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Lesertest: Canon Pixma MP130: Multifunktional mit Schwächen

Aufgrund akuten Platzmangels auf der Arbeitsfläche stand bei mir die Umstellung auf ein Multifunktionsgerät an. Da ich mit meinem bisherigen Druck/Scan-Gespann (ein Canon S-750 + Canon LIDE 50) absolut zufrieden war, viel mir die erneute Entscheidung für Canon nicht schwer. Zumal ich den Preis von 149.00 Euro für ein Multifunktionsgerät inkl. Display und CardReader als relativ preiswert einschätze. Der PIXMA MP110 ist übrigens, bis auf den fehlenden CardReader-Slot, baugleich.


Die Hardware

Frisch ausgepackt kommt der PIXMA MP130 in einem ansprechenden Design daher. Der Anschluß hardwareseitig sollte keine Probleme bereiten, zumal alle notwendigen Schritte bis hin zum einsetzen des Druckkopfes und der mitgelieferten Tintenpatronen klar beschrieben sind.

Erste Ernüchterung

Mit der Funktion der On/Off-Taste ist Canon nun wirklich keine Meisterleistung gelungen: Wird das Gerät eingeschaltet, blinkt die LED kurzzeitig bis das Gerät betriebsbereit ist, um dann wieder ganz zu erlöschen. Somit hat der Nutzer keine optische Kontrolle, ob das Gerät nun eingeschaltet ist oder nicht. Sehr ärgerlich, zumal auch das Display nicht beleuchtet ist. Aber dazu weiter unten mehr.

Abgesehen von dem eben genannten Manko ist das Gerät ordentlich verarbeitet. Das robust wirkende Scharnier des Scandeckels läßt sich ca. 3cm ausrasten. Somit steht auch dem Scannen von dickeren Vorlagen nichts im Wege. Der Anschlag für die seitliche Fixierung der Papierzuführung läßt sich zwar nur mit etwas "Nachdruck" dazu zu bewegen seine Position zu ändern, tut aber durchaus seinen Dienst.

Einen Hebel für die Einstellung der Papierstärke sowie ein USB-Anschlußkabel sucht man vergebens.


Der CardReader-Slot im Detail

Die integrierte CardReader-Einheit unterstützt die folgenden Formate:

  • Memory-Stick
  • MultiMedia-Card / SmartMedia-Card
  • SD Secure MemoryCard
  • CompactFlash Type 1 und 2
  • MicroDrive MemoryCard
  • MemoryStick Duo (nur mit Adapter *)
  • Mini SD-Card (nur mit Adapter *)
  • XD-PictureCard (nur mit Adapter *)

(*) Der Adapter ist nicht im Lieferumfang enthalten


Zweite Ernüchterung: Das Display

Dem Käufer wird auf der Website von Canon und auch auf der Verpackung suggeriert, das Display sei beleuchtet... das ist nicht der Fall! Ganz im Gegenteil: Das Display ist sogar ziemlich blickwinkelabhängig und kann bei ungüstigen Blickwinkel (nämlich genau dann, wenn man direkt draufschaut) überhaupt nicht abgelesen werden.

Displaytasten im Detail

Abgesehen davon sind die Tasten klar strukturiert und teilen sich wie folgt auf:

  • Foto Index Taste (Druckauswahl mittels Foto-Indexblatt direkt vom CardReader-Slot)
  • Copy-Taste (schaltet das Gerät in den Kopiermodus)
  • Scan-Taste (schaltet das Gerät in den Scan-Modus, um Vorlagen in das Betriebssystem zu übertragen)
  • Foto-Taste (druckt alle oder einzelne Bilder direkt vom CardReader-Slot)
  • Schwarz/Weiss-Taste (kopieren/scannen im S/W-Modus)
  • Farb-Taste (kopieren/scannen im Farb-Modus)
  • Stop/Reset-Taste (bricht den aktuellen Vorgang ab)
  • Die On/Off-Taste

Treiber- und Softwareinstallation

Die Installation der aktuellen Treiber (Version 7.00) sowie der Software läuft absolut reibungslos ab. Wie bei fast allen USB-Geräten sollte man allerdings darauf achten, vor der Treiber/Softwareinstallation das Gerät vom System zu trennen. Der beigelegte Installations-Guide weist aber ausdrücklich darauf hin.

Praktischer Gebrauch

Spätestens hier kommt die für meine Begriffe sehr unglücklich gelöste Funktion der On/Off-Taste zu tragen: Da der Treiber kein automatisches Ein-/Ausschalten des Gerätes unterstützt - und wahrscheinlich auch nie unterstützen wird, weil das Gerät im ausgeschalteten Zustand komplett offline geht - kommt es oft vor, daß man einen Druckjob startet der erstmal mit der Meldung "Drucker ist offline" quittiert wird.

Nächster intuitiver Schritt: Man schaltet das Gerät an, tätigt seine Druckjobs, arbeitet weiter und vergisst natürlich den Drucker. Der bleibt munter online bzw. eingeschaltet, selbst nachdem man den Rechner schon längst heruntergefahren hat. Eine optische Betriebsanzeige?... Fehlanzeige! Nur wer das Gerät direkt im Blickfeld zu stehen hat, kann am Display erkennen, daß das Gerät eingeschaltet ist.

