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Lesertest: HP DeskJet 720C: HP Deskjet 720c

Der HP Deskjet war mein zweiter Drucker, die Erfahrungen mit ihm möchte ich hier kurz schildern


History

Von HP Anfang 1998 vorgestellt kostete der HP 720 anfangs gute 400-500 DM. Als Mittelklassedrucker positioniert zeichnete sich der HP für damalige Verhältnisse durch einen sehr guten Text und für Ende der 90er Jahre ordentlichen Fotodruck aus. Allerdings wurden die „Fotos“ nie so gut wie es HP wohl selbst gern gesehen hätte, doch dazu später mehr. Der HP 720 war mit angegebenen 7S Text in der Minute ein recht schneller Drucker, verglichen mit den anderen Modellen, die es im Officebereich in dieser Zeit gab. Die großen Konkurrenten waren seinerzeit der Canon BJC 5000 und der Epson Stylus Color 740 die beide ebenfalls ca. 400 DM kosteten.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des HPs war nichts besonderes, es gab eine Treiber CD mit Treibern für Windows 95/98. Mac OS oder gar Linux wurden nicht unterstützt. Wie bei HP heute noch üblich wurden zwei Patronen mitgeliefert, die SW Tinte 45 (enthielt 42ml Tinte) und die Farbtinte 23. (enthielt immerhin 30ml Tinte, pro Farbe also 10ml)

Installation

Die Installation war damals wie heute unter Win9x.sehr einfach. Drucker am PC via LPT anschließen, Windows erkannte den Drucker, Treiber einspielen, Patrone ausrichten – das wars. Einfach und ohne Probleme

Einsatzmöglichkeiten

Der HP 720 war als Officedrucker konzipiert und obwohl HP damals auch mit Fotomöglichkeiten warb, war das nicht seine Stärke. Texte, Exceltaballen, Präsentationen – das war das Metier des HPs und dieses beherrschte er auch recht gut. Die Texte waren spürbar besser als bei den oben erwähnten Geräten von Epson oder Canon und der Drucker war deutlich zuverlässiger als die beiden Wettbewerber. Ein entspanntes Arbeiten war garantiert, denn der Drucker arbeitete sehr leise – das ist heute noch so, verglichen mich einigen aktuellen Druckern (Epson C82 z.B.) ist die Geräuschkulisse doch deutlich geringer. Was mich immer genervt hat, war die Tatsache, das es beim HP720 KEINE Tintenstandsanzeige gab, das wurde erst einige Jahre später eingeführt. Ich wußte also nie wann die SW Tinte oder die Farbpatrone zu Ende waren – Farbstiche bei Grafiken waren leider oft der Fall. Wasserfeste Tinte kannte man damals auch nicht, dementsprechend empfindlich waren die Ausdrucke auf Feuchtigkeit.

Qualität

Der HP hatte nur 600x600dpi Auflösung. Beim Textdruck war das völlig ausreichend, für einen Fotodruck war das aber zu wenig. Das Druckraster war relativ grobkörnig – hier hatte der Epson SC 740 deutlich die Nase vorn. Trotzdem reichte die Qualität aus, um Grafiken oder Videocover zu drucken. Verglichen mit einem aktuellen Drucker wie dem Canon i560 oder dem Epson C84 kann der HP hier natürlich nicht mithalten – anno 1999 aber war das sein Druckbild beachtlich. PhotoRet II machte es möglich – wie doch die Zeit vergeht...  Randlosdruck unterstützte der HP 720 selbstredend noch nicht... Immer schon eine Stärke von allen HP Drucker war das Textbild. In dieser Disziplin war HP gegen Ende der 90er Jahre nicht zu schlagen, weder der Canon BJC5000 noch der Epson SC740 konnten da mithalten. Die HPs verwendeten damals schon Pigmenttinte in ihren SW Patronen, was sich positiv bemerkbar machte. Verglichen mit einem aktuellen Officedrucker, ist der Text nach wie vor akzeptabel, allerdings sieht man mit bloßem Auge doch die ein oder anderen Satellitentröpfchen. Mittlerweile ist der HP720 (und die auf dem gleichen Druckwerk basierenden HP880 und 895) in die Jahre gekommen. Selbst die in dieser Disziplin einst so geschmähten Epson Drucker überholen den alten HP deutlich in dieser Disziplin, mein Epson Photo 950 erreicht in etwa die gleiche Qualität beim Textdruck. Der Epson C82 und der Epson C84 toppen sie doch deutlich. Immerhin: sogar der Entwurfsmodus war in Ordnung, man konnte damit leben und dank der großen Patrone recht viel drucken.


Druckkosten

Verglichen mit aktuellen Druckern ist der HP720 sündhaft teuer – damals war er wegen seiner sehr guten Textqualität und der hohen Reichweite der SW Tinte aber ein akzeptabler Drucker. Obwohl die 45er SW Tinte immerhin 42ml Tinte enthält schaffte es der HP720 nur auf etwa 500s. Ich habe den Test mal gemacht, nach etwa einem Packen Kopierpapier war es vorbei. Mein Epson CX5200 hat in seiner Patrone „nur“ 33ml Tinte, schafft aber weit mehr als das doppelte beim Textdruck – man sollte sich also merken: nicht nur die Füllmenge ist entscheidend. Was man mit dem HP 720 prima machen konnte, war die Möglichkeit Fremdtinten zu nutzen. Entgegen vieler aktueller Meldungen im Forum, habe ich Pelikantinte genutzt und das war damals auch kein Problem sondern eine Einsparung von etwa 20 DM. Soviel war die Pelikantinte damals billiger als die HP Patrone. Ich habe keine Verschlechterung in der Qualität feststellen können. Auch eingetrocknete Druckköpfe waren kein Problem.

Fazit

Unterm Strich war der HP720 ein solider Drucker, der mir lange Zeit gute Dienste geleistet hat. Ich hatte keine Probleme mit seinem Papiereinzug und die Druckqualität war für mich lange genug ausreichend. Da HP immer noch das gleiche Tintensystem wie zu Zeiten des HP720 verwendet, kann ich von aktuellen HP Druckern aufgrund ihrer sehr hohen Verbrauchskosten nur abraten, auch die Verarbeitung der Drucker ist schlechter geworden. Die Konkurrenten Epson und Canon haben HP nicht nur eingeholt – sie haben HP überholt und bauen die derzeit besseren Drucker. Das war vor 5 Jahren noch ganz anders. Ein HP Drucker war ein Statussymbol mit hohem Prestigewert und die Qualität war ebenfalls in Ordnung. Das PreisLeistungsverhältnis stimmte damals – heute nicht mehr. Der HP720 ist verglichen mit aktuellen Druckern, auch und vor allem als Zweidrucker, nicht mehr zu empfehlen. Der kleine und sehr preiswerte Epson C64 ist derzeit die beste Alternative für einen billigen Officedrucker.

01.01.70 01:00 (letzte Änderung)
Technische Daten

15 Wertungen

 
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