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Vergleichstest: Günstige Etikettendrucker / Labeldrucker: Software und Treiber

von Stefan Wischner

Beide getesteten Drucker laufen über einen herkömmlichen Windows-Treiber. Daher ist es nicht unbedingt nötig, die mitgelieferte Software zum Beschriften der Labels zu verwenden. Jedes Programm, das eine Option zur Anpassung des Seitenformats bietet, lässt sich auch zur Ausgabe von Etiketten verwenden. Im Test gab es keine Probleme mit Microsoft Word (über die Serienbrieffunktion auch Adressetiketten für Mailings), Excel und Photoshop. Es ist lediglich etwas Vorbereitung nötig: Das Papierformat ist vorab im Druckertreiber auszuwählen – beide Treiber bieten hier schon Voreinstellungen für alle gängigen vom jeweiligen Hersteller angebotenen Labels. Auch eine Option zur Definition eigener Formate ist vorhanden. Zusätzlich ist unter Umständen noch in der jeweiligen Anwendung das Seitenformat zu justieren. Vor allem die standardmäßig eingestellten Ränder sind in der Regel für Etiketten viel zu groß.

Ist beides korrekt eingerichtet, funktioniert der Ausdruck genauso wie auf Standardblättern. Dabei entspricht eine Druckseite immer einem Etikett. Im Brother-Treiber lässt sich zudem festlegen, ob die Schneidevorrichtung alle Etiketten voneinander trennen oder nur einen Schnitt nach dem letzten Etikett vornehmen soll. Diese Option entfällt beim Dymo natürlich wegen der fehlenden Autoschnitt-Option. Für die meisten Beschriftungsaufgaben ist allerdings die mit den Druckern gelieferte Spezialsoftware etwas einfacher zu handhaben:

Brother QL-570

Das Softwarepaket zum QL-570 besteht aus vier Modulen: Neben dem Hauptprogramm P-Touch Editor nebst Add-Ins für Word, Excel und Outlook werden das P-Touch Adress-Book, die P-Touch Library und der P-Touch Transfer-Manager eingerichtet.

Nicht optimal: Der automatische Versionscheck per Internet spürte zwar eine neue Programmversion auf, öffnete dann aber nur einen Browser mit der Download-Seite von Brother. Herunterladen (nur nach Eingabe der Geräte-Seriennummer!), Deinstallation der alten Softwareversion und Einrichten der neuen erfolgen per Hand. Ein einfaches automatisches Update wäre weit komfortabler. Immerhin bleiben alle Einstellungen und gespeicherte Daten erhalten.

Das Hauptprogramm, der P-Touch-Editor strotzt nur so vor Funktionen. Als Mischung aus Design- und speziellem Textprogramm bietet er hunderte von Schräubchen, an denen sich drehen lässt. Leider wirkt die Oberfläche auch ziemlich überladen und unübersichtlich und könnte manchen Einsteiger abschrecken. Zumindest in der Professional-Ansicht, die Zugriff auf alle Optionen bietet. Ein wenig besser ist die Express-Darstellung, die viele Funktionen ausblendet.

Praktisch: Im Tool P-Touch Library landen alle einmal gedruckten Etiketten in einer übersichtlichen Galerie. Ein Doppelklick auf ein Design öffnet das entsprechende Label samt Inhalt im Editor. Etwas unverständlich ist allerdings, warum diese Funktion nicht direkt in das Hauptprogramm eingebaut sondern in ein separat zu startendes Modul ausgelagert wurde. Gleiches gilt für das P-Touch Adress-Book, eine recht einfache aber funktionelle Adressverwaltung mit Import-Funktionen aus Outlook oder CSV-Dateien (Komma-getrennte Textdateien). Möglicherweise wollte der Hersteller eine weitere Überladung des P-Touch-Editor vermeiden.

Das Programm Transfer-Manager ist für das getestete Druckermodell QL-670 völlig bedeutungslos. Es ist für portable Brother-Etikettendrucker mit internem Speicher gedacht und organisiert die Übertragung von am PC entworfenen Label-Listen. Alles in allem lässt sich über die Brother-Software sagen: Funktionell komplett, im Test absolut stabil und ohne auffällige Fehler. Die Ausschöpfung aller Möglichkeiten erfordert indes eine gewisse Einarbeitungszeit.

Dymo Labelwriter 450

Im Gegensatz zum P-Touch Softwarepaket des Brother beschränken sich die Programme, die mit dem Dymo Labelwriter installiert werden, auf den Druckertreiber und eine Editor-Software namens Dymo-Label v8. Die integriert im Wesentlichen alle Elemente, die beim Brother in Einzelmodule ausgelagert sind, zum Beispiel die Adressverwaltung. Zudem gestaltet sich die Dymo-Software wesentlich aufgeräumter und zugänglicher als ihr Brother-Pendant. im Test vermissten wir dennoch keine Funktionen.

Die Auswahl eines Labels gestaltet sich schon durch die grafische Darstellung verfügbarer Etiketten deutlich intuitiver; der Editor selbst kann mit seinen umfangreichen Gestaltungs- und Formatierungsmöglichkeiten als gleichwertig angesehen weden. Sehr praktisch: Dymo-Label v8 beherrscht dieselben Import-Formate für Adressen wie Brother P-Touch Adress-Book, kann aber die Kontaktdaten eines installierten Outlook direkt, also ohne Import-Umweg verwenden.

Software-Fazit

Beide Drucker lassen sich über eine funktionsreiche und praxistaugliche Spezialsoftware steuern. Die einzelnen P-Touch-Module von Brother wirken dabei sperriger und erfordern eine höhere Einarbeitungszeit. Das Dymo-Gegenstück ist wesentlich handlicher und zugänglicher und erlaubt das sofortige Loslegen. Nicht kriegsentscheidend, aber durchaus angenehm.

01.09.11 14:00 (letzte Änderung)
1Kleben und kleben lassen
2Installation und Handhabung
3Software und Treiber
4Das Angebot an Etiketten
5Qualität und Tempo
6Testergebnisse und technische Daten

29 Wertungen

 
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