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HP 302 und 304 Original-Patronen: HP sperrt eigene Tintenpatronen aus

HP liefert seit Mai 2018 Drucker der Serien Deskjet, Envy und Officejet aus, die mit bestimmten Chargen der passenden HP Nr. 302- und Nr. 304-Originalpatronen nicht mehr funktionieren. Ob es auch Einschränkungen für ältere Drucker nach einem Firmware-Update gibt, ist noch unklar.

Wie HP in einem kürzlich veröffentlichten aber undatierten Supportdokument mitteilt, hat der amerikanische Druckerspezialist bereits im April 2017 still und heimlich Patronen der Serien 302 und 304 modifiziert und die zuvor erhältlichen Chargen auslaufen lassen. Es handelt sich dabei um Tintenpatronen mit integriertem Druckkopf.

Drucker der Serien Deskjet, Envy und Officejet, welche die Patronen der Serie 302 oder 304 verwenden, konnten dabei stets die "ursprünglichen" Patronen, als auch die mit der neuen Revision verwenden. Wie im nun veröffentlichen Dokument erläutert wird, gilt dies jedoch nicht mehr für Drucker, die seit Mai 2018 hergestellt werden. Trotz gleicher Patronen- und Bestellnummer verweigern diese Modelle den Dienst, wenn Originalpatronen älteren Datums eingesetzt werden.

Dies betrifft zudem auch Patronen der Serien 63, 65, 123, 652, 664, 680 und 803 - diese sind jedoch lediglich Versionen für technisch gleiche Druckermodelle in anderen Regionen der Welt. Die hiesigen Drucker der Serie Envy Photo mit den Patronen der Serie 303 sind derzeit nicht betroffen.

Über die Ursache für diese Schikane liefert HP aktuell keine Erklärung. Der wahrscheinlichste Grund ist wohl das Aussperren von Fremdpatronen oder - in diesem Fall - von aufbereiteten und damit technisch modifizierten Originalpatronen. Mehr dazu in einem späteren Artikel.

Diese Drucker sind (potentiell) betroffen

HP selbst erklärt, dass der Produktionsübergang die Serien Deskjet 2600, HP Envy 5000 und HP OfficeJet 5200 betrifft. Weiterhin gilt dies auch für die in Deutschland nicht erhältliche Serie "Deskjet Ink Advantage" 2600, 5000 und 5200.

Nachfolgend listet Druckerchannel alle Drucker auf, die diese Patronen verwenden. Einige Modellvarianten sind indes nicht mehr aktuell. Drucker für die 302er-Patronen wurden im Juni 2015 und die für die 304er-Patronen im Sommer 2016 erstmals vorgestellt.

Drucker für die Patronen der Nr. 302

Drucker für die Patronen der Nr. 304

Ob der eigene Drucker betroffen ist, soll sich über die Webseite www.hp.com/support/supplyupdatecheck klären lassen. Der Link führt aktuell jedoch ins Leere. Die englische Seite liefert bereits Ergebnisse.


Habe ich eine ältere oder eine bereits neuere Patrone?

Wer noch Tintenpatronen auf Vorrat hat und sich fragt, ob ein neuer Drucker diese Patronen akzeptiert, kann dies am Originalkarton erkennen. Oberhalb der Auflistung kompatibler Drucker ist eine dicke weiße Linie gedruckt. Bei der ersten Charge gab es diese noch nicht.

Zudem lässt sich die Tintenpatrone auch über einen Umweg identifizieren. Hierbei hilft das aufgedruckte "Warranty End Date" oder "Garantieende"-Datum. Die nachfolgende Tabelle zeigt das letzte Datum der Patronen, die noch zur ersten Charge gehören. Kartuschen mit späterem Ablaufdatum gehören zur zweiten Charge und sind in allen Druckern einsetzbar.

Da es für alle betroffenen Patronennummern noch Chargen gibt, die mehr als ein Jahr HP-Garantie haben, kann man davon ausgehen, dass noch jede Menge Patronen im Umlauf sind, die den Käufern und wohl auch Händlern sorgen bereiten werden.

das sind die "alten" HP 302/304-Patronen aus der ersten Charge
Artikelnummeraufgedrucktes Garantieende
(irgendein Datum bis einschließlich)
HP-Tintenpatronen der Serie 302
HP 302 (Schwarz)F6U6612.05.2019
HP 302XL (Schwarz)F6U6814.05.2019
HP 302 (Farbe)F6U6526.04.2019
HP 302XL (Farbe)F6U6708.05.2019
HP-Tintenpatronen der Serie 304
HP 304 (Schwarz)N9K0628.07.2019
HP 304XL (Schwarz)N9K0811.08.2019
HP 304 (Farbe)N9K0517.06.2019
HP 304XL (Farbe)N9K0716.06.2019
© Druckerchannel (DC)

Neuere Drucker werden die oben aufgeführten Patronen nicht mehr akzeptieren. Wird eine "ältere Patrone" in einem "neuen" Drucker eingesetzt, lautet die Meldung wahlweise...

