1. DC
  2. Tests & Artikel
  3. Know-How
  4. Code bei Farblasern entschlüsselt

Code bei Farblasern entschlüsselt: Big Brother is watching you

von Florian Heise

Wer genau hinsieht, kann auf seinen Ausdrucken aus dem Farblaser winzige gelbe Pünktchen erkennen, obwohl sie da nicht hingehören. MIC oder "Machine Identification Code" nennen sich diese - aus der Anordnung der Punkte lassen sich Seriennummer, Datum und anderes auslesen.

Aktualisierung (26.06.2018, 10:00 Uhr): So verhindert man die Yellow-Dots

Forscher der TU-Dresden haben eine Möglichkeit gefunden, den Ausdruck der gelben Punkte so zu manipulieren (hinzufügen von Punkten), dass er nicht mehr lesbar sein soll. Dazu bieten die Forscher eine Software zum Download an (Python-Skripte). Eine genaue Beschreibung findet sich bei der TU-Dresden in englischer Sprache. Weitere Informationen im Artikel Umgehung der "Yellow Dots"-Kodierung.

Druckerchannel hat festgestellt, dass so gut wie alle Samsung-Laserdrucker keine Tracking-Dots (Yellow-Dots) drucken. Dies kann sich mit der Übernahme von Samsung durch HP jedoch in Zukunft ändern.



Druckerchannel berichtet seit einigen Jahren von den gelben Punkten, die Farbseitendrucker auf jede Farbseite drucken. Die Verbraucherschutz-Vereinigung EFF.org (Electronic Frontier Foundation, Defending Freedom in the Digital World) hat nun den Code geknackt, den Xerox-Drucker auf die Farbseiten drucken. Auch Geräte von HP, Canon oder Konica-Minolta bringen diese Punkte zu Papier - jedoch in einem anderen Code, der bislang noch nicht entschlüsselt ist.

Hintergrund

Hintergrund ist wohl ein Abkommen der Hersteller mit der US-Regierung, einen unsichtbaren Code auf jede Farbseite zu drucken, um Dokumente zurückverfolgen zu können. Hier geht's ums Fälschen von Dokumenten und Geldscheinen.

Dazu drucken die Geräte ein winziges Punktraster in gelber Farbe auf die Seiten. Diese Punkte sind mit bloßem Auge kaum auszumachen.

Aus der Anordnung der Punkte sind Uhrzeit, Datum und die Seriennummer des Druckers herauszufinden. Betroffen sind nur Farblaser- und Farb-LED-Drucker sowie Farbkopierer. Bei Tintendruckern ist dieser Code bislang noch nicht aufgetaucht.

Sichtbar machen

Wer selbst einen Farbseitendrucker besitzt, kann ganz leicht herausfinden, ob das Gerät diesen Code druckt. Oft reichen eine gute Lupe und ausreichend Licht, um die winzigen, gelben Punkte zu sehen.

Wesentlich besser geht's mit einem Mikroskop, das einzelne Punkte stark vergrößern und deutlich darstellen kann. Der Nachteil von Lupe und Mikroskop: Es lassen sich nur kleine Ausschnitte anzeigen und nicht ein so großer Bereich, dass sich ein komplettes Punkte-Informationsraster darstellen ließe.

Mit einem Scanner mit einer hohen optischen Auflösung geht dies unproblematisch. Gehen Sie wie folgt vor:

  • Drucken Sie eine Farbseite mit ausreichend weißer Fläche. Verwenden Sie zum Beispiel ein Textverarbeitungsprogramm, tippen Sie ein paar Buchstaben und färben Sie diese ein. Bei Word geht das etwa mit "Format" - "Zeichen" - "Schriftfarbe". Wählen Sie zum Beispiel rot. Alternativ können Sie auch ein Foto oder ein Firmenlogo drucken. Oder wählen Sie eine Testdatei aus unserem Download-Bereich
  • Legen Sie die gedruckte A4-Seite auf Ihren Scanner.
  • Wählen Sie im Scannerprogramm eine möglichst hohe Auflösung - zum Beispiel 3200 dpi.
  • Wählen Sie auf der Seite zum Scannen einen kleinen Ausschnitt von etwa fünf mal fünf Zentimeter.
  • Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur weiße Fläche scannen, sondern auch ein kleines Stück Text oder Foto mit einscannen - das ist wegen des Weißabgleichs nötig.
  • Der Scanvorgang wird bei dieser hohen Auflösung einige Minuten in Anspruch nehmen. Die Datei kann rund 200 MByte groß werden.
  • Öffnen Sie das Bild in einem Grafikprogramm.
  • Zoomen Sie nun - zum Beispiel mit dem Lupenwerkzeug - in das Dokument hinein. Sie werden ab einer gewissen Vergrößerung die gelben Punkte erkennen können.

