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Know-How: Grau aus Schwarz- oder Farbtinte (Teil 2): Wie bunt darf Grau sein?

Wer mal schnell ein Dokument ausdrucken möchte verwendet gerne die Option "in Graustufen drucken" und erhofft sich zudem das Einsparen von teurer Farbtinte. Druckerchannel hat geprüft, welche Drucker tatsächlich nur schwarze Tinte aufs Papier sprühen.

Hinweis: Für mindestens einen in diesem Artikel erwähnten Drucker ist der ausführliche Testbericht "Beuteldrucker" (Mai. 2018) sowie "Fünf Drucker im Ring" (Feb. 2018) verfügbar.

Schwarzer Text oder Diagramme werden mit der schwarzen Tinte gedruckt - ist doch klar, oder? Nicht ganz, wie der erste Teil unserer Miniserie ergeben hat. Je nach eingestelltem Papier wählt der Drucker die für ihn passende Tinte - das kann dann auch farbig sein.

Doch wie sieht es beim Druck von Dokumenten aus, die zu Teilen aus Graustufen bestehen, oder wenn man die entsprechende Umwandlungsoption im Druckertreiber auswählt?

Das Problem

Bei grauen Flächen, die ausschließlich mit der schwarzen Tinte gedruckt wurden, können die einzelnen Druckpunkte sichtbar werden und ein störendes Raster bilden. Zudem lassen sich helle Details aufgrund entsprechend weiter Abstände der einzelnen Druckpunkte nur schlecht darstellen.

Die Lösung können kleinere Tropfen sein oder auch der oftmals verwendete Einsatz einer Farbmischung aller drei Grundfarben, die bei normalem Betrachtungsabstand als Grau wahrgenommen wird. Der Nachteil ist jedoch der deutlich höhere Tinteneinsatz und damit höhere Folgekosten und auch die Gefahr, dass schnell ein Farbstich entsteht.

Druckerchannel hat sich aktuelle Tintendrucker angeguckt und geprüft, wie Graustufen gemischt werden und ob Einsparungen möglich sind. Getestet haben wir in verschiedenen Auflösungsstufen auf Normalpapier und matt-beschichtetem Inkjetpapier, auf welchen im Allgemeinen die zumeist pigmentierten Schwarz-Tinten auch zum Einsatz kommen.

Alle überprüften Drucker verwenden für Graustufen (mit Ausnahme von "echtem Schwarz") die farbigen Tinten zum Mischen. Selbst Drucker mit Fotoschwarz-Tinten für kleine Tintentropfen setzen diese nur sehr dezent ein.

Brother DCP-J772DW

Der DCP-J772DW von Brother verwendet drei Dye-Farbtinten sowie ein Pigmentschwarz, das auf beiden getesteten Papieren zum Einsatz kommt.

Beim normalen Druck mischt Brother Grauflächen durchgehend mit den Farben. Im Treiber findet sich die Option "in Graustufen drucken", die dazu führt, dass der Drucker auf Normalpapier sparsam und ausschließlich mit schwarzer Tinte druckt.

Erst beim hochwertigen Inkjetpapier (Bestellnummer BP60) setzt Brother fast komplett auf die Farbtinte, um bei Präsentationen ein feineres Druckraster zu bieten.

Canon Pixma TS5150

Auch Canons Pixma TS5150 verwendet drei Dye-Farben, die in einer Kombipatrone samt Druckkopf untergebracht sind, sowie eine ebenfalls verdongelte Pigmentschwarz-Patrone.

Im Treiber lässt sich der Graustufen-Druck einstellen, der dann dazu führt, dass auf Normalpapier keine sichtbare Farbe untergemischt wird, aber dafür für ein eher grobes Raster sorgt. Erst auf beschichtetem Papier wird unweigerlich aus den Farben gemischt. Im vorangegangenen Test zeigte sich jedoch, dass Canon das Pigmentschwarz generell nur auf Normalpapier verwendet.

Farbpatrone deaktivieren

Eine Besonderheit am Patronensystem ist, dass der Pixma auch mit leerer Schwarzpatrone oder leerer Farbenpatrone drucken kann. Diese muss jedoch technisch intakt sein und muss im Optionsmenü des Treibers deaktiviert werden.

Wählt man die Farbpatrone ab, kann man sicher sein, dass ausschließlich Schwarz gedruckt wird. In diesem Modus ist jedoch nur der Druck auf Normalpapier (mit Rand) möglich, auf dem ohnehin beim Graudruck auf Farbe verzichtet wird.

Sonderfall im Duplexbetrieb

Beim doppelseitigen Druck wird im Normalfall generell mit Farbe gedruckt. Hier gelten die gleichen oder ähnliche Ergebnisse wie beim Pixma TS8150 (weiter unten). Beim Druck mit deaktivierter Farbpatrone wird dagegen mit Schwarz und geringerer Deckung gearbeitet.

