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3. Mai 2013 Know-How | Drucken

Kaufberatung Großformatdruck/LFP: Drucke im XXL-Format

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Darf es etwas mehr sein? Für viele Anwendungen im Druckbereich hätte man gern etwas mehr Platz als nur A4- oder A3. Hier kommen Large-Format-Drucker ins Spiel, mit denen man Bauzeichnungen, große Poster und Fotos drucken kann.

Mit Großformatdruckern kann man hochwertige Fotos-, Proofs und Fine-Art-Drucke ausgeben. Aber auch Plakate, Grafiken und Poster sind möglich, bei denen es häufig um einen Kompromiss aus Qualität und Geschwindigkeit geht, bis hin zum schnellen und exakten Druck für den CAD-, GIS- und Architekturbereich.

Formate und Drucktechnologien

Als Großformatdrucker (Large-Format-Printer, LFP) gelten Systeme mit Druckformaten ab A0. Allerdings bezeichnen manche auch Drucker ab A2 bereits als LFP. Die bislang größten Large Format Printsysteme besitzen Druckbreiten von etwa fünf Metern.

Beim überwiegenden Teil der großformatigen Drucker handelt es sich um Inkjet-Systeme, die häufig mit den vielseitig verwendbaren Piezo-Druckköpfen ausgestattet sind, die so gut wie alle Arten von Tinten verarbeiten können. Da sich für viele Anwendungen aber auch wasserbasierte Tinten nutzen lassen, eignen sich auch Bubblejet- beziehungsweise Thermal-Inkjet-Druckköpfe für den Großformatdruck. Die verschiedenen Tinten-Technologien erklärt Druckerchannel in diesem Artikel: Know-How: Tintentechnologien.

Darüber hinaus sind auch großformatige LED-Farb- und Schwarzweiß-Systeme von Herstellern wie KIP oder Océ erhältlich, die Formate bis A0 beziehungsweise 914 Millimeter Breite ausgeben und in der Regel schneller arbeiten als Tintendrucker.

Dies gilt allerdings nicht für eine neue Inkjet-Technologie namens Memjet, die auch bei Large-Format-Printern zum Einsatz kommt. Allerdings ist der Großformatdrucker mit Memjet-Technologie, der Excelagraphix 4200 von Xanté, der auf der letzten Drupa aufgrund seiner hohen Druckgeschwindigkeiten von bis zu 305 Millimetern pro Sekunde viel Aufsehen erregte, noch nicht erhältlich.

Angesteuert werden Großformatdrucker meist über entsprechende RIPs, die zum Beispiel von Colorgate, EFI, GMG, Caldera oder Onyx stammen und über viele unterschiedliche Funktionen verfügen. Sie übernehmen unter anderem auch den Workflow und das Farbmanagement. Die passenden RIPs für die verschiedenen Anwendungsbereiche sind in der Regel über den Hersteller des Drucksystems erhältlich.

Farben und Anwendungsbereiche

Für den Großformatdruck kommen unterschiedliche Tintenarten zum Einsatz, bei denen teilweise auch gesundheitsschädliche Ausdünstungen anfallen und die daher auch nur verarbeitet werden dürfen, wenn spezielle Ablufteinrichtungen vorhanden sind. Geruchsneutral und recht einfach in der Verarbeitung sind dagegen wasserbasierte Farbstoff- und Pigmenttinten, Gel-Tinten und auch Latex-Tinten sowie bestimmte Arten von Eco-Solvent-Tinten.

Wasserbasierte Farbstofftinten beziehungsweise Dye-Tinten sowie wasserbasierte Pigmenttinten bieten auf speziellen Inkjetpapieren eine gute Druckqualität. Einen großen Farbraum erreichen beide Tintenarten, bei den Pigmenttinten werden dazu aber meist mehr als vier Farben (bis zu zwölf) benötigt.

Die Haltbarkeit der Drucke ist unterschiedlich. Dye-Tinten sind nicht besonders UV- und nicht wasserbeständig, eignen sich also relativ schlecht für Großformatdrucke, die man länger aufbewahren möchte. Wasserbasierte Pigmenttinten bieten eine akzeptable Wasser- und UV-Beständigkeit, sind aber, zumindest unlaminiert*1, kaum für den Einsatz im Außenbereich geeignet.

