Brother × Ricoh: "Strategische Allianz" ist nun auch in Europa angekommen
Vor ziemlich genau einem Jahr hat Druckerchannel darüber berichtet, dass Ricoh eine "strategische Allianz" mit Brother eingegangen ist. Demzufolge kann Ricoh bei Ausschreibungen auch auf (ausgewählte) A4-Laserdrucker von Brother zurückgreifen. Das schließt klaffende Lücken im Ricoh-Portfolio und weitet dieses deutlich aus.
Ursprünglich ging man davon aus, dass die Allianz nur für den US-Markt gilt. Im Frühjahr 2026 hat Ricoh jedoch die Ausweitung auf den kanadischen Markt in einer Pressemitteilung offensiv bestätigt.
Ein Beitrag von Harald List (seines Zeichens Direktor für das strategische Portfolio bei Ricoh Europa) beim Business-Netzwerk "LinkedIn" impliziert nun, dass die Partnerschaft spätestens jetzt auch in Europa angekommen ist.
Demnach fand am 11.06.2026 in den Räumen von Brother Deutschland (im hessischen Bad Vilbel) ein gemeinsames Treffen statt. Besprochen wurde die Partnerschaft im Bereich MPS (Managed Print Services).
Harald List, Ricoh Europa Es ist großartig, den heutigen Tag mit den Teams von Brother und Ricoh Deutschland im Hauptsitz von Brother in Bad Vilbel zu verbringen und die Chancen zu besprechen, die vor uns liegen, während wir unsere Partnerschaft im Bereich Managed Print Services weiter stärken.
Aus vorherigen Meldungen geht hervor, dass es derzeit ausschließlich darum geht, dass Ricoh sich breiter aufstellt. Brother liefert Geräte unter dem Brother-Label, bietet selbst aber keine Ricoh-Systeme an.
Beide Unternehmen bleiben weiterhin eigenständig. Es ist auch kaum davon auszugehen, dass Brother in die durch Ricoh geführte Drucker-Allianz "ETRIA" einsteigt. In dieser sind aktuell die Kräfte mit Oki und Toshiba Tec gebündelt. Nach aktuellen Zahlen gehört Brother zu den profitabelsten Druckerherstellern, die sich in einem schrumpfenden Markt recht gut halten können.
A4-Lücke bei Ricoh
Im normalen Portfolio kommen sich die beiden Druckerhersteller kaum ins Gehege. Brother ist im A4-Segment sehr stark aufgestellt und bedient den A3-Markt ausschließlich über Tintendrucksysteme, wie der neue MFC-J6975DW. Ricoh ist dagegen traditionell stark im A3-Bereich und dürfte dort, je nach Region, zusammen mit Canon und Konica Minolta, zu den führenden Anbietern gehören.
Die Stärke von Brother dürfte auch sein, dass man sich nicht verzettelt und weitgehend organisch wächst. Während man das A4-Portfolio zuletzt bis in die 40-ipm-Klasse erweitert hat, lässt man die A3-Kategorie bei Laserdruckern weiter liegen.
Bei der Kooperation zwischen Brother und Ricoh geht es um ausgewählte "Executive"-Modelle. In Nordamerika wurde der Brother MFC-L6915DW genannt, der hierzulande als MFC‑EX910, eine spezielle Variante des MFC-L6910DN, vertrieben wird.



