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HP Envy Photo 6230, 7130 und 7830: Teure aber einfache "Fotodrucker" von HP

von Ronny Budzinske

Mit der neuen Serie "Envy Photo" stellt HP eine Druckerserie mit neuen Tintenpatronen vor, bei denen Pigmentschwarz und Dyefarben auf Glanzpapier gleichzeitig zum Einsatz kommen - ein Novum. Sowohl die Einstandspreise als auch die Folgekosten erscheinen dabei zu hoch.

Hinweis: Für mindestens einen erwähnten Drucker ist der ausführliche Testbericht "Die Vier von der Tankstelle" sowie "Fünf Drucker im Ring" verfügbar.
Hinweis: Für mindestens einen erwähnten Drucker ist ein Nachfolger "HP Envy Inspire 7920e- und 7220e-Serie" verfügbar.

Rund drei Jahre nach Vorstellung der "Envy"-Drucker als "Photosmart"-Nachfolge zeigt HP nun drei neue Modelle mit dem Zusatz "Photo". Namentlich sind das der HP Envy Photo 6230, der 7130 sowie der 7830.

Während das Äußere der Neuvorstellungen sowie die grundsätzliche Funktionalität weitgehend noch den 2014er-Geräten entspricht, preist HP eine besondere Eignung für den Fotodruck an. Die kleinste Tropfengröße beim Druckwerk mit Wegwerfpatronen wird mit drei Pikolitern angegeben. Aktuelle Drucker von Epson und Brother schaffen hier 1,5-Pikoliter-Tropfen, Canon liegt derzeit bei 2 Pikoliter.

Die Neuheit besteht bei der gleichzeitigen Verwendung der drei Dyefarben aus der Kombipatrone und dem Pigmentschwarz beim Fotodruck. Bei bisherigen Systemen, wie auch bei der Konkurrenz, kann das Pigmentschwarz nicht beim Fotodruck auf Glanzpapier verwendet werden. Daher fehlt es den Drucken dann etwas an Tiefenwirkung und Fotos wirken flau. Das soll bei den aktuellen HP-Envy-Modellen anders sein.

HP Envy Photo 6230

Den Einstieg in die neue Serie macht der rund 110 Euro teure Envy Photo 6230. Der recht einfache Drucker kommt mit einem 125-Blatt-Fach für Normalpapier sowie einem zusätzlichen und integrierten 15-Blatt-Fotoeinzug für 10x15-Postkarten daher. Aus der Standardkassette kann bis zum A4-Format automatisch doppelseitig gedruckt werden. Der Randlosdruck gehört zum Standard. Ein Dokumenteneinzug (ADF) sowie ein Fax sind bei diesem Modell nicht vorgesehen.

Das Drucktempo liegt bei 13 ipm in S/W und nur 8 ipm beim Druck in Standardauflösung auf Normalpapier. Damit sind zwar keine Rekorde aufzustellen, jedoch sollte dies für normale Ansprüche genügen.

Verbindung zur Außenwelt nimmt der Envy wahlweise über USB oder Wlan auf. Für den Druck von mobilen Endgeräten wird der Standard Wifi-Direkt sowie ein schneller Verbindungsaufbau über Bluetooth-Smart unterstützt. Letzteres setzen auch die neuen Canon Pixmas ein und dient lediglich als Ersatz für einen NFC-Kontakt. Der Druckvorgang selbst ist über Bluetooth nicht möglich. Einen Speicherkartenleser oder einen USB-Host gibt es beim kleinsten "Envy Photo" nicht, ohnehin ist das 2,2-Zoll kleine Touchscreen lediglich in monochromer Ausführung ausgestattet.

Insbesondere aufgrund der wuchtigen Bauform erscheint der Preis recht hoch, ähnlich teure Modelle von Canon, wie der Pixma TS5150 (ebenfalls Wegwerfpatrone, jedoch nur drei Farben beim Fotodruck) oder auch der XP-540 von Epson (Fünffarb-Einzelpatronen) zeigen schon eher, wie ein moderner Drucker aussehen kann.

HP Envy Photo 7130

Eine Stufe höher schaltet HP mit dem Envy Photo 7130. Preislich liegt man hier bereits bei rund 140 Euro, was HP insbesondere durch das größere (2,7 Zoll) Farbdisplay rechtfertigen möchte. Für den direkten Druck von Fotos dient ein SD-Speicherkartenleser. Abgesehen vom minimal schnelleren Drucktempo (14 ipm und 9 ipm) sind keine weiteren Unterschiede zum Einstiegsmodell auszumachen.

Auch hier sollte erwähnt sein, dass die Konkurrenz in dieser Preisklasse deutlich kompaktere und besser ausgestattete Modelle bietet, so der Canon Pixma TS6150 sowie der komplett neue Epson Expression Premium XP-6000 - beide mit fünf einzelnen Tintentanks.

HP Envy Photo 7830

Die Oberklasse der neuen Serie bildet der Envy Photo 7830 für üppige 190 Euro Preisempfehlung. Äußerlich fällt sofort der Dokumenteneinzug (ADF) auf. Zusammen mit dem integrierten Fax ist dies auch der wesentliche Unterschied zum 7130.

