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Lesertest: EPSON Stylus C80: Die ganze Wahrheit nach knapp zwei Jahren...

Hinweis: Für mindestens einen in diesem Artikel erwähnten Drucker ist der ausführliche Testbericht "Klassenschnellster" (Okt. 2002) verfügbar.

Als ich mir damals den C80 gekauft habe, dachte ich, einen dank Single-Ink im Verbrauch günstigen Drucker erworben zu haben. Im Vergleich zu meinem Vorgänger Epson Stylus Color 980 wurde ich aber sehr enttäuscht. Die Single-Ink Technologie hat in der Realität genau den umgekehrten Effekt bewirkt, den sie eigentlich bewirken hätte sollen.

Zum einen mussten die Farbtanks immer nahezu gemeinsam ausgetauscht werden. Einen unterschiedlichen Verbrauch der einzelnen Farben konnte ich kaum feststellen (bei 6-Farbdruckern sieht das aber anders aus). Die Ersparnis war also aus diesem Grund schon mal äußerst gering. Zum anderen war der Preis pro Milliliter durch den Kauf der Einzeltanks wesentlich teurer. Unterm Strich waren die Druckkosten im Vergleich zum Epson 980 mehr als dreimal so hoch.

Doch auch ein anderer Grund war wohl für die immens hohen Druckkosten verantwortlich. Nach knapp zwei Jahren normaler Nutzung meldete der Drucker, dass er zur Wartung müsse, weil bei einigen Verschleißteilen die Lebensdauer abgelaufen sei. Da ich es für wenig sinnvoll hielt, den Drucker (aufgrund der momentan ohnehin leeren Tintenpatronen) wirklich warten zu lassen (für das Geld, das ein neuer Satz Tinte gekostet hätte, konnte man sich schon fast den Nachfolger C84 inkl. Tinte kaufen), beschloss ich, den Drucker zu öffnen und nachzusehen, welche Teile den defekt sein sollten.

Nach längerer Schraub-Arbeit entdeckte ich einen Schwamm am Boden des Druckers. Dieser Schwamm hatte riesige Abmessungen und war bis zum obersten Rand dermaßen vollgetränkt mit Tinte, dass ein leichtes Dagegendrücken mit dem Schraubendreher reichte, die Tinte regelrecht herausfließen zu lassen. Ich beschloss dann aber, den Drucker wieder zusammen zu bauen, da ich mir kurz vorher sowieso einen neuen Drucker gekauft hatte und den C80 zum Sperrmüll zu bringen.

Offensichtlich hat der Drucker durch seine täglichen Reinigungszeremonien mehr Tinte in den Schwamm gesprüht als auf's Papier.

Dabei muss ich noch anmerken, dass der alte 980 immer noch bei mir auf dem Schreibtisch steht und seine Dienste auch immer noch genauso gut wie immer verrichtet.

Natürlich war die Qualität und die Geschwindigkeit des C80 beim Druck auf Normalpapier für damalige Verhältnisse praktisch konkurrenzlos, aber die Vorteile musste ich mir über die zwei Jahre hinweg im wahrsten Sinne des Wortes teuer erkaufen. Jeglicher Versuch mit Fremdtinte scheiterte spätestens dann, wenn der Druckertreiber nach einigen Tagen dies erkannt hat und die Qualität der Ausdrucke (offensichtlich absichtlich) entwertete. Dazu kam dann auch noch die sehr mäßige Druckqualität auf glänzendem Fotopapier.

Sicherlich hat Epson das Tintenproblem (die Kosten) bei den Nachfolgern etwas besser in den Griff bekommen. Trotzdem liegen die Officedrucker immer noch weit von den niedrigen Druckkosten einiger Canon-Drucker entfernt. Mit sehr gemischten Gefühlen entschied ich mich beim Neukauf nach dem C80 wieder für einen Epson, den R300. Hier muss ich aber sagen, dass Epson seinen schlechten Eindruck bei mir durch die überragende Qualität und das sehr gute Preis-/ Leistungsverhältnis des R300 wieder gut gemacht hat.

Ich frage mich aber trotzdem, auf welchen Markt Epson mit seinen Office-Druckern künftig zielen möchte. OK, die Geräte bieten sehr widerstandsfähige und wasserfeste Tinte, dafür ist die Qualität beim Fotodruck auf Glossy Paper eher mäßig und die Druckkosten höher. Allrounder wie einige Geräte von Canon würden meiner Ansicht nach viel mehr den Ansprüchen des Normal-Users entsprechen. Wer weniger Wert auf Wasserfestigkeit und hohe Druckkgeschwindigkeit legt, fährt mit Epson's Fotodrucker sowiso besser und ironischerweise oft auch billiger. Die Qualität des R300 beim Druck auf Normalpapier reicht mir (und bestimmt auch dem Großteil aller anderen User) vollkommen aus, die Geschwindigkeit ist für normale Mengen auch völlig ausreichend.

Vor allem zu Zeiten, in denen schon viele Personen eine Digitalkamera ihr Eigen nennen dürfen, werden - zumindest was die Firma Epson angeht - die Fotodrucker immer interessanter werden.

Rückblickend würde ich dem C80 nach Schulnoten bewertet eine klare 5.0 geben. Auch wenn die Technik für damalige Verhältnisse innovativ war - derartig hohe Druckkosten kann man einfach keinem Kunden zumuten, auch wenn manch andere Firma das bis heute so handhabt (Lexmark). Zudem ist es nicht akzeptabel, dass ein damals 500 Mark teurer Drucker nach zwei Jahren auf den Sperrmüll muss, weil sein Tintenschwamm bis obenhin voll ist.

01.01.70 01:00 (letzte Änderung)
Technische Daten

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