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(aktual. am 16. April 2019)

HP Officejet Pro (1910AR): Firmware-Update von HP sperrt erneut Nachbaupatronen aus

HP hat in Deutschland mit der Auslieferung von undokumentierter Firmware begonnen, mit der einige Nachbaupatronen nicht mehr funktionieren sollen. Der Druckerhersteller HP weist seit geraumer Zeit selbst darauf hin und begründet dies mit "dynamischer Sicherheit".


Für viele aktuelle Officejet-Drucker gilt laut HP-Support-Seite die Firmware-Revision 1848 vom Frühjahr 2019 als aktuell. Aus bestätigten Quellen wird nun jedoch gemeldet, dass derzeit einige Drucker selbstständig eine Update-Meldung zeigen und OTA ("Over-The-Air") eine Aktualisierung anbieten. Führt man dieses aus, landet man bei der Firmware-Version 1910AR.

Direkt nach der Aktualisierung sieht die Welt noch in Ordnung aus, jedoch ändert sich dies, wenn der nächste Patronenwechsel ansteht und dieser mit Nicht-Originalpatronen durchgeführt werden soll. In diesem Fall kann die Fehlermeldung "Cartridge Problem" (Probleme mit der Kartusche) erscheinen und das Gerät stellt seinen Betrieb ein, bis es eine "korrekte" Patrone bekommt. Dieses Fehlerbild soll sich nur bei Geräten zeigen, die nach Februar 2018 produziert worden sind. Dabei sollen Patronen betroffen sein, die Chips und elektronische Bauteile vom chinesischen Anbieter "Apex" enthalten.

Die neue Firmware ist aktuell noch nicht öffentlich auf den Servern von HP einsehbar. Zum Download bietet HP lediglich die Version 1848 vom Februar an. Daher gibt es auch noch keine Beschreibung der Fehler, die mit der Aktualisierung behoben werden sollen. Eine Anfrage bei HP, welche Änderungen die neue Firmware mit sich bringen soll, blieb bislang unbeantwortet.

Betroffene Drucker

Sowohl in China als auch in Deutschland gibt es Berichte, dass die Druckermodelle Officejet Pro 8710 und 8720 betroffen sein sollen. Druckerchannel geht davon aus, dass weiteren Drucker mit den Tintenpatronen der Serie 957XL, 953 die neue Firmware angeboten wird.

Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, dass auch andere Officejet- und Pagewide-Modelle mit Patronen der Serien Serie 907XL, 903 und Serie 973X, 913A ein entsprechendes Update bekommen.

Nicht mit "dynamischer Sicherheit" ausgestattet sind übrigens Officejet-Modelle mit einem Produktionsdatum vor Dezember 2016 - diese Geräte sollten auch nach dem Firmwareupdate Fremdpatronen akzeptieren.

Drucker mit Patronen der Serie 953/957XL

Drucker mit Patronen der Serie 903/907XL

Drucker mit Patronen der Serie 913A/973X

Druckerchannel empfiehlt daher, vor einem eventuellen Update (vor allem auf die Version 1910) zu prüfen, ob dieses tatsächlich nötig ist. Uns sind derzeit keine akuten Sicherheitsbedrohungen für HP-Drucker bekannt.

Hintergrund

Das Aussperren von (günstigen) Nachbaukartuschen für Tinten- oder Laserdrucker durch Aktualisierung der Druckerfirmware hat mittlerweile Tradition.

Diesbezüglich den Vogel abgeschossen hatte der größte Druckerhersteller der Welt, HP, im Jahr 2016. Dabei wurden durch eine im Frühjahr online eingespielte Firmware eine Funktion aktiv, die im Spätsommer des gleichen Jahres für das Versagen von vielen nachgebauten Tintenpatronen gesorgt hat.

Aufgrund eines besonders großen Presseechos ruderte HP kurze Zeit später zurück und bot auf Wunsch eine Entfernung dieser Funktion an. Die Implementation solche Fremdanbieter-Sperren hat damit aber kein Ende gefunden. Vielmehr hat HP dieser Funktion mit "Dynamische Sicherheit" einen Namen gegeben.

"Dynamische Sicherheit" bei HP-Druckern

Dabei weist HP mittlerweile auf der eigenen Downloadseite (z.B. bei der Firmware 1848A für den Officejet Pro 8720 darauf hin, dass es nach Aktualisierung der Firmware jetzt oder auch später zu Problem beim Einsatz mit Nachbaupatronen kommen kann.

"Erinnerung: Drucker mit dynamischer Sicherheit. Dieses Firmware enthält dynamischen Sicherheitsmaßnahmen, die möglicherweise verhindern, dass Verbrauchsmaterialien mit nicht von HP stammenden Chips oder Schaltkreisen jetzt oder später nicht mehr funktionieren. Mehr unter: www.hp.com/go/learnaboutsupplies."

Sicherheitsrisiko bei HP-Druckern (Frühjahr 2018)

Wer sich nun denkt, das komplette Ignorieren von Firmwareupdates sie die Lösung beim Nutzen von günstigen Nachbaukartuschen, der geht das Risiko ein, tatsächlich relevante Sicherheitsprobleme des Druckers nicht gefixt zu bekommen.

So hat man im Sommer 2018 die als "Faxploit" getaufte Sicherheitslücke gefunden. Bei dieser können sehr viele Drucker der Serien Pagewide, Designjet, Deskjet, Envy, Officejet und Photosmart angegriffen und darüber unter Umständen sogar das ganze Netzwerk kompromittiert werden. Für die Infektion ist dabei nicht einmal ein Onlinezugang des Druckers nötig - es genügt, ein präpariertes Fax an den Drucker zu schicken. Vermutlich gibt es dazu weitere Wege, wie man diese Lücke "nutzt".

Aufgrund dessen empfiehlt Druckerchannel in jedem Fall ein Firmwareupdate auf die Versionen 1827 oder 1828 vom August/September 2018. Spätere Updates sollte man (zumindest bei Verwendung von Nicht-Originalpatronen) nur installieren, wenn HP selbst meldet, dass diese für die Sicherheit unabdingbar sind, oder aber tatsächliche Fehlfunktionen beseitigen.

Aktualisierung vom 16. April 2019, 8:45 Uhr

HP liefert die neue Firmware 1910AR nun auch auf Officejet-Pro-Druckern mit Standort Deutschland aus. Der Artikel wurde entsprechend angepasst.

16.04.19 08:48 (letzte Änderung)

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