Office
 
 
3,8 ct
 
 
1,4 ct
Epson Workforce Pro WF-56xx
 
 
6,5 ct
 
 
1,5 ct
HP Officejet Pro X576dw
 
 
7,2 ct
 
 
1,4 ct
Brother MFC-J6920DW
 
 
7,6 ct
 
 
1,6 ct
HP Officejet Pro 8610 / 20
 
 
8,9 ct
 
 
2,0 ct
Canon Pixma MX925
 
11,6 ct
 
3,0 ct
© Druckerchannel (DC)

Wie auch bei den Lomond-Geräte gibt es auch bei den Memjet-Druckern das Refillkonzept, bei dem man die leeren Patronen an Compatech oder einen anderen Memjet-Business-Pro-Partner zum Auffüllen schicken kann. Der Refill der Patronen ist um etwa 20 Prozent günstiger als der Neukauf, was die Druckkosten nochmals senkt. Doch auch bei anderen Herstellern lässt sich ähnlich viel einsparen, wenn man die Patronen nicht zum UVP, sondern günstiger im Internet einkauft.


Der Autor meint

Memjet unternimmt nun nach gut zwei Jahren Pause einen erneuten Anlauf, seine Geräte erfolgreich im Markt zu platzieren. Doch großartige Neuheiten gibt es im Vergleich zum Memjet Referenzdesign von 2007 und dem Lomond Evojet Office, den wir bereits vor über zwei Jahren getestet haben, nicht. Zwar bleiben die günstigen Druckkosten und das enorme Drucktempo, doch weiterhin fehlt es an essentiellen Ausstattungsmerkmalen. So gibt es weder einen Duplexer, Wlan oder Internetfunktionen, noch lässt sich die Papierzufuhr erweitern.

Dazu kommt, dass seit über einem Jahr HP mit der Officejet-Pro-X-Serie ebenfalls Geräte mit einem Druckkopf in Seitenbreite im Angebot hat, die etwas günstiger in der Anschaffung sind und eine deutlich bessere Ausstattung bieten. Memjet wird es daher schwer haben, sich im Markt durchzusetzen - günstigere Druckkosten als die Konkurrenz und ein Refillkonzept werden dafür vermutlich nicht ausreichen.

*1
Diese Tabelle wird automatisch aktualisiert.

Preise

Alle Preise sind Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).

Kosten & Starterreichweite

In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.

*2
ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): A4-Farbdokument (fünfseitig) auf Normalpapier in Standardqualität.
*3
Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712 (nur SW)): Mit diesem fünfseitigen Dokument sind Tintendrucker und Farblaser getestet.
10.04.14 08:04 (letzte Änderung)
Technische Daten

20 Wertungen

 
1
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