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(aktual. am 13. Oktober 2016)

HP Officejet Pro Fremdpatronensperre: HP rudert zurück

von Ronny Budzinske

Nachdem HP in erstaunlich offener Weise zugegeben hat, Fremdpatronen für "Officejet Pro"-Drucker per Firmwareupdate ausgeschlossen zu haben, verkündet HP nun sein Bedauern und kündigt einen Patch an, der betroffene Patronen wieder lauffähig machen soll. Dabei muss der Kunde wohl selbst aktiv werden. Jedoch wird man auch zukünftig mit Aussperrungen rechnen müssen.


Schon seit jeher versuchen es Hersteller von Tintendruckern, den Anbietern von kompatiblen Kartuschen das Leben möglichst schwierig zu machen. Ständig neue Patronentypen mit "verbesserten Sicherheitschips" oder auch Patente auf spezielle Bauformen sollen den Markt an nichtoriginalen Patronen möglichst klein halten.

In den letzten Jahren sind die Hersteller auch vermehrt dazu übergegangen, Patronen nachträglich über Firmwareupdates auszusperren. Direkt kommuniziert wurde dies allerdings nie. In aller Regel sollen diese, oftmals voll automatisch eingespielten Aktualisierungen für neue Funktionen oder zur Behebung von Sicherheitsrisiken dienen.

Was bisher geschah

Was einige Kunden von HP-Tintendruckern der Officejet-Pro- und Officejet-Pro-X-Serie beim Einsatz vom Fremdanbieter-Patronen am 13. September 2016 erlebten, war bislang jedoch einmalig. So verweigerte HP - auch ohne zuvor eingespieltes Update - an diesem Stichtag eingesetzte Patronen, die nicht von HP selbst stammen - Druckerchannel berichtete. Offensichtlich wurden diese Aussperr-Maßnahmen bereits im Jahre 2015 in die Druckerfirmware geschrieben, welche ihre Wirkung zu einem fest hinterlegten Zeitpunkt entfalten sollte.

Tintenpatronen, die über Monate funktioniert haben, sind plötzlich unbrauchbar geworden. Bei größeren Vorräten kann dies durchaus ein höherer Verlust sein. Ungeachtet davon, dass der Drucker auf die Schnelle nicht Einsatzbereit war und nur durch den Kauf von Originalpatronen wieder zum Drucken gebracht werden kann.

Ähnliche Erfahrungen haben Benutzer von Brother-, Epson- und HP-Druckern auch früher schon gemacht, jedoch wusste man eben in der Regel nach dem ersten Einsetzen, ob die Patronen funktionieren oder nicht. Im Negativfall gilt hier das Widerrufsrecht gegenüber dem Tintenhändler oder auch die Gewährleistung, die allerdings nur in den ersten sechs Monaten nach Kauf mehr oder weniger Problemlos durchzusetzen ist. Aus vielen Foren bekannt ist auch, dass man zukünftige Updates vermeiden sollte, wenn man auf Fremdpatronen setzen will. Dieser Ratschlag half den HP-Kunden diesmal eben nicht. Wenn sich HP damit durchsetzt, können "infizierte Drucker" - ob nachträglich per Firmware oder bereits ab Werk - zu einem unbekannten Zeitpunkt Fremdtinten verweigern.


HP entschuldigt sich und rudert zurück - wenn der Kunde es wünscht

Offenbar fielen die Reaktionen von Kunden und der Fachpresse aus Sicht von HP unerwartet massiv aus. Mit einer auf der US-amerikanischen Seite und derzeit nur auf Englisch veröffentlichten Stellungsname vom gestrigen 28.9.2016 mit der schwungvollen Überschrift "Dedicated to the best printing experience" ("Gewidmet der besten Druckerfahrung") überrascht HP seine Kunden und die Presse erneut.

"Bereits ein Kunde mit schlechten Erfahrungen" ist für HP einer zuviel, wofür sich HP ausdrücklich entschuldigen möchte. HP rechtfertigt die Änderungen an der Firmware damit, dass HP seinen Kunden stets "die bestmögliche Erfahrung" mit dem Tintendrucker gewähren möchte. Und dies kann man bei "ungetesteten" Patronen nicht sicherstellen. Bei wiederbefüllten Originalpatronen sieht man indes kein Problem. Dazu gesellen sich der Erklärung nach Sicherheitsrisiken und selbstverständlich auch Patentverletzungen von Drittanbietern.

Patch für Firmwareupdates zum selbst aufspielen

Weiterhin arbeitet HP an neuen Firmwareupdates, die die Änderungen mit Wirkung zum 13. September 2016 wieder rückgängig machen sollen. Dabei macht die Formulierung "optional" klar, dass der Kunde hier selbst handeln muss. Während Aktualisierung als Standard oftmals vollkommen automatisch und oft unbemerkt installiert werden, wird der Benutzer hier allein gelassen. Ob die Firmware direkt am Gerät eingespielt werden kann, oder ob dies über einen Computer per Datei funktionieren wird, ist noch nicht klar. Für den aktuellen Zwischenstand hat HP ein Beitrag im hauseigenen Support-Forum erstellt.

Gleichermaßen macht HP jedoch klar, dass man sich auch weiterhin vorbehält, Fremdpatronen zu sperren. An der grundlegenden Prozedur über Aktualisierungen an der Firmware wird sich somit wahrscheinlich wenig ändern.

HP unterstreicht das damit, dass man sich weniger für die Blockierung von Fremdtinte entschuldigt als über die schlechte Kommunikation oder Begründung der Maßnahme. Die Frage ist, wie man die von HP gewählte Umsetzung überhaupt einen Kunden erklären kann.

Betroffene Modelle

Nach aktuellem Kenntnisstand sind die meisten Officejet-Pro- und Pro-X-Modelle (neuerdings Pagewide) betroffen. Gleiches gilt in aller Regel auch für andere Ausstattungsvarianten oder spezielle Fachhandelsmodelle.

Update 13.10.2016, 10:28 Uhr

Mittlerweile hat HP Firmware-Updates für die betroffenen Geräte zur Verfügung gestellt. Wie bereits angekündigt muss der Kunde die Aktualisierung selbst herunterladen und über einen PC oder Mac auf den Drucker einspielen.

Dazu muss das Gerät auf der Support-Seite ausgewählt werden und im Abschnitt "Firmware" nach einer Aktualisierung vom 12. Oktober 2016 gesucht werden. Für die 6800er Serie hat das Update die Version "1640B", für die 8600er ist es die Version "1640A". Für die Pro-X-Serie konnten wir auf Anhieb kein Update finden.

Dieser Artikel wurde ohne generative KI erstellt.
13.10.16 10:28 (letzte Änderung)

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