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HP+ Einrichtung mit der Smart App: Bitte entscheiden Sie sich jetzt!

von Ronny Budzinske

Druckerhersteller haben ein großes Interesse am Kauf von Originalkartuschen. Das Sperren von Fremdpatronen gibt dagegen oft schlechte Presse. Ideal wäre es, wenn sich der Kunde "freiwillig" dafür entscheidet. Mit HP+ gelingt das besonders "elegant". Das Geheimnis steckt in der Smart App. Das Böse Erwachen kommt später. Vielleicht.


Der weltweit größte Druckerhersteller HP ist beliebt. Nicht nur aufgrund seiner in der Regel recht einfach zu bedienenden Druckern, sondern auch durch eine besonders starke Marke mit einem äußerst großen Bekanntheitsgrad.

Gerade auch in Verbindung mit einem "Instant Ink"-Tintenabo legt man sich quasi ins gemachte Nest.

Jedoch gibt es auch Kreise von Leuten, die beim Namen "HP" mittlerweile die Stirn runzeln. Dazu gehören Kunden, die günstige Alternativtinten oder Toner verwenden wollen, und zum Teil auch deren Verkäufer. Das Problem ist, dass HP durch fortlaufende Firmwareupdates (z.B. #1, #2, #3, #4, ...) dafür sorgt, dass bisher eindwandfrei funktionierende "Billigtinten" oder auf aufbereitete und modifizierte Originaklartuschen plötzlich wie von Geisterhand nicht mehr funktionieren. Ärgerlich ist dies nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Anbieter, die die Kartuschen dann kostenaufwändig zurücknehmen müssen.

Das mittlerweile offene Geheimnis hat einen Namen: "Dynamische Sicherheit". Unter diesem euphemistischen Begriff findet sich genau diese Funktion. In der Beschreibung heißt es, dass Materialien ohne Original HP-Chip unter Umständen "jetzt oder zukünftig" nicht mehr funktionieren werden. HP kommuniziert dies mittlerweile recht offen. Auch wenn das den italienischen Behörden nicht eindeutig genug war.

Dazu sei bemerkt, dass auch viele andere Druckerhersteller so oder so ähnlich handeln. Nach außen kommuniziert wird dies dann in der Regel nicht. Dass Brother, Epson, Lexmark und Co. nicht auf Kompatibilität mit Nachbauten Rücksicht nehmen müssen ist natürlich auch klar. Aber so ganz zufällig wirkt das dann doch oft nicht ...


Kleines Display, starke App

Seit geraumer Zeit hat HP jedoch ein starkes Werkzeug für eine noch stärkere Kundenbindung aufgebaut. Die "Smart App" ist mittlerweile der quasi Dreh- und Angelpunkt bei der Benutzung, aber besonders auch bei der Einrichtung eines jeden HP-Druckers. Gestärkt wird diese dazu durch Drucker in allen Klassen, die nur noch ein kleines Display (z.B. beim Officejet Pro 9022e) haben oder sogar komplett ohne (z.B. beim Envy 6022e) auskommen müssen.

Die App ist dabei auch für fast alle Benutzer zugänglich. Sei es Android, iOS, Windows und auch Mac OS - so eine breite Unterstützung gibt es selten. Unter den größeren Systemen ist derzeit lediglich Linux unbedacht.

Nun ist es aber nicht so, dass HP seine Kunden nur zu dieser App drängt: die "Smart App" ist alles in allem auch ziemlich übersichtlich, bietet einen recht guten Funktionsumfang und läuft auch recht stabil und zuverlässig.


Bislang war die App auch eine starke Säule bei der Neukundenakquise des Tintenlieferdienstes "Instant Ink". Ab 99 Cent monatlich ist man dabei. Die ersten Monate sind sogar kostenlos. Super! Nimmt man mit.

Jetzt kommt "HP+" ins Spiel

Doch Ende April 2021 hat HP nochmals einen draufgelegt: Mit der Einführung von "HP+" kann man sich bei einem passenden Drucker (Erkennungszeichen ist das "e" an der Modellnummer) dafür entscheiden, dass man zukünftig komplett auf Fremdtinte verzichtet. Ob man die Originalpatronen dann selbst kauft oder ein Abo abschließt, das obliegt dann dem Druckerbenutzer. "Instant Ink" ist kein integraler Bestandteil von HP+.

Nur, warum sollte man das machen? Genau dafür hat sich HP gute Gründe ausgedacht. So gibt es sechs Freimonate für das Tintenabo, ein Jahr mehr Garantie eine bessere Cloud-Nutzung auch erweiterte Scanfunktionen über die App.

Ob das tatsächlich ein Mehrwert ist, das muss jeder für sich entscheiden. Beim halbjährigen Gratisabo ist zu beachten, dass dafür die mitgelieferte Tinte verwendet wird. Druckt man so wenig, dass diese in der "Gratisphase" nicht ausgeschöpft wird, so zahlt man sogar drauf - die Tinte hat man ziemlich beim Druckerkauf mitbezahlt.

