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Epson Workforce Enterprise AM-C6000, AM-C5000 & AM-C4000: Angriff auf den professionellen Laserdruck ... jetzt aber wirklich!?

von Ronny Budzinske

Mit ausgeklügelten und günstigeren Kopierern mit Tintendruckwerken will Epson seine Lücke im Portfolio schließen. Die neuen, recht kompakten A3-Farbdrucker sind für März 2023 angekündigt. S/W-Varianten sowie A4-Geräte sollen später in 2023 folgen.

Bereits seit Jahren spricht Epson davon, dass nur der Tintendruck die einzige umweltfreundliche Technologie zur Ausgabe von Dokumenten auf Papier ist. Der im professionellen Einsatz derzeit stark dominierende Laserdruck gehört abgelöst, so das Mantra. Ihr Portfolio haben die Japaner daher auch stark ausgebaut und spätestens mit der Einführung der "Workforce Enterprise"-Serie vor nunmehr fast sechs Jahren auf ein neues Level gebracht. Das Spitzenmodell erreicht ein Drucktempo von bis zu 100 Seiten je Minute mit einem seitenbreiten Druckkopf.

Mittlerweile (fast) konkurrenzlos aber nur mäßig erfolgreich

Ähnliche Angebote haben auch die Mitbewerber Canon und HP im Angebot - oder besser hatten. Nach der Übernahme von Samsung konzentriert sich HP nun beim professionellen Druckumfeld fast ausschließlich auf Laser und ließ die preislich sehr interessante "Pagewide"-Serie fallen. Die Zukunft der Amerikaner heißt: "Laserjet Managed" und die ist großangelegt und farbenfroh.

Noch mehr hü und hott gab es nur bei Canon: Die WG7500er-Serie wurde 2019 vorgestellt und ist schon kurze Zeit später still und heimlich ausgelaufen. Der Haus- und Hoflieferant der meisten HP-Laserdrucker bis zur gehobenen Mittelklasse will sich auch lieber auf die hauseigene "Imagerunner"-Serie konzentrieren und ist dabei auch recht erfolgreich.

Zudem tummeln sich auf dem Markt mit Lasertechnik auch andere Größen, wie Kyocera, Konica Minolta, Ricoh, Xerox, aber auch Sharp und Toshiba.


Im Segment der Tintenbasierten-Kopierer ist Epson derzeit fast komplett allein auf weiter Flur und hat lediglich einige exotische Mitbewerber wie zum Beispiel Riso - ebenfalls aus Japan.

Aber so richtig gut laufen die großen und mit über 10.000 Euro teuren Geräte derzeit nicht - nennenswerte Marktanteile konnte man bisher nicht erzielen. Das Problem hat Epson nun auch selbst erkannt und mit einer großen Lücke im Portfolio im Bereich um die 50 ipm ausgemacht. Dieses Segment macht nach neuerlicher Erkenntnis rund die Hälfte vom Gesamtmarkt aus. Wenn man da nichts hat, dann sieht es entsprechend schlecht aus.

So blieb in Ausschreibungen nichts weiter übrig, als den Workforce Enterprise WF-C20600 zu Niedrigpreisen anzubieten - bei einer recht aufwändigen und somit margenmindernden Konstruktion.

"Untenrum" bietet Epson lediglich die Serie um die 25-ipm-Modelle Workforce Pro WF-C878RDWF und WF-C879RDWF, die jedoch einen beweglichen Druckkopf haben und leistungsmäßig bei vollflächigen Drucken kaum mit einem Laserdrucker mithalten können.

Neustart mit der Workforce Enterprise AM-C-Serie

Aber die Lösung ist in Sicht: Unter großer Verschwiegenheit stellt Epson bereits Ende des Vorjahres (2021) einigen Händlern und erst Mitte November einigen Journalisten eine neue Druckerserie vor, die genau diese Lücke schließen soll: Workforce Enterprise AM-C.

Die nachfolgenden Folien stammen von dieser Präsentation durch Epson.

AM - das steht für "advanced multifunction" und soll einen Neuanfang bedeuten. Die drei vorgestellten Basisgeräte unterscheiden sich technisch lediglich im Drucktempo und sind deutlich kompakter und mit einem stark vereinfachten Papierweg ausgestattet

Das Drucktempo gilt für den A4-Druck in Farbe. Durch internes Wenden gibt es keinen Zeitverlust beim Duplexdruck, so dass der C6000 bis zu 30 beidseitige Blätter je Minute ausgeben kann. Die Druckqualität wird weiter unten in diesem Artikel beschrieben.

Abweichungen gibt es zudem bei der Tintenreichweite. Während der C6000 und C5000 Kartuschen für 50.000 Seiten in Schwarz und je 30.000 in Farbe verwenden, werden diese für das C4000er-Modell etwas kleiner dimensioniert sein. Daten liegen uns dazu noch nicht vor.


Neuer Papierweg ohne "Bridge"-Einheit

Epson verspricht bei den neuen Modellen eine deutlich kleinere Stellfläche für den Drucker an sich und auch für die Vollausstattung mit der Finisher-Option. Durch einen neuen Papierweg entfällt die Notwendigkeit für eine platzraubende Bridge-Unit, die zwischen dem Drucker und der eigentlichen Endverarbeitungseinheit steht.

Ein weiterer Vorteil dabei ist, dass bis zu 300 g/m² schwere Medien aus den Kassetten verarbeitet werden können - das ging so bisher nicht. Das kompakte Format hat jedoch auch einen Streichpunkt: Das Überformat SRA oder A3+ ist nicht mehr möglich. Schluss ist ab sofort bei A3 - also 297 x 420 mm.