Ebenfalls eher nicht zumindest für längerfristige Außenanwendungen geeignet sind Gel-Farben, die in ihrer Zusammensetzung herkömmlichen wasserbasierten Farb- und Pigmenttinten ähneln. Im Innenbereich besitzen sie aber ebenfalls eine akzeptable Wasser- und UV-Beständigkeit. Geldrucker arbeiten mit nur vier Farben und erreichen daher keinen großen Farbraum. Drucke mit Gel-Tinten trocknen schnell und es sind hohe Ausgabegeschwindigkeiten möglich. Außerdem ist aufgrund der Eigenschaften des Flüssig-Gels kein spezielles Papier erforderlich. Auch Drucke mit Toner besitzen eine relativ lange Haltbarkeit, sind üblicherweise aber nicht für den Außenbereich gedacht. Großformatige Tonerdrucker arbeiten ebenfalls mit nur vier Farben, was den Farbraum einschränkt. Ihr Vorteil liegt vor allem in der geradezu rasanten Ausgabegeschwindigkeit.

Latex-Tinten eignen sich dagegen für Anwendungen im Innen- und Außenbereich. Die von HP entwickelte Technologie nutzt eine spezielle Art von wasserbasierten Tinten, die sich trotz eines geringen Lösungsmittelanteils nach Herstelleraussage problemlos auch in Räumlichkeiten ohne Abluftanlagen verarbeiten lässt und unlaminiert bis zu drei Jahre im Außenbereich haltbar sein soll. Latex-Tinten müssen allerdings bei relativ hohen Temperaturen gehärtet werden – es sollten also nur Medien verwendet werden, die für dieses Druckverfahren zugelassen sind. Hinsichtlich der Ausgabequalität stehen Latextinten den wasserbasierten Tinten kaum nach.

Auch Eco-Solvent-Tinten sind für Innen- und auch längerfristige Außenanwendungen verwendbar. Allerdings ist diese Art von Tinten mit Vorsicht zu genießen, wenn man in Räumlichkeiten ohne Abluftanlagen drucken möchte, denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Eco-Lösungsmitteltinten. Man sollte auf jeden Fall darauf achten, dass Eco-Solvent-Tinten geruchsfrei sind, wie etwa laut Epson die Ultrachrome GSX-Tinte. Diese Art von Tinten sind übrigens auch in Farben wie Weiß und Metallic-Tönen erhältlich und erreichen eine gute Ausgabequalität.

Fotos, Kunst und Proofs im Großformat ausgeben

Qualitativ hochwertige Ausdrucke, die oftmals hohen Ansprüchen genügen müssen, sind etwa Foto- und Kunstdrucke oder auch Proofs. Um derartige Anwendungen produzieren zu können, arbeiten entsprechende Großformatsysteme mit hohen Druckauflösungen, möglichst kleinen beziehungsweise variablen Tropfengrößen und einer großen Anzahl von Farben. Daher kommen in diesem Bereich meist Large-Format-Printer zum Einsatz, die wasserbasierte Pigmenttinten nutzen. Mit diesen Systemen werden in der Regel Drucke für den Innenbereich produziert.

Dabei stellen beispielsweise zusätzliche Tinten in verschiedenen Schwarz-Schattierungen auch bei der Ausgabe von Schwarzweiß-Bildern eine hohe Qualität sicher und hohe Auflösungen sorgen für weiche Farbübergänge und eine reduzierte Körnung. Hinsichtlich der Ausgabegeschwindigkeit sind diese Geräte nicht besonders schnell, denn je höher die Druckqualität, desto geringer das Ausgabetempo.

