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Canon Pixma TS705: Pixma-Fotodrucker soll in kleine Büros vordringen

Der Nachfolger vom populären Pixma iP7250 behält seine Fotofähigkeiten, wird jedoch bei gleichbleibend niedrigem Preis mit neuen Möglichkeiten für kleinere Büros aufgewertet - leider nicht bis in die letzte Konsequenz.

Nach knapp über sechs Jahren am Markt ersetzt Canon den Pixma iP7250 durch ein aufgewertetes Nachfolgemodell, das nun Pixma TS705 heißt. Für 85 Euro wird der Nachfolger ab Februar 2019 erhältlich sein. Vorerst jedoch nur im ausgewählten Fachhandel, ab Mai 2019 für jedermann.

Mit dem TS705 hat Canon nun auch das letzte A4-Druckermodell in die vor gut zwei Jahren eingeführte TS-Serie überführt. Damit einher geht auch die wieder eingeführte hintere Papierzuführung für 100 Blatt.


Neues Papiermanagement

Dabei sieht Canon den Neuling nun auch in kleinen Büroumgebungen und hat die (untere) Papierkassette deutlich auf eine Kapazität von 250 Blatt erweitert. Dafür entfällt das zusätzliche Fotopapier-Fach für Postkartendrucke. Sämtliche Spezialmedien (ab 55 x 89 mm) von Glanzpapier über Etiketten bis hin zu Umschlägen müssen in die hintere Zuführung in offener Bauweise eingelegt werden. Die Kassette ist Normalpapier im Format A4 und A5 vorbehalten.

Im Normalfall, solange A4 eingelegt ist, guckt diese wie bisher auch ein wenig aus dem eigentlichen Gehäuse heraus, ist dabei jedoch jederzeit abgedeckt. Dieses Plastikteil sowie die gesamte Kassette scheinen dabei jedoch weniger filigran und robuster zu sein als bisher.

Neu ist auch die Gestaltung der Papierablage, die nicht mehr runtergeklappt sondern händisch ausgefahren werden muss. Dies erinnert an die Umsetzung bei aktuellen Epson-Druckern, oder an den TS8250 - wo dies allerdings motorisiert vonstatten geht. Auffallend ist auch das deutlich sichtbar schlankere Design - die Breite konnte um fast 8 cm auf nur noch knapp über 37 cm verkleinert werden.

Weiterhin dabei ist eine integrierte Duplexeinheit zum doppelseitigen Drucken, sowie einen Spezialeinzug für CD/DVD/Blueray-Rohlinge. Aus Sicht von Canon darf natürlich dabei auch die neueste Errungenschaft nicht fehlen: Das Bedrucken von Fingernägel-Vorlagen, welches erst kürzlich beim TS8250 und TS9550 (A3) eingeführt wurde.

Druckwerk

Wenig getan hat sich beim Druckwerk. Der TS705 arbeitet mit einem Druckkopf, der "nur" noch die halbe Auflösung von 4.800 dpi verwendet und mit seinem Tempo von 15 ipm in S/W und bis zu 10 ipm in Farbe exakt dem im kürzlich getesteten TS6250 entspricht. Eine kleinste Tropfengröße gibt Canon nicht mehr an. Statt bisher ein Pikoliter scheinen es nunmehr zwei Pikoliter zu sein, was der guten Fotoqualität jedoch kaum einen Abbruch tut. Ein randloses Bild im 10x15-Format soll in 21 Sekunden im Ausgabefach liegen - das schaffte der iP7250 auch schon.

Canon gibt jedoch an, dass die erste Druckseite aus dem Standby-Modus flinker im Ausgabefach landet. Beim einfachen S/W-Druck soll dies in acht Sekunden der Fall sein, zum Vorgänger liegen uns hier keine Angaben vor, jedoch gilt die Zeit ohnehin nur, wenn der Drucker zuvor nicht gerade einige Tage unbeachtet blieb. Dabei will Canon auch das Druckgeräusch reduziert haben und somit für weniger Lärm sorgen.

