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Leserartikel Umbau Canon Pixma IP 3300, 4200, 4300 etc chipfrei: Canon Pixma IP 3300, 4200 & Co chipfrei nutzen

von Uwe Krämer

Drucker wie Canon Pixma IP 3300, 4200,4300 etc. werden herstellerseitig mit Farbpatronen ausgerüstet, die über einen Chip zur Speicherung des Tintenfüllstands verfügen. Auch die Erkennung des korrekten Tintentanks im richtigen Patronenschacht funktioniert nach dem Lichtschrankenprinzip über eine Leuchtdiode, die auf der kleinen Platine an der Originalpatrone aufgelötet ist. Wem vorhandene Adapterlösungen nicht gefallen und wer einfache Werkzeuge wie Lötkolben mit dünner Lötspitze, Kupferlackdraht oder Flachbandkabel, Leuchtlupe etc. besitzt, kann mit etwas Geschick die Patronenchips direkt an einer kleinen Platine im unteren Bereich des Patronenhalters festlöten. Danach können kompatible Patronen der Typen CLI-8/ PGI-5 oder gar BCI-3/ BCI-6 (hängt von der Flachheit des Einbaus ab) ohne Chip eingesetzt werden. Die Füllstandsanzeige ist danach allerdings ausser Kraft gesetzt und die Warnung vor dem Einsetzen von Patronen falscher Farbe in die Patronenschächte funktioniert auch nicht mehr. Auftretende Wackelkontakte beim Erkennen von Originalpatronenchips tauchen allerdings bei haltbarer Verlötung auch nicht mehr auf. Bei unsachgemässem Einbau kann durchaus der Drucker zerstört werden. Bei Drucken ohne Tinte kann natürlich der Druckkopf ruiniert werden. Das sei nur als Warnung erwähnt. Die Anleitung erfolgt daher ohne Gewähr und auf eigene Gefahr des Umbauenden. Die verwendeten Fotos stammen von den Modellen IP3300, 4200.


Beschreibung des Umbaus

Nachdem man die Patronenchips von den Originalpatronen mit zB. einem Teppichbodenmesser entfernt hat, kann man sie mit Kupferlackdraht von zB 0,2mm Durchmesser oder mit 4 adrigem Flachbandkabel mit der kleinen Platine (1), die sich unter dem Patronenhalter befindet verlöten. Beim Kupferlackdraht schmilzt der Lack bei ca. 350 Grad Celsius. Damit ist auch eine kompaktere Bauweise als mit Flachbandkabel möglich.

Umbau vorbereiten

Zuerst das obere Gehäuse des Druckers entfernen (siehe Anleitung auf dieser Webseite, bei IP4200 hinten 2, seitlich2 und vorne 2 Zuhaltungen, dazu CD Fach runterklappen und rechts und links oberhalb des Drehpunkts des Fachs mit Schraubenzieher hineinstechen, silberne Abdeckung rechts, links nach vorne ausklinken) Dann den Druckkopf in die Mitte des Druckers fahren lassen. Jetzt kann man mit einem Schraubenzieher die kleine Platine unter dem Patronenhalter lösen. Links und rechts unten am Patronenhalter befinden sich zwei kleine Zuhaltungen (2). Die kann man mit einem kleinen Schraubenzieher nach oben biegen, dann kann man die Platine ca 3mm Stück nach vorne ziehen. Womit zieht man? Dazu hinter der Platine, die nur ca. 13mm breit ist, einen Haken (zB. hergestellt aus einem um 90 Grad gebogenen massiven Kupferleiter von einer NYM Leitung) einhaken und damit die Platine vorsichtig nach vorne ziehen, während man gleichzeitig vorne die Zuhaltungen hochhält. Die Platine bewegt sich dann nicht weiter nach vorne nach den 3 Millimetern. Dann drückt man die Platine mit einem Schraubenzieher nach unten aus dem Patronenhalter heraus. Das ist etwas fummelig. Die Platine kann dann rechts an dem vierpoligen Stecker ausgesteckt werden.