Aktuelle Großformatdrucker für die Foto-, Kunst- und Proofausgabe sind zum Beispiel die Epson Stylus Pro Drucksysteme 4900, 7900 und 9900. Sie besitzen Druckbreiten von 43,2 cm (SP 4900), 61 cm (SP 7900) sowie 111,8 cm (SP 990). Die minimale Tröpfchengröße beträgt 3,5 Picoliter. Dabei arbeiten sie mit zehn Farbkanälen (CMYK, Light Black, Light Light Black, Photo Black, Matte Black, Light Cyan, Vivid Light Magenta, Orange und Green). Bei Bedarf sorgt ein optionales Spectroproofer-Farbmessgerät für eine genaue und reproduzierbare Farbwiedergabe, wie sie zum Beispiel für die Proof-Ausgabe nötig ist.

Entsprechende Großformatysteme von Canon für Hochqualitätsdrucke sind zum Beispiel der Imageprograph 6300 mit einer Druckbreite von 60,1 cm sowie der Imageprograph 8400, der eine Druckbreite von 111,8 cm bietet. Beide Geräte arbeiten mit einer Tropfengröße bei vier Picoliter. Beide Imageprograph-Modelle drucken mit zwölf Farben (CMYK, Matte Black, Light Cyan, Light Magenta, Grey, Hellgrau, Rot, Grün, Blau).

HP empfiehlt für qualitativ hochwertige Drucke zum Beispiel seine Designjet Z2100-Modelle mit Druckbreiten von 61 und 111,8 cm. Sie arbeiten mit acht Farben (CMY, Matte Black, Foto Black, Light Cyan, Light Magenta, Hellgrau) und sind mit einem integrierten Spektrophotometer zur Farbkalibrierung ausgestattet.

Plakat-, Poster- und Grafikdruck

Beim Druck von Grafiken geht es, wie bereits erwähnt, häufig auch um einen Kompromiss aus Druckqualität und Geschwindigkeit. In diesem Bereich braucht man vor allem ein flexibel einsetzbares System, das sowohl in der Lage ist, mit guter Qualität als auch produktiv zu drucken. Zwar werden bei der Ausgabe von Plakaten, Postern und Grafiken anderer Art die Qualitätsmaßstäbe meist nicht ganz so hoch angesetzt wie beim Kunstdruck – aber es sollten sich zum Beispiel auch Fotos in ansehnlicher Qualität ausgeben lassen.

So kommen für diese Anwendungen häufig Drucksysteme zum Einsatz, die meist mit bis zu acht verschiedenen Farben arbeiten. Die Auflösungen sind auch bei diesen Drucksystemen meist hoch – es wird aber häufig nicht mit der maximal möglichen Auflösung gedruckt, so dass die Printer üblicherweise mit höheren Ausgabegeschwindigkeiten arbeiten als die High-End-Systeme.

In diesem Bereich kommen verschiedene Arten von Tinten zum Einsatz. Möchte man in Räumlichkeiten ohne spezielle Entlüftungsanlagen drucken, so eigenen sich auch hier am ehesten wasserbasierte Tinten – auch Latex-Tinten sowie bestimmte Arten von Eco-Solvent-Tinten sollen sich ohne Abluftanlagen verarbeiten lassen können. Letztere Tintenarten sind vor allem dann gefragt, wenn Prints für den Außenbereich ausgegeben werden sollen, denn sie widerstehen Umwelteinflüssen mehrere Jahre lang.

Die Auswahl an Großformatdrucksystemen für den Plakat-, Poster- und Grafikdruck ist groß, auch weil in diesem Bereich ganz unterschiedliche Arten von Tinten zum Einsatz kommen können.

Ein Beispiel für einen Latex-Printer ist etwa der HP Designjet 26500. Das System bietet eine maximale Druckbreite von 155 Zentimetern und Ausgabegeschwindigkeiten von bis zu 22,8 Quadratmetern in der Stunde. Es arbeitet mit sechs Farben (CMYK, Light Cyan, Light Magenta).

Mit wasserbasierter Pigmenttinte arbeitet der Canon iPF 8300S, ein Großformatdrucker mit einer Druckbreite von 111,8 cm, der eine sehr hohe Druckgeschwindigkeit bis zu 63,5 Quadratmetern in der Stunde bieten soll. Dieses System arbeitet mit acht Farben (CMYK, Matte Black, Light Cyan, Light Magenta, Grey).