Fest installiert sind zwei Kassetten für je 500 Blatt, optional gibt es entweder eine 1.000er-Kassette oder zwei weitere 500er-Fächer. Zusammen mit der manuellen 150-Blatt-Zufuhr und einer seitlich "angesteckten" 3.000-Blatt-Großraumzufuhr für A4-Papier kommt man auf eine Fassungskapazität von bis zu 5.150 Blatt.

Für die Endverarbeitung gibt es zwei grundsätzliche Optionen. Neben einem kompakten integrierten Finisher mit 500-Blatt-Ablage und Heftfunktion gibt es auch eine neue Einheit mit deutlich größerer Ablage und Heftfunktion. Dazu gibt es auf Wunsch eine Locheinheit sowie eine Broschürenablage mit Falzfunktion.

Fax integriert, OCR & Wlan optional

Zur Standardausstattung gehört eine analoge Faxfunktion. Optional lässt sich zur Leistungssteigerung eine zweite Faxkarte integrieren. Wlan ist generell nur gegen Aufpreis erhältlich. Neu für die Enterprise-Serie ist eine OCR-Funktion für über 20 Sprachen, die jedoch ein zusätzliches Hardwaremodul benötigt.

Scanner und ADF

Der Scanner fasst bis zu 150 Originale, ist jedoch nicht mit einem Ultraschallsensor ausgestattet. Das Scantempo gibt Epson mit 60 vollen Farbseiten je Minute an, was dann genau dem Drucktempo des "größten" Modells entspricht und somit nicht zum Flaschenhals wird. Im automatischen Duplexbetrieb summiert sich das Tempo somit auf ordentliche 120 ipm.

Neuer Druckkopf mit neuem Tintensystem

Der Druckkopf wurde laut Epson neu entwickelt und zeichnet sich durch eine um fast 30 Prozent höhere Feuerfrequenz aus. Die Anordnung der Druckchips ist diagonal versetzt und entspricht vom Prinzip her dem, was man aus der ersten Generation kennt.

Know-How: Epson-Precisioncore für Linehead-Drucker

Der Druckkopf lässt sich generell tauschen. Die gesamte Prozedur soll nicht länger als 15 Minuten in Anspruch nehmen.

Die Druckauflösung in horizontaler Richtung beträgt nativ 600 dpi aus den insgesamt 28.920 Druckdüsen - 7.230 je Farbe. Gruppiert sind diese in 30 "Precisioncore"-Druckchips. Aus jeder einzelnen Düsen können bis zu sechs verschieden große Tropfen generiert werden. Kleine für Details und große, für Flächen.

In der vertikalen Richtung setzt Epson bei vollem Tempo nun 2.400 anstatt bisher 1.200 Tropfen pro Zoll (dpi) - es gibt also keine Geschwindigkeitseinbußen in hoher Qualität mehr. Der "Hoch"-Modus der Vorgänger ist bei den Neulingen somit zum "Standard" geworden. Qualitativ soll sich dabei auch etwas getan haben: Beim Textdruck will man mit einer besseren Randschärfe überzeugen.

Die vier Tintenpatronen werden weiterhin wie ein Stift ins Gerät gesteckt, haben aber nun ein Sichtfenster nach außen. Darüber kann man zwar nicht den Tintenstand erkennen, jedoch kann der unbedarfte Benutzer schneller sehen, wo man diese tauschen kann.

Komplett neu entwickelt wurde dagegen auch das Tintensystem. Zur Verwendung kommen weiterhin die Tinten der "Durabrite Pro"-Serie, die besonders schnell trocknen und für plane Drucke ohne Wellen sorgen sollen.

Die Besonderheit ist, dass für Reinigungsvorgänge benötigte Tinte zum Teil wiederverwendet werden kann. Mit einer integrierten Rückführung wird diese in einen separaten Tank je Farbe gespült und geht dann im nächsten Zyklus eventuell doch noch aufs Papier. Epson schätzt, dass somit gegenüber der Vorgängerserie rund 40 Prozent weniger an Resttinte anfällt.

Zusätzlich gibt es eine bläuliche Flüssigkeit, die sich in der regelmäßig auszutauschenden Wartungsbox befindet. Diese soll den Druckkopf mit Feuchtigkeit versorgen und somit ein Antrocknen und daraus resultierende Ausfälle reduzieren. Weiterhin will man die Reinigungsvorgänge so weit reduzieren, dass nur noch die Düsen gereinigt werden müssen, die länger nicht für den Druck verwendet wurden. Das System zählt dabei die ausgestoßenen Tropfen für jede einzelne Düse automatisch im Hintergrund.

Entwicklungsprozess: Präsentation in japanischer Sprache mit englischem Untertitel.

Preise, Verfügbarkeit und Ausblick

Der Verkaufsstart der drei neuen "AM-C"-Modelle soll Anfang März 2023 erfolgen. Für den Zeitraum ab April stellt Epson zudem S/W-Versionen ("AM-M"-Serie) in Aussicht. Die Einführung von kleineren A4-Modellen könnte wird dagegen wohl erst Ende 2023 folgen.

Preise will man erst Ende November 2022 nennen. An Händler wurden bereits Summen um die 6.000 Euro kommuniziert.

Die bisherigen Modelle Workforce Enterprise WF-C20750 (75 ipm) und WF-C21000 (100 ipm) bleiben am Markt. Der WF-C20600 (60 ipm) wird durch den gleichschnellen AM-C6000 ersetzt.

17.11.22 13:51 (letzte Änderung)
Technische Daten

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