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Vorankündigung Epson Workforce DS-71000WN und DS-51000WN: Kommende Produktionsscanner mit Flachbett beenden CCD-Ära

von Ronny Budzinske

Bereits im vergangenen Sommer hat Epson (unfreiwillig) das Ende seiner Scanner mit CCD-Sensoren eingeläutet. Während die Serien Perfection und Expression für Foto-Enthusiasten ersatzlos gestrichen wurden, gibt es schon bald neue Dokumenten-Scanner mit Flachbett für das A3-Format. Druckerchannel weiß schon jetzt mehr.


Das japanische Unternehmen Epson ist nicht nur bekannt für sein breites Sortiment an Tintendruckern, sondern auch für besonders hochwertige Grafik-, Foto- und Dokumentenscanner.

Während viele andere Hersteller schon früh auf günstigere, flachere und energiesparende CIS-Sensoren umgestellt haben, hat Epson lange an hochwertigen CCD-Sensoren festgehalten. Das galt für die meisten Flachbettscanner der Serien Perfection, Expression und später auch Workforce.

Vorteile von CCD

Trotz ihrer Nachteile haben Scanner mit CCD-Sensoren einen besonders guten Ruf. In erster Linie wird damit eine bessere Scanqualität suggeriert - aber auch dafür gibt es Gegenbeispiele. Für normale Aufgaben reicht ein CIS-Sensor hingegen zumeist aus und muss der CCD-Technologie nicht unbedingt unterlegen sein.


Eindeutig ist der Fall beim Thema Tiefenschärfe. Eingängig ist hierbei das Problem beim Scannen von Büchern im Bereich des Buchrückens. Dieser ist in der Regel deutlich weiter vom Scannerglas entfernt und liegt somit nicht plan auf wie das eigentliche Papier. Es gilt, dass alles, was auch nur wenige Millimeter entfernt ist, für einen CIS-Sensor nicht mehr scharf darstellbar ist. Details werden dann nur noch stark verschwommen wiedergegeben.

Das gleiche gilt analog für alle dreidimensionalen Objekte, wie auch die Uhr, die sich durch unsere Testberichte zieht. Relevant ist der Effekt übrigens auch beim Scannen von Negativen oder bei Dias in ihren notwendigen Halterungen.

Ein weiterer großer Vorteil von CCD-Sensoren ist die höhere Lichtempfindlichkeit. Bei Scannern spiegelt sich das bei der maximalen optischen Dichte (Dmax) wider. Ein hoher Wert ermöglicht dabei stärkere Differenzierungen in besonders dunklen Bereichen. Wo ein CIS-Sensor nur noch Schwarz sieht, kann ein guter CCD-Sensor noch immer feine Abstufungen erkennen und wiedergeben.

Die höchste Entwicklungsstufe gibt es seitens Epson mit den Fotoscannern Perfection V850 Pro und dem etwas anders ausgerichteten A3-Modell Expression 13000XL Pro. Beide waren noch mit einer Durchlichteinheit für den Scan von Filmvorlagen ausgestattet. Waren? Ja, beide Geräte wurden bereits im Sommer 2025 abgekündigt und sind kaum noch erhältlich. Mehr dazu weiter unten in diesem Artikel.

Dominanz von CIS-Sensoren

Geräte mit CIS-Sensoren dominieren dagegen nicht erst seit Kurzem den (schwächelnden) Markt an Flachbettscannern und erst recht den von Dokumentenscannern mit ADF-Mehrfacheinzug. Auch nahezu alle Scanaufsätze von Multifunktionsdruckern verwenden diese Technologie - seit Jahren ausnahmslos auch die von Epson.


Den ersten Schwenk bei dedizierten Flachbettscannern vollzogen die Japaner bereits 2015 mit der Einführung des Perfection V39 und ein Jahr darauf mit dem Workforce DS-1630 (und dessen Netzwerkversion DS-1660W) für den geschäftlichen Einsatz. Abgesehen von den reinen Dokumentenscannern blieb Epson den CCD-Sensoren sonst aber treu.

Das Ende der CCD-Sensoren

Bis es im vergangenen Sommer Berichte gab, dass Epson die Modelle um den V850 Pro und 13000XL ersatzlos gestrichen hat. Als Begründung kursieren unterschiedliche Versionen. Das Problem dürfte in erster Linie sein, dass Epson die Sensoren nicht selbst produziert hat, sondern diese von einem (uns nicht genau bekannten) Zulieferer bezogen hat. Vermutlich war das NEC/Renesas, Sony oder Toshiba - oder auch jemand ganz anderes. Dieser soll die Produktion mangels Nachfrage eingestellt haben. Unklar ist dabei aber, ob nicht auch strengere Anforderungen an Schadstoffe oder den Energieverbrauch ursächlich für die Einstellung sind.