HP Envy Photo 6230

Im Grunde das gleiche Patronensystem wie Canons kleiner Pixma verwendet der HP 6230 aus der Envy-Photo-Serie.

Als einziger Drucker im Vergleich heißt die passende Option hier nicht "in Graustufen drucken", sondern "nur mit schwarzer Tinte drucken". Und im Test hat sich tatsächlich gezeigt, dass farbige Tinte bei allen Qualitätsstufen auf Normalpapier und Inkjetpapier tabu bleibt. Alleine im Farbmodus werden Grauflächen, die keinem 100-Prozent-Schwarz entsprechen, ohne Einsatz der Schwarztinte gedruckt.

Wer auf Nummer sicher gehen will, kann beim HP sogar unkompliziert die Farbpatrone aus dem Druckwagen nehmen und damit den Tintenersatzmodus aktivieren, wie es beim Canon eher umständlich über den Treiber geht.

Epson Expression Premium XP-6000

Der XP-6000 aus der Expression-Premium-Serie von Epson arbeitet mit drei Farbtinten auf Dyebasis sowie einem Dye-Fotoschwarz und einem Pigmentschwarz für matte Medien, von Normalpapier bis hin zu Inkjetpapier.

Erst mit der Option "Graustufen" verzichtet der Epson auf Normalpapier auf den Einsatz von Farbtinte und druckt brav aus der Pigmentschwarz-Kartusche. Auf beschichtetem Inkjetpapier werden lediglich reine Schwarzflächen weitgehend ohne Farbeinsatz (aus der Fotoschwarz-Patrone) gedruckt. Bei Graustufen wird aus den Grundfarben gemischt, obwohl hier sicherlich auch der kostensparende Druck mit kleinsten Tropfen aus der Fotoschwarz-Patrone möglich wäre.

Canon Pixma TS8150

Ähnlich wie Epsons XP-Modell verwendet der Pixma TS8150 von Canon zwei Schwarztinten. Vom ersten Teil des Tests ist bekannt, dass Textschwarz nur auf Normalpapier zum Einsatz kommt, aus allen anderen eingestellten Medien kommt Fotoschwarz zum tragen.

Das einfache Aktivieren der Option "Graustufen" im Treibermenü sorgt dafür, dass auf Normalpapier auch komplett oder zumindest weitgehend auf farbige Tinte verzichtet wird. Der Druck wird dann in geringer Auflösung oder hellen Grautönen weniger detailreich - spart aber viel Tinte. Auf höherwertigen Papieren, einschließlich dem "hochauflösenden" Inkjetpapier HR-101, kommt man jedoch nicht dran vorbei, dass aus den Farben gemischt wird.


Duplexdruck und Option "nur PGBK"

Canons Pigmenttinten sind leider nicht dafür bekannt besonders wischfest zu sein. Um dem Benutzer beim Duplexdruck keine langen Trocknungszeiten abzuverlangen, verzichtet Canon in dieser Betriebsart komplett auf Pigmenttinte und mischt selbst schwarz aus den Farben zusammen.

Das gilt dann natürlich auch für graue Bildbereiche. Es reicht die alleinige Voreinstellung - selbst wenn nur ein Blatt gedruckt wird.

Versteckte Option

Für Abhilfe sorgt hier jedoch die Option "Drucken mit: nur PGBK", welche im Treiber im Menü "Seite einrichten" unter "Druckoptionen" zu finden ist. Diese Einstellung wird jedoch nur aktiv, solange Normalpapier eingestellt ist, und man auf den Randlosdruck verzichtet.

Im Simplexbetrieb (auf Normalpapier) sorgt das dann dafür, dass der Druck exakt dem entspricht, was man auch schon mit der Option "Graustufen" erreicht. Der Unterschied besteht nach aktuellem Kenntnisstand lediglich beim Duplexdruck. Der Nachteil ist jedoch, dass die Deckung deutlich reduziert wird (auf rund die Hälfte) und man vor jedem Druck auf dem Computerbildschirm bestätigen muss, dass mit einer verminderten Druckqualität gearbeitet wird.

Epson Expression Photo XP-8500 - Dyeschwarz und Dyefarben

Der Expression Photo XP-8500 von Epson verwendet als einziger Drucker im Vergleich ausschließlich Dyetinten, was für einen Fotoexperten im Einstiegsbereich üblich ist.

Die Option "Graustufen" führt beim Epson auf Normalpapier und in allen Qualitätsstufen vom Sparmodus bin hin zur höchsten Qualität zum Verzicht auf Farbe. Aufgrund der recht kleinen Tropfengröße (bis zu 1,5pl) wirkt der Druck zudem recht fein - mal abgesehen vom Entwurfsmodus.