Des weiteren bietet das teuerste Modell eine Ethernet-Schnittstelle und weist ein nochmals etwas flinkeres Drucktempo von 15 ipm in S/W und bis zu 10 ipm in Farbe auf. Direkt am Gerät gibt es zudem einen USB-Host-Anschluss, von dem Fotos eingelesen aber auch eingelesene Vorlagen vom Scanner abgelegt werden können.

Der 1.200-dpi-Scanner ist in der gesamten Linie identisch und beim Top-Modell mit einem 35-Blatt-ADF kombiniert. Dieser kann Originale jedoch lediglich einseitig einlesen und die Rückseite nur durch händisches Wenden der Vorlage verarbeiten. Der ähnlich teure Epson Expression Premium XP-830 macht dies automatisch und bietet einen besseren Funktionsumfang. Auch der neue Canon Pixma TR8550 hat mehr zu bieten.

HP Envy Photo
HP Envy Photo 6230HP Envy Photo 7130HP Envy Photo 7830
Preis (UVP)ca. 110 Euroca. 140 Euroca. 190 Euro
FunktionDruck, ScanDruck, Scan, Fax
Display2,2 Zoll
Monochrom, Touch
2,7 Zoll
Farb-Touchscreen
DirektdruckWifi-Direkt (mit Bluetooth Smart)Wifi-Direkt (mit Bluetooth Smart), SDWifi-Direkt (mit Bluetooth Smart), SD, USB-Host
Verbindung zum PCUSB, WifiUSB, Wifi, Ethernet
Papierverarbeitung125 Blatt Normalpapier A4
zzgl. 15 Blatt 10x15 Fotopapier
Duplexdruckjajaja
ADF/ Dokumenten-
einzug
neinnein35-Blatt
Simplex-ADF
PatronenserieNr. 303 / 303XL
weitere Datentechnische Daten
© Druckerchannel (DC)

Neue Tintenpatronen Nr. 303

Die Patronen der neuen Serie 303 gleichen vom Äußeren den Vorgängerpatronen Serie 62 bis ins Detail. Es handelt sich dabei weiterhin um eine Drei-Farb-Kombikartusche mit integriertem Einwegdruckkopf mit Dyetinten sowie eine Schwarzpatrone mit Pigmentschwarz.

Im Unterschied zu bisher kommt jedoch eine neue Schwarztinte zum Einsatz, die vergleichbar mit der Tinte aus dem Officejet 6950 sein soll. Im Gegensatz zu bisher soll die Tinte nach dem Druck weitgehend wisch- und Markerfest sein und kann auch zeitgleich mit den Dyefarben auf Glanzpapier zum Einsatz kommen. Sämtliche HP-Vorgängermodelle konnten die Schwarztinte nur auf Normalpapier einsetzen. Auch bei Modellen von Brother, Canon und Epson mit Dyefarben ist dem so. Um dieses Problem zu umgehen, hat Canon schon im Jahr 2003 ein Fünffarbsystem mit zwei Schwarztinten für Texte und Fotos vorgestellt.

"Ökologischere Tintenpatronen"?

HP bewirbt die neuen Tintenpatronen als besonders ökologisch und begründet dies nicht nur mit dem Recycling bei Rücknahme der Originalkartuschen (HP Planet Partners) sondern auch mit der Produktion. Teile der Plastikgehäuse sollen aus recycelten PET-Flaschen entstanden sein, die in Haiti gesammelt wurden. Im Kleingedruckten handelt es sich dabei um einen Gewichtsanteil von 10 Prozent der Plastikgehäuse.

Äußerst fraglich ist der ökologische Nutzen bei der Verwendung von Einwegdruckköpfen. Sowohl die Düsenplatten als auch die Elektronik klebt an jeder Kartusche und soll nach willen von HP nach jeder Nutzung ausgetauscht werden. Insbesondere bei der geringen Füllmenge von 4 ml (Standardpatrone) oder 10 ml bei der XL-Farb-Patrone kann man sicherlich nicht von einem besonders geringen ökologischen Fussabdruck sprechen.

Deutlich weniger Abfall dürfte bei größeren Einzelpatronen oder auch insbesondere bei Systemen mit Flaschentinten, wie Canon Pixma G oder den Epson Ecotank-Druckern anfallen.

HP Active Ink Balancing

Kombipatronen haben den Vorteil, dass bei einem Düsenausfall allein durch Austausch der Kartusche wieder eine fehlerfreies Druckbild zu erwarten ist. Bei Permanentköpfen können hier viele Reinigungen anfallen, die aufgrund hoher Patronenpreise ziemlich ins Geld gehen können.

Der Nachteil ist dagegen eine unbrauchbar gewordene Farbpatrone, nur weil eine der drei enthaltenen Farben zur Neige gegangen ist. Zum Mischen sind stets alle Farben nötig. Mit der neuen Technik "Active Ink Balancing" will HP dem etwas entgegen wirken und abhängig vom Verbrauchsstand der einzelnen Farben das Mischungsverhältnis bei kommenden Drucken anpassen. Wenn die Cyan-Kammer nur noch wenig Tinte enthält, soll diese Farbe durch teilweise Ersatz von andere Farben geschont werden.

