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(aktual. am 1. Februar 2021)

Brother EcoPro: Druckerabo für Tinte und Laser startet in England

von Ronny Budzinske

Bereits Anfang 2021 wurde ein "Drucker-Abo" von Brother für den englischen Markt eingeführt. Im Gegensatz zu "Instant Ink" (HP) oder "Readyprint" (Epson) sind die Folgekosten jedoch weniger kalkulierbar. Die Drucker werden für die Laufzeit zur Verfügung gestellt und können dann behalten oder recycelt werden.

Drucker-Abos mit festen Seitenpreisen sind für Geschäftskunden seit langem im Angebot aller großen Hersteller. Das nennt sich dann "MPS" (Managed Print Services). Für Privatanwender ist das wegen zu geringem Druckaufkommens in der Regeln nicht geeignet.


Für kleinere Druckaufkommen gibt es aber Tinten-Abos, wie "Instant Ink" von HP oder "ReadyPrint Flex" bzw. "ReadyPrint Ecotank" von Epson. Dabei bezahlt man einen monatlichen Beitrag für feste Seitenkontingente. Druckt man mehr, gibt es eine Zusatzgebühr, druckt man weniger, kann man im Folgemonat mehr erledigen. Auch bei Laserdruckern wird sich was tun: HP plant noch für dieses Frühjahr das neue Modell "HP+" mit einem S/W-Drucker. Canon hat für Privatkunden derzeit keine Abos im Angebot.


Brother "EcoPro"

Nun betritt auch der viertgrößte Druckerhersteller Brother die Abo-Bühne für Privatkunden. Vorerst jedoch nur im Vereinigten Königreich. Das ganze nennt sich "EcoPro" und wird vor allem als ökologisches System der Kreislaufwirtschaft vermarktet. Als Besonderheit startet Brother mit zwei Tintendruckern, einem S/W-Laser und einem Farblaser.

Brother stellt dabei Drucker und Tinte oder Toner zur Verfügung und sammelt alles nach der geplanten Nutzung wieder ein. Es soll Verträge mit einem oder auch zwei Jahren Mindestlaufzeit geben. Bei einer längeren Verpflichtung sinkt der monatliche Beitrag.

Einmalige Gebühr für den Drucker

Egal ob Laser, Tinte, Farbe oder S/W: In der Startphase kostet der Vertrag einmalig für den Leihdrucker £1,20 (rund 1,40 €) - bei einem späteren Vertragsabschluss sollen es £20 sein. Zur Auswahl steht der A4-Farblaser DCP-L3510CDW der S/W-Laser DCP-L2530DW sowie die Tintendrucker DCP-J1100DW oder MFC-J5330DW (A3-Druck). Geliefert werden können auch vergleichbare Drucker, oder deren Nachfolger.


Während der Laufzeit kümmert sich Brother um eventuelle Probleme mit dem Drucker und führt kostenlose Reparaturvorgänge durch. Bei Vertragsende darf das Gerät behalten werden. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, das Gerät zu Brother zum Recycling zurückzuschicken. Dafür soll es dann eine Bezahlung als Anreiz in ungenannter höhe seitens Brother geben.

Soweit ähnelt das System dem, was Epsons "ReadyPrint Ecotank" bietet. Der Unterschied sind die deutlich niedrigeren Startgebühren von £20 (rund 23 Euro) bei Brother versus 80 bis 120 Euro bei Epson. Dafür kann man den Epson-Vertrag theoretisch monatlich kündigen - bei den hohen Aktivierungsgebühren, die dann weg sind, wird man sich das aber sicherlich gründlich überlegen.

Monatliche Gebühr

Der Großteil der Kosten entsteht jedoch durch die monatlichen Beiträge. Los geht's beim 24-Monate-Vertrag mit dem "kleinen" Tintendrucker für £9,98 (rund 11,30 €) bis hin zu £25,00 (rund 28,30 €) für den Farblaser. Will man sich dagegen nur ein Jahr binden, dann kostet der Farblaser sogar £29,99 - oder rund 410 Euro auf die Laufzeit. Das wäre sogar mehr als die ab 500 €*1, die der Drucker aktuell kostet und stets im Eigentum bleibt. Zum Vergleich: Beim Epson Ecotank ET-4750 (120 Euro Aktivierung) sind es für 500 Seiten monatlich gut zehn Euro.

Kostenlos bis zu "6.000 Seiten" jährlich" - nach ISO-Messung

Wie man es von HP oder Epson kennt, gibt es jedoch auch ein Kontingent an Tinte oder Toner dazu. Brother gibt Verbrauchsmaterial für "bis zu" 6.000 Seiten jährlich dazu. Das Gute ist: Wie man diese verteilt, bleibt einem selbst überlassen.

Das weniger Gute: Im Gegensatz zur Konkurrenz ist es relevant, was gedruckt wird. Abgerechnet wird bei Brother nach geliefertem Toner oder Tinte. Wer viel reinigen muss, oder vollflächige Fotos druckt, hat diese also deutlich schneller aufgebraucht.

