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Lesertest: HP Deskjet 1220C/PS: Der Deskjet Professional Series 1220C

Wer benötigt Ausdrucke in hoher Qualität, die größer als Din A4 sind ? Zum Einen wären da die Fotoenthusiasten, denen 20 x 30 nicht reicht. Zum Anderen- und sofern A3+ ausreicht ist der Drucker zum Plotten technischer Zeichnungen oder Schaltplänen gut geeignet, Außerdem wären da die DTP´ler, die Magazinseiten 1:1 mit Randbeschnittmarken oder gegenüberligende A4 Seiten (für Format Proofs (Postscript Version oder als Korrekturfahnen) ausdrucken müssen. Hier ist der 1220C auch im Jahr 2005 noch ein preis- und verbrauchsgünstige Alternative zum dünngesäten Feld der akutellen A3 Tintenruckermodelle. Und im Laserdruckersegment: Wo sich mittlerweile im unteren Preissegment günstige A4 Farb und Schwarzweißlaserdrucker tummeln sind die A3 Pendants noch immer horrend teuer in Anschaffung und Unterhalt.


Din A3 mit vernünftigem Preis/Leistungsverhältnis

Der Deskjet 1220C basiert technisch auf der bekannten und bekanntermaßen zuverlässigen 9er Serie und verwendet folgerichtig auch dessen Druckmechanik und -köpfe. In der Konsequenz bedeutet dies: Köpfe und Patronen werden in toto ausgetauscht, aber auch: Nachfüllen oder der Erwerb von preisgünstigen Sekundärverbrauchsmaterialien ist bei dieser Druckerserie so einfach und - für die "Gesundheit" des Drucker - risikoarm, wie sonst bei fast keinem Drucker. An Papiermedien vertilgt der Drucker so ziemlich alle Sorten, die auf dem Markt verfügbar sind, Papierstaus sind extrem selten. Der Drucker kann vereinzelt noch ím Abverkauf oder über Ebay günstig erworben werden, aufgrund der Austauschdruckköpfe ist das Risiko, ein mangelhaftes "neuwertiges" Gerät zu erwischen, relativ gering. Der UVP betrug für die 1220C Version übrigens zuletzt DM 999,-, bei o.g. Quellen ist er für ca. 250 Euro zu bekommen.


Druckqualität und Photodruck

Die physikalische Auflösung ist seit Erfindung der Interpolation mehr und mehr ins Kleingedruckte abgewandert. Der 1220 C löst wie alle Drucker der 9er Serie mit 600x600 DPI optisch auf. Die Photo RET III Technologie erlaubt das drucken von "Zwischenpixeln" was dann eine Auflösung von 1200 x 2400 DPI entsprechen soll. Ein Unterschied ist jedoch nur auf Photopapier signifikant. Verschiedene Druckpunktgrößen (wie die modernen Pixma Drucker von Canon oder Epson) beherrscht das Gerät jedoch nicht. Fotos werden in ordentlicher Qualität ausgegeben, jedoch sind, insbesondere bei Pastelltönen wie Haut oder Himmel einzelne Pixel, zumindest mit der Lupe, sichtbar. Die Farbgebung ist relativ neutral. Es besteht bei Din A3 Fotos ohnehin eigentlich nicht die Notwendigkeit, mit der Nase auf dem Papier zu kleben. Im Abstand ab ca 30-40 cm sind keine Pixel mehr zu sehen. Die Fotoqualität insgesamt betrachtet kann mit heutigen Geräten indes nicht mehr ganz schritthalten. Die Schwarz Tinte ist pigmentiert und druckt Text auch für die heutigen strengen Augen des Anwenders in bestechender Qualität - eine Remineszenz an die pigmentierte Tinte, die heutigen schwarzen Dye Tinten sind m.E. für Textdruck (was Schwärzung und Kantenschärfe betrifft) eindeutig schlechter! Streifenbildung ist eigentlich nur im Draft Modus sichtbar. Ein Kritikpunkt seit dem Deskjet 550 ist weiterhin der Papiervorschub, der am unteren Blattrand 13 mm Rand erzwingt. Die 3 Farbpatrone der 78 er Serie ist meines Wissens die am häufigsten kopierte Patronensorte der Welt. Allerdings empfiehlt sich - gerade bei Din A3 - die Verwendung der großkapazitären A-Patronen. Es gibt ca. ein Dutzend Refiller und Sekundär-Verbrauchsmaterialanbieter. Schutzmaßnahmen und eingebaute Chips waren zu dieser Zeit noch ein Fremdwort.


Druckgeschwindigkeit und Papierformate

Der Drucker verarbeitet Medien von Din A6 (ungefähr 10 x 15) bis zu Din A3+, dies ist wichtig, wenn Din A4 Seiten gegenüberliegend gedruckt werden müssen, da der Drucker wie alle 9er keinen randabfallenden Druck beherrscht. Eine Duplexeinheit steht nicht zur Verfügung, auch nicht optional. Das ist schade, denn gerade im professionellen Segment wird geklammert, thermogebunden und geheftet, hier ist ein manuelles Umdrehen des Papiers nötig. Immerhin ist ein gerader Druckweg für sehr steife Medien vorhanden, das Papier kann manuell von hinten zugeführt werden. Die Druckgeschwindigkeit entspricht (auf A4 bezogen) nahezu dem 970 Cxi, für ein A3 Foto benötigt der Drucker ca. 5-7 Minuten im Photo Ret III. Vom Verwenden der alternativen 1200 x 2400 Druckauflösung muß ich dringend abraten. Die Qualität ist nicht besser, die Dateivolumina betragen mehr als 400 MB/Seite A4 und die Schnittstelle ist USB 1.1 (oder Parallel). Im Textdruck ist Geschwindigkeit bei normaler Qualität recht ordentlich.


Die Bedienungelemente

Die Bedienung des Deskjet ist einfach und die Anordnung der Bedienknöpfe und deren Funktion entspricht der 9er Serie. Die softwareseitigen Einstellungen werden komplett durch die HP toolbox abgedeckt, die Tintenstandsanzeige ist relativ genau. Nach jedem Entnehmen einer Patronen (zum Auffüllen) und Wiedereinsetzen führt der Drucker die automatische Kalibrierung durch. Achtung: Unbedingt bei offenem Deckel die türkisfarbene Druckpatronenabdeckung nach Entnehmen der Patrone wieder herunterklappen! Der Drucker fährt timergesteuert auch bei offener Klappe wieder in die Parkposition, eine Beschädigung der Druckmechanik kann bei Kollision des Schlittens mit dem Gehäuse nicht ausgeschlossen werden.

Fazit

Der 1220C ist auch heute noch bei mir fast tgl. in Betrieb. Dies liegt zum einen an der guten Druckqualität - auch auf Normalpapier, zum anderen am günstigen Verbrauchsverhalten (Sekundäranbieter sei dank) und der akzeptablen Druckgeschwindigkeit. Gute Photos ( ab 4 MPixel) oder von Kodak CD wirken in Din A3 (z.B. als Poster an der Wand) einfach ganz anders als auf A4 Format. Aufgrund der vielen verschiedenen 9er Drucker, die heute noch im Einsatz sind, wage ich zu prognostizieren, daß die Verbrauchsmaterialien noch sehr lange verfügbar sein werden. Wer diesen Drucker noch günstig bekommt, kann bedingungslos zuschlagen.

10.07.05 12:43 (letzte Änderung)
Technische Daten

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