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Lesertest: Canon i865: Erstaunlich was alles möglich ist

Hinweis: Für in diesem Artikel erwähnten Drucker ist der ausführliche Testbericht "Büro-Bolide mit nützlichen Details" (Okt. 2003) verfügbar.

Zugegeben, für einige Jahre war ich so etwas wie ein Yeti, was Tintenstrahldrucker angeht. Nachdem meine alten Tintenstrahldrucker (von vor ca. 5-8 Jahren) allesamt weder zeitgemäß druckten, noch erträglich bei den Anschaffungskosten für Nachfüllpatronen waren, hatte ich eigentlich nur noch mit meinem Laserdrucker gedruckt. Billig, aber zugegeben etwas farblos. Als es schließlich bei amazon.de den i865 für 155,- Euro gab und meine Freundin sich breitschlagen ließ ein paar Euro dazuzulegen wurde das Wundergerärt schließlich bestellt und umgehend geliefert. (Wie ich inzwischen erfahren habe, scheint der i865 tatsächlich einige Tage später nicht mehr lieferbar gewesen zu sein).


Der Aufbau ist mit Hilfe der deutschsprachigen Anleitung kinderleicht (Tesafilme abziehen, alles zusammenstecken, Tintenpatronen einstecken: fertig). Die Installation der Treiber und Software ist dank des menugesteuerten Setups ebenfalls sehr einfach (ich finde: fast schon ein wenig zu verspielt). Nach dem ersten Einschalten braucht der Drucker ein paar Minuten, bis er druckbereit ist. Danach kann es schon losgehen. Und das tat es dann auch! Kompatiblität: Treiber liegen außer für Windows XP auch für Windows 95/98/Me/2000/NT, sowie für MacOS X bei. Getestet habe ich den Treiber nur unter Windows XP. Der MacOS-Treiber soll (was ich Mangels Mac nicht getestet habe) den Tintenstand sogar wesentlich genauer anzeigen als die Windows Treiber es mit den Stufen voll - fast leer - ganz leer anzuzeigen vermögen. Herstellersupport für Linux gibt es zwar nicht, trotzdem zeigt sich der i865 aber sehr kooperativ bei der Zusammenarbeit mit dem freien Betriebssystem, da die Software "Turboprint für Linux" (ebenso als Turboprint für Amiga erhältlich) auch den i865 unterstützt und einen für den Privatanwender kostenlosen Treiber mit nahezu vollen Funktionsumfang bietet (nur den CD-Druck habe ich bisher weder getestet, noch habe ich eine Ahnung wie er ggf. funktionieren könnte). Damit kann der i865 praktisch mit allen gängigen Betriebssystemen (für Heimanwender) genutzt werden, ein Zustand der lange nicht bei allen Herstellern vorhanden ist.

Der Drucker ist nach dem Einschalten in ca. 15 Sekunden druckbereit. Nach jedem Einschalten wird der Druckkopf kurz mit Tinte durchspült, ein Vorgang, der sich auch nach dem Druck von wenigen Seiten wiederholt. Zunächst mag das verschwenderisch erscheinen, faktisch ist der i865 trotzdem sehr sparsam (wie zumindest diverse Tests belegen zu scheinen: z.B. auf pcwelt.de, chip.de, oder (mein Favorit): auf druckerchannel.de). Schwarz-weiß Dokumente werden in einem atemberaubenden Tempo gedruckt . Zwar nicht ganz 18 Seiten wie auf der Verpackung steht. aber SEHR flott. Das ganze neigt auf billigstem Kopierpapier zwar ein wenig zum Ausfransen, hat aber immer noch eine sehr gute Qualität. Highlight ist aber definitiv der Farbdruck. Auf ordentlichem Papier druckt der i865 in bestechender Qualität. Nur wer weiß, dass es sich nicht um echte Fotos handelt, wird einen unterschied zu eben denselben feststellen können. Egal ob auf 10x15 Papier, oder auf A4, der i865 bedruckt alle Medien auf Wunsch randlos (wobei der "Überdruck" auf "viel", "mittel" oder "wenig" eingestellt werden kann). Broschüren sehen tatsächlich wesentlich besser aus, wenn sie nicht von einem weißen Rand "geschmückt" werden! Zwar Qualitativ nicht gleichwertig wie der Text- und Farbdruck ist der CD/DVD-Druck mindestens (und wahrscheinlich bei ernsthafter Anwendung noch viel mehr) ein witziges Gimmick: Mit Hilfe des beiliegenden CD-Cover Druckprogramms kann man (auf spezielle Medien) das CD-Cover direkt auf die CD/DVD drucken. Eine tolle Sache für individuelle Geburtstagsgeschenke: Wenn man sich etwas Mühe gibt, sieht das ganze tatsächlich (fast) "wie echt" aus. Und das ganze ist tatsächlich so einfach, wie in der beliegenden Extraanleitung(!) beschrieben und bebildert: Aufsatz aufstecken, CD einlegen, Cover bearbeiten und drucken. Wer will kann das Ganze dann auch noch bis auf den letzten Millimeter justieren. Die originalen Patronen liefern hervorragende Qualität, die von den Nachbauten zumindest im Farbdruckbereich nicht ganz eingehalten werden kann. Ich selbst habe einen Satz Billigsttinte und einen Nachfüllsatz von KMP verdruckt. Beide Tinten drucken ordentlich schwarz-weiß, zeigen aber im direkten Vergleich zur Canon-Tinte weniger kräftige Farben und leichte Farbstiche (grün bzw. rot). Das ganze ist (wie ihr z.B. beim großen Tintentest auf druckerchannel.de (ich habe nix mit dieser Webseite zu tun, außer dass ich sie toll finde) nachlesen könnt) zumeist allerdings nur im direkten Vergleich nachzuempfinden. Ich bin kein Farbtreuefetischist und für mich sind die Nachfülltinten problemlos im Gebrauch und eine enorme Kostenersparnis: Original 10-12 Euro schwarz/weiß, 40 Euro Farbsatz (rot , grün, blau, schwarz). KMP: 5 Euro s/w, 20 Euro Farbsatz, NoName: 1 Euro s/w, 5 Euro Farbsatz.

Der Canon i865 ist ein Wundergerät für den Heimanwender. Endlich kann ein Drucker, was Drucker eigentlich schon immer hätten können sollen: Schnell drucken, wenig Kosten erzeugen, Bilder in Fotoqualität ausgeben, CDs bedrucken und auf Bedarf in den Flüstermodus geschalten werden. Druckerherz was willst du eigentlich noch mehr?

24.11.04 19:11 (letzte Änderung)
Technische Daten

15 Wertungen

 
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