Geblieben ist es auch beim Tintensatz, der aus vier Dye-Farben und einem zusätzlichen Textschwarz mit pigmentierter Tinte besteht. Letztere ist aus den aktuellen TS-Druckern bekannt und leider nicht besonders wischfest, was dafür sorgt, dass diese beim Duplexdruck nicht zum Einsatz kommt. Für einen Bürodrucker ist dies ärgerlich, hier hätte Canon besser die Schwarztinte der weitgehend wischfesten Bürodrucker der Maxify-Serie verwenden sollen.

Anschlüsse und Bedienelemente

Aufgestockt hat Canon dafür bei der Anschlussvielfalt. Neben USB und Wlan gehört nun auch ein Ethernet-Anschluss für die Netzwerkintegration zum Standard. In dieser Preisklasse ist das löblich. Ebenfalls neu für Netzwerkadministratoren ist die Möglichkeit, den Drucker über das SNMP-Protokoll leichter zu administrieren und die Tintenstände einzusehen.

Die Einrichtung erfolgt dabei über eine Connect-Taste, die wohl auf den WPS-Standard von Routern setzt. Für den drahtlosen Zugriff ohne Netzwerkeinbindung lässt sich der Pixma über Wlan-Direkt ansprechen und eine schnelle Verbindung mit Hilfe von Bluetooth-Smart aufbauen. NFC gibt es dafür nicht. Dann ist der Zugriff von Airprint, Mopria oder Android-Geräten möglich. Auch das aussterbende Windows Mobile wird noch unterstützt. Der Drucker kann sich weiterhin automatisch Aus- und wieder Einschalten, wenn ein Druckauftrag eingeht.

Wie es bereits HP mit dem Tango vorgemacht hat, soll sich der neue Pixma auch für "Amazon Alexa" oder dem "Google Assistent" auch per Sprache steuern lassen. Dies geht allerdings derzeit nur in Englisch oder Japanisch. Laut Canon können dann auf Zuruf Kindermalvorlagen oder Sudokus gedruckt werden und rudimentäre Statusinformationen des Druckers abgefragt werden.

Eine Neuheit für einen reinen Pixma-Drucker ist auch das monochrome Statusdisplay an der Front, welche ergonomisch leicht angewinkelt ist. Als Standard wird hier der aktuelle Patronenstand und der Verbindungsstatus dargestellt. Für Wartungsaufgaben (Reinigung oder Kalibrierung) kann hier auch ein Menü dargestellt werden, welches sich durch Pfeiltasten navigieren lässt.

Canon-Pixma Einzelpatronendrucker ohne Scanner
Pixma iP7250
(Vorgänger)
Pixma TS705
(ab Februar 2019)
Preis (UVP)85 Euro
Drucktempo
S/W und Farbe
15 ipm / 10 ipm
Patronensystem5 Einzelpatronen
Textschwarz (nicht wischfest), Fotoschwarz, Cyan, Magenta, Gelb
PatronenSerie PGI-550PGBK, CLI-551Serie PGI-580xxx PGBK, CLI-581
ReichweitenSchwarz, max. 500 Seiten
Farbe, max. 690 Seiten
Schwarz, max. 600 Seiten
Farbe, max. 800 Seiten
Drucksystem9.600 dpi, 1 Pl Düsen4.800 dpi
AnschlüsseWlanEthernet, Wlan, Wlan-Direkt (mit Bluetooth-Schnellverbindung)
Papiervorrat125-Blatt-Kassette
20-Blatt-Fotofach (bis 13x18)
250-Blatt-Kassette (Normalpapier)
100-Blatt offene Zufuhr
SpezialmedienCD/DVD/BluerayCD/DVD/Blueray/Fingernagel
Duplexdruck / Randlosdruckja / ja
Tasten und DisplayAbbruch, VerbindungStatusdisplay mit Tintenstandsanzeige, Navigationstasten, Connect-Taste
Größe (BTH) und Gewicht45,1 x 36,8 x 12,8 cm bei 6,6 Kg
(im A4-Betrieb etwas tiefer)
37,2 x 36,5 x 15,8 cm bei 5,4 Kg
(im A4-Betrieb etwas tiefer)
Weitere Datentechnische Daten
© Druckerchannel (DC)