Was passiert: Das Gerät bleibt mitunter tagelang unbemerkt eingeschaltet, zieht unnötig Strom und verbraucht durch die fest programmierten Intervallreinigungen des Druckkopfes unnötig Tinte. Dieses Manko läßt sich auch nicht mit einer Master/Slave-Steckdose umgehen. Der Druckkopf fährt nur in die Parkposition, wenn man explizit den On/Off-Taster betätigt. Das "gewaltsame" abdrehen der Stromzufuhr hätte somit ein austrocknenden Druckkopf zur Folge, was wiederum eine anschließende intensive Düsenreinigung mit sich zieht. Ausserdem beraubt man sich mit einem stromlosen Drucker jeglicher Offline-Funktionen wie z.B Dokumentkopie ohne PC, Direktdruck vom Speicherkarte usw.

Praktischer Gebrauch der Scaneinheit

Die Scaneinheit präsentiert sich als WIA/TWAIN-kompatibler Scanner im Gerätemanager sowie als Symbol direkt im Arbeitsplatz. Somit besteht die Möglichkeit, den Scanner entweder über den XP-eigenen Scanner-Assistenten zu betreiben, oder über das ScanGear TWAIN-Modul von Canon. Den beiden Display-Tasten des Front-Moduls (Schwarz/Weiss-Scan / Farb-Scan) können benutzerdefinierte Programmaufrufe zugeordnet werden, sofern diese vom Treiber erkannt werden. Das TWAIN-Modul hört auf den Namen ScanGear-Starter und ist eine abgespeckte Version des bewährten ScanGear CS, welches den StandAlone-Scannern der LIDE-Serie beiliegt.

Allerdings scheint in der aktuellen Version die Funktion "automatisch beschneiden" nicht so recht zu funktionieren. Wer Objekte kleiner als DIN-A4 einscannt, bekommt trotz aktivierter Funktion immer die komplette Auflagefläche als Ausschnitt präsentiert. Das mag vielleicht nicht weiter ins Gewicht fallen, da man das manuell jederzeit korrigieren kann, trotzdem sollte Canon hier noch nachbessern. Ansonsten gibts an der Scan-Software nichts auszusetzen.

Die Scan-Ergebnisse sind zufriedenstellend bis gut. Bei genauerer Betrachtung fällt aber durchaus ein Unterschied zum Canon LIDE-50 auf. Dies als negativ zu bewerten wäre aber unfair, da es sich beim LIDE-50 um ein höherwertiges Produkt handelt. Positiv anzumerken wäre noch die verbaute CIS-Sensortechnik, die keine Aufwärmphase benötigt und immer sofort betriebsbereit ist.

Nichts für sensible Ohren

Wer oft und viel scannt, der sollte sich vorher Ohrstöpsel besorgen. Die Scaneinheit gibt ein lautes, hochfrequentes und vor allem sehr unangenehmes Betriebsgeräusch von sich!

Kleines interessantes Detail am Rande: Der Infodialog des TWAIN-Moduls meldet USB1.1-Betrieb.

Praktischer Gebrauch des Druckers

Der Druckertreiber präsentiert sich, wie von Canon gewohnt, sehr aufgeräumt und intuitiv. Von diversen Druckeinstellungen, Randlosdruck, Geräuschlos-Modus, Status- und Wartungsmonitor bis hin zu verschiedenen benutzerdefinierten Druckprofilen findet man alles dort, wo es sein soll.

An den Druckergebnissen gibt es nichts zu bemängeln. Textausdrucke kommen sehr sauber und ohne Textausfransungen daher. Gleiche Textdruckqualität erreicht im Vergleich der Canon S750 nur im Qualitätsmodus. Gleiches gilt für den Farbausdruck.

Auch im Druckmodus bleibt der MP130 seinen bisherigen Auftreten treu: Er läßt den Anwender deutlich hören, was er gerade tut. Hier hat man aber zumindest die Möglichkeit, im Druckertreiber den "geräuschlosen Modus" zu aktivieren, was die Drucklautstärke drastisch verringert (aber auch die Druckgeschwindigkeit)

Allgemeines Fazit

Ein "ziemlich lautes" Multifunktionsgerät mit einigen konzeptionellen Schwächen, aber mit für diese Preisklasse guten Druck- und Scanergebnissen.

Hervorzuheben ist die sehr praktische Offline-Funktion, also "drucken / scannen / kopieren" ohne gestarteten PC. Die Möglichkeit "mal eben" eine Dokumentkopie anzufertigen, ohne den PC hochfahren zu müssen, bringt viele Vorteile mit sich. Zumal auch im Offline-Modus über die Display-Menüführung fast alle Funktionen wie z.B. Vergrößern, Verkleinern, Qualität+Dichte, Anzahl) verfügbar sind.

Weiterhin ist die gute Treiber- und Softwareinstallation sowie die alles im allem gut gelungenen Funktionen des Software-Pakets anzumerken.

Die Pluspunkte

  • Solide und stabile Verarbeitung
  • Ansprechendes Design
  • Gelungene Treiber/Software
  • Gute Druck- und Scanergebnisse
  • Multifunktionell auch ohne PC

Die Minuspunkte

  • Sehr unangenehmes Betriebsgeräusch (speziell Scannen)
  • Kein automatsiches Ein-/Ausschalten
  • Betriebszustand nicht ohne weiteres erkennbar

Wie man evtl. schon aus meinem Testbericht ableiten kann: Eine Kaufempfehlung würde ich für das Gerät nicht aussprechen.

25.04.05 08:17 (letzte Änderung)
Technische Daten

56 Wertungen

 
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