Beim Surecolor SC-S70600 von Epson handelt es sich um einen Eco-Solvent-Printer, der für ein breites Spektrum von Anwendungen eingesetzt werden kann – etwa auch für das Bedrucken von Textilien, Fahrzeugfolien, Tapeten und Aufklebern. Der Large Format Printer verfügt über eine Druckbreite von 162,6 cm und ist bis zu 27 Quadratmetern in der Stunde schnell. Er hat wahlweise acht oder zehn Farben (CMYK, Light Black, Light Cyan, Light Magenta, Orange, (White, Metallic Silver)).

LFP-Systeme für CAD und GIS

Andere Qualitätsanforderungen als bei der Ausgabe von Kunst und Grafiken sind beim Druck von Zeichnungen, Plänen und Landkarten gefragt, wie man sie in Bereichen wie CAD, Architektur und GIS (Geoinformationssysteme) benötigt. Hier geht es nicht vorrangig um den Druck von Bildern sondern hauptsächlich darum, eine möglichst exakte Linienführung bei Zeichnungen und Illustrationen zu erreichen. Daher ist die Farbanzahl bei Großformatsystemen in diesem Segment eher klein – meist wird mit vier Farben gedruckt. Wichtig ist dagegen eine hohe Auflösung, um auch feine Linien exakt darstellen zu können. Auch eine hohe Geschwindigkeit ist bei Anwendungen dieser Art oft erwünscht.

Die entsprechenden Großformatdrucker werden neuerdings häufig auch gleich als Multifunktionsgeräte mit integriertem Großformatscanner angeboten, der sich zum Beispiel dazu eignet, ältere Zeichnungen zu digitalisieren.

Auch beim CAD- und GIS-Druck kommen verschiedene Tintenarten zum Einsatz. Neben Dye- und Pigmenttinten kann man seit kurzer Zeit auch auf Gel-Tinten zurückgreifen, die sich schnell verdrucken lassen. Eine weitere Möglichkeit, in diesem Segment mit hoher Geschwindigkeit zu produzieren, sind großformatige LED-Drucker.

Angesichts der verschiedenen Drucktechnologien, die bei Großformatdruckern für den CAD- und GIS-Bereich zum Einsatz kommen können, ist auch hier die Auswahl groß.

Von Ricoh kommt zum Beispiel mit dem MP CW2200SP ein neuer Large-Format-Drucker, der mit Gel-Farben arbeitet. Das A0-System druckt mit vier Farben (CMYK). Die Ausgabegeschwindigkeit liegt bei von 3,2 A1-Seiten pro Minute beim Mono- und 1,1 A1-Seiten pro Minute beim Farbdruck. Mit dem integrierten Vollfarbscanner lassen sich ältere oder von Hand gezeichnete Dokumente scannen und archivieren - siehe auch unsere Ricoh-News.

Ein Farbdrucker mit LED-Technik ist der KIP C7800. Der A0-Drucker nutzt vier Farben (CMYK). Das große Plus bei der LED-Technik ist die hohe Ausgabegeschwindigkeit – der KIP-Printer produziert bis zu 390 Quadratmetern in der Stunde in Schwarzweiß und 325 Quadratmetern pro Stunde in Farbe.

Ebenfalls schnell ist der Plot Wave 350 von Océ beziehungsweise Canon, ein LED-Monochrom-Großformatdrucker, der bis zu 3 Seiten pro Minute im Format A0 ausgibt. Auch der Plot Wave ist mit einem integrierten Scanner ausgestattet.

Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von großformatigen Drucksystemen für den CAD- und GIS-Bereich, die mit wasserbasierten Tinten arbeiten – etwa der Epson Surecolor SC T3000 (wasserbasierte Pigmenttinte) oder der HP Designjet T2300 (Dye-Tinte) der auch mit einem integrierten Scanner ausgestattet ist. Bei beiden Systemen handelt es sich um schnelle A0-Drucker, die mit fünf (Epson) beziehungsweise sechs (HP) Farben arbeiten.

*1
Laminierung: eine transparente Beschichtung des bedruckten Materials zum Beispiel durch eine Lackierung oder durch Kaschieren mit einer Schutzfolie.
30.04.13 09:25 (letzte Änderung)

13 Wertungen

 
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