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Paperworld / Remax Infos von der Frankfurter Messe 2011: Spannende Paperworld-News

von Florian Heise

Druckerchannel hat alle wichtigen Aussteller auf der Frankfurter Paperworld-Messe besucht. Die Druckerzubehör-Aussteller konzentrierten sich in Halle 4.0.


Die "schlechte" Nachricht: Es gibt weder kompatible Tintenpatronen mit Chip für die neuen Canon-Drucker noch einen Chip-Resetter. Die gute Nachricht: Sie wird kommen - und zwar bald. Gerüchten zufolge hat der chinesische Chip-Spezialist Apex den Chip so gut wie fertig und kann ihn in wenigen Tagen bis Wochen ausliefern. Der Konkurrent aus den USA (Static Control) wird wohl ebenfalls nicht lange auf sich warten lassen. Entsprechend zuversichtlich zeigten sich der Chef von Peach (Alfred Wirch), Dr. Ulf Reinhardt, Entwicklungschef bei Artech und Georg Usai, Chef der Firma Dicodes.

Peach ärgert sich über nicht knackbare HP-Chips

Auf dem Stand von Peach gab es nachgebaute HP-Nr.-364-Patronen zu sehen - natürlich ohne Chip, denn den zu knacken, sei nicht nur eine harte Nuss sondern auch sehr unwahrscheinlich, meinen Peach-Chef Alfred Wirch und Peter Sussitz, Produkt-Manager bei Peach. Wie man den nötigen Chip von der HP-Originalpatrone entfernt und auf die nachgebauten Patronen platziert, zeigt Peach in einem Video. Diesen "Security"-Chip findet man auf den drei HP-Patronentypen Nr. 364, Nr. 920 und Nr. 940. Leergedruckte HP-Patronen mit diesem Chip werden in Kürze wohl sehr begehrt sein und der Preis pro Leerpatrone auf rund einen Euro steigen.

Überhaupt sieht Wirch den gesamten Markt der kompatiblen Patronen sehr schwarz und meint, dass es in ein paar Jahren gar keinen Markt für kompatibles Verbrauchsmaterial mehr geben könnte, wenn die Politik nicht eingreife und die manchmal mehr als trivialen Patente reguliere.

Chip für neue Canon-Patronen wird kommen

Ähnlich wie bei HP sieht es im Moment noch beim neuen Canon-Chip aus: Unter anderem arbeitet die Firma Dicodes GmbH mit Hochdruck daran, den Chip der neuen Canon-Drucker zu entschlüsseln, um möglichst bald einen kompatiblen Chip und einen neuen Redsetter auf den Markt bringen zu können.

Frank Böckler von Patronenhandel macht es stutzig, dass die Bauformen der Vorgängerpatronen Canon-CLI-521/PGI-520 dieselbe ist wie die neuen Patronen CLI-526/PGI-525. Er fragt sich, ob es nicht gegen EU-Richtlinien verstößt, wenn ein neues Produkt keine Vorteile gegenüber dem Vorgängerprodukt hat. Laut Tintenprofi Sturmius Trottmann von Sudhaus-Inkjet haben sich weder die Bauform noch die Tintenformel geändert. Canon hat die neue Tintenpatrone also lediglich undurchsichtig gemacht, damit es User beim Refill schwerer haben und einen neu verschlüsselten Chip auf die Patrone geklebt.

Die neuen Patronen CLI-526/PGI-525 passen zwar in die Drucker, die mit den Vorgängerpatronen arbeiten (CLI-521/PGI-520), die Geräte erkennen und akzeptieren sie jedoch nicht.


Inktec zeigt Spezialdrucker

Inktec hatte lange Zeit einen sehr guten Ruf im Markt: Erstklassige Tinten und pfiffige Zubehör-Lösungen. "Der Markt für hochwertige Refill-Tinten und Refill-Zubehör ist sehr schwierig geworden", so Peter Horn, Chef der Inktec Deutschland GmbH. "Wir konzentrieren uns mittlerweile auf den Markt mit Originalware, die wir über die Horn-GmbH vertreiben". Bei Inktec konzentriert man sich dagegen mehr auf Speziallösungen wie zum Beispiel die Silbertinte*1 oder auf den kleinen Solventtintendrucker, der Kleinstauflagen von Werbematerialien wie etwa Golfbälle oder Kugelschreiber bedruckt. Das Gerät, das noch keinen Namen hat, soll rund 2.500 Euro kosten.

Jettec mit neuer Geschäftsführung

Spannend wurde es bei Jettec - nicht produkttechnisch (denn noch immer füllt Jettec Dye-Tinte in Schwarzpatronen, in die Pigmenttinte gehört), sondern beim Personal: Das Urgestein Brian Cahill ist wieder bei Jettec Deutschland. Der sympathische Schotte leitet nun die Deutschlandgeschäfte. Parallel baut er Jettec USA weiter auf. Cahill war bereits 1997 mehrere Jahre bei Jettec, bis er die Firma im Streit mit John Studholme verließ.

Ein knappes Jahr später lockte der Ruf der Selbständigkeit, in der sich Cahill rund 3 Jahre aufhielt. Dann folgte ein Anruf seinens ehemaligen Jettec-Chefs Studholme - nach einem ersten Treffen einigten sich beide, wieder zusammen zu arbeiten. Cahills erste Pläne sind, das Personal um acht Mitarbeiter aufzustocken, um besser und schneller für die Kunden da zu sein. Zudem will er den bei Jettec noch etwas stiefmütterlich behandelten Tonermarkt stärker ausbauen. Studholme hat sich vom ehemaligen Verkaufsleiter bei Jettec Deutschland, Robert Kain, Ende 2010 getrennt.

Neue Laserdrucker aus China

Ninestar, bekannt für kompatible Tintenpatronen und Tonerkartuschen aus China, zeigte hinter verschlossenen Türen zwei neue S/W-Laserdrucker, die unter dem Firmennamen "Seine" und unter dem Produktnamen "Pantum" zu sehen waren. Einen Blick ins Innere ließen uns die Chinesen indes nicht werfen und murmelten lediglich etwas von "...patents...". Druckerchannel geht davon aus, dass es diese Drucker "Made in China" nicht auf den deutschen Markt schaffen werden. Fotos des Druckers und der Tonerkartuschen finden Sie auf den Remax-Seiten .

Feinstaubfilter für Laserdrucker

Riensch & Held ist Hersteller von Filtern für zum Beispiel Staubsauger und Dunstabzugshauben. Auf der Messe zeigte Geschäftsführer Horst von Ludowig Filter für Laserdrucker, die in einer Drucker-Box zum Einsatz kommen. Die soll rund 500 Euro kosten und ist für solche Laserdrucker gedacht, die keinen Luftausgangsschacht haben, sondern die Luft aus allen möglichen Öffnungen blasen.

*1
Inktec Silbertinte: Zum Beispiel für den Druck von Leiterbahnen auf RFID-Aufklebern.
04.02.11 09:47 (letzte Änderung)

18 Wertungen

 
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