IPP-Klassentreiber, Mopria, WPP: Windows markiert IPP-Druckertreiber in der Geräteübersicht
Druckertreiber unter Windows befinden sich derzeit in einer Metamorphose. Weg vom speziell angepassten Originaltreiber des Herstellers, hin zu einem einheitlichen Klassentreiber, der auf dem IPP-Protokoll nach dem Mopria-Standard basiert.
Der Übergang dürfte mehr oder weniger fließend sein. Mit großartigen Einschränkungen muss nicht gerechnet werden. Allenfalls mit einer veränderten Optik bei den Einstellungen der Druckerfunktionen.
Aus Nutzersicht merkt man von der Umstellung derzeit kaum etwas. Zumindest bis einschließlich Juni 2026 installiert Windows 11 (Version 24H2 oder neuer) oder Windows Server 2025 standardmäßig noch den bei Windows Update vom Druckerhersteller hinterlegten Treiber.
Erst ab Juli soll sich dies, nach der Ankündigung von Microsoft, umdrehen. Erkennt Windows dann einen neuen lokal oder per Netzwerk angeschlossenen Drucker, wird zunächst geprüft, ob das Gerät den Mopria-Standard versteht. Bei Erfolg wird dann der Klassentreiber verwendet.
Die Bedienoberfläche können die Hersteller weiterhin nach eigenen Bedürfnissen in Form einer "Druckunterstützungsanwendung" ("Print Support App", PSA) frei programmieren und mit dem Treiber automatisch installieren lassen - das macht Windows vollautomatisch.
Geschützter Windows-Druckmodus (WPP)
Nicht selten wird auch "WPP" ("Windows Protected Printing") oder zu Deutsch der geschützte Windows-Druckmodus in einem Atemzug, quasi als Synonym, zum neuen Druckertreibermodell erwähnt. Korrekt ist das allerdings nicht.
WPP wurde im Oktober 2024 unter Windows 11 (mit der Version 24H2) und Windows Server 2025 eingeführt und erlaubte bereits zu diesem Zeitpunkt die vollständige Migration auf den IPP/Mopria-Klassentreiber. Eigene Treiber (dazu zählen leider auch die meisten Fax- und PDF-Treiber) sind dann per se ausgeschlossen.
Gut zu wissen ist, dass sich (solange man WPP nicht aktiviert oder durch seine Organisation aktiviert bekommen hat) auch zukünftig angepasste Treiber installieren lassen. Zumindest die Setup-Routinen von einigen HP- und auch Brother-Druckern installieren schon jetzt automatisch den IPP-Klassentreiber.
Mopria-Treiber identifizieren
Seit einigen Wochen bietet Windows 11 (oder Server 2025) eine einfache Möglichkeit an, den eigenen Stand zu prüfen. In der Systemeinstellung unter "Drucker und Scanner" kann man auf einen Blick erkennen, bei welchem Treiber es sich bereits um den Klassentreiber handelt. Diese sind mit einem kleinen Schutzschild und einem grün hinterlegten Haken markiert.
Installiert werden diese derzeit entweder von der Installationsroutine der Hersteller oder durch den Fakt, dass Windows Update für ganz neue Druckermodelle keine angepassten Treiber mehr vorhält - dann wird automatisch auf IPP zurückgegriffen.
Sowohl in der Übersicht als auch auf der Geräte-Detailseite wird das Symbol dann direkt neben dem Druckernamen dargestellt.
Wie man im unteren Beispiel sieht, gilt das für den installierten Brother-Drucker, den HP-Smart-Universaldruckertreiber und auch für eine Installation vom Epson Ecotank ET-5850.
In der Statuszeile (unter dem Modellnamen in Grau) wird vermerkt, wenn eine Druckunterstützungsanwendung (PSA) vorhanden ist und installiert wurde.
Für den Epson ist dies noch nicht der Fall, da der japanische Hersteller auch Mitte Juni 2026 noch vollständig auf eigene Treiber setzt. Einen Termin für die Umstellung konnte man uns bis jetzt noch nicht mitteilen. Automatisch ab Juli 2026 neu installierte Treiber für Epson-Tintendrucker werden dann zwar weiterhin laufen, funktionell aber karg aussehen. Das gilt so derzeit übrigens auch für Canon-Tintendrucker, während für Laserdrucker bereits der Canon Print Assistant zur Verfügung steht.
Der WPP-Modus lässt sich weiter unten im Abschnitt "Drucker-Voreinstellungen" einrichten. Für Privatanwender ist diese selbst auferlegte Einschränkung wohl eher nicht nötig. Im Firmenumfeld kann dies Sinn ergeben, um externe Anwendungen (also Druckertreiber) auszuschließen und damit tatsächlich die Sicherheit zu erhöhen.