  • Wer Photoshop verwendet, kann die Punkte mit einem einfachen Trick anders einfärben und so sichtbar machen: Wählen Sie "Bild" - "Einstellungen" - "Farbton/Sättigung". Im folgenden Fenster wählen Sie im Drop-Down "Gelbtöne". Anschließend schieben Sie den Regler "Farbton" ganz nach rechts und bestätigen mit "OK".
  • Wenn man im nächsten Schritt den Kontrast noch stark erhöht, werden die eingefärbten Punkte deutlicher sichtbar.
  • Über den Photoshop-Filter "Stilisierungsfilter" - "Konturen finden" und "Konturenwerte finden" lassen sich die Punkte nochmals besser darstellen.

Druckzeit, Druckdatum und die Seriennummer des Farbseitendruckers lassen sich aus diesem Code entschlüsseln.

Entschlüsselung

  • 1: Vertikaler Paritäts-Code
  • 2: Minute, in der Dokument gedruckt wurde
  • 3 und 4: unbenutzt
  • 5: Stunde, in der Dokument gedruckt wurde
  • 6: Tag, an dem Dokument gedruckt wurde
  • 7: Monat, in dem Dokument gedruckt wurde
  • 8: Jahr, in dem Dokument gedruckt wurde (5 = 2005)
  • 9: unbenutzt
  • 10: Separator (Normalerweise sind alle Punkte in dieser Reihe gesetzt)
  • 11 bis 14: Seriennummer des Druckers
  • 15: unbekannt

Diskutieren Sie mit

Beispieldrucker mit Geheimcode im Druckerchannel-Test

26.06.18 13:15 (letzte Änderung)

514 Wertungen

 
1
Markierte Links sind "Provisions-Links", also Affiliate-Links. Druckerchannel erhält bei Kauf eine kleine Provision, für den Kunden entstehen keine Mehrkosten. Alle Angaben ohne Gewähr. Preise inkl. Mwst. ggf. zzgl.Versandkosten. Weiß hinterlegte Preise gelten für ein baugleiches Modell.
Forum Aktuell
09:00
08:49
08:25
07:06
00:13
18:49
18:49
22.11.
22.11.
Kaufberatung Laser-AIO Gast_56414
Advertorial
Online Shops
Artikel
20.11. IDC Marktzahlen Q3/2020: Fast neun Prozent mehr verkaufte Drucker, HP und Canon stark
20.11. HP 903, 907XL, 953, 957XL: Sperrung von älteren Originalpatronen ab 1. Dezember
13.11. Feinstaubemissionen am Arbeitsplatz: Von Laserdrucker gehen "generell keine relevanten Risiken" aus
13.11. HP Firmware 20201021: Kritisches Wlan-​Update für HP Laserjet Pro mit 203A-​, 203X-​ und 205A-​Toner sperrt Fremdkartuschen
11.11. HP+ und Laserjet M234dwe: "Instant Ink" mit Toneroption
11.11. Canon Pixma G3560, G3520, G2560, G2520 und G1520: Wartungsfreundliche Megatanks
11.11. Lexmark MB3442adw, B3442dw und B3340dw: Günstiger S/W-​Multi mit Dual-​Duplex und Drucker der Go-​Line
11.11. IDC Analyse Westeuropa 2020/Q3: Deutscher Druckermarkt stagniert gegen den Strom
02.11. Canon Winter-​Promotion 2020/21: Sofort-​Rabatt für Tintentank-​ und Fotodrucker
28.10. Canon Pixma TS7450 und TS7451: Günstiges ADF-​Multifunktionsmodell mit zwei Papierzuführungen
27.10. Canon Megatank G3060, G3020, G2020 und G1020 (Asien): Künftige Megatanks bekommen Wartungstank
25.10. Windows 10, KB4577671 und KB4579311: Erneute Probleme mit Windows 10 und vorwiegend Brother-​Drucker
Themen des Tages
Beliebte Drucker
Neu   Canon Pixma G3560

Multifunktionsdrucker (Tinte)

Neu   Canon Pixma G3520

Multifunktionsdrucker (Tinte)

Neu   Canon Pixma G2560

Multifunktionsdrucker (Tinte)

Neu   Canon Pixma G2520

Multifunktionsdrucker (Tinte)

ab 88,76 €1 Canon Pixma TS5150

Multifunktionsdrucker (Tinte)

ab 175,51 €1 Canon Maxify MB5150

Multifunktionsdrucker (Pigmenttinte)

ab 290,31 €1 Epson Workforce Pro WF-C5710DWF

Multifunktionsdrucker (Pigmenttinte)

ab 438,00 €1 Brother MFC-L3770CDW

Multifunktionsdrucker (Laser/LED)

  Epson Workforce Pro WF-4745DTWF

Multifunktionsdrucker (Pigmenttinte)

ab 255,20 €1 Lexmark MC2425adw

Multifunktionsdrucker (Laser/LED)

Merkliste

×
Drucker vergleichen