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Vergleichstest S/W-Tintendrucker gegen S/W-Laser: Technologienvergleich: Laser gegen Tinte

von Florian Ermer

Während Laserdrucker ein konstant hohes Drucktempo an den Tag legen, egal wie hoch die Deckung der Seite ausfällt, haben konventionelle Tintendrucker mit dieser Disziplin Schwierigkeiten. Denn sie bedrucken das Papier zeilenweise und müssen bei höherer Deckung den Druckkopf häufiger über das Papier fahren, was die Druckgeschwindigkeit reduziert. In diesem Vergleich zeigt Druckerchannel die Tempounterschiede zwischen den beiden Tintendruckern und dem Laserdrucker bei unterschiedlicher Seitendeckung.

Für den Textdruck verwendet das DC-Labor den Dr. Grauert Brief, für den Druck einer Seite mit hoher Deckung ein vollflächiges Plakat. Beide Dokumente drucken wir in normaler Qualität aus (ohne Änderung im Treiber) und zeigen die Tempounterschiede in den untenstehenden Tabellen.

Drucktempo Dr. Grauert Brief im Vergleich

Solange die Druckaufträge fünf Seiten oder weniger umfassen, gibt es kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den Geräten. Der Brother geht bei ein- und zweiseitigen Aufträgen sogar am langsamsten zu Werke, da er erst die Fixiereinheit aufheizen muss. Der Epson fällt bei Aufträgen größer als fünf Seiten deutlich hinter seine Konkurrenten zurück. Aber auch der Ricoh kann mit dem Tempo des Brothers nicht mehr lange mithalten. Bei Druckaufträgen von über zehn Textseiten zieht der Laser beiden Tintengeräten deutlich davon.

Druckdauer Dr. Grauert im Vergleich
Brother HL-5450Epson Workforce Pro WP-M4015Ricoh Aficio SG K3100
    
1 Seite
 
 
0:13 Min.
 
 
0:09 Min.
 
 
0:08 Min.
2 Seiten
 
 
0:14 Min.
 
 
0:13 Min.
 
 
0:10 Min.
5 Seiten
 
 
0:18 Min.
 
 
0:25 Min.
 
 
0:19 Min.
10 Seiten
 
 
0:26 Min.
 
 
0:45 Min.
 
 
0:33 Min.
50 Seiten
 
 
1:29 Min.
 
 
3:29 Min.
 
 
2:32 Min.
100 Seiten
 
 
2:46 Min.
 
6:53 Min.
 
 
4:58 Min.
© Druckerchannel (DC)

Drucktempo vollflächiges Plakat im Vergleich

Noch deutlicher wird der Geschwindigkeitsunterschied, wenn Seiten mit hoher Deckung gedruckt werden. Bereits ab der zweiten Druckseite ist die Lasertechnik gleichauf und kann sich bei steigender Seitenzahl merklich absetzen. Bei einem 100seitigen Auftrag ist der Laser mindestens drei Mal schneller. Der Unterschied zwischen den beiden Tintendruckern fällt weitaus geringer, als bei der Textseite aus. Das liegt daran, dass der Ricoh bei der hohen Deckung alle paar Seiten kurze Wartungspausen macht und damit an Tempo einbüßt.

Druckdauer vollflächiges Plakat auf Normalpapier im Vergleich
Brother HL-5450Epson Workforce Pro WP-M4015Ricoh Aficio SG K3100
    
1 Seite
 
 
0:19 Min.
 
 
0:15 Min.
 
 
0:16 Min.
2 Seiten
 
 
0:21 Min.
 
 
0:21 Min.
 
 
0:20 Min.
5 Seiten
 
 
0:25 Min.
 
 
0:37 Min.
 
 
0:32 Min.
10 Seiten
 
 
0:34 Min.
 
 
1:05 Min.
 
 
0:59 Min.
50 Seiten
 
 
1:35 Min.
 
 
4:54 Min.
 
 
4:26 Min.
100 Seiten
 
 
2:53 Min.
 
9:39 Min.
 
 
8:40 Min.
© Druckerchannel (DC)

Stromverbrauch und Tonerstaub

Dem Gegenüber hat die Tintentechnik jedoch im Vergleich zu Laserdruckern auch Vorteile. Einerseits verbrauchen die Tintendrucker deutlich weniger Strom, da sie keine Fixiereinheit aufheizen müssen. Des Weiteren produzieren Geräte, die mit Tinte arbeiten, keinen Tonerstaub.

Die Ersparnis beim Stromverbrauch fällt allerdings deutlich geringer aus, als die Hersteller der Tintendrucker gerne mit den Werbeaussagen für die Tintentechnik versprechen möchten.

Mit dem TEC-Wert wurde zwar von der Organisation Energy Star ein einheitliches Prüfverfahren für den Strombedarf von Bürodruckern vorgestellt, doch vergleichen lassen sich die Werte nicht. Denn der TEC-Wert resultiert aus einem vorgegeben Druckvolumen, welches an das exakte Drucktempo gekoppelt ist. Man kann demnach nur Geräte vergleichen, die genau dasselbe Drucktempo aufweisen - das ist bei den Testkandidaten nicht der Fall.

Dennoch lässt sich mithilfe des TEC-Wertes abschätzen, wie groß die Ersparnis ausfallen kann. Der Brother-Laserdrucker hat ein nominelles Drucktempo von 38 Seiten pro Minute und muss laut Energy Star damit 3.520 Seiten je Woche drucken. Für diese Seitenleistung und den Verbrauch im Standby- und Sleepmodus genehmigt er sich wöchentlich 2,1 Kilowattstunden. Auf ein Jahr hochgerechnet ergibt das ein unrealistisch hohes Druckvolumen von gut 183.000 Seiten und einen Strombedarf von knapp 110 Kilowattstunden.

Nimmt man nun an, dass die Tintendrucker überhaupt keinen Strom benötigen, lassen sich pro Jahr demnach etwa 110 Kilowattstunden einsparen. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde entspricht das jährlich 33 Euro. Dieser Wert ist allerdings noch deutlich zu hoch gegriffen, da einerseits das Druckvolumen kaum einer erreichen wird und anderseits auch die beiden Tintendrucker nicht komplett ohne Energiebedarf arbeiten. Das Einsparpotential dürfte daher in den meisten Fällen auf wenige Euro zusammenschmelzen, wenn man sich für einen Tintendrucker entscheidet.

Zwar ist es in Zeiten von knapper werdenden Ressourcen und teureren Strompreisen wünschenswert Energie einzusparen. Doch aus finanzieller Sicht lohnt sich der Umstieg auf ein Tintengerät nicht. Um ein vielfaches mehr einsparen lässt sich, wenn man nur das nötigste druckt und ein Gerät mit günstigen Folgekosten auswählt.

29.08.13 19:36 (letzte Änderung)
1S/W-Drucker: Tinte gegen Laser
2Die Testkandidaten im Überblick
3Verbrauchsmaterial und Druckkosten
4Bedienung und Papierhandling
5Technologienvergleich: Laser gegen Tinte
6Installation, Druckertreiber und Netzwerkfunktionen
7Textdruck: Qualität und Tempo
8Grafik: Qualität und Tempo
9Fotodruck: Qualität und Tempo
10Marker- und Wassertropfen-Test
Technische Daten & Testergebnisse

24 Wertungen

 
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