  • "Druckpatrone(n) bei Druckern der älteren Generation"
  • "Inkompatible ältere Druckpatrone"
  • "Ältere Druckpatrone"
  • "Druckpatrone der älteren Generation"
  • oder "Druckpatrone älterer Generation installiert"

Laut HP muss diese ausgetauscht werden, an wen man sich hier direkt wenden muss, lässt man dabei im Unklaren.

Vorsicht beim Patronenkauf

In jedem Fall gilt ab sofort, dass Besitzer eines nach Mai 2018 produzierten Druckers noch Originalpatronen unter korrekter Bestellnummer kaufen können, die unter Umständen vom Drucker nicht angenommen werden.

Beim Kauf im Handel kann der informierte Kunde dies zwar über das aufgedruckte Datum sowie der leichten Designänderung erkennen, jedoch gilt dies so nicht für den mittlerweile gängigen Kauf über das Internet.

Zwar wird man diese über den Händler in aller Regel umtauschen können, jedoch kostet dies unnötigen Aufwand.

Firmware vom März "1802B"

Nun stellt sich die Frage, ob vor Mai 2018 produzierte Drucker ebenfalls in den "Genuss" dieser Einschränkung kommen. Nach Informationen von Druckerchannel ist dies aktuell noch nicht der Fall. Dass HP die Unterscheidung derzeit nach Prüfung der Seriennummer durchführt, impliziert zum Stand heute, dass es eher nicht geplant ist, dies zusätzlich davon abhängig zu machen.

Die meisten betroffenen Drucker haben jedoch im März 2018 die neue Firmware mit der Versionsnummer Version "1802B" bekommen. So z.B. für den Envy 5020 (Firmware) oder auch für den Officejet 5230 (Firmware). Dem Beschreibungstext nach gehen wir nicht davon aus, dass es hier aktuell zu Problemen kommen wird.

Fehlerbehebungen und Verbesserungen mit der neuen Firmware:

  • "Wichtige Fehlerbehebungen für Drucker-Fehler"
  • "Verbesserte WLAN-Konnektivität"
  • "Verbessertes Benutzererlebnis auf dem Bedienfeld des Druckers"
  • "Firmware-Version behebt branchenweite Wi-Fi WPA2-Standard-Sicherheitslücken und die Ausführung von willkürlichem Code oder Denial of Service (CVE 2017-9765)"

Interessanter wird die Betrachtung zukünftiger Firmware-Revisionen, die dann wahrscheinlich gemeinsam für ältere und neuere Modelle herauskommen werden.

Vor ein paar Jahren ging es bereits Benutzern von "HP Officejet Pro"-Druckern so, dass installierte Originalpatronen älterer Revision nach Aktualisierung der Firmware ihren Dienst einstellten. Teilweise ließen sich die als fehlerhaft markieren Patronen auch nicht mehr ohne weiteres aus dem Drucker entnehmen.

"Dynamische Sicherheit"

Eventuell ist diese Prozedur ein Teil der "dynamischen Sicherheit" aktueller HP-Drucker. Dazu schreibt HP: "Kartuschen anderer Hersteller (ohne HP-Chip) sind möglicherweise jetzt oder zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr funktionsfähig".

Jedoch wird nie davon gesprochen, dass auch Originalpatronen durch diese "Technik" ausgeschlossen werden.

Stellungnahme von HP

Zum Thema der "dynamischen Sicherheit" haben wir bei HP bereits vor rund einem Monat um Stellung gebeten. Bisher konnte man uns dazu noch nicht antworten. Eine Anfrage zum Thema der Aussperrung von Originalpatronen ist erst gestern von uns gestellt worden. Dieser Artikel wird entsprechend aktualisiert, wenn es neue Erkenntnisse zu dem Thema gibt.

04.07.18 14:36 (letzte Änderung)

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