Erst auf höherwertigen Papieren ab Inkjetpapier (Epson Photo Quality Inkjet Papier) wird Grau unterhalb von reinen Schwarztönen aus Farbe gemischt. Die Kombination aus kleinen Tintentropfen und hellen Tinten (vor allem Fotocyan, Fotomagenta und Gelb) sorgen für ein besonders feines Raster.

Epson Workforce Pro WF-C5710DWF

Der Epson WF-C5710DWF aus der Workforce-Pro-Serie verwendet dagegen ausschließlich Pigmenttinten in Schwarz und Farbe aus Einzelpatronen für den Druck auf allen Medien.

Im Farbmodus werden Graustufen erwartungsgemäß aus den Farben zusammengemischt, wie es jeder Drucker in diesem Vergleich macht. Die Graustufen-Option führt dann dazu, dass Texte, Grafiken und auch anderer vollflächige Element auf dem Blatt komplett ohne Farbeinsatz zustande kommen - sogar auf Inkjetpapier.

Abgesehen vom sehr schwachem Entwurfsdruck sind dabei sogar kleine Details gut gezeichnet.

Welche Tinte wird auf welchem Papier verwendet?
Brother DCP-J772DWCanon Pixma TS5150HP Envy Photo 6230Epson Expression Premium XP-6000Canon Pixma TS8150Epson Expression Photo XP-8500Epson Workforce Pro WF-C5710DWF
Tinten und Drucksystem
Patronen4 einzelne2 Druckkopf-Patronen2 Druckkopf-Patronen5 einzelne6 einzelne6 einzelne4 einzelne
SystemPiezoThermisch, EinwegPiezoThermischPiezoPiezo
Schwarz-
Tinte
PigmentPigmentPigmentPigment, Dye
(2 Patronen)
Pigment, Dye
(2 Patronen)
DyePigment
FarbtinteDyeDyeDyeDyeDyeDyePigment
Farbpatrone
entnehmbar
deaktivierbar
über Treiber
ja
Aus welcher Patrone wird gedruckt?
Normalpapier
(Farbmodus)
großteils
Farbe
großteils
Farbe
großteils
Farbe
großteils
Farbe
großteils
Farbe
großteils
Farbe
großteils
Farbe
Normalpapier
(Grau, Normal)
SchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarz
Normalpapier
(Grau, Schnell)
SchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarz
Normalpapier
(Grau, Hoch)
SchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarzSchwarz
Inkjetpapier
(Grau)
großteils
Farbe
großteils
Farbe
Schwarzgroßteils
Farbe
großteils
Farbe
großteils
Farbe
Schwarz
© Druckerchannel (DC)

Hinweise

Makroaufnahmen

Die ausgewählten Vergrößerungen sind beispielhaft ausgewählt und sollen vor allem die verwendeten Tinten sichtbar machen. Diese sind nicht dazu geeignet, die Druckqualität miteinander zu vergleichen.

Duplexmodus und Randlos

Je nach Druckermodell kann unter Umständen auch die Option "Duplexdruck" dafür sorgen, dass keine Pigmentschwarz zum Einsatz kommt und generell aus Farbe gemischt wird. Besonders auffällig war dieser Effekt bei den Pixma-Druckern. Ähnlich gilt dies für den Druck im Randlosmodus.

Untermischung

Grundsätzlich ist es dennoch möglich, dass insbesondere in sehr dunklen oder rein-schwarzen Bereichen etwas Farbe untergemischt wird.

Verbrauch durch Druckerwartung

Weiterhin gilt, dass der offenbar reine Einsatz von Schwarztinte nicht zwangsläufig dazu führt, dass sich die Farbtinte bei ausschließlicher Verwendung in dieser Betriebsart nicht verbraucht.

Insbesondere beim Reinigen, Patronenwechsel fällt bei Systemen mit Einzelpatronen generell Tinte an, die nicht auf dem Papier sondern im Schwamm des Druckers landet. Bei Systemen mit Druckkopfpatronen (z.B. Canon Pixma TS5150 oder HP Envy Photo 6230) sollte dieser Verbrauch geringer ausfallen und lässt sich zudem durch Deaktivierung der Farbpatrone abschalten.

Aktualisiert am 2.5.2018, 15:00 Uhr

Der Abschnitt vom Canon Pixma TS5150 wurden bei den Unterpunkten "Farbpatrone deaktivieren" und "Sonderfall Duplexdruck" angepasst.

03.05.18 07:14 (letzte Änderung)
Technische Daten

14 Wertungen

 
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