HP Dynamic Security

Bereits im Vorjahr hatte die Firmware-Funktion "Dynamic Security" für Aufsehen gesorgt. Dabei wurde der Druck bei Nutzung von Fremdpatronen unterbunden und der Drucker forderte zum Austausch der eingesetzten Patronen auf. Diese auch von anderen Herstellern (z.B. von Brother und Epson) bekannte Praxis wurde nochmals dadurch getoppt, dass diese Sperre zeitgesteuert, viele Monate nach einem Firmwareupdate aktiv wurde.

Nach großen Protesten ruderte HP zurück und wollte von dieser Praxis Abstand nehmen. Es gab dazu einmalig eine selbstständig vom Benutzer herunterladbare Firmware, welche die gesperrten Fremdpatronen wieder lauffähig machten.

Mit Einführung der neuen Patronen weist HP dezidiert darauf hin, dass der Drucker eine Patronensperre enthält und diese bei Nutzung von Fremdmaterial ausgelöst werden kann. Nicht betroffen sind ausdrücklich wiederaufbereitete Originalpatronen mit Original-Chip. Dies ist bei Einwegdruckern ohnehin der Normalfall. Fremdchips können sich aus patentrechtlichen Gründen ohnehin nur an gefälschten Patronen befinden, welche dann auch ganz andere Druckeigenschaften aufweisen dürften.

Verbrauchsmaterial und Folgekosten

Die Serie 303 ist ab Werk mit einer dürftigen Reichweite von 200 S/W-Seiten oder bis zu 165 Farbseiten nach ISO-Norm ausgestattet. Dies entspricht zugleich der Füllmenge der nachkaufbaren Patronen in Standardgröße. Optional sind XL-Patronen, welche im Set mit rund 77 Euro zu buche schlagen und dann für eine dreifache Reichweite sorgen. Das ergibt 600 S/W-Seiten und bis zu 415 Farbseiten in Standardqualität auf Normalpapier.

Dies ergibt außerordentlich hohe Folgekosten, die sonst selbst von sehr günstigen Druckern kaum erreicht werden. Beim S/W-Druck liegt man fast 50 Prozent über ähnlichen Druckern und beim Farbdruck sind es immer noch gut 25 Prozent. Dedizierte Bürodrucker schaffen Problemlos ein drittel der Folgekosten.

Ohnehin scheint es so, als ob HP mit dieser Preispolitik sein Tintenlieferdienst "Instant Ink" schmackhaft machen möchte. Für Wenigdrucker gibt es hier bereits ab 36 Euro pro Jahr ein Abo für insgesamt 600 Seiten - pro Blatt sind das dann nur noch 6 Cent. Dafür macht man sich jedoch in gewisser Weise von HP abhängig und liefert online Daten an das Unternehmen. Besser dürfte es ohnehin sein, sich für ein Gerät mit günstigeren Folgekosten zu entscheiden.

Druckkostenanalyse 05/2022*1
Seitenpreis mit
'ISO-Farbdokument'*2 (15.000 Seiten)
Seitenpreis mit
'Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument'*3 (15.000 Seiten)
   
Canon Pixma MX925
 
 
11,9 ct
 
 
3,0 ct
Epson Workforce Pro WF-3720DWF
 
 
12,0 ct
 
 
4,3 ct
Brother MFC-J680DW
 
 
14,0 ct
 
 
4,6 ct
Canon Pixma TR8550
 
 
14,4 ct
 
 
4,4 ct
Canon Pixma TS6150-Serie
 
 
14,4 ct
 
 
4,4 ct
Epson Expression Premium XP-6000
 
 
15,0 ct
 
 
5,0 ct
HP Envy Photo 6230, 7130, 7830
 
17,3 ct
 
6,6 ct
© Druckerchannel (DC)

Verfügbarkeit und Garantie

Alle drei neu vorgestellten Modelle sollen ab Oktober in den Handel kommen und sind ab Kauf mit 12 Monaten Garantie abgesichert. Eine kostenlose Erweiterung auf 36 Monate nach Registrierung bietet HP derzeit nicht an.

*1
Diese Tabelle wird automatisch aktualisiert.

Preise

Alle Preise sind Preisempfehlungen der Hersteller (UVP).

Kosten & Starterreichweite

In die Druckkosten kalkulieren wir anteilig verbrauchte Materialien auch nur anteilig hinein. Weiterhin berücksichtigt Druckerchannel die Starterreichweiten - diese werden vom Druckvolumen abgezogen und reduzieren somit die durchschnittlichen Seitenkosten.

*2
ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712): A4-Farbdokument (fünfseitig) auf Normalpapier in Standardqualität.
*3
Schwarzanteil aus ISO-Farbdokument (ISO/IEC 24712 (nur SW)): Mit diesem fünfseitigen Dokument sind Tintendrucker und Farblaser getestet.
29.09.17 14:11 (letzte Änderung)
Technische Daten

99 Wertungen

 
1
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