Unnötige Teile entfernen

Dazu gehören beim IP 4200 ein Blech (4) und die Federkontaktstücke (5), die ursprünglich die Patronenchips mit der Platine im Patronenhalter elektrisch verbinden und auch zu Wackelkontakten führen können. Das Blech beim IP4200 muss in den Drucker reingeschoben werden, um es zu entfernen. Das Blech ist geschlitzt. Die Schlitze öffnen sich nur nach vorne. Daher das Blech zum Druckerinneren schieben. Kontaktstücke entfernen: Je Kontaktstück befindet sich hinten am Patronenhalter je eine Zuhaltung (3). Diese wird mit einem Schraubenzieher nach hinten gedrückt. Danach können die Kontaktstücke nach unten aus dem Patronenhalter herausgedrückt werden.


Chips elektrisch verbinden

Hat man also die Platine unter dem Patronenhalter, die Kontaktstücke und das Blech beim IP4200 ausgebaut, kann man beginnen die 5 Chips der Originalpatronen mit der Platine des Patronenhalters zu verbinden (6). Die Chips sind eigentlich auf dem Foto um 180 Grad gedreht eingebaut. Dann muss man beim inneren und äusseren Adernpaar am vierpoligen Stecker jeweils paarweise die Adern tauschen (1-4, 2-3 vertauschen). Das muss aber so nicht sein und hatte rein löttechnische Gründe.


Platine fertig bestücken

Benutzt man Kupferlackdraht, fängt man vermutlich eher mit dem Kontaktieren der Chips an. Dazu klebt man die Chips entweder mit Klebestreifen oder Heisskleber o.ä. irgendwo fest. Dann lötet man je Chip vier Adern des Kupferlackdrahts fest und wiederholt das bei jedem Chip. Tips: Nur wenig Lötzinn benutzen, eventuelle Kurzschlüsse mit Entlötlitze oder Cuttermesser entfernen, schnell löten, vorher den Draht etwas verzinnen. Die Temperatur muss dabei über 350 Grad liegen. Eventuell Leuchtlupe verwenden. Dann die Chips mit der Platine des Druckers verbinden. Kontaktstellen etwas verzinnen und die Einzeladern schnell auflöten. Grundsätzlich mit Ohmmeter auf Durchgang von Chip zu Platine und auf Kurzschluss je Ader zwischen den Adern überprüfen. Lötet man den Chip so auf, wie er durch die Verwendung der Originalpatronen mit der Platine elektrisch verbunden ist, braucht man eigentlich nur noch einen Schutz vor Kurzschluss mittels Klebeband zwischen Platine und Chip(platine) zu kleben und die Chips um ca. 180 Grad mit der Led nach oben umzubiegen. Hier nochmal auf Durchgang und Kurzschluss prüfen. Eventuell auch über die Leuchtdioden noch einen Isolationsschutz kleben, falls man Patronen mit Chip einsetzen möchte. Dann kann man den vierpoligen Stecker rechts an der Platine wieder einstecken, die Platine mit den festgelöteten Chips unter dem Patronenhalter zuerst etwas nach oben drücken und dann wieder in Richtung Druckerinneres ca. 3mm verschieben bis die beiden Zuhaltungen vorne einrasten. Eingebaut sieht das dann so aus (7)


Abschlusstest

Dann kann getestet werden: Hier nochmal als Warnung: Wackelkontakte und Kurzschlüsse sollten jetzt beseitigt sein.Auch sollten jetzt die richtigen Chips an der richtigen Stelle festgelötet sein! Das wäre praktischer, sonst bekommt man die entsprechende Fehlermeldung und muss umlöten. Sind die Chips korrekt angelötet, so bekommt man irgendwann die „Tintentank leer“ Fehlermeldung und der Drucker blinkt. Hat man diese Meldungen mehrfach bestätigt und die Resume Taste (mittlere Taste am Drucker rechts) für 5-7 Sekunden gedrückt, verschwindet die Fehlermeldung und im Druckertreiberdisplay erscheinen mehr oder weniger leere (weisse) Tintentanks (8). Ab dann sollte das Drucken ohne weiteres Chipumkleben funktionieren.

Mit etwas Glück war es das jetzt und man braucht sich um die Chips nicht mehr kümmern bis auf verbleibende Treibermeldungen. Bis der letzte Chip "Tinte leer" anzeigt, könnten weitere Treibermeldungen erscheinen.

25.09.07 15:28 (letzte Änderung)

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