Verbrauchsmaterial und Folgekosten

Keine Überraschung gibt es bei den Tintenpatronen. Diese gehören zur Serie PGI-580xxx PGBK, CLI-581 und wurden bereits mit dem TS6150 im Jahre 2017 eingeführt. Dabei gibt es alle Kartuschen in drei Größen mit recht ähnlicher Reichweite von 600 Seiten schwarzem Text (maximal) bis hin zu einer kleineren 200-Seiten-Patrone, die auch zum Lieferumfang gehört. Die Farbreichweite geht von 250-Blatt (im Lieferumfang) bis hin zu 800 Seiten in der XL-Ausführung. Damit ist etwas mehr Reichweite möglich als beim auslaufenden iP7250. Für einen Drucker, den Canon auch im Büro sehen möchte, scheint die Textreichweite jedoch etwas arg gering auszufallen. Das Fotoschwarz kommt lediglich auf Spezialmedien zum Einsatz und geht in die Berechnung der genormten Druckkosten nicht ein.

Leider hat es Canon verpasst seinem Pixma einen wechselbaren Resttintenbehälter zu geben. Hier wird überschüssige Tinte, die z.B. beim Reinigen anfällt, gesammelt. Ist dieser voll, muss der Drucker zum Service. Dieser ist jedoch so konzipiert, dass er ein Druckerleben lang hält, kann jedoch beim übermäßigen Einsatz von Fremdtinte schneller voll sein.

Die Auswahl von einfachen Tintendruckern ohne Scanfunktion im unteren Preisbereich ist mittlerweile recht gering. Ein Gerät mit ähnlich guten Fotofähigkeiten samt Fotoschwarz sucht man ohnehin vergebens. Dezidiert fürs Büroumfeld gibt es die Maxify aus dem eigenen Haus und HP-Officejet-Modelle, welche allesamt zu deutlich niedrigeren Kosten drucken können. Dabei kommt dann auch haltbare Pigmenttinte zum Einsatz, wie beim sogar nochmals etwas günstigeren Officejet Pro 6230. Im entfernten ist allenfalls der Epson Expression Photo XP-55 eine würdige Konkurrenz, jedoch gibt es hier gar kein Pigmentschwarz und hohe Farbdruckkosten. Besonders günstig druckt der Pixma G1510 für knapp 200 Euro mit seinem Tintentank-System. Funktional ist das Gerät jedoch deutlich einfacher.

Druckkostenanalyse 01/2019*1
Seitenpreis mit
'ISO-Farbdokument'*2 (10.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument'*3 (10.000 Seiten)
   
Canon Pixma G1510 (Tintentank)
 
 
0,2 ct
 
 
0,1 ct
Canon Maxify iB4150
 
 
6,1 ct
 
 
1,3 ct
HP Officejet Pro 8210
 
 
6,9 ct
 
 
1,5 ct
HP Officejet Pro 6230
 
 
9,8 ct
 
 
3,2 ct
Canon Pixma iP7250 (Vorgänger)
 
 
12,0 ct
 
 
3,8 ct
Canon Pixma TS705
 
 
12,3 ct
 
 
3,8 ct
Canon Pixma TS305
 
 
13,7 ct
 
5,9 ct
Epson Workforce WF-2010W
 
 
15,5 ct
 
 
4,3 ct
Epson Expression Photo XP-55
 
16,1 ct
 
 
3,7 ct
© Druckerchannel (DC)

Canon gewährt dem Pixma eine Garantie von lediglich 12 Monaten ab Kauf. Eine kostenfreie Erweiterung, wie bei der Maxify-Serie, ist nicht vorgesehen. Der iP7250 bleibt vorerst noch bis Sommer 2019 im Handel.

*1
Diese Tabelle wird automatisch aktualisiert.

Preise

Alle Preise sind Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).

Kosten & Starterreichweite

In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.

*2
ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): A4-Farbdokument (fünfseitig) auf Normalpapier in Standardqualität.
*3
Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712 (nur SW)): Mit diesem fünfseitigen Dokument sind Tintendrucker und Farblaser getestet.
10.01.19 06:53 (letzte Änderung)
Technische Daten

8 Wertungen

 
1
Alle Angaben ohne Gewähr. Die gelisteten Angebote sind keine verbindlichen Werbeaussagen der Anbieter! Preise in Euro inkl. Mehrwertsteuer zzgl. Verpackungs- und Versandkosten. Bitte beachten Sie die Lieferbedingungen und Versandspesen bei Online-Bestellungen. Weiß hinterlegte Preise gelten für ein baugleiches Modell.
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