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Lesertest: EPSON Stylus Photo R300: Stylus Photo R300: Ein Vergleich

Update 19.12.2003: Für in dieser News vorgestellten Drucker ist der ausführliche Testbericht "Multitalent zum kleinen Preis" (9 Seiten) verfügbar.

Auf dieser Seite beschäftigen sich viele Tests mit den verschiedensten Eigenschaften von Druckern. Leider wird in meinen Augen zu wenig darauf eingegangen, in wie weit man einen guten Photodrucker wie den R300 als Ersatz für Laborabzüge benutzen kann.

Ich habe hier für den Vergleich einen meiner Erfahrung nach qualitativ hochwertigen Online-Anbieter gewählt. In diesem Vergleich soll auf die Qualität des R300 und der Laborabzüge eingegangen werden, aber auch auf die entstehenden Kosten.

Für den Druck mit dem Epson verwendete ich Originaltinte und das Epson Premium Glossy Photo Paper. Jeder Ausdruck erfolgte in der Einstellung "ICM" und "Optimales Photo". Die Beispielfotos wurden ausgedruckt bzw. vom Labor entwickelt. Anschließend wurden beide Exemplare eingescannt. Natürlich bringt der Scan Verluste mit sich, aber man sieht die Unterschiede doch recht deutlich.


Zuerst ein Beispiel mit einem Farbfoto. Hier ist zu erkennen, dass die Farbigkeit des Epson etwas kräftiger und leuchtender wirkt. In der Tat sehen die Ausdrucke des R300 deutlich besser aus als die Laborabzüge. Bei Tageslicht ist bei beiden Versionen kein Farbstich erkennbar. Da der R300 keine rote und blaue Tinte hat (wie der R800), macht sich das Farbraumproblem beim Drucken kräftiger Rottöne etwas bemerkbar. Das Druckraster kann hier durchaus mit bloßem Auge geringfügig sichtbar werden. Ansonsten zeigt sich das Druckraster praktisch nie, deshalb kann man dies auch nicht als wirklichen Nachteil bezeichnen.


Das Gleiche mit S/W Foto: Auch hier sieht man selbst am Scan, dass der Druck des R300 deutlich kontrastreicher ist. Es scheint, dass beim Laborabzug der Kontrast darunter leidet, dass kein wirkliches Schwarz zu Papier gebracht werden kann. Auf sämtlichen entwickelten Fotos sind eindeutig schwarze Flächen (0/0/0 für R/G/B laut Photoshop) einfach nur dunkelgrau. Der Druck des Epson wirkt sehr neutral und frei von jeglichen Farbstichen, der Abzug aus dem Labor dagegen neigt etwas ins Grünliche.

Zudem ist natürlich auch wichtig, dass der Druck so aussieht wie auf dem Monitor. Dies ist beim R300 in der Einstellung "ICM" auf jeden Fall gegeben, ein kalibrierter Monitor natürlich vorausgesetzt.

Kosten

Wie groß ist der Kostenunterschied? Ausgehend von 10x15 Abzügen errechnen sich für den R300 laut den Druckerchannelangaben ca. 15 Ct pro Foto an Tinte. Das 10x15 Premium Glossy Paper von Epson schlägt mit 20 Ct pro Blatt zu Buche. Letztendlich kostet also ein 10x15 Foto mit dem R300 ca. 35 Ct. Der von mir gewählte Online-Anbieter verlangt 20 Ct, allerdings auch 2,75 Euro Versandgebühren. Dem entsprechend ist der Epson billiger, wenn man weniger als 18 Fotos druckt. Das ganze relativiert sich bei größeren Formaten. Während man beim DIN-A4 Druck mit ca. 1,20 Euro beim R300 rechnen muss, zahlt man beim Labor 1,45 Euro plus 2,75 Euro Versand. Hier ist der R300 in jedem Fall billiger. Natürlich gibt es billigere Labore im Internet. Wenn man aber einigermaßen gute Qualität haben will, führt an besseren (und damit auch teureren) Laboren kein Weg vorbei.

Qualität des Papiers

Auffällig ist, dass am Papier des Labors Fingerabdrücke regelrecht kleben bleiben. Außerdem erscheint bei schrägem Lichteinfall die Oberfläche leicht zerkratzt. Das Glossy Paper von Epson ist gegenüber Fingerabdrücken weniger anfällig, die Oberfläche hat ein gleichmäßig glänzendes Finish. Starkes Reiben dagegen verkraftet die Tinte des Epson weniger. Die Laborabzüge scheinen hier deutlich widerstandsfähiger zu sein.

Farbtemperatur des Umgebungslichtes

Nun, die Überschrift erscheint vielleicht etwas eigenartig, hat aber ihren Sinn: Mir ist aufgefallen, dass die Drucke des Epson in ihrer Farbigkeit unübersehbar variieren, wenn sich das Umgebungslicht ändert. Bei sehr warmen Licht (z.B. 40 Watt Glühlampen und Holzverkleidung im Raum) erscheinen die Drucke des R300 mit einem deutlichen Rotstich. Vor allem bei S/W Fotos wirkt dies sehr unangenehm. Seltsamerweise zeigen die Laborabzüge diesen Effekt nicht einmal ansatzweise. Zum Betrachten der Epson Ausdrucke empfielt sich daher eine weitgehenst natürliche Beleuchtung wie Tageslicht oder Neon-Röhren. Stärkere Glühlampen und weiße Mauern im Raum sind auch noch verkraftbar.

Fazit

Bislang waren Laborabzüge immer das Maß aller Dinge. Aber die Druckerindustrie hat nicht geschlafen. Zudem stehen die Labore unter Zeit- und Preisdruck, wodurch die Qualität in den letzten Jahren offensichtlich auch immer mehr gesunken ist. Auch von analogem Filmmaterial bekommt man hochwertige Abzüge nur noch in speziellen Geschäften, welche aber auch preislich entsprechend hinlangen. Eigentlich habe ich mir den R300 nur angschafft, um gelegentlich mal einen schnellen Ausdruck zu haben. Mittlerweile bin ich aber soweit, dass ich wirklich nur noch größere Mengen an Fotos an Labore schicke. Fotos, bei denen mir persönlich die Qualität am Herzen liegt, drucke ich nun selbst.

01.01.70 01:00 (letzte Änderung)
Technische Daten

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