HP Bilanz FQ2/2026: Hochprofitable Druckersparte mit Fokus auf teurere Geräte
Der US-amerikanische PC- und Druckerhersteller "HP Inc." hat Zahlen für das Ende April abgelaufene zweite Quartal des Finanzjahres 2026 bekannt gegeben. Betrachtet wurden dabei die Monate Februar bis einschließlich April 2026. Das Geschäftsjahr beginnt bei HP traditionell bereits im November des Vorjahres.
Das Unternehmen besteht zur Einordnung aus zwei Sparten. Zum einen ist dies "Personal Systems", in dem sämtliche Computer, Notebooks und deren Zubehör einsortiert sind. Dieser Bereich macht zusammen einen Jahresumsatz von rund 38,5 Mrd. US-Dollar (rund 35,7 Mrd. Euro).
Für den Druckerchannel interessanter ist jedoch die bekannte "Printing"-Sparte, in der das Druckergeschäft des Weltmarktführers zusammengefasst ist. Mit einem Jahresumsatz von zuletzt rund 16,7 Mrd. US-Dollar (rund 15,5 Mrd. Euro) macht diese mittlerweile nur noch rund 30 Prozent vom Umsatz aus. Die Tendenz ist dazu noch sinkend, was allerdings auch an einer überdurchschnittlich stark wachsenden PC-Sparte liegt.
"Printing" - nur leichte Umsätzrückgänge
Schaut man allein auf die Druckersparte, so fällt auf, dass HP die Umsätze immerhin halten konnte. Die erwirtschafteten rund 4,2 Mrd. US-Dollar (rund 3,8 Mrd. Euro) entsprechen ziemlich genau dem, was im Vorjahreszeitraum abgesetzt werden konnte. Die Zahlen sind jedoch etwas durch einen vergleichsweise schwachen Dollar geschönt. In lokalen Währungen gerechnet, gingen die Umsätze im Schnitt um zwei Prozent zurück.
Verblüffend ist weiterhin die Aufteilung der Umsätze nach ihrer Herkunft. Demnach macht das bei vielen Kunden bekannte Geschäft mit Tintendruckern und einfachsten Laserdruckern lediglich sechs Prozent des Spartenumsatzes aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar ein Rückgang um zehn Prozent. Besser sieht es mit Druckern aus, die für geschäftliche Kunden ausgelegt sind. Dazu zählen die meisten Laserdrucker, Großformatdrucker, Druckmaschinen und weitere Spezialdrucker, wie 3D-Drucker. Alle zusammen sorgen für einen Umsatzanteil von rund 28 Prozent.
Einen Großteil der Einnahmen macht HP jedoch mit Verbrauchsmaterialien. Diese sind mittlerweile für üppige 66 Prozent der Druckerumsätze verantwortlich, was gleichzeitig auch die strenge Handhabe gegen Drittanbietermaterialien erklärt. Immerhin hat aber auch HP erkannt, dass man die Zügel nicht zu sehr anziehen darf. So wurde die fast unumgängliche Pflicht zur Verwendung von originalen Materialien im Rahmen von "HP+" für kommende Geräte wieder zurückgenommen.
In diesen Zahlen sind auch Einnahmen durch Abo-Modelle enthalten, wie das bei Privatkunden ziemlich populäre "Instant Ink".
Nicht zuletzt das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien dürfte bei HP für die extrem hohe Gewinnmarge von 18,3 Prozent (bezogen auf die Druckersparte) sorgen. Im Vergleich dazu liegt die Marge aus dem PC-Geschäft bei eher mageren 5,2 Prozent, was auch in absoluten Zahlen deutlich weniger ist als bei den Druckern.
Was lief gut, was weniger?
Der hart umkämpfte und insgesamt stetig rückläufige Gesamtmarkt setzt auch HP massiv zu. Im Vergleich zum Vorjahresquartal wurden rund sieben Prozent weniger Drucker abgesetzt - das dürfte weit über dem Marktschnitt sein. Dass es bei den Umsätzen besser aussieht, liegt in erster Linie an einem stabilen Markt mit geschäftlich genutzten Geräten und dem Schwenk zu hochpreisigen Druckern.
Im Fokus stehen dabei Tintentankdrucker, bei denen auch HP den Marktanteil deutlich erhöhen konnte. Positiv haben sich auch die Umsätze mit Abomodellen entwickelt. Zwar gibt HP seit einigen Jahren keine Auskunft über die Anzahl der Abonnenten, jedoch hat man das Angebot mittlerweile deutlich ausgeweitet. Das bereits in den USA verfügbare Abo-"All In" beinhaltet neben der Tintenlieferung gleichzeitig auch einen gestellten Drucker - das sorgt für stetige Einnahmen.
In Deutschland ist HP damit jedoch noch nicht vertreten. Zurzeit bietet lediglich Epson ein ähnliches Konzept unter dem Namen "ReadyPrint MAX" an. Ebenso bietet Brother mit dem um einen aufbereiteten Drucker erweiterten "EcoPro"-Tintenabo ein ähnliches Konzept an, wenn auch vermutlich mit noch mäßigerem Erfolg.