Die Scanfunktionen, wie das Entfernen von Klammerabdrücken oder das extrahieren von mehreren Kassenbons auf dem Scannerglas sind zwar nett, sollen aber nach zwei Jahren Aufpreispflichtig sein.

mitgefangen, mitgehangen

Wer sich für "HP+" entscheidet, der tut dies für die Lebensdauer des Druckers. Einmal getan gibt es kein zurück mehr. Dazu gehört auch der "Zwang", dass der Drucker regelmäßig mit dem Internet verbunden sein muss und mit HP-Servern kommuniziert. Ob eingesetzte Patronen dann von HP selbst geprüft werden, oder ob darüber lediglich permanent die aktuelle Firmware intalliert wird - das ist noch unklar. Dazu sei gesagt, dass der Drucker für das Tintenabo "Instant Ink" ohnehin mit dem Internet verbunden sein muss - in dem Fall zu einem "guten Grund".

Warum sollte man ...?

Nun stellt sich die Frage, warum man sich aktiv für "HP+" entscheiden sollte. So wirklich überzeugend klingt das mit dem Wissen über die Vor- und Nachteile eher nicht. Selbst wenn man seinen Drucker aus Überzeugung oder auch schlechten Erfahrungen nur mit Originaltinte bestücken möchte, so kann sich dies im laufe der Zeit ja auch ändern. Warum sollte man auf diese Möglichkeit verzichten?

Die Frage beantwortet sich quasi von selbst, wenn einem die Frage in der HP-App gestellt wird. Nachdem man den Drucker per Assistent ins Internet gebracht hat, wird man schon von einem "einmaligen Angebot" begrüßt.

Nachteile werden erstmal (selbstverständlich) nicht erwähnt. Selbst wenn man mit den aufgezählten Punkten wenig anfangen kann, so kann man erstmal wenig dagegen sagen.

Die entscheidenden Einschränkungen kommen erst im nächsten Schritt. Die erscheinen, wenn man "Weiter" (statt auf "HP+ ablehnen") klickt. Dort nennt HP die "Voraussetzungen" zur Teilnahme.

  • "Ihr Drucker muss mit dem Internet verbunden sein"
  • "Verwenden Sie nur Original HP Tinte: Kaufen Sie HP Druckerpatronen oder registrieren Sie sich für Instant Ink"

In dunkelgrauer (und normalgroßer) Schrift folgt dann auch die Information, dass diese für die "Nutzung über dessen Lebensdauer" des Druckers gilt. Im Klartext: Sie ist unwiderruflich.

Diese Meldung kann man eigentlich nur mit "HP+ aktivieren" bestätigen. Im nächsten Schritt wird der Drucker sofort über das Internet festgelegt. Einen Option zum Abbrechen gibt es nur indirekt über das graue "X"-Symbol oben rechts.

Entscheidung für oder gegen "HP+" über die Smart App in Bildern

Die nachfolgenden Screenshots zeigen einen Ausschnitt der Inbetriebnahme eines "HP+"-fähigen Tintendruckers mit der "Smart App". Als Beispiel dient der Officejet Pro 9022e unter Android für Tablets. Für andere Systeme sollte das Bild sehr ähnlich oder sogar identisch aussehen.

Unsere Meinung

Die Einrichtung über die "Smart App" ist sehr leichtgängig und funktioniert in vielen Punkten über einen Klick oder einem Handstreich. So ist man es ja auch von anderen Produkten gewohnt. So werden AGBs oder Optionen schnell angeklickt - auch, weil man zu faul zum lesen ist.

In diesem Fall ist die Entscheidung aber doch ein wenig weitreichender. Vermutlich haben nicht wenige Benutzer trotz Bestätigung gar nicht wirklich mitgekommen, welche Beschränkungen bei der zukünftigen Druckernutzung anfallen. Zudem sollte man darüber auch beim eventuellen Weiterverkauf des Drucker informieren, um Ärger zu vermeiden.

Dauernutzer vom durchaus als fair zu bezeichnenden Tintenlieferdienst "Instant Ink" werden quasi keine (zusätzliche) Einschränkung feststellen. Nur werden andere Kunden ein Problem bekommen, wenn dann doch mal eine Nachbaukartusche verwendet werden soll, oder aber man den Drucker in eine andere Umgebung bringt, in der es kein Internet gibt.

Aus Sicht vom Druckerchannel sollte man sich sehr gut überlegen, wie man sich entscheidet. Im Zweifel empfehlen wir das Angebot abzulehnen. Zumindest aber vorerst zu überspringen. Laut HP hat man 7 Tage nach der Installation Zeit für eine Auswahl.

Bei aktuellen Laserdruckern mit einem "e" hinter der Modellnummer hat man übrigens gar keine Wahl mehr sich dagegen zu entscheiden. Ohne Registrierung und Dauer-Onlinezugang ist eine Nutzung gar nicht möglich. Hier hilft nur die deutlich teurere Version ohne "e".

HP+: Vor- und Nachteile im Detail

Tintenabo: HP Instant Ink vs. Epson "ReadyPrint"-Flex

29.07.21 19:16 (letzte Änderung)

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