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Lesertest EPSON AcuLaser C900: Epson C900: scharf und günstig

von Martin Söns

Dies ist ein kleiner Test des Epson C900 Farblasers. Ich habe den Drucker Anfang Juli in der Grundausstattung für 389,- EUR erstanden und verwende ihn seitdem (nach einem Upgrade auf 144MB) zusammen mit zwei anderen Personen an mehreren Windows-Rechnern zum Drucken von Texten, Fotos und Flyern. Meine letzten Drucker waren ein HP Laserjet 4 und ein Canon S520.

Lieferumfang

Der Drucker kommt in einem ziemlich großen Karton (67x63x56cm³) und wiegt ohne Verpackung 29kg. Mitgeliefert werden:

  • 4 Toner (1500 Seiten bei 5%), bereits eingebaut
  • 2 Tonerauffangbehälter
  • 2 Treiber-CDs
  • 2 Stromkabel (deutscher Schuko und UK-Stecker)
  • 200 Blatt Standard-Papierfach
  • Quickstart-Anleitung
  • - leider kein gedrucktes Handbuch (nur PDF)
  • - kein Datenkabel

Installation

Die zahlreichen Transportsicherungen lassen sich anhand der guten Quickstart-Anleitung einfach entfernen. Den Einbau der Halterung des Papierfachs fand ich aber etwas knifflig. Der C900 kann am Parallelport und an einem USB1.1-Anschluss angeschlossen werden; ich verwende USB. Die Treiberinstallation verlief problemlos und auch das Einrichten als Netzwerkdrucker an einem anderen Windows-PC klappt ohne Probleme. Treiber für MAC OS 8.51 bis 10.2 liegen bei, Linux-Treiber gibt es nicht von Epson, wohl aber unter http://www.epkowa.co.jp/english/linux_e/DL1_laser_e.html (frühe Version, nicht getestet). Bei Epson (http://www.epson.de/support/download/index_drivers.htm) kann man neben dem Farb-Treiber auch einen Schwarz/Weiß-Treiber herunterladen, so dass man nicht in die Einstellungen verzweigen muss, um zwischen Farbe und SW auszuwählen. Die Anordnung von Papiereinzug und Anschlüssen (beide links) finde ich ok. Allerdings braucht der Drucker zum Befüllen links neben dem Papierfach nochmal etwas Platz. Insgesamt sollte man eine Stellfläche von 60cm in der Tiefe und 60cm (zum (seltenen) Papierstau entfernen 80cm!) in der Breite bereithalten. Die Aufstellung mit dem Papierfach nach vorne empfiehlt sich nicht, da dann die Kabel stören und die Papierstaubeseitigung sehr mühsam wird.


Handhabung und Betrieb

Der Drucker hat _keinen_ Einzelblatteinzug, sondern standardmäßig nur das eine (staubgeschützte, waagerechte) Papierfach, das links unten 10cm aus dem Drucker herausragt. Eine weitere 500-Blatt-Kassette ist aber erhältlich. Der Druck auf 80g-Normalpapier, edles 160g-Papier und Briefumschläge klappt gut, nur der Wechsel des Mediums in dem einzigen Papierfach ist lästig, weil es keine herausnehmbare Kassette ist, sondern ein fach, das man seitlich aufklappen kann und dass oben einen Plastikdeckel hat. Am Gerät gibt es nur einen Kippschalter um ihn ein- und auszuschalten und 2 LEDs für Power und Status. Der Drucker wechselt bei Nichtbenutzung nach 5 Minuten vom zu lauten Betriebsmodus (54dB, 386W) in den Bereitschaftsmodus (39dB, 86W) und dann nach 30 Minuten in den Sparmodus (0dB, 7W). Nach dem Einschalten braucht der C900 ca. 100 Sekunden Aufwärmzeit und macht dabei allerlei Klappergeräusche. Für einen schnellen Gelegenheitsausdruck eignet er sich daher eher nicht, weil das gefühlt eine recht lange Zeit ist. Ich hatte bisher einen Papierstau beim allerersten Blatt, der sich gut beseitigen ließ. Fast der gesamte Papierweg ist zugänglich und anhand von Piktogrammen auf dem Drucker erläutert. Der Austausch der Verbrauchsmaterialien klappt mit ein paar einfachen Handgriffen. Ungewohnt ist allerdings, dass man den Toner nur austauschen kann, wenn der Drucker in Betrieb ist, weil er den Toner in die richtige Position vor das Loch drehen muss.


Druckqualität

Die Bilder wurden auf billigem 80g/qm Kopierpapier gemacht. Hochwertigeres Papier hat zwar eine schönere Anmutung aber die Druckqualität steigt kaum an. Mit anderen Worten, einfaches Papier reicht für die meisten Gelegenheiten bereits völlig aus. Fotos werden scharf, kräftig, mit guter Feinzeichnung und realistischen Hauttönen wiedergegeben. Prinbzipbedingt bleibt (wie bei jedem Laserdrucker) ein mit scharfem Auge wahrnehmbares gleichmäßiges Raster. Einen Foto-Tintenstrahler schlägt der C900 also nicht. Aber er kommt sehr nahe ran; für mich nahe genug, vor allem bei dem geringen Seitenpreis. Grafiken (siehe unten) werden fein gezeichnet und die verschiedenen Sättigungsstufen sind sehr gleichmäßig. Buchstaben sind ordentlich schwarz und gestochen scharf ohne Ausfransungen oder Satellitenpunkte. Die Linienmuster lassen erahnen, dass die angegebene Auflösung von physikalischen 600dpi doch nicht ganz erreicht werden. In der Praxis habe ich jedoch nie Schärfe vermisst.


