Druckerauslieferungen IDC Q3/2025

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Im dritten Quartal 2025 hat Epson weltweit mehr Tintendrucker ausgeliefert, als HP. Einen großen Anteil an den rund 34,1 % Marktanteil dürften die immer besser laufenden Ecotanks haben. Am Gesamtmarkt hat dagegen wohl keine Rochade stattgefunden. Lasergeräte dominieren weiterhin den Markt an hochpreisigen Bürodruckern.

Erschienen am 26. Januar 2026 bei Druckerchannel.de, 1 Seite(n)

https://www.druckerchannel.de/artikel.php?ID=5375


Epson übernimmt von HP die Marktführerschaft bei Tintendruckern

Seit einiger Zeit gibt das US-Marktforschungsinstitut IDC keine frei zugänglichen Zahlen der weltweiten Druckerauslieferungen mehr aus. Die letzte Veröffentlichung bezieht sich auf Daten für das erste Quartal 2025. In diesem zeigte sich, dass der Trend zu eher hochpreisigen Tintentankdruckern anhält und, dass Anbieter von großen, auf Laser basierenden Systemen mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen haben.

Nun meldet sich das japanische Unternehmen, Epson, selbsternannter Tintendruckerspezialist, dass man den Branchenprimus HP im dritten Quartal 2025 überholt hat. Bezogen auf weltweite Auslieferungen von Tintendruckern nach Stückzahlen. Genannt wird ein Marktanteil von 34,1 Prozent. Vermutlich folgt dann recht dicht HP und dann weiter abgeschlagen Canon und Brother. Die drei Konkurrenten bieten jedoch zusätzlich auch ein breites Sortiment an Laser- und LED-Druckern. Zahlen für das vierte Quartal werden für gewöhnlich erst im März des Folgejahres ausgegeben, sodass die von Epson genannten Zahlen tatsächlich aktuell sind.

HP setzt im Büro eher auf Laser

So ganz überrascht kommt das Ganze nicht. Während sich Epson zuletzt fast ausschließlich auf den Tintendruck spezialisiert hat, ging HP eher in eine andere Richtung. Die High-End Bürodrucker basieren mittlerweile allesamt auf eigener oder bei Canon zugekaufter Laser-Technologie. Das frühere Portfolio mit extrem leistungsstarken Pagewide-Tintendruckern wurde inzwischen aufgegeben. Bürotintendrucker für den geschäftlichen Einsatz laufen aktuell in der "Officejet Pro 9100b"-Serie, sind aber auch schon für um die 200 Euro zu haben - mehr geht nicht. Mal von den eher exotischen Großformatplottern (die Epson auch anbietet) der Designjet-Serie abgesehen.

Epson baut Tintendruck stetig aus

Auf der anderen Seite konzentriert sich Epson auf margenträchtige Ecotank-Drucker und bietet seit einiger Zeit auch im Bereich Arbeitsplatz- und sogar Arbeitsgruppen-Tintendrucker ein großes Portfolio. Als Wachstumsmarkt sieht Epson sein Geschäft mit Workforce-Enterprise-Geräten, die die Dominanz vom Laserdruck brechen sollen. Den letzten Bilanzen nach kommen die Japaner aber auch nur langsam voran.

Bei den Ecotanks hat man weltweit schon längst mehr als 100 Millionen Einheiten abgesetzt und dominiert den Markt für Tintentankdrucker unangefochten. Allein in Deutschland zeigt sich Epson für an die zwei Drittel aller Tintentanker verantwortlich. Gefolgt von HP und dann mit großem und noch viel größerem Abstand Canon und Brother.

Marktanteile nach Stückzahlen und Gesamtmarkt

Am Gesamtmarkt dürfte Epson einen ungefähren Anteil von um die 22 Prozent nach Stückzahlen aufweisen. Es ist davon auszugehen, dass HP auch derzeit noch rund 50 Prozent mehr Drucker ausliefert - aber eben einen Mix aus Tinte und Laser. Canon wartet mit zu Epson vergleichbaren Kennzahlen auf, jedoch auch in Kombination mit Lasern. Brother hält sich wacker und stetig leicht steigend auf einem stabilen vierten Platz.

Dabei basieren rund zwei Drittel der verkauften Drucker auf Tintentechnologie, in der Epson eben besonders stark ist. Beim Umsatz dreht sich die Sache allerdings in eine andere Richtung. Nach Schätzungen von Druckerchannel entfällt dann nur noch rund ein Viertel auf Tinten- und drei Viertel auf Lasersysteme. Nadeldrucker, die ebenfalls vom IDC betrachtet werden, dürften so gut wie keine Rolle (mehr) spielen.

Immerhin ist davon auszugehen, dass Epson einen deutlich höheren durchschnittlichen Gerätereis und somit auch eine höhere Marge erzielt, als die Konkurrenz bei Tintendruckern. In den üblichen Verkaufscharts finden sich ganz oben häufig Einstiegs-Tintendrucker mit Patronen, deren Erlöse für die Hersteller kaum wirtschaftlich sind. Geld wird dann erst im Folgegeschäft gemacht - oder auch nicht. Epson verdient mit seinen Ecotanks dagegen ein Vielfaches von dem, was HP oder Canon mit einfachen Deskjet oder Pixma-TS-Geräten macht. Dafür muss man dann beim Folgegeschäft (also mit Patronen oder Abos) genügsamer sein.

Aufgrund der vergleichsweise hohen Verkaufspreise vieler Epson-Tintendrucker, ist davon auszugehen, dass auch der Marktwert mit Tintendruckern deutlich vor dem von HP liegt.

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