Andere Abnehmer gibt es so gut wie nicht mehr, nachdem auch Canon sich schon vor vielen Jahren aus diesem Marktsegment verabschiedet hat. Zu einem der letzten Geräte hat der Canoscan 8600F gehört. Derzeit bietet am Markt Plustek einzelne Bücherscanner mit CCD-Sensoren in der Optibook-Serie an. Analog dazu hat auch der taiwanesische Hersteller Avision noch einige Modelle im Sortiment. Für Fotos sind diese aber eher nicht geeignet. Am Markt verbleiben zudem noch spezielle Filmscanner für das Klein- und Mittelformat mit entsprechend sehr kleinen Auflagen.

In anderen Regionen, beispielsweise Japan, ist der Epson V850 Pro noch immer als GT-X980 erhältlich. Vermutlich wird aber auch das nicht für die Ewigkeit sein.


Der (zumindest hiesige) vollständige Rückzug aus dem Segment von besonders hochwertigen Scannern für farbkritische Anwendungen war allerdings auch nur der erste Schritt. Zwischenzeitlich sind auch die A4-Produktionsgeräte um den Workforce DS-6500 vom Markt genommen und erst kürzlich durch die einfacheren Modelle Workforce DS-1760WN und DS-1730 ersetzt worden. Für die meisten Anwender dürfte das (abgesehen vom fehlenden Ultraschallsensor) kein großer Verlust sein. Gerade auch, weil die A3-Modelle anscheinend noch im Sortiment verblieben.

Neue A3-Produktionsscanner mit Flachbett

Aber auch damit ist spätestens jetzt Schluss. Das letzte in den offiziellen Preislisten aufgeführte Modell, der Workforce DS-70000N (bereits 2012 vorgestellt), bekommt nun auch einen Nachfolger mit CIS-Sensor.

Mit diesen Modellen ist die Zeit der CCD-Sensoren in Epson-Scannern endgültig vorbei.


In den Startlöchern steht jetzt der wohl kaum minder robuste Workforce DS-71000WN. Das recht bullige Gerät mit einem Listenpreis von rund 4.000 Euro kommt in einem frischen Design und mit einer modernen Bedienblende daher. Neu sind der autarke Scan und erstmalig in der Klasse bei Epson die Unterstützung der "Open Platform". Über diese lassen sich Anwendungen von Drittanbietern direkt vom Display steuern.

Der ADF bietet Platz für 150 Originale und kann diese in der Taktrate von 70 ppm (oder 140 ipm) automatisch abarbeiten. Im Stapel können Formate zwischen A6 und A3 automatisch verarbeitet werden.

Für empfindliche Dokumente steht weiterhin ein A3-Flachbett zur Verfügung, welches eben mit einem CIS-Sensor arbeitet und keine Schärfentiefe mehr bietet. Die recht große Auflagefläche ermöglicht es aber bei Bedarf auch, Bücher etwas stärker an das Glas zu drücken.

In Japan ist der Neuling schon seit dem vergangenen Monat erhältlich. Auf Youtube hat der Hersteller ein Demonstrationsvideo vom Einzug online gestellt.

Epson Workforce DS-71000WN: Geschwindigkeitsdemonstration beim ADF-Modell. Japanische Version.

Eine etwas im Einlesetempo reduzierte Version als Nachfolger für den DS-60000N wird es (zumindest in Westeuropa) nicht mehr geben. Für andere Regionen ist der DS-61000WN aber durchaus vorgesehen.

Dafür gibt es mit dem Workforce DS-51000WN aber auch einen Nachfolger für den DS-50000, der bereits vor Monaten vom Markt verschwunden ist. Das nun ebenfalls netzwerkfähige und autarke Modell kommt vollständig ohne ADF aus und ist entsprechend "nur" mit einem Flachbett ausgestattet.

Das Modell eignet sich für Behörden, die mit empfindlichen Dokumenten umgehen müssen, oder beispielsweise auch für Architekturbüros.

Druckerchannel wird beide Modelle demnächst auch ausführlicher vorstellen.

Dieser Artikel wurde ohne generative KI erstellt.
05.06.26 15:27 (letzte Änderung)
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