Geschwindigkeit

Im Gegensatz zum OKI C5100 bspw. hat der C900 nur _eine_ Transfereinheit und die Farben werden einzeln nacheinander gedruckt, nachdem die entsprechende Tonereinheit sich zur Transfereinheit bewegt hat (daher die Klappergeräusche). Jedes Blatt wird also quasi vier mal bedruckt hintereinander, mit jeder Farbe einzeln an einer Belichtungseinheit, während der OKI oder andere Drucker mehrere Preisklassen höher alle vier Farben gleichzeitig drucken. Da der C900 ein sog. "GDI-Drucker" ist, übernimmt der Treiber das Rastern der Bilddaten und die Geschwindigkeit des Drucks hängt auch vom Rechner ab, der den Druckauftrag gibt. Bei den heutigen Prozessoren spielt das aber zunehmend weniger eine Rolle. Was sagt die Stoppuhr? Bei einem einfachen SW-Brief schafft er ca.13 Seiten pro Minute. Das 300dpi DIN A4-Foto war 57 Sekunden nach dem Klick auf "OK" im Ausgabefach (im Bereitschaftsmodus; davon 7 Sek. bis es in den Spooler übertragen wurde). Die Grafikseite (EPS mit 600dpi gerastert = 90 MB) benötigte aus dem Sparmodus 50 Sek. zur Übergabe in den Spooler, dann 105 Sek. zum Aufwärmen und 23 Sek. zum Drucken., insgesamt also 178 Sekunden. Bei mehreren Kopien also etwa 3 Seiten pro Minute. Im Vergleich also bedeutend schneller als Tintenstrahler und eine sehr ordentliche Geschwindigkeit für zu Hause und kleinere Büros.


Treiber

Ich beziehe mich auf die zur Zeit aktuelle Version 1.0h, die stabil und problemlos läuft. Der Treiber bietet außerordentlich viele Einstellmöglichkeiten an. Die "Allgemeinen Einstellungen" umfassen Papierformat, Kopien, Sortierung und Qualitätseinstellungen. Dabei kann man "Automatisch" oder "Manuell" wählen. Bei "Manuell" kann man eines der vordefinierten Druckprofile verwenden oder in den "Weiteren Einstellungen" eigene Profile definieren. Neben dem Standard-Farbraum sRGB und der Anpassung an das ICM-Profil kann man die Farben manuell per Schieberegler anpassen oder aus diversen Foto-Optimierungen und -Effekten wählen, die mir jedoch alle etwas stark eingreifen und nur für die schnelle Verbesserung unbearbeiteter Urlaubsfotos o. Ä. taugen. Weiterhin bietet der Treiber die Möglichkeit mehrere Seiten auf ein Blatt zu drucken, ein Wasserzeichen hinzuzufügen und diverse Einstellungen am Drucker (Offset, Fehlerbehandlung, Überwachungsoptionen). Der Druckerstatus (siehe unten) gibt den Zustand des Druckers als Text und den Füllstand der Verbrauchsmaterialien sehr übersichtlich mit Symbolen wieder. Beim Druck im Windows-Netzwerk erscheint oft die Fehlermeldung, dass die Kommunikation mit dem Drucker fehlgeschlagen sei. Der Druck klappt aber trotzdem einwandfrei, so dass das mehr ein kosmetischer Fehler ist.


Kosten

Der Drucker selbst kostet zur Zeit (Nov 04) etwa 350,-€, ein ziemlich günstiger Preis. Epson will hier augenscheinlich hauptsächlich über das Zubehör verdienen. Das spartanisch ausgestattete Grundgerät, das ich hier beschreibe, bietet vielfältige (für meinen Geschmack sehr teure) Aufrüstmöglichkeiten. Ich gebe hier mal mangels UVP die Preise eines großen Versandhändlers meines Vertrauens an:

  • 379,- € 500 Blatt Papierkassette
  • 369,- € Duplex-Einheit
  • 277,- € Netzwerkkarte
  • 369,- € 3 Jahre Garantie
  • 117,- € 128MB RAM Epson
  • 50,- € 128MB RAM Dritthersteller
  • - Postscript ist leider nicht nachrüstbar

Den Füllstand der Verbrauchsmaterialien sieht man jederzeit gut im Statusmonitor. Die Verbrauchsmaterialien sind technisch kompatibel zu denen des Minolta Magicolor 2300 bis auf die (abschraubbaren) bunten Plastikteile. Hier sind die Preise für die original Epson-Materialien (Seitenangaben für 5% Deckung).

  • 50,- € Schwarz-Toner 4500 Seiten
  • 137,- € CMY-Toner 4500 Seiten
  • 84,- € CMY-Toner 1500 Seiten
  • 91,- € Fotoleitertrommel 45000 SW-Seiten oder 11250 Farbseiten
  • 265,- € Transfereinheit 210000 SW-Seiten oder 52500 Farbseiten

Fazit

Eine günstige Alternative zum Tintenstrahler für kleine und mittlere Auflagen.

  • + sehr gute Druckqualität
  • + hohe Geschwindigkeit
  • + niedrige Kosten für Gerät und Toner
  • - laut
  • - Aufwärmzeit
  • - Zubehör sehr teuer
  • - kein Postscript
  • - kein gedrucktes Handbuch
01.12.04 15:45 (letzte Änderung)
Technische Daten

85 Wertungen

 
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