Brother EcoPro - €-Preise umgerechnet auf die Laufzeit
Einmaliger Preis
für den Drucker
12 Monate
(6.000 ISO-Seiten)
24 Monate
(2x 6.000 ISO-Seiten)
Farblaser-Multifunktion
DCP-L3510CDW (oder ähnlich)£1,20
(statt £20)
£29,99
(insgesamt 410 €)
£25,00
(insgesamt 680 €)
S/W-Laser-Multifunktion
DCP-L2530DW (oder ähnlich)£1,20
(statt £20)
£13,00
(insgesamt 180 €)
£9,98
(insgesamt 280 €)
Tinten-Multifunktion
DCP-J1100DW (oder ähnlich)£1,20
(statt £20)
£14,99
(insgesamt 210 €)
£13,00
(insgesamt 360 €)
MFC-J5330DW (ohne Fax, oder ähnlich)£1,20
(statt £20)
£19,98
(insgesamt 280 €)
£17,99
(insgesamt 490 €)
© Druckerchannel (DC)

Zusätzliche benötigte Tinte und Toner

Benötigt man vor Ablauf eines Jahres weitere Tinte oder Tonen, kann man entweder nicht mehr weiterdrucken oder muss über Brother Nachschub ordern. In dem Fall bezahlt man jedoch nicht den vollen Preis für die Kartuschen, sondern einen täglichen Aufpreis, in Abhängigkeit vom Bestellzeitpunkt.

Geht der Farbtoner für den Laser einen Tag vor der Jahresfreist zu Ende, kostet der Nachschub zusätzlich £0,42 (rund 48 Cent). Bei 10 Tagen sind es entsprecht fast fünf Euro, bei einem Monat 15 Euro.

Brother EcoPro - Zusatzkosten
Zusatzbeitrag je Tag zu "früh" bestelltem MaterialsHöchster Zusatzbeitrag
Farblaser-Multifunktion
Schwarzer Toner£0,30£63,49
Farbige Toner£0,42£69,90
S/W-Laser-Multifunktion
Schwarzer Toner£0,30£72,39
Tinten-Multifunktion
Schwarze Tinte£0,12£27,29
Farbige Tinte£0,18£25,25
© Druckerchannel (DC)

Lohnt sich das?

Die ganze Konstruktion von "EcoPro" ist komplex und lässt sich kaum in wenigen Worten zusammenfassen. Erklärungsbedürftig ist auch, dass Brother von "6.000 Seiten" spricht, die eigentlich nur unter Idealbedingungen und beim stetigen Druck von normalen Dokumenten zustande kommen.

Wie weit man mit der Tinte oder dem Toner in der Praxis kommt, wird man erst herausfinden, wenn das Material aufgebraucht ist.


EcoPro vs. Tintentank

Die Zuverlässigkeit der Reichweitenangaben entsprechend somit denen, die man von herkömmlichen Patronen- oder auch Tankdruckern her kennt. Als Beispiel kostet der Brother DCP-J1100DW nach nur 2 Jahren Nutzung rund 360 Euro über die Laufzeit. Im Idealfall konnte man dann bis zu 12.000 Seiten drucken.

Im Vergleich könnte man sich auch einen ähnlich ausgestatteten Canon Pixma G7050 oder Epson Ecotank ET-3750 wählen. Die liegen preislich auf ähnlichem Level. Dafür ist dann "nur" rund die Hälfte der Farbtinte dabei. Wer mehr braucht, zahlt dann weitere 40 Euro für einen Satz - bei Brother sind das dafür aber rund 110 Euro für weitere rund 5.000 bis 6.000 Seiten bei Weiternutzung außerhalb von EcoPro.


EcoPro vs. HP Neverstop

Ähnlich sieht es beim Vergleich mit dem Tonertank-System von HP aus. Der mit dem HP Neverstop Laser MFP 1202nw vergleichbare Brother DCP-L2530DW kostet nach zwei Jahren gut 280 Euro.

Der HP in etwa dasselbe, hat aber auch nur 5.000-Seiten-Toner. Nachschub kostet dann jeweils jedoch nur noch rund 30 Euro. Jedes weitere "EcoPro-Jahr" liegt jedoch bei 140 Euro - dass dann jedoch auch mit Wartungsvertrag. Der Tonernachkauf auf "eigene Faust" kostet in etwa mit 70 Euro je 3.000 Seiten dasselbe.

Abgesehen davon klingt die Neverstop-Lösung von HP als das günstigere Angebot. Laserdrucker sind zudem in der Regel robust und halten ein paar Jahre ohne Service durch.


EcoPro vs. Farblaser mit Kartuschen

Im direkten Vergleich sieht es beim Farblaser besser aus. Mit dem durchaus soliden Mittelklasse-Modell DCP-L3510CDW fallen im Abo jedoch mindestens rund 680 Euro an Kosten für dann höchstens 12.000 Seiten an. Beim "normalen" Kauf muss man sicher gut die Hälfte für das Gerät zahlen und für weitere rund 350 Euro kommt man bis ins mittlere Preissegment auch kaum auf insgesamt 12.000 Seiten - das geht dann in Ordnung. Im Idealfall ergeben sich Kosten von rund sechs Cent bei idealer Auslastung in 24 Monaten. Wohl gemerkt für Toner und dem Drucker.

Wann geht's in Deutschland los?

Offenbar wurde das Vereinigte Königreich erstmal nur als Versuchsland ausgewählt. Ein Start hierzulande wurde auf unserer Nachfrage bei Brother mit "EcoPro ist erst einmal nur in UK verfügbar. Ob und wenn ja, wann das Konzept in Deutschland angeboten wird, steht noch nicht fest." beantwortet. Warten wir es also ab.

Aktualisiert am 1.2.2021

Der für den Vertrag zur Verfügung gestellte Drucker kann regulär nach 12 oder 24 Monaten behalten werden. Das Recycling ist freiwillig und wird mit einer "Gegenleistung" von Brother belohnt. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.

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Provisionslink: Wir erhalten bei einer Vermittlung zum Kauf eine Provision vom Anbieter. Für den Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten. Alle Angaben ohne Gewähr. Preise inkl. MwSt. und zzgl. Versandkosten. Der Preis kann mittlerweile höher sein. Weiß hinterlegte Preise gelten für ein baugleiches Modell.
01.02.21 13:55 (